# Chondroitinsulfat: Was ist das, welche Nebenwirkungen, was zeigen Studien?

- Kanonische URL: https://smartasty.de/supplements/chondroitinsulfat
- Stand: 2026-10-10
- Autor: Daniel Lehner, SmarTasty (https://smartasty.de/ueber-uns#editor)

Chondroitinsulfat ist ein natürlicher Bestandteil von Knorpel. Für Präparate wird es meist aus Tierknorpel gewonnen und oft mit Glucosamin kombiniert. Hier steht, welche Nebenwirkungen bekannt sind und was Studien zeigen.

## Chondroitinsulfat in 30 Sekunden

- Vom BfR bewertet: 800–1.200 mg (pro Tag, keine Empfehlung)
- Zugelassene Angabe: keine (in der EU)
- Schwangere, Kinder: nein (laut BfR)
- **Was ist das?** Eine lange Kette aus Zuckerbausteinen mit Schwefelgruppen. Sie kommt in Knorpel, Sehnen und Haut vor, der Körper bildet sie selbst.
- **Wofür?** Meist als Mittel rund um die Gelenke verkauft. Die EFSA sah dafür keinen Beleg, eine EU-zugelassene Gesundheitsangabe gibt es nicht.
- **Woher?** Aus Knorpel, zum Beispiel von Rindern, Geflügel oder Haien. Eine Variante wird mit Bakterien hergestellt. Mehr dazu
- **Nebenwirkungen?** Meist leichte Bauchbeschwerden. Vorsicht bei Gerinnungshemmern, Fischallergie, Schwangerschaft und für Kinder. Mehr dazu

## Was ist Chondroitinsulfat?

Chondroitinsulfat gehört zu den Glykosaminoglykanen. Das sind lange Ketten aus Zuckerbausteinen. Sie kommen in Knorpel, Sehnen und Haut vor. Der Körper bildet Chondroitinsulfat selbst, unter anderem aus Glucosamin.

In Präparaten steckt es oft zusammen mit Glucosamin. Verwandte Stoffe sind Hyaluronsäure, die ebenfalls zu den Glykosaminoglykanen zählt.

> **Keine zugelassene Angabe:** Für Chondroitinsulfat hat die EU keine gesundheitsbezogene Angabe zugelassen. Die EFSA prüfte 2009 Anträge zu Gelenken und Beweglichkeit und sah keinen belegten Zusammenhang. Was Studien zeigen, liest du unter Was sagt die Forschung?

## Woher kommt Chondroitinsulfat?

Für Präparate wird Chondroitinsulfat aus Knorpel gewonnen, zum Beispiel von Rindern, Geflügel oder Fischen wie Haien. Je nach Herkunft unterscheiden sich Kettenlänge, Aufbau und Reinheit. Steht die Herkunft nicht auf der Packung, frag beim Hersteller nach.

Daneben gibt es eine Variante ohne Tierknorpel: Bakterien bilden die Grundsubstanz, danach wird sie chemisch verändert. Sie ist in der EU als neuartiges Lebensmittel zugelassen.

Auch Knorpel im Essen enthält Chondroitinsulfat. Ob und wie viel davon zum Beispiel über eine lang gekochte Brühe aufgenommen wird, ist laut BfR nicht bekannt.

> **Keine Tabelle:** Für Chondroitinsulfat gibt es keine Nährwertdatenbank. Darum zeigen wir hier keine Werte pro Portion.

Ideen aus der Küche: eine Hühnerbrühe, eine Hühnersuppe mit Gemüse oder ein Hühner-Fondue mit Zitronengras und Pak Choi.

## Dosierung: Was Behörden zu Präparaten sagen

Eine EU-Höchstmenge für Chondroitinsulfat aus Tierknorpel gibt es nicht. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat 2018 Präparate mit 800 bis 1.200 mg am Tag bewertet – weil die meisten Studien diese Mengen nutzten.

Das BfR betont: Das ist keine Empfehlung, diese Mengen auszuschöpfen. Zu höheren oder niedrigeren Mengen fehlen Daten für eine Bewertung.

Für die mit Bakterien hergestellte Variante gilt in der EU eine Höchstmenge von 1.200 mg am Tag, nur für Erwachsene. In einzelnen EU-Ländern reichen die erlaubten Tagesmengen laut französischer Behörde ANSES von 500 bis 900 mg.

> **Nicht doppelt nehmen:** Die ANSES rät, mehrere Quellen nicht zu kombinieren – also nicht zwei Präparate oder ein Präparat zusätzlich zu einem Arzneimittel mit Chondroitinsulfat. Ob ein Präparat für dich passt, klärst du in der Apotheke oder Praxis.

## Welche Nebenwirkungen hat Chondroitinsulfat?

In Studien mit 800 bis 1.200 mg am Tag kamen Nebenwirkungen meist nicht häufiger vor als mit Scheinmittel. Am häufigsten waren Beschwerden im Bauch. Sie traten in den Placebo-Gruppen sogar öfter auf.

