Bockshornklee ist eine Hülsenfrucht, deren Samen als Gewürz verwendet werden – sie stecken zum Beispiel in vielen Currypulvern. Eine EU-zugelassene Wirkung gibt es nicht; untersucht wurde er vor allem bei Diabetes, etwa in einer Auswertung von 10 Studien mit 706 Teilnehmenden, dazu in der Stillzeit und zu Testosteron. Bei Erdnuss- oder Sojaallergie und in der Schwangerschaft rät die EMA von Bockshornklee-Arzneimitteln ab. Stand: Oktober 2026.
Bockshornklee, auch Griechisch-Heu genannt, gehört zur Familie der Hülsenfrüchte – wie Erbse, Linse, Soja und Erdnuss. Verwendet werden vor allem die Samen, in der indischen Küche auch die Blätter.
Die Samen bestehen zu einem großen Teil aus Ballast- und Schleimstoffen. Dazu kommen Saponine und Trigonellin.
Als Präparat wird Bockshornklee vor allem mit Zuckerwerten, Milchbildung in der Stillzeit oder Testosteron beworben.
Die Samen sind Teil vieler Currypulver, Würzpasten und eingelegter Gemüse, vor allem in der indischen Küche. Allein schmecken sie leicht bitter.
Die getrockneten Blätter heißen Kasuri Methi. Sie schmecken ebenfalls bitter und riechen kräftig. Der typische, würzige Duft des Bockshornklees erinnert viele an Ahornsirup.
Rezepte mit Currypulver – je nach Mischung mit Bockshornklee: One-Pot Kichererbsen-Spinat-Curry, Kürbis-Kichererbsen-Curry oder Rotes Linsen-Dal mit Kokosmilch. Mehr zur Pflanze im Lexikon unter Bockshornklee.
Für Bockshornklee als Nahrungsergänzung gibt es keine amtliche Tagesmenge und keine Höchstmenge.
Für traditionelle pflanzliche Arzneimittel nennt die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) bei vorübergehender Appetitlosigkeit zum Beispiel 1,1 bis 3,3 g Samenpulver am Tag, verteilt auf drei Portionen vor den Mahlzeiten. Halten die Beschwerden länger als zwei Wochen an, soll eine Ärztin oder ein Arzt draufschauen.
In Studien wurden ganz unterschiedliche Präparate und Mengen untersucht – das sind Studienbedingungen, kein Rat.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Diabetes-Medikamente | Die Zuckerwerte können zusätzlich sinken. Die EMA rät deshalb, sie bei Diabetes eng zu kontrollieren. Sprich das vorher mit deiner Praxis ab. |
| Gerinnungshemmer und Plättchenhemmer (z. B. Phenprocoumon, Warfarin, ASS) | LiverTox hält Wechselwirkungen bei hohen Mengen für möglich. Eine Übersicht (2022) fand Hinweise auf Blutungen zusammen mit Gerinnungshemmern. Frag vorher in deiner Praxis. |
| Andere Medikamente zum Einnehmen | Wegen der vielen Ballaststoffe sind laut LiverTox Wechselwirkungen denkbar. Frag in der Apotheke, ob du einen zeitlichen Abstand einplanen solltest. |
Nimmst du regelmäßig Medikamente, sprich vor einem Bockshornklee-Präparat mit deiner Praxis oder Apotheke.
Die EMA rät in Schwangerschaft und Stillzeit von Bockshornklee-Arzneimitteln ab – ebenso Frauen, die schwanger werden könnten und nicht verhüten. Grund: In Tierversuchen zeigten sich Schäden an der Fruchtbarkeit und Fortpflanzung.
In der Stillzeit wird Bockshornklee oft angeboten, um mehr Milch zu bilden. Ein Cochrane-Review (2020) fand dazu nur Daten sehr geringer Qualität.
Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren empfiehlt die EMA die Arzneimittel nicht, weil Sicherheitsdaten fehlen.
Als Gewürz in üblichen Küchenmengen ist Bockshornklee ein normales Lebensmittel. Präparate in dieser Zeit nur nach Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Hebamme.
| Bereich | Was gilt |
|---|---|
| Lebensmittel | Laut Novel-Food-Katalog der EU wurden die Samen schon vor 1997 in der EU gegessen. Sie sind nicht neuartig und dürfen als Lebensmittel verkauft werden. |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. Eine Angabe zu einem Samenextrakt und Zuckerwerten lehnte die EU 2016 ab (VO 2016/371). |
| Arzneimittel | EU-Monographie der EMA (2021): traditionelles pflanzliches Arzneimittel bei vorübergehender Appetitlosigkeit und, äußerlich, bei leichten Hautentzündungen – allein auf Basis langer Anwendung. |
| Gegenanzeigen laut EMA | Allergie gegen Erdnuss, Soja oder andere Hülsenfrüchte; nicht in Schwangerschaft und Stillzeit; nicht unter 18 Jahren. |
Als Lebensmittel darf Bockshornklee nicht mit Krankheiten beworben werden.
Zu Bockshornklee gibt es viele kleine Studien mit sehr unterschiedlichen Präparaten. Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen.
Eine Auswertung von 10 Studien mit 706 Menschen mit Typ-2-Diabetes oder Vorstufe (2023) fand niedrigere Nüchtern- und Langzeit-Zuckerwerte (HbA1c). Präparate, Mengen und Dauer waren aber nicht einheitlich, zwei Studien waren nicht verblindet. Die Studien stammen aus Indien, China, Pakistan, Iran und Australien.
Ein Cochrane-Review (2020) mit 41 Studien zu milchbildenden Mitteln fand für Bockshornklee nur Daten sehr geringer Qualität. Ob mehr Milch gebildet wird und die Babys besser zunehmen, ist unsicher.
Eine Auswertung von 13 Studien mit Männern (2026) fand höchstens einen kleinen Unterschied beim Gesamt-Testosteron und keinen sicheren beim freien Testosteron. Die Aussagekraft ist sehr gering. Werbeversprechen zu Testosteron sind laut den Autoren durch die Daten nicht gedeckt.
Große, unabhängige Studien über lange Zeit fehlen. Zur Sicherheit in der Schwangerschaft gibt es kaum Daten am Menschen.
Supplement-Tracker: Einnahme planen und abhaken
Eine EU-zugelassene Wirkung gibt es nicht. Untersucht wurde er vor allem bei Diabetes, in der Stillzeit und zu Testosteron – in kleinen, uneinheitlichen Studien.
Eine Hülsenfrucht, deren gelbbraune Samen als Gewürz verwendet werden, etwa in Currypulver. Die getrockneten Blätter heißen in der indischen Küche Kasuri Methi.
Für Currypulver, Würzpasten und eingelegtes Gemüse, vor allem in der indischen Küche. Allein schmecken die Samen leicht bitter.
Beschrieben sind Blähungen, Durchfall, Schwindel und Allergien bis zu Asthma. Der Urin kann nach Ahornsirup riechen.
Die EMA rät von Bockshornklee-Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit ab, ebenso Frauen, die schwanger werden könnten und nicht verhüten. Als Gewürz in Küchenmengen ist er ein normales Lebensmittel.
Er kann es sein: Viele Menschen mit Erdnussallergie reagieren auch auf Bockshornklee. Die EMA nennt Allergien gegen Erdnuss, Soja und andere Hülsenfrüchte als Gegenanzeige.
Für Nahrungsergänzung gibt es keine amtliche Menge. Für traditionelle Arzneimittel nennt die EMA 1,1 bis 3,3 g Samenpulver am Tag – das gilt nur für Arzneimittel.
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