Eine belegte Wirkung von Epimedium gibt es nicht: Studien am Menschen zu Erektion oder Libido sind uns nicht bekannt, und der Inhaltsstoff Icariin hemmt im Reagenzglas zwar dasselbe Enzym wie Potenzmittel, aber rund 80-mal schwächer als Sildenafil. In der EU ist die Pflanze, auch Elfenblume oder Horny Goat Weed genannt, nicht als Lebensmittel zugelassen. Von 2019 bis 2025 gab es 28 Meldungen im EU-Schnellwarnsystem, 3 davon zu Produkten mit verstecktem Sildenafil. Stand: Oktober 2026.
Epimedium ist eine Gattung von Pflanzen aus der Familie der Berberitzengewächse. Auf Deutsch heißen sie Elfenblumen, im Englischen Horny Goat Weed. Für Präparate werden meist die Blätter ostasiatischer Arten verwendet, etwa von Epimedium brevicornum, Epimedium sagittatum und Epimedium grandiflorum.
In der traditionellen chinesischen Medizin heißen die Blätter Yin Yang Huo und werden dort seit Langem verwendet. Der bekannteste Inhaltsstoff ist Icariin, ein Flavonoid.
Beworben werden Produkte vor allem mit mehr Potenz und Lust. Laut Verbraucherzentrale gehört Epimedium zu den in der EU nicht erlaubten Pflanzen, die oft in angeblich natürlichen Potenzmitteln aus dem Netz stecken. Eine EU-zugelassene Gesundheitsangabe gibt es nicht. Mehr zur Pflanze steht im Lexikon unter Epimedium.
Lebensmittel, die vor dem 15. Mai 1997 in der EU nicht in nennenswertem Umfang gegessen wurden, gelten als neuartig. Sie brauchen vor dem Verkauf eine Zulassung. Für Epimedium gibt es keine.
| Wo | Was gilt |
|---|---|
| EU-Katalog für neuartige Lebensmittel | Drei Arten sind als noch nicht zugelassenes neuartiges Lebensmittel eingetragen: Epimedium grandiflorum und Epimedium sagittatum mit allen Pflanzenteilen, Epimedium brevicornum für Extrakte aus den Blättern. |
| EU-Verfahren zum Status (2018) | Auf eine Anfrage hin prüfte das italienische Gesundheitsministerium einen Blattextrakt von Epimedium brevicornum. Ergebnis nach Rücksprache mit den anderen EU-Ländern: Es ist ein neuartiges Lebensmittel, ein Verzehr vor 1997 ist nicht belegt. |
| Italien | Laut EU-Katalog hat Italien den Verkauf von Nahrungsergänzungsmitteln mit Epimedium grandiflorum verboten. |
| EU-Liste zugelassener neuartiger Lebensmittel | Kein Eintrag, also keine Zulassung. |
| Stoffliste von Bund und Ländern | Alle drei Arten sind dort als neuartiges Lebensmittel gekennzeichnet. |
| EU-Schnellwarnsystem RASFF | 28 Meldungen von 2019 bis 2025, gut die Hälfte aus Schweden. 3 betrafen Kräuter- oder Honigpasten aus der Türkei, die zusätzlich den Potenzmittel-Wirkstoff Sildenafil enthielten. |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. |
Für dich heißt das: Epimedium darf in der EU nicht als Lebensmittel oder Nahrungsergänzung verkauft werden. Produkte aus dem Netz hat keine Behörde auf Gehalt und Reinheit geprüft.
Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen. Ähnliche Versprechen prüfen wir bei Tongkat Ali und Yohimbin.
Im Reagenzglas hemmt Icariin das Enzym PDE5, an dem auch Potenzmittel wie Sildenafil ansetzen (2008). Es war dabei aber rund 80-mal schwächer als Sildenafil. Eine Übersicht (2026) zählt für Erektionsstörungen nur Zell- und Tierversuche, vor allem an Ratten, und keine Studie am Menschen.
In einer Studie mit Gesunden war Icariin nach dem Schlucken bei den meisten kaum im Blut messbar, laut der Übersicht von 2026 auch bei großen Mengen. Ergebnisse aus Tierversuchen lassen sich deshalb schlecht auf Menschen übertragen.
In einer chinesischen Studie (2007) nahmen 100 Frauen nach den Wechseljahren 2 Jahre lang eine Mischung aus Elfenblumen-Flavonoiden oder ein Scheinmittel, 85 beendeten die Studie. Die Messwerte an der Wirbelsäule blieben mit der Mischung stabil, mit Scheinmittel gingen sie leicht zurück. Der Östrogenwert im Blut blieb in beiden Gruppen gleich. Mit Potenz oder Libido hat diese Studie nichts zu tun.
Die meisten Arbeiten zu Icariin sind Labor- und Tierversuche, etwa zu Knochen, Nerven und Krebs. Laut der Übersicht von 2026 sind die bisherigen Studien am Menschen klein und erkundend.
Gezielte Studien zu Wechselwirkungen gibt es kaum. Die größte bekannte Gefahr geht von heimlich zugesetzten Potenzmittel-Wirkstoffen aus.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Nitrate (zum Beispiel Nitroglycerin) | Verfälschte Produkte können Sildenafil enthalten. Zusammen mit Nitraten kann so ein Wirkstoff einen lebensbedrohlichen Blutdruckabfall auslösen. |
| Potenzmittel (PDE-5-Hemmer) | Icariin hemmt im Labor dasselbe Enzym, versteckte Zusätze können noch dazukommen. Nicht kombinieren ohne ärztlichen Rat. |
| Tacrolimus, Ciclosporin und andere Mittel, bei denen schon kleine Änderungen im Blutspiegel zählen | In Labor- und Tierversuchen veränderten Inhaltsstoffe der Elfenblume Leberenzyme, die solche Mittel abbauen. Am Menschen ist das nicht untersucht. |
| Mittel gegen Parkinson und Psychopharmaka | Ein Fallbericht beschreibt eine Psychose bei einem Mann mit Parkinson-Medikamenten nach Epimedium. Nur nach Rücksprache mit der behandelnden Praxis. |
| Hormonpräparate und Antihormon-Therapien | Nicht untersucht. Die Flavonoide der Elfenblume gelten als Pflanzenöstrogene. Nur nach Rücksprache mit deiner Praxis. |
Nimmst du Medikamente, sprich vor jedem Produkt mit Epimedium mit deiner Praxis oder Apotheke.
Belegt ist keine. Icariin hemmt im Reagenzglas schwach dasselbe Enzym wie Potenzmittel, Studien am Menschen zu Erektion oder Libido liegen nach unserer Recherche nicht vor.
Der englische Name für Epimedium, auf Deutsch Elfenblume. Gemeint sind meist Blätter ostasiatischer Arten, die in angeblich natürlichen Potenzmitteln stecken.
Nicht als Lebensmittel oder Nahrungsergänzung. Drei Arten sind in der EU als noch nicht zugelassenes neuartiges Lebensmittel eingetragen, eine Zulassung gibt es nicht.
Das ist nicht belegt. Erektionsprobleme gehören in ärztliche Hand, weil sie ein frühes Zeichen anderer Erkrankungen sein können.
Die größte bekannte Gefahr sind verfälschte Produkte mit versteckten Potenzmittel-Wirkstoffen. Dazu kommen einzelne Fallberichte zu Muskelkrämpfen, Leberschäden und einer Psychose.
Der bekannteste Inhaltsstoff der Elfenblume, ein Flavonoid. Er wurde vor allem im Labor und an Tieren untersucht und ist beim Menschen nach dem Schlucken kaum im Blut messbar.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.