Glycerin ist eine farblose, süß schmeckende Flüssigkeit. Es steckt als Zusatzstoff E 422 in Lebensmitteln, in Kosmetik und wird im Ausdauersport getestet. Hier steht, wofür es verwendet wird und was Behörden zu den Mengen sagen.
Glycerin hat viele Einsatzorte. Die wichtigsten:
Gebunden steckt Glycerin in allen pflanzlichen und tierischen Fetten und Ölen, zum Beispiel in Olivenöl. Bei der Gärung entsteht es als Zwischenprodukt, deshalb enthält auch Wein kleine Mengen.
Als Zusatzstoff E 422 ist Glycerin in der EU für viele Lebensmittel zugelassen. Eine Höchstmenge gibt es nicht – Hersteller dürfen so viel verwenden wie nötig. Auf der Zutatenliste steht es als „Glycerin“ oder „E 422“.
Erfrischung ohne Glycerin: Wassermelonen-Gurken-Saft, ein Wassermelonen-Limetten-Drink oder für unterwegs Haferflocken-Bananen-Riegel mit Nüssen.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat Glycerin als Zusatzstoff 2017 neu bewertet. Eine zahlenmäßige Tagesgrenze (ADI) hielt sie nicht für nötig.
Für Getränke hat die EFSA 2026 nachgelegt: Pro Getränk sollten es höchstens 125 mg Glycerin pro kg Körpergewicht sein. Für ein Kind mit 20 kg sind das 2,5 g, für einen Erwachsenen mit 70 kg knapp 9 g.
In Sportstudien wurden meist 1 bis 1,2 g pro kg Körpergewicht untersucht. Das ist fast zehnmal mehr als die EFSA-Grenze für ein Getränk. Als sicher bewertet hat diese Mengen keine Behörde.
In Studien mit größeren Mengen Glycerin traten laut BfR auf:
Bei kleinen Kindern wurden nach Slush-Eis schwere Fälle beschrieben: Sie wurden benommen, hatten Unterzucker und eine Stoffwechselentgleisung. Mehr dazu unter Kinder.
In den Bewertungen von EFSA und BfR sind keine Wechselwirkungen mit Medikamenten beschrieben. Gut untersucht ist das aber nicht.
Glycerin in Mengen wie im Sport verändert den Wasserhaushalt. Nimmst du regelmäßig Medikamente, frag vorher in der Apotheke oder Praxis.
Kinder nehmen über Slush-Eis im Verhältnis zu ihrem Gewicht viel Glycerin auf. Das BfR rechnet vor: Ein Kind mit 20 kg erreicht mit knapp 200 ml Slush-Eis mit mittlerem Gehalt schon eine therapeutisch wirksame Menge.
Die EFSA hat 2026 berechnet, wie viel Slush-Eis mit hohem Glycerin-Gehalt höchstens in ihre Grenze passt: bei Kleinkindern 29 ml, bei Kindern 57 ml. Die britische Lebensmittelbehörde FSA rät: kein Slush-Eis mit Glycerin für Kinder unter 7 Jahren. Kinder unter 10 sollen höchstens einen Becher mit 350 ml am Tag trinken.
Zu Glycerin in größeren Mengen in Schwangerschaft und Stillzeit gibt es keine Bewertung. Präparate oder Sportprotokolle deshalb nur nach Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Hebamme.
Glycerin stand als Maskierungsmittel auf der Verbotsliste der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA. Seit 2018 ist es dort nicht mehr aufgeführt.
Die WADA begründete das mit Studien: Der Einfluss auf das Blutplasma und auf Werte im biologischen Athletenpass sei gering. Wer im Wettkampf startet, prüft trotzdem die jeweils aktuelle Liste. Mehr zu Mineralstoffen beim Schwitzen steht bei Elektrolyten.
Geforscht wird vor allem zu Glycerin im Ausdauersport und zu Slush-Eis bei Kindern. Hier steht, was untersucht wurde – ohne Versprechen.
Eine Auswertung von 2007 verglich Glycerin plus Wasser mit Wasser allein. In 14 Studien blieb mit Glycerin mehr Flüssigkeit im Körper. Zur Ausdauerleistung gab es nur 4 Studien, die Autoren fordern mehr Forschung.
13 Läuferinnen und Läufer tranken vor einem Halbmarathon bei Wärme Wasser mit Glycerin und Salz oder nur Wasser (2025). Mit Glycerin blieben rund 1,2 Liter mehr im Körper. Schneller liefen sie damit nicht.
Ärztinnen und Ärzte beschrieben 21 Kinder aus Großbritannien und Irland, die kurz nach einem Slush-Eis schwer krank wurden (2025). Die meisten waren 2 bis 6 Jahre alt. Das BfR hält einen Zusammenhang mit Glycerin für möglich, wenn auch nicht sicher belegt.
Supplement-Tracker: Einnahme planen und abhaken
Als Zusatzstoff E 422 in Lebensmitteln wie Slush-Eis, in Kosmetik als Feuchthaltemittel und in der Medizin bei erhöhtem Hirndruck. Im Ausdauersport wird es mit viel Wasser getrunken, um mehr Flüssigkeit im Körper zu halten.
Als Zusatzstoff sah die EFSA 2017 bei den üblichen Mengen kein Problem. Bei Getränken mit viel Glycerin wie Slush-Eis können Kinder aber schnell zu viel aufnehmen.
Für ein einzelnes Getränk nennt die EFSA höchstens 125 mg pro kg Körpergewicht. Eine Tagesgrenze für Glycerin als Zusatzstoff hält sie nicht für nötig.
Slush-Eis mit Glycerin kann bei kleinen Kindern zu Kopfschmerzen, Erbrechen und in seltenen Fällen zu Benommenheit führen. Die britische FSA rät von Slush-Eis mit Glycerin für Kinder unter 7 Jahren ab.
Seit 2018 steht Glycerin nicht mehr auf der Verbotsliste der WADA. Vor Wettkämpfen gilt trotzdem die jeweils aktuelle Liste.
In größeren Mengen Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Benommenheit. Im Sport kommt mehr Wasser im Körper dazu.
Gebunden in allen Fetten und Ölen und in kleinen Mengen in Wein.
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