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Kalorien zählen per Foto

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So entsteht der Health Score

Jedes Rezept, jede Mahlzeit im Tagebuch und jeder Tag bekommt einen Health Score von 0 bis 100. Er entsteht nach festen Regeln aus Zutaten, Mengen und Nährwerten. Gleiche Zutaten ergeben immer denselben Wert – nichts wird geraten.

Stand: 16. Oktober 2026 · Verantwortlich: Daniel Lehner

Kurz gesagt

Der Gesamtwert (0–100)

Aus den fünf Kernwerten entsteht ein gewichteter Durchschnitt: Schnelle Kohlenhydrate und Nährstoffdichte je 25 %, Omega-3 & Gemüse 20 %, Ballaststoffe & Vielfalt und Verarbeitung je 15 %. Dazu kommen kleine Zu- und Abschläge, etwa +5 Punkte, wenn alle fünf Kernwerte mindestens 6 erreichen, und ein Abzug für sehr energiereiche Gerichte mit kaum Nährstoffen.

Die Einzelwerte messen wir an unserem eigenen Rezeptbestand – ein typisches Rezept liegt dort in der Mitte. Damit der Gesamtwert trotzdem sagt, was man erwartet, übersetzen wir ihn mit einer festen Kurve in die Anzeige: Werte unter 40 bleiben gleich, ein Rohwert von 66 wird 72, 100 bleibt 100. Die Reihenfolge der Rezepte ändert sich dadurch nicht.

Ist ein Kernwert schwach, gilt danach eine Obergrenze passend zu den Stufen: Liegt Schnelle Kohlenhydrate, Omega-3 & Gemüse, Verarbeitung oder Nährstoffdichte unter 5, sind höchstens 89 Punkte möglich, unter 4 höchstens 84 – also nie „Sehr ausgewogen“. Liegt Schnelle Kohlenhydrate, Omega-3 & Gemüse oder Verarbeitung unter 3, höchstens 69. Ist ein Rezept stark verarbeitet (Verarbeitung unter 2), höchstens 54.

Fehlt ein Nährwert, bekommt der betroffene Einzelwert keine Zahl statt einer Null; die übrigen Werte zählen dann anteilig.

Am Rezept steht der Wert in Worten: 85–100 Sehr ausgewogen, 70–84 Gut ausgewogen, 55–69 Solide, 40–54 Mit Luft nach oben, 0–39 Eher Genuss.

Die zehn Einzelwerte

Jeder Einzelwert reicht von 0 bis 10, höher ist immer besser: 9–10 „Sehr gut“, 7–8 „Gut“, 5–6 „Okay“, 3–4 „Mäßig“, 0–2 „Schwach“. Bei der glykämischen Last heißt es „Sehr niedrig“ bis „Hoch“. Die Werte heißen nach dem, was sie zählen – sie beschreiben das Essen, nicht eine Wirkung im Körper. Jeder Faktor zählt pro Wert nur einmal – Zucker etwa nur über die glykämische Last.

  1. Schnelle Kohlenhydrate

    Geschätzte glykämische Last der Portion: Netto-Kohlenhydrate × glykämischer Index der Zutaten, gewichtet nach ihrem Kohlenhydrat-Anteil (internationale GI-Tabellen). Honig, Sirup und Zucker zählen mit ihrem echten GI – genau einmal. Stammen die Kohlenhydrate überwiegend aus ganzem, frischem Obst, gibt es einen Punkt dazu – Zucker in ganzem Obst ist nach WHO kein freier Zucker. Saft und Smoothies zählen nicht.Hebt den Wert: niedrige glykämische Last, ab 20 g Eiweiß, ab 8 g Ballaststoffe, Essig zur Mahlzeit, Kohlenhydrate vor allem aus ganzem Obst.Senkt den Wert: hohe glykämische Last (viel Weißmehl, Reis oder Zucker/Honig), getrunkene Kohlenhydrate (Saft, Smoothie).
  2. Omega-3 & Gemüse

    Angelehnt an den Dietary Inflammatory Index (Shivappa 2014): Omega-3 aus den Nährwerten, Polyphenole, Gewürze, Blattgemüse, Gemüsevielfalt, Hülsenfrüchte, Olivenöl, Ballaststoffe. Nüsse und Samen ab 10 g geben einen Punkt (wie Olivenöl, angelehnt an PREDIMED).Hebt den Wert: fetter Fisch, Lein, Chia, Walnüsse, Beeren, Kurkuma und Ingwer, grünes Blattgemüse, Hülsenfrüchte, Olivenöl, Nüsse und Samen.Senkt den Wert: verarbeitetes Fleisch, Transfette, gesättigte Fette über 12 % der Energie, viel zugesetzter Zucker, Weißmehl, Omega-6-Samenöle, Frittiertes, starke Hitze.
  3. Ballaststoffe & Vielfalt