Fachinformationen von zwei Arzneimitteln mit Chondroitinsulfat aus der Schweiz nennen laut BfR:

- Häufig: Verdauungsbeschwerden, Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit, Kopfschmerzen oder Schwindel.
- Gelegentlich: Verstopfung, Hautausschlag, Juckreiz oder Nesselsucht.
- Selten: Schwellungen, Wassereinlagerungen bei Herz- oder Nierenschwäche, Erbrechen.

Zu Kombipräparaten mit Glucosamin und weiteren Stoffen gibt es einzelne Berichte über Leberschäden. Ob sie wirklich daher kamen, ist nicht geklärt. Die französische Behörde ANSES erhielt bis 2018 insgesamt 74 Meldungen zu Beschwerden nach Präparaten mit Glucosamin oder Chondroitinsulfat.

> **Fisch- oder Krebstier-Allergie:** Stammt das Chondroitinsulfat von Haien oder anderen Fischen, ist laut BfR bei Fischallergie eine allergische Reaktion möglich. Glucosamin in Kombipräparaten wird oft aus Schalen von Krebstieren gewonnen – die ANSES rät Menschen mit Krebstier-Allergie davon ab.

## Wechselwirkungen mit Medikamenten

| Medikament | Gut zu wissen |
| --- | --- |
| Gerinnungshemmer vom Cumarin-Typ (zum Beispiel Warfarin, Phenprocoumon) | Bei Kombipräparaten aus Glucosamin und Chondroitinsulfat sind Fälle beschrieben, in denen der Gerinnungswert INR stieg. Die ANSES rät Menschen mit diesen Mitteln von solchen Präparaten ab. |
| Mittel gegen das Verklumpen von Blutplättchen (zum Beispiel ASS, Clopidogrel) | Das BfR rät, vor Präparaten mit 800 bis 1.200 mg am Tag ärztlichen Rat einzuholen. In Tierversuchen mit hohen Mengen zeigte sich ein leichter Effekt auf die Blutplättchen. |
| Arzneimittel mit Chondroitinsulfat | Nicht zusätzlich ein Nahrungsergänzungsmittel nehmen. Laut ANSES fehlen dafür Sicherheitsdaten. |

Nimmst du regelmäßig Medikamente, frag vor einem Präparat in der Apotheke oder Praxis.

## Schwangerschaft, Stillzeit und Kinder

Das BfR kann Präparate mit isoliertem Chondroitinsulfat für Schwangere, Stillende, Kinder und Jugendliche nicht empfehlen, weil Daten fehlen. Auch die ANSES rät ab.

Die mit Bakterien hergestellte Variante ist in der EU ausdrücklich nur für Erwachsene zugelassen, nicht für Schwangere und Stillende.

## Nahrungsergänzung oder Arzneimittel?

- In Deutschland ist Chondroitinsulfat nicht als Arzneimittel zum Einnehmen bei Gelenkerkrankungen zugelassen (Stand BfR 2018). Es wird als Nahrungsergänzungsmittel verkauft.
- In einigen anderen europäischen Ländern ist es als Arzneimittel bei Arthrose zugelassen, mit Tagesmengen von 730 bis 1.000 mg.
- Für Werbung mit Gelenken oder Beweglichkeit gibt es keine zugelassene Angabe. Die EFSA sah 2009 keinen belegten Zusammenhang für gesunde Menschen.
- Nahrungsergänzungsmittel sind laut BfR nicht zum Heilen oder Lindern gedacht. Bei Gelenkbeschwerden rät das BfR, ärztlich klären zu lassen, was dahintersteckt.

## Was sagt die Forschung?

Fast alle Studien untersuchten Menschen mit Arthrose, meist im Knie. Hier steht, was herauskam – ohne Versprechen.

### Cochrane-Review (2015)

Eine Auswertung von 43 Studien mit über 9.000 Menschen mit Arthrose. In kurzen Studien waren die Schmerzen mit Chondroitin etwas geringer als mit Scheinmittel, im Mittel um 8 Punkte auf einer Skala von 0 bis 100. Die meisten Studien waren von geringer Qualität. In großen und von Herstellern unabhängigen Studien war der Vorteil unsicher.

### GAIT-Studie (2006)

1.583 Menschen mit Kniearthrose bekamen 24 Wochen lang Glucosamin, Chondroitinsulfat (1.200 mg am Tag), beides, ein Schmerzmittel oder ein Scheinmittel. Chondroitinsulfat war insgesamt nicht besser als das Scheinmittel. Nebenwirkungen waren selten und in allen Gruppen ähnlich.

### Netzwerk-Auswertung (2010)

Eine Auswertung von 10 großen Studien mit 3.803 Menschen fand keinen Unterschied, den Betroffene spüren würden. Studien ohne Geld von Herstellern zeigten kleinere Effekte als bezahlte.

### CONCEPT-Studie (2017)

604 Menschen mit Kniearthrose bekamen 6 Monate lang ein Arzneimittel mit 800 mg Chondroitinsulfat am Tag, ein Schmerzmittel oder ein Scheinmittel. Die Schmerzen gingen mit Chondroitinsulfat etwas stärker zurück als mit Scheinmittel. Getestet wurde ein Arzneimittel in Pharma-Qualität – das lässt sich nicht auf jedes Präparat übertragen.

