Tulsi, das Heilige Basilikum aus Indien, hat keine belegte Wirkung: Laut WHO-Monographie ist keine Anwendung durch klinische Daten gestützt, und die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen. Eine Übersicht von 2017 fand 24 meist kleine Studien, etwa zu Stress und Zuckerwerten im Blut. Als Kraut und Tee ist Tulsi in der EU ein herkömmliches Lebensmittel, die Samen sind dagegen nicht zugelassen. Stand: Oktober 2026.
Tulsi, auch Heiliges oder Indisches Basilikum genannt, ist eine Basilikum-Art aus Indien (Ocimum tenuiflorum, früher Ocimum sanctum). Im Ayurveda wird die Pflanze hoch verehrt. Verwendet werden vor allem Blätter und Kraut, als Tee, Pulver oder Extrakt.
Beworben wird Tulsi vor allem mit Stress, Schlaf und Abwehrkräften. Die WHO hat für die Blätter eine Monographie veröffentlicht. Darin steht: Anwendungen, die durch klinische Daten gestützt sind, gibt es keine.
Zu den Inhaltsstoffen gehören ätherische Öle mit Eugenol und Methyleugenol. Eugenol ist auch Thema unter Nelken-Extrakt. Wie Ashwagandha und Guduchi gehört Tulsi zu den bekanntesten Ayurveda-Pflanzen.
Als Kraut und Tee ist Tulsi in der EU ein herkömmliches Lebensmittel: Laut Novel-Food-Katalog wurden die oberirdischen Teile schon vor 1997 in der EU verzehrt. Die Samen gelten dagegen als neuartiges Lebensmittel und sind nicht zugelassen.
Mit dem üblichen Küchenbasilikum ist Tulsi verwandt, aber nicht identisch: Das ist eine andere Art, Ocimum basilicum. Mehr dazu im Lexikon unter Basilikum, zur Pflanze selbst unter Tulsi.
Den würzigen Duft von Tulsi prägen Stoffe wie Eugenol und Methyleugenol, je nach Sorte in sehr unterschiedlichen Mengen. Warum Methyleugenol wichtig ist, liest du unter Nebenwirkungen.
Für Tulsi gibt es in Deutschland keine amtliche Tagesmenge und keine Höchstmenge – weder vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) noch von der EU.
Im Entwurf seiner Pflanzenliste, den Italien 2017 bei der EU-Kommission gemeldet hat, ist für Tulsi in Nahrungsergänzungsmitteln ein Warnhinweis vorgesehen: nicht für Kinder unter 12 Jahren und nicht über längere Zeit ohne ärztlichen Rat.
Deshalb nennen wir hier keine Mengen. Die Angaben auf Packungen sind Herstellerangaben, keine geprüften Werte.
Laut BfR (2022) können pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel hohe Mengen solcher Stoffe enthalten. Wie groß das Risiko durch Lebensmittel damit ist, lässt sich laut BfR noch nicht abschließend bewerten. In einer Stichprobe aus Indien (2024) stammten 80 % von 30 Tulsi-Pulvern aus violettem Tulsi.
Hast du Beschwerden mit einem Präparat, frag in der Praxis oder Apotheke.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Gerinnungshemmer und Mittel gegen das Verklumpen von Blutplättchen (zum Beispiel ASS, Clopidogrel, Heparin, Warfarin) | Tulsi könnte das Risiko für Blutergüsse und Blutungen erhöhen (MSD Manual). Nur nach ärztlicher Rücksprache. |
| Diabetes-Medikamente | Zusammen mit Tulsi könnte der Zucker im Blut zu stark fallen. Sprich das vorher mit deiner Praxis ab. |
| Beruhigungsmittel | In Tierversuchen verstärkte Tulsi die Wirkung mancher Beruhigungsmittel. Beim Menschen ist das nicht untersucht. |
| Schilddrüsenhormone (zum Beispiel Levothyroxin) | Bei einer Schilddrüsen-Unterfunktion rät das MSD Manual von Tulsi ab. Sprich vorher mit deiner Praxis. |
Nimmst du Medikamente, frag vor einem Tulsi-Präparat in der Apotheke oder Praxis.
In Tierversuchen mit großen Mengen nisteten sich weniger befruchtete Eizellen ein, und weniger Trächtigkeiten wurden ausgetragen. Ob das beim Menschen eine Rolle spielt, ist nicht bekannt. Das MSD Manual rät Schwangeren und Frauen mit Kinderwunsch deshalb von Tulsi ab.