    Ballaststoffe pro Portion (DGE: 30 g am Tag), Pflanzenvielfalt, präbiotische Fasern (Zwiebelgewächse, Hülsenfrüchte, Hafer), lebende Kulturen, Polyphenole.Hebt den Wert: Sauerkraut, Kefir, Naturjoghurt, Hülsenfrüchte, Hafer, viele verschiedene Pflanzen.Senkt den Wert: Emulgatoren und Zusatzstoffe, Süßstoffe und Zuckeralkohole, Alkohol, verarbeitetes Fleisch. Kein Abzug für Milch, Gluten oder Kaffee.
  4. Nährstoffdichte

    Angelehnt an den Nutrient Rich Foods Index: 16 Nährstoffe (Eiweiß, Ballaststoffe, Vitamin A, C, E, K, B12, D, Folat, Calcium, Eisen, Kalium, Magnesium, Zink, Selen, Omega-3) im Verhältnis zur Energie, die zehn stärksten zählen (60 %). Dazu wertvolle Lebensmittelgruppen (40 %): Es zählt der höhere von zwei Werten – wie viele wertvolle Gruppen vorkommen (Vielfalt) oder wie viel der Portion, nach Gramm, aus Gemüse, frischem Obst, Hülsenfrüchten, Vollkorn, Kartoffeln, Fisch und (in ungesüßten Rezepten) Nüssen besteht. Ab 80 % gibt es die vollen Punkte. Saft, Sirup und Trockenobst zählen nicht.Hebt den Wert: Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkorn, Nüsse, Fisch, Eier, Obst.Senkt den Wert: gesättigte Fette über 10 % der Energie, mehr als 1,5 mg Natrium pro kcal, zugesetzter Zucker über 20 % der Energie.
  5. Säure-Basen (PRAL)

    Potenzielle renale Säurelast nach Remer & Manz, hochgerechnet auf 2.000 kcal. 5 = ausgeglichen, höher = basenbildend. Beschreibend, keine Wertung.Hebt den Wert: Gemüse, Obst, Kräuter, Kartoffeln (basenbildend).Senkt den Wert: Fleisch, Käse, Fisch und Getreide in großen Mengen (säurebildend).
  6. Ohne Fertigprodukte (NOVA)

    Gramm-Anteile nach NOVA (Monteiro et al. 2019): Gruppe 1 = 10, Gruppe 2 (Öl, Butter, Zucker, Salz) = 6, Gruppe 3 (Käse, Brot, Eingelegtes) = 3, Gruppe 4 (ultra-verarbeitet) = 0. Höher heißt: mehr aus Grundzutaten gekocht, weniger Fertigprodukte. Mehl und Zucker gelten hier als Grundzutaten – ob es Weißmehl oder viel Zucker ist, zählt bei „Schnelle Kohlenhydrate“. Eine nennenswerte NOVA-4-Zutat begrenzt den Wert auf 6.Hebt den Wert: frisches Gemüse, Hülsenfrüchte (auch aus der Dose), Nudeln, Reis, Eier, Fisch.Senkt den Wert: Wurst, Proteinpulver, Fertigsaucen, Zusatzstoffe wie Maltodextrin oder Emulgatoren.
  7. Sättigung

    Eiweiß und Ballaststoffe pro 100 kcal (kleine Portionen gerechnet wie 200 kcal), Energiedichte (kcal pro 100 g) und Portionsgröße.Hebt den Wert: viel Eiweiß, Ballaststoffe, wasserreiches Gemüse, Suppen und Eintöpfe.Senkt den Wert: Getränke (höchstens 6 von 10), Kombination aus viel Fett und Zucker, Portionen unter 200 kcal.
  8. Pflanzenstoffe

    Vielfalt an Pflanzenstoff-Gruppen: Polyphenole, Carotinoide, Kohlgemüse, Vitamin C und E. Kleinstmengen zählen nur bei Gewürzen.Hebt den Wert: Beeren, Kakao, grüner Tee, Tomaten, Karotten, Kohl, Kräuter und Gewürze.Senkt den Wert: starke Hitze (Grillen, scharf Anbraten).
  9. Hormon-Nährstoffe

    Nährstoffe, die der Körper für Hormone braucht (Zink, Selen, Jod, Magnesium, Vitamin B6), im Verhältnis zur Energie, dazu Omega-3, Ballaststoffe und ein ruhiger Blutzucker. Keine Aussage über Hormonwirkungen.Hebt den Wert: Kürbiskerne, Fisch, Eier, Hülsenfrüchte, Leinsamen, Algen.Senkt den Wert: viel zugesetzter Zucker, verarbeitetes Fleisch, Alkohol.
  10. Blue-Zones-Prinzip

    Ernährungsmuster aus der Global Burden of Disease Study (Lancet 2019) und den Blue Zones: Hülsenfrüchte, Vollkorn, Gemüse, Obst, Nüsse, Olivenöl, Fisch.Hebt den Wert: Hülsenfrüchte, Vollkorn, viel Gemüse, Nüsse, Olivenöl, fetter Fisch.Senkt den Wert: verarbeitetes Fleisch, rotes Fleisch, viel Salz (ab 2,5 g pro Portion), Fertigprodukte, viel zugesetzter Zucker.

