Als Nahrungsergänzung hat ATP keine belegte Wirkung: In zwei Studien (2011, 2012) kam geschlucktes ATP nicht im Blut an, nur die Harnsäure stieg. Eine Auswertung kleiner Kraftstudien mit 121 Männern fand einen Vorteil bei der Maximalkraft, nicht bei Wiederholungen oder Sprints, und mindestens zwei der Studien bezahlte ein Hersteller mit. Eine Gesundheitsangabe hat die EU abgelehnt, und ob ATP als Nahrungsergänzung verkauft werden darf, hat keine EU-Behörde geklärt. Stand: Oktober 2026.
ATP steht für Adenosintriphosphat. Das Molekül besteht aus der Base Adenin, dem Baustein Ribose und drei Phosphatgruppen. Jede Zelle nutzt es als direkte Energiequelle.
Dein Körper bildet ATP laufend neu und baut es wieder ab. Unterwegs entstehen unter anderem Adenosin und Inosin, am Ende steht Harnsäure. Ribose gibt es auch einzeln als D-Ribose.
Als Nahrungsergänzung wird ATP meist als ATP-Dinatriumsalz angeboten, vor allem für Kraftsportler. Ob geschlucktes ATP überhaupt unverändert ins Blut gelangt, ist fraglich.
Für ATP gibt es keine amtliche Tagesmenge und keine Höchstmenge für Nahrungsergänzungsmittel.
In den meisten Kraftstudien wurden 400 mg ATP-Dinatriumsalz untersucht, einmalig oder täglich bis zu 12 Wochen. In Studien dazu, ob ATP ins Blut gelangt, waren es bis zu 5.000 mg am Tag. Das sind Studienbedingungen, kein Rat.
Zum Vergleich: In Frankreich ist ATP ein rezeptfreies Arzneimittel mit 30 mg je Kapsel. Laut Fachinformation sind es 2 bis 3 Kapseln am Tag, die empfohlene Behandlungsdauer liegt bei einem Monat.
Bei Herzstolpern, Hautausschlag oder Gichtbeschwerden setz das Präparat ab und lass dich ärztlich beraten.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Gichtmittel, die die Harnsäure senken sollen | ATP wird zu Harnsäure abgebaut und kann sie anheben. Damit arbeitet es gegen das Ziel der Behandlung. Sprich die Einnahme mit deiner Praxis ab. |
| Herzmedikamente, besonders bei Herzrhythmusstörungen | Adenosin, ein Abbauprodukt von ATP, ist in Deutschland ein verschreibungspflichtiger Arzneistoff. Die französische Fachinformation zu ATP nennt Herzrhythmusstörungen als mögliche Nebenwirkung. Nur nach Rücksprache. |
| Medikamente allgemein | Laut französischer Fachinformation sind keine bedeutsamen Wechselwirkungen zu erwarten. Gezielte Studien gibt es kaum. |
Nimmst du regelmäßig Medikamente, frag vor einem ATP-Präparat in der Apotheke oder Praxis.
Zu ATP in Schwangerschaft und Stillzeit gibt es keine Daten. Die französische Fachinformation rät deshalb in der Schwangerschaft von den ATP-Kapseln ab und vorsichtshalber auch in der Stillzeit. Für Kinder und Jugendliche fehlen Studien.
Präparate in Schwangerschaft und Stillzeit sowie für Kinder nur nach Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Hebamme.
