Eine belegte Wirkung hat Bittermelone nicht: Eine Cochrane-Übersicht fand 2012 nur 4 Studien mit 479 Menschen mit Typ-2-Diabetes und keinen eindeutigen Unterschied zu Placebo, neuere Auswertungen widersprechen sich. In vielen tropischen Ländern ist die bittere Frucht ein Gemüse, als Pulver oder Extrakt wird sie vor allem Menschen mit Diabetes angeboten. Zusammen mit Diabetesmitteln kann es zu Unterzuckerung kommen. Stand: Oktober 2026.
Bittermelone, auch Bittergurke oder Balsambirne genannt, gehört zu den Kürbisgewächsen. Gegessen werden vor allem die unreifen, grünen Früchte, zum Beispiel in der asiatischen Küche. Mehr über das Gemüse liest du im Lexikon unter Bittermelone.
Als Präparat gibt es Kapseln und Tabletten mit Pulver aus der getrockneten Frucht oder mit Extrakten. Manche Extrakte enthalten auch die Samen. Beworben werden sie meist für Menschen mit Typ-2-Diabetes.
Bittermelone ist kein Ersatz für eine Diabetes-Behandlung. Nimmst du Diabetesmittel, sprich vor einem Präparat mit deiner Praxis.
| Lebensmittel | Kalorien | Ballaststoffe | Vitamin C | Quelle |
|---|---|---|---|---|
| Bittermelone, roh | 17 kcal | 2,8 g | 84 mg | USDA |
| Bittermelone, gekocht | 19 kcal | 2,0 g | 33 mg | USDA |
| Zucchini, roh | 22 kcal | 1,1 g | 18 mg | BLS |
| Gurke, roh | 16 kcal | 0,9 g | 8 mg | BLS |
USDA = FoodData Central (SR Legacy, FDC 168393 und 168394), BLS = Bundeslebensmittelschlüssel 4.0 des Max Rubner-Instituts, beide abgerufen am 19.10.2026. Für Bittermelone hat der BLS keinen Eintrag. Die Gehalte schwanken mit Sorte, Reife und Zubereitung.
Beim Kochen geht laut USDA mehr als die Hälfte des Vitamin C verloren. Kalorien hat Bittermelone ähnlich wenige wie Gurke und Zucchini.
Junge Früchte sind grün, reife werden orange und platzen auf. Die Stoffliste von Bund und Ländern rät, als Lebensmittel nur junge Früchte zu verwenden: Samen und äußere Schale reifer Früchte gelten als sehr giftig.
Eine amtliche Tagesmenge für Bittermelone als Präparat gibt es nicht. Eine Höchstmenge gibt es auch nicht.
Die Stoffliste von Bund und Ländern führt die Frucht als Lebensmittel und empfiehlt, ihre Verwendung in Lebensmitteln zu beschränken. Eine Zahl nennt sie nicht. Die Liste ist eine Orientierungshilfe für Behörden, kein Gesetz.
In Studien bekamen die Teilnehmenden meist 2 bis 6 g getrocknete Frucht am Tag oder einen Extrakt daraus, über 4 bis 16 Wochen. Das sind Studienbedingungen, kein Rat.
Nimmst du Medikamente, vor allem Diabetesmittel, klär ein Präparat vorher in deiner Praxis oder Apotheke.
Hast du Beschwerden mit einem Präparat, frag in der Praxis oder Apotheke.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Diabetesmittel (Tabletten und Spritzen) | Die Effekte können sich addieren, es droht Unterzuckerung. Nur nach ärztlicher Rücksprache und mit häufigeren Zuckermessungen. |
| Medikamente, die über das Leberenzym CYP2C9 abgebaut werden (zum Beispiel Warfarin) | Ein Bittermelonen-Extrakt hemmte im Labor dieses Enzym. Das kann den Abbau solcher Mittel verändern (MSKCC). Frag in deiner Apotheke. |
| Medikamente, die das Transporteiweiß P-Glykoprotein aus Zellen schleust | Bittermelone hemmte P-Glykoprotein im Labor. Solche Mittel könnten dadurch stärker wirken (MSKCC). |
Nimmst du regelmäßig Medikamente, frag vor einem Präparat in der Apotheke oder Praxis.
In Tierversuchen löste Bittermelonensaft bei trächtigen Ratten und Kaninchen Blutungen der Gebärmutter aus. Andere Tierstudien zeigten weniger Fruchtbarkeit und Fehlbildungen beim Nachwuchs (Übersicht von 2022, MSKCC).
Fachleute raten deshalb, Präparate in der Schwangerschaft zu meiden. Für die Stillzeit fehlen Daten. Für Kinder sind Fälle von schwerer Unterzuckerung beschrieben.