Auch bei männlichen Tieren gibt es Hinweise: Kaninchen, die 30 Tage lang frische Tulsi-Blätter bekamen, hatten weniger Spermien (2010). Für die Stillzeit fehlen Daten, für Kinder unter 12 Jahren sieht Italien einen Warnhinweis vor.
Tulsi-Tee oder -Kapseln in Schwangerschaft, Stillzeit und bei Kinderwunsch sowie für Kinder nur nach Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Hebamme.
| Thema | Was gilt |
|---|---|
| Kraut und Blätter (EU) | Kein neuartiges Lebensmittel: Laut Novel-Food-Katalog wurden die oberirdischen Teile schon vor 1997 in der EU verzehrt. |
| Samen (EU) | Neuartiges Lebensmittel ohne Zulassung. |
| Deutschland | Die Stoffliste von Bund und Ländern führt das Kraut als Lebensmittel, auch für Nahrungsergänzungsmittel. Die Liste ist eine Orientierungshilfe der Behörden, kein Gesetz. |
| Italien | Das Kraut steht auf der Liste der Pflanzen für Nahrungsergänzungsmittel, mit Warnhinweis für Kinder und lange Einnahme (Entwurf 2017). |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. Angaben zu Pflanzen stehen bei der EU „on hold“. |
| WHO-Monographie | Beschreibt traditionelle Anwendungen. Durch klinische Daten gestützt ist laut WHO keine davon. |
Für die Sicherheit eines Präparats ist der Hersteller verantwortlich. Als Lebensmittel darf Tulsi nicht mit Krankheiten wie Diabetes oder Angststörungen beworben werden.
Die meisten Studien zu Tulsi sind klein und stammen aus Indien. Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen.
In einer australischen Studie (2022) nahmen 100 Erwachsene mit Stress 8 Wochen lang einen Tulsi-Extrakt oder ein Scheinmittel. Mit Tulsi fielen die Werte in Fragebögen zu Stress und Schlaf besser aus, das Cortisol im Haar lag niedriger. Bezahlt hat die Studie ein Hersteller von Pflanzenextrakten, und den Schlaf haben die Forschenden nur mit Fragebögen und Fitnessarmband gemessen.
In einer kleinen Studie aus Indien (1996) bekamen Menschen mit Typ-2-Diabetes abwechselnd Tulsi-Blätter und Schein-Blätter. Mit Tulsi lag der Nüchternzucker im Mittel 17,6 % niedriger. Größere Studien fehlen, eine Diabetes-Behandlung ersetzt Tulsi nicht.
Eine Übersicht (2017) fand 24 Studien am Menschen, alle mit günstigen Ergebnissen. Die Autoren selbst schreiben, dass Dosis, Form und geeignete Gruppen unklar sind. Das MSD Manual (2025) bewertet die Studien als klein und von geringer Qualität und empfiehlt Tulsi nicht.
Viele Versprechen rund um Abwehr und Entzündungen stammen aus Zell- und Tierversuchen. Was eine Kapsel beim Menschen bewirkt, sagen solche Ergebnisse nicht.
Supplement-Tracker: Einnahme planen und abhaken
Belegt ist keine, und die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen. Laut WHO-Monographie ist keine Anwendung durch klinische Daten gestützt; untersucht wurden vor allem Stress und Zuckerwerte, in kleinen Studien.
Nein. Tulsi (Ocimum tenuiflorum) ist eine verwandte Art, das übliche Küchenbasilikum heißt Ocimum basilicum.
Eine amtliche Tagesmenge gibt es nicht. Laut MSD Manual ist Tulsi bis zu 8 Wochen untersucht, längere Einnahmen nicht.
Möglich sind Übelkeit und Durchfall. Tulsi könnte außerdem die Blutgerinnung verlangsamen und die Thyroxin-Werte verändern; manche Sorten enthalten viel Methyleugenol.
Das MSD Manual rät Schwangeren und Frauen mit Kinderwunsch ab, weil große Mengen in Tierversuchen zu weniger ausgetragenen Trächtigkeiten führten. Frag vorher Ärztin, Arzt oder Hebamme.
Ja. Kraut und Tee gelten in der EU als herkömmliche Lebensmittel, auch in Nahrungsergänzungsmitteln. Nur die Samen sind ein nicht zugelassenes neuartiges Lebensmittel.
Nur nach ärztlicher Rücksprache. Tulsi könnte zusammen mit Gerinnungshemmern wie ASS oder Warfarin das Blutungsrisiko erhöhen.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.