ATP gibt es als Nahrungsergänzung und als Arzneimittel. Eine klare Einstufung als Lebensmittel gibt es in der EU nicht.
| Bereich | Was gilt |
|---|---|
| Nahrungsergänzungsmittel | Im EU-Katalog für neuartige Lebensmittel steht ATP nicht, in der EU-Liste zugelassener neuartiger Lebensmittel auch nicht. Ob es vor 1997 nennenswert als Lebensmittel verzehrt wurde, hat die EU nicht festgestellt. |
| Behörden-Warnungen | Im EU-Schnellwarnsystem RASFF haben wir keine Meldung zu ATP gefunden. |
| Arzneimittel in Frankreich | ATP-Dinatrium ist dort seit 1992 als rezeptfreies Arzneimittel zugelassen, zur ergänzenden Behandlung von Rückenschmerzen. |
| Arzneimittel in Deutschland | Adenosin, ein Abbauprodukt von ATP, ist verschreibungspflichtig. ATP selbst steht nicht auf der Liste der verschreibungspflichtigen Stoffe. |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. Eine beantragte Angabe zu Muskeln wurde 2011 abgelehnt. |
| Doping | Auf der Verbotsliste 2026 der Welt-Anti-Doping-Agentur steht ATP nicht. |
Ein fehlender Eintrag im Katalog heißt nicht, dass ATP erlaubt ist. Er heißt nur: Die EU hat den Status nicht geprüft. Für die Verkehrsfähigkeit eines Produkts ist der Hersteller verantwortlich.
Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen. Anders als bei Kreatin gibt es für ATP keine zugelassene Angabe zur Leistung.
In einer Studie (2012) bekamen 8 Gesunde einmalig 5.000 mg ATP, in Kapseln mit Schutzhülle oder per Sonde direkt in den Dünndarm. Der ATP-Wert im Blut stieg nicht, die Harnsäure schon. In einer zweiten Studie (2011) mit 32 Gesunden änderte sich der ATP-Wert auch nach 4 Wochen mit bis zu 5.000 mg am Tag nicht.
Eine Auswertung (2024) fasste 5 kleine Studien mit 121 trainierten Männern zusammen. Mit ATP stieg die Maximalkraft im Mittel um gut 8 kg mehr als mit Placebo. Bei der Zahl der Wiederholungen und bei der Sprintleistung gab es keinen Unterschied. Frauen waren nicht dabei.
In einer Studie (2013) legten 11 Männer mit ATP über 12 Wochen deutlich mehr Kraft zu als 10 mit Placebo. Eine Studie mit 27 Männern (2004) fand keinen Unterschied zwischen den Gruppen. Bei 18 Männern (2024) verbesserte eine einmalige Gabe die Kraftwerte nicht deutlich.
Die Studie von 2013 bezahlte ein Hersteller von ATP-Rohstoff zum Teil, eine Studie von 2021 mit 20 Männern finanzierte er. In beiden arbeiteten Mitautoren für diesen Hersteller, berieten ihn oder waren bei Firmen angestellt, die mit ihm Geschäfte machen. Die Auswertung von 2024 hatte keine Firmenförderung.
Belegt ist das nicht, und eine EU-zugelassene Gesundheitsangabe gibt es nicht. Geschlucktes ATP kam in zwei Studien nicht im Blut an, Kraftstudien mit 121 Männern zeigen gemischte Ergebnisse.
Adenosintriphosphat, der direkte Energieträger in jeder Körperzelle. Dein Körper bildet es laufend selbst und baut es am Ende zu Harnsäure ab.
Eine amtliche Tagesmenge gibt es nicht. In den meisten Kraftstudien waren es 400 mg ATP-Dinatriumsalz – das sind Studienbedingungen, kein Rat.
Mit viel ATP stieg in Studien die Harnsäure. Die französische Fachinformation nennt außerdem Übelkeit, Herzrhythmusstörungen und sehr selten allergische Hautreaktionen.
Das ist ungeklärt. Im EU-Katalog für neuartige Lebensmittel gibt es keinen Eintrag, in Frankreich ist ATP ein Arzneimittel.
Nein. Auf der Verbotsliste 2026 der Welt-Anti-Doping-Agentur steht ATP nicht.
Für Kreatin gibt es eine EU-zugelassene Gesundheitsangabe zur Leistung, für ATP nicht. Kreatin ist außerdem viel besser untersucht.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.