Präparate in Schwangerschaft und Stillzeit sowie für Kinder deshalb nur nach Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Hebamme.
| Punkt | Stand |
|---|---|
| Frucht als Lebensmittel | Erlaubt. Laut EU-Novel-Food-Katalog ist die Frucht kein neuartiges Lebensmittel. Als üblich nennt ein Mitgliedstaat rohe und gekochte Früchte, auch als Pulver. |
| Blätter | In Nahrungsergänzungsmitteln nicht neuartig. |
| Extrakte | Der Katalog-Eintrag gilt für Frucht und Blätter. Zu Extrakten sagt er nichts ausdrücklich. |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. Eine Angabe zu normalen Zuckerwerten im Blut hat die EU nach der EFSA-Prüfung von 2010 abgelehnt. |
| Stoffliste von Bund und Ländern | Frucht als Lebensmittel, mit der Empfehlung, die Verwendung zu beschränken. Samen und Schale reifer Früchte gelten als sehr giftig. Nicht verbindlich. |
| Rückstände | Im EU-Schnellwarnsystem fielen Bittermelonen und Bittermelonen-Tee mehrfach mit Pflanzenschutzmitteln auf, 2024 auch getrocknete Bittermelone mit Schwermetallen. |
Als Lebensmittel darf Bittermelone nicht mit Krankheiten beworben werden.
Fast alle Studien am Menschen liefen mit Menschen mit Typ-2-Diabetes oder einer Vorstufe davon, mit sehr unterschiedlichen Präparaten. Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen. Ähnlich beworben werden Gymnema, Banaba und Ceylon-Zimt.
Gefunden wurden 4 Studien mit 479 Menschen mit Typ-2-Diabetes, die höchstens 3 Monate liefen. Mit Bittermelone gab es keinen eindeutigen Unterschied zu Placebo und keine verlässlich anderen Werte als mit den Diabetesmitteln Metformin oder Glibenclamid. Die Studien hatten meist ein hohes Risiko für Verzerrungen, die Autoren sehen keine ausreichenden Belege.
10 Studien mit 1.045 Menschen mit Typ-2-Diabetes über 4 bis 16 Wochen. Die Nüchtern-Zuckerwerte und der Langzeitwert HbA1c lagen mit Bittermelone im Mittel etwas niedriger als mit Placebo. Die Autoren stufen die Aussagekraft als gering bis sehr gering ein.
9 Studien mit 414 Teilnehmenden über 4 bis 16 Wochen. Bei Nüchtern-Zuckerwerten, HbA1c, Blutfetten, Gewicht und Blutdruck gab es keinen eindeutigen Unterschied zu Placebo. Die Studien waren laut den Autoren zu klein und zu kurz für sichere Aussagen.
25 Studien mit Menschen mit Typ-2-Diabetes oder einer Vorstufe. Die Nüchtern-Zuckerwerte und HbA1c lagen im Mittel niedriger. Die Ergebnisse wichen stark voneinander ab, die Aussagesicherheit stufen die Autoren als gering bis sehr gering ein.
Dafür gibt es keine Belege. In den wenigen Vergleichen mit Metformin oder Glibenclamid fand die Cochrane-Übersicht keine verlässlichen Ergebnisse. Eine Diabetes-Behandlung gehört in ärztliche Hand.
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Eine geprüfte Wirkung gibt es nicht, die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen. Studien bei Typ-2-Diabetes sind klein, kurz und kommen zu widersprüchlichen Ergebnissen.
Eine Cochrane-Übersicht (2012) fand in 4 Studien mit 479 Menschen keinen eindeutigen Unterschied zu Placebo. Neuere Auswertungen sehen teils etwas niedrigere Zuckerwerte, ihre Aussagekraft ist aber gering.
Nur nach ärztlicher Rücksprache. Die Effekte können sich addieren, dann droht Unterzuckerung.
In Studien vor allem Kopfschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden. Gefährlich sind Unterzuckerung zusammen mit Diabetesmitteln und bei G6PD-Mangel die Samen.
Von Präparaten raten Fachleute in der Schwangerschaft ab, weil es in Tierversuchen Blutungen der Gebärmutter und Fehlbildungen gab. Ob das Gemüse in üblichen Mengen unbedenklich ist, ist nicht untersucht – frag deine Ärztin, deinen Arzt oder deine Hebamme.
Eine amtliche Tagesmenge gibt es nicht. In Studien wurden meist 2 bis 6 g getrocknete Frucht am Tag untersucht – das sind Studienbedingungen, kein Rat.
Gegessen werden die unreifen, grünen Früchte, roh oder gekocht. Samen und Schale reifer Früchte gelten laut Stoffliste von Bund und Ländern als sehr giftig.
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