Eine belegte Wirkung hat Shatavari nicht, auch wenn die Wurzel oft als Pflanze für Frauen beworben wird. Die Studien zu Stillzeit und Wechseljahren sind klein und stammen meist aus Indien, eine davon wurde 2026 zurückgezogen. In der EU ist die Wurzel in Nahrungsergänzungsmitteln erlaubt, Daten zur Sicherheit in Schwangerschaft und Stillzeit fehlen. Stand: Oktober 2026.
Shatavari ist die Wurzel des Indischen Spargels, einer Kletterpflanze, die in Indien wächst. Sie gehört zur selben Gattung wie Gemüsespargel, ist aber eine andere Pflanze. Mehr dazu im Lexikon unter Shatavari.
In Indien wird die Wurzel seit langem in der Stillzeit genutzt und steht dafür im amtlichen Ayurveda-Arzneibuch. Als wichtigste Inhaltsstoffe gelten Saponine, die Shatavarine heißen, dazu Schleimstoffe. Manche dieser Stoffe werden als Pflanzenöstrogene beschrieben. Was das beim Menschen bedeutet, ist nicht geklärt.
Heute wird Shatavari oft als „Frauen-Pflanze“ beworben, etwa für Zyklus, Wechseljahre und Hormone. Belegt ist davon nichts. Wie Ashwagandha stammt Shatavari aus dem Ayurveda. Zu einer anderen Pflanze, die oft für Frauen angeboten wird, liest du mehr unter Mönchspfeffer.
Für Shatavari gibt es in Deutschland keine amtliche Tagesmenge und keine Höchstmenge. Auch zur Tageszeit und zur Dauer gibt es keine Empfehlung einer Behörde.
Weil Shatavari mit den Hormonen von Frauen beworben wird, nennen wir hier bewusst keine Menge – auch keine aus Studien. Die Angaben auf Packungen sind Herstellerangaben, keine geprüften Werte.
Hast du Beschwerden mit einem Präparat, setz es ab und frag in der Praxis oder Apotheke.
Studien zu Wechselwirkungen am Menschen gibt es nicht. Die Tabelle beruht auf dem, was über die Inhaltsstoffe und aus Tierversuchen bekannt ist.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Hormonpräparate und Hormonbehandlungen (zum Beispiel Pille, Hormonersatz, Behandlung bei Brustkrebs) | Studien fehlen. Wegen der Inhaltsstoffe, die als Pflanzenöstrogene beschrieben werden, vorher ärztlich abklären. |
| Diabetes-Medikamente | Bei Ratten lagen die Zuckerwerte im Blut nach einem Wurzelextrakt niedriger (2012). Studien am Menschen zur Kombination fehlen. Sprich das vorher mit deiner Praxis ab. |
| Entwässerungsmittel (Diuretika) | In einem Rattenversuch (2010) schieden die Tiere nach einer sehr hohen Menge Wurzelextrakt mehr Urin aus. Ob das beim Menschen eine Rolle spielt, ist nicht untersucht. |
Nimmst du regelmäßig Medikamente, frag vor einem Präparat in der Apotheke oder Praxis.
Zu Shatavari in der Schwangerschaft gibt es keine Studien am Menschen. In einem Tierversuch (2006) gingen bei trächtigen Ratten unter einem Wurzelextrakt mehr Embryonen verloren, einige Junge hatten Fehlbildungen und waren kleiner. Die Autoren raten in der Schwangerschaft zur Vorsicht.
In der Stillzeit wird Shatavari traditionell genutzt. Kleine Studien fanden bei Müttern und Babys keine Nebenwirkungen, gründlich untersucht ist die Sicherheit laut LactMed aber nicht.