Health Score im Tagebuch

Jede Mahlzeit, die du einträgst, läuft durch dieselbe Rechnung wie ein Rezept. Daraus entstehen der Wert der Mahlzeit und der Wert deines Tages.

Eine Mahlzeit

Dein Tag

Kostenlos sind die Zahl deines Tages und der Wert einer Mahlzeit, wenn du sie per Foto, Text oder Barcode einträgst. Mit Premium siehst du dazu die fünf Balken, was sie hebt und drückt, den Wert jeder Mahlzeit im Tag, einen Tipp und deine Woche.

So sieht das in der App aus: Health Score.

Der Wert beschreibt dein Essen, nicht deine Gesundheit.

Vitamine & Mineralstoffe im Tagebuch

Im Tagebuch siehst du 22 Werte – 12 Vitamine und 10 Mineralstoffe – in Prozent vom Tagesbedarf. Sie sind eine eigene Ansicht und ändern den Health Score nicht.

So sieht das in der App aus: Vitamine & Mineralstoffe.

Die Prozente beschreiben, was in deinem Essen steckt. „Knapp“ heißt nur: heute unter 30 % – keine Aussage über deinen Körper.

Ernährungs-Tags

Tags wie Low-Carb, High-Protein oder FODMAP-arm vergeben wir mit festen Schwellen aus Nährwerten und Zutatenliste.

Unabhängig vom Score gelten unsere Küchenregeln: keine Saatöle, kein raffinierter Zucker, kein Schweinefleisch. Mehr dazu in den redaktionellen Standards.

Quellen

Die Regeln stützen sich auf öffentlich zugängliche Quellen von Behörden und Fachgesellschaften sowie auf veröffentlichte Studien – nicht auf Werbe- oder Influencer-Inhalte.

Nährwerte im Tagebuch (Foto, Text und Suche) stammen vor allem aus diesem Datensatz, ergänzt um USDA FoodData Central (gemeinfrei): Max Rubner-Institut (2025): Bundeslebensmittelschlüssel (BLS), Version 4.0 – Deutsche Nährstoffdatenbank. Karlsruhe. DOI 10.25826/Data20251217-134202-0, Lizenz CC BY 4.0. Wir haben daraus Lebensmittel ausgewählt und Werte umgerechnet. Die Lebensmittel-Suche nutzt alle Lebensmittel dieses Datensatzes; Namen, Suchwörter und Abteilungen haben wir ergänzt. Stückgewichte und Löffelmaße stammen aus Matvaretabellen (Mattilsynet, Norwegen, NLOD 2.0), Fineli (THL, Finnland, CC BY 4.0), USDA FoodData Central und eigenen Messungen. Markenprodukte kommen von Open Food Facts (ODbL).

Änderungen

Wir prüfen die Regeln, wenn sich die Studienlage ändert oder uns Fehler gemeldet werden. Größere Änderungen stehen hier mit Datum.

Oktober 2026 – App 1.2: Health Score je Mahlzeit und für den ganzen Tag im Tagebuch, nach denselben Regeln wie die Rezepte. Dazu Vitamine und Mineralstoffe im Tagebuch: 22 Werte in Prozent vom Tagesbedarf nach DGE 2025, auf Wunsch passend zu Geschlecht und Alter. Nährwerte im Tagebuch kommen jetzt vor allem aus dem Bundeslebensmittelschlüssel 4.0.

Oktober 2026 – Regelwerk 3: Ganze Lebensmittel zählen fairer (ein Apfel ist kein Mangel an Vielfalt), Zucker in ganzem Obst zählt nicht wie freier Zucker, Nüsse geben einen Pluspunkt, Avocado zählt als Obst. Eine feste Kurve übersetzt den Rohwert in die Anzeige, die Obergrenzen richten sich nach den Stufen. Geprüft an 126 Lebensmitteln und Gerichten gegen den Nutri-Score 2023 und an allen Rezepten: Kein Rezept wurde schlechter eingestuft. Die Rezepte stellen wir noch auf Regelwerk 3 um – bis dahin kann ein Wert am Rezept noch nach der alten Rechnung stehen.

30. September 2026 – Prüfung aller Werte: Getränke sind bei der Sättigung höchstens 6, sehr kleine Portionen werden nicht mehr hochgerechnet, 10 g Ballaststoffe geben einen Extrapunkt wie 25 g Eiweiß. Rucola galt fälschlich als Cola (stark verarbeitet), Truthahn als rotes Fleisch, und Blaubeeren zählten bei den Antioxidantien doppelt – korrigiert.

September 2026 – Regelwerk 2: Blutzucker über die glykämische Last statt mehrfacher Zucker-Abzüge, Nährstoffdichte pro Kalorie, kein Darm-Abzug für Milch, Gluten oder Kaffee, eine Skala für alle Werte.

Fehler gefunden?

Du hast eine Frage zur Methodik oder eine Studie, die einen Schwellenwert infrage stellt? Schreib uns über das Kontaktformular. Wir prüfen jeden begründeten Hinweis und passen bei Bedarf Regeln und Datum an.

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