### Menschen ohne Beschwerden

Studien an Menschen ohne Gelenkprobleme fehlen. Deshalb sah die EFSA für die allgemeine Bevölkerung keinen Beleg.

## Häufige Fragen

### Was ist Chondroitinsulfat?

Ein natürlicher Baustein von Knorpel, Sehnen und Haut aus langen Ketten von Zuckerbausteinen. Für Präparate wird es meist aus Tierknorpel gewonnen.

### Welche Nebenwirkungen hat Chondroitinsulfat?

Am häufigsten Bauchbeschwerden wie Übelkeit oder Durchfall, seltener Kopfschmerzen, Schwindel oder Hautausschlag. In Studien kamen sie meist nicht häufiger vor als mit Scheinmittel.

### Wofür ist Chondroitinsulfat gut?

Eine EU-zugelassene Gesundheitsangabe gibt es nicht. Studien bei Arthrose zeigen gemischte, meist kleine Effekte, für gesunde Menschen fehlen Belege.

### Wie viel Chondroitinsulfat am Tag?

Eine amtliche Empfehlung gibt es nicht. Das BfR hat Präparate mit 800 bis 1.200 mg am Tag bewertet und betont, dass das keine Empfehlung ist.

### Wann sollte man Chondroitinsulfat einnehmen?

Eine amtliche Empfehlung zur Tageszeit gibt es nicht. Wie Studien es gegeben haben, ist eine Studienbedingung und kein geprüfter Rat.

### Woraus wird Chondroitinsulfat hergestellt?

Aus Knorpel von Tieren, zum Beispiel von Rindern, Geflügel oder Haien. Eine zugelassene Variante wird mit Bakterien hergestellt. Bei Fischallergie die Herkunft prüfen.

### Darf man Chondroitinsulfat mit Blutverdünnern nehmen?

Nur nach ärztlicher Rücksprache. Mit Gerinnungshemmern wie Warfarin sind bei Kombipräparaten veränderte Gerinnungswerte beschrieben, bei Mitteln wie ASS rät das BfR zu ärztlichem Rat.

## Quellen

- [Risikobewertung von Chondroitinsulfat in Nahrungsergänzungsmitteln – Aktualisierte Stellungnahme Nr. 040/2018 des BfR vom 7. Dezember 2018](https://www.bfr.bund.de/cm/343/risikobewertung-von-chondroitinsulfat-in-nahrungsergaenzungsmitteln.pdf) – Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), 2018
- [Opinion on the risks associated with the consumption of food supplements for joint conditions containing glucosamine and/or chondroitin sulphate (Request No 2015-SA-0069)](https://www.anses.fr/en/system/files/NUT2015SA0069EN.pdf) – ANSES (Frankreich), 2019
- [EFSA NDA Panel: Scientific Opinion on the substantiation of health claims related to chondroitin and chondroitin sulphate and maintenance of joints (ID 1504, 1505)](https://doi.org/10.2903/j.efsa.2009.1262) – EFSA Journal, 2009
- [EFSA NDA Panel: Scientific Opinion on the substantiation of health claims related to glucosamine alone or in combination with chondroitin sulphate and maintenance of joints (ID 1561–1565)](https://doi.org/10.2903/j.efsa.2009.1264) – EFSA Journal, 2009
- [Verordnung (EU) Nr. 432/2012 – Liste zulässiger gesundheitsbezogener Angaben (konsolidierte Fassung, kein Eintrag für Chondroitinsulfat)](https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:02012R0432-20250820) – Amtsblatt der EU, 2025
- [Durchführungsverordnung (EU) 2017/2470 – Unionsliste der neuartigen Lebensmittel, Eintrag „Chondroitinsulfat, gewonnen durch mikrobielle Fermentation und Sulfatierung“ (konsolidierte Fassung vom 10.08.2026)](https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:02017R2470-20260810) – Amtsblatt der EU, 2026
- [Singh JA et al.: Chondroitin for osteoarthritis (Cochrane Review)](https://doi.org/10.1002/14651858.CD005614.pub2) – Cochrane Database of Systematic Reviews, 2015
- [Clegg DO et al.: Glucosamine, chondroitin sulfate, and the two in combination for painful knee osteoarthritis (GAIT)](https://doi.org/10.1056/NEJMoa052771) – New England Journal of Medicine, 2006
- [Wandel S et al.: Effects of glucosamine, chondroitin, or placebo in patients with osteoarthritis of hip or knee: network meta-analysis](https://doi.org/10.1136/bmj.c4675) – BMJ, 2010
- [Reginster JY et al.: Pharmaceutical-grade Chondroitin sulfate is as effective as celecoxib and superior to placebo in symptomatic knee osteoarthritis (CONCEPT)](https://doi.org/10.1136/annrheumdis-2016-210860) – Annals of the Rheumatic Diseases, 2017

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