| Punkt | Stand |
|---|---|
| Wurzel in Nahrungsergänzungsmitteln | Erlaubt. Laut EU-Novel-Food-Katalog wurde sie vor 1997 in Nahrungsergänzungsmitteln verwendet und ist dort nicht neuartig. |
| Andere Lebensmittel | Nicht abschließend geklärt. Der Katalog-Eintrag gilt nur für Nahrungsergänzungsmittel. |
| Stoffliste von Bund und Ländern | Kein Eintrag für Shatavari, nur für Gemüsespargel. |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. Beantragte Angaben stehen „on hold“. |
| Arzneimittel | Keine Bewertung der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA). In Indien steht die Wurzel im amtlichen Ayurveda-Arzneibuch. |
| EU-Schnellwarnsystem (RASFF) | 2021 Salmonellen in einem Bio-Shatavari-Pulver aus Indien. 2024 wies die EU-Grenzkontrolle Ayurveda-Tabletten, darunter Shatavari, ohne Gesundheitszeugnis zurück. |
Als Lebensmittel darf Shatavari nicht mit Krankheiten beworben werden. Für die Sicherheit eines Präparats ist der Hersteller verantwortlich, eine behördliche Prüfung vor dem Verkauf gibt es nicht.
Viele Arbeiten zu Shatavari sind Labor- und Tierstudien. Studien am Menschen sind klein, kurz und stammen meist aus Indien. Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen.
Ein Cochrane-Review (2020) fand 27 Studien zu pflanzlichen und anderen natürlichen Mitteln in der Stillzeit, darunter Shatavari. Die Aussagekraft war sehr gering. Laut LactMed sind die Ergebnisse zu Shatavari gemischt: In einer Studie mit 64 Müttern (1996) gab es keinen Unterschied beim Gewicht der Babys, in einer mit 60 Müttern (2011) nahmen die Babys stärker zu.
In einer Studie aus Indien (2025) bekamen 120 Frauen 72 Stunden lang Wurzelextrakt oder Placebo. Mit Extrakt war am Ende mehr Milch messbar. Es ist eine einzelne Studie über wenige Tage.
In einer Studie aus Indien (2025) mit 80 Frauen lagen die Werte in Beschwerde-Fragebögen nach 8 Wochen mit Shatavari besser als mit Placebo. In einer zweiten mit 135 Frauen schnitt Shatavari zusammen mit Ashwagandha besser ab als Shatavari allein. Beide Studien stammen aus demselben Forschungsumfeld, den Extrakt stellte der Hersteller. Eine weitere Studie zu den Wechseljahren wurde 2026 zurückgezogen.
In einer Studie aus England (2021) nahmen 20 Frauen nach den Wechseljahren 6 Wochen lang Shatavari oder Placebo. Die Griffkraft lag mit Shatavari etwas höher, bei der Beinkraft und bei Knochenwerten im Blut gab es keinen Unterschied.
Shatavari wird mit den Hormonen von Frauen beworben. Verlässlich untersucht ist das nicht: Die Studien sind klein, kurz und kaum unabhängig. Hormonelle Beschwerden gehören ärztlich abgeklärt.
Große, unabhängige Studien über lange Zeit fehlen, ebenso Daten zur Sicherheit in Schwangerschaft und Stillzeit. Die Präparate unterscheiden sich stark.
Belegt ist keine, und die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen. Die Studien zu Stillzeit und Wechseljahren sind klein, meist aus Indien, und eine wurde 2026 zurückgezogen.
Belegt ist das nicht. Ob die als Pflanzenöstrogene beschriebenen Inhaltsstoffe beim Menschen eine Rolle spielen, ist nicht geklärt. Hormonelle Beschwerden lass ärztlich abklären.
Die Ergebnisse sind gemischt und die Studien klein. Ein Cochrane-Review (2020) stuft die Belege für solche natürlichen Mittel als sehr unsicher ein.
Eine amtliche Tagesmenge gibt es nicht. Deshalb nennen wir keine Menge, auch keine aus Studien.
In kleinen Studien wurden kaum welche berichtet, gründlich untersucht ist die Sicherheit aber nicht. Behörden fanden 2021 Salmonellen in einem Shatavari-Pulver aus Indien.
Nur nach ärztlicher Rücksprache. Studien am Menschen fehlen, in einem Tierversuch gingen mehr Embryonen verloren.
Nein. Shatavari gehört zur selben Gattung wie Gemüsespargel, ist aber eine andere Art, und verwendet wird die Wurzel.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.