Eine belegte Wirkung von Cistanche gibt es nicht: Zu Testosteron und Libido haben wir am Menschen nur eine kleine Studie gefunden, mit einer verwandten Art und bezahlt vom Lieferanten des Extrakts. Für einen Extrakt aus Cistanche tubulosa konnte die EFSA 2021 die Sicherheit nicht bestätigen, weil in Studien mit 1.076 Erkrankten unter anderem eine Hirnblutung und ein epileptischer Anfall auftraten, die mit dem Extrakt zusammenhängen könnten. In der EU ist Cistanche nicht als Lebensmittel zugelassen, das EU-Schnellwarnsystem zählt seit 2022 sechs Meldungen. Stand: Oktober 2026.
Cistanche ist eine Gattung von Schmarotzerpflanzen aus der Familie der Sommerwurzgewächse. Sie wachsen in Trockengebieten und Wüsten, vor allem im Nordwesten Chinas. Ihre Nährstoffe holen sie sich von den Wurzeln anderer Pflanzen, etwa von Saxaul-Sträuchern und Tamarisken.
Verwendet wird der fleischige Stängel. In der traditionellen chinesischen Medizin heißt er Rou Cong Rong und wird dort seit Langem als Stärkungsmittel genutzt. Das chinesische Arzneibuch führt zwei Arten: Cistanche deserticola und als Ersatz Cistanche tubulosa, die häufiger vorkommt.
Beworben wird Cistanche vor allem Männern, mit Versprechen zu Testosteron, Libido und Energie. In China ist ein Wasserextrakt aus Cistanche tubulosa seit 2005 ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel für Menschen mit vaskulärer Demenz. Eine EU-zugelassene Gesundheitsangabe gibt es nicht.
Lebensmittel, die vor dem 15. Mai 1997 in der EU nicht in nennenswertem Umfang gegessen wurden, gelten als neuartig. Sie brauchen vor dem Verkauf eine Zulassung. Für Cistanche gibt es keine.
| Wo | Was gilt |
|---|---|
| EU-Katalog für neuartige Lebensmittel | Cistanche tubulosa: alle Pflanzenteile und ihre Extrakte sind ein noch nicht zugelassenes neuartiges Lebensmittel. Cistanche deserticola ist ebenso eingetragen, die EU-Länder kennen keinen Verzehr eines Pflanzenteils als Lebensmittel. |
| Zulassungsantrag | Ein Pharmaunternehmen beantragte 2019 die Zulassung eines Wasserextrakts aus den Stängeln von Cistanche tubulosa für Nahrungsergänzungsmittel. Die EFSA kam 2021 zu dem Schluss, dass die Sicherheit nicht belegt ist. Die EU-Kommission beendete das Verfahren am 4. Juni 2021 ohne Zulassung. |
| EU-Liste zugelassener neuartiger Lebensmittel | Kein Eintrag, also keine Zulassung. |
| EU-Schnellwarnsystem RASFF | 6 Meldungen von 2022 bis 2026, 5 davon aus Schweden. Betroffen waren Nahrungsergänzungsmittel mit Cistanche tubulosa oder Cistanche deserticola, unter anderem aus China, den USA und Großbritannien. |
| Artenschutz | Cistanche deserticola steht seit 2000 in Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES). Für den Handel mit der Pflanze, ihren Teilen und Extrakten über Grenzen braucht es Genehmigungen. Cistanche tubulosa ist dort nicht aufgeführt. |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. |
Für dich heißt das: Cistanche darf in der EU nicht als Lebensmittel oder Nahrungsergänzung verkauft werden. Produkte aus dem Netz hat keine Behörde auf Gehalt und Reinheit geprüft.
Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen. Ähnliche Versprechen prüfen wir bei Tongkat Ali, Tribulus und Maca.
Eine Übersicht (2024) zu Cistanche und Fortpflanzung beschreibt vor allem Inhaltsstoffe und Wirkwege. Die Forschenden halten gute Studien am Menschen für nötig, bevor sich eine Wirkung belegen lässt. Eine Studie am Menschen zu Libido oder Erektion gibt es nach unserer Recherche nicht.
In einer chinesischen Studie (2025) trainierten 48 Männer 8 Wochen lang mit Gewichten und bekamen dazu einen Extrakt der verwandten Art Cistanche deserticola oder ein Scheinmittel. Die Forschenden berichten mehr Kraftzuwachs und höhere Testosteronwerte mit dem Extrakt. Bezahlt hat die Studie der Lieferant des Extrakts, eine zweite Studie dazu ist uns nicht bekannt.
Zwei Studien aus China (2024 und 2026) mit 100 und 117 Erwachsenen testeten Tabletten aus Cistanche tubulosa und Ginkgo. Die Gruppen mit den Tabletten schnitten in Gedächtnistests besser ab als mit Scheinmittel. Welchen Anteil Cistanche daran hat, lässt sich bei einer Mischung nicht sagen. Die meisten Autorinnen und Autoren arbeiteten bei einem Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln.
Für die Zulassung in China wurde der Extrakt an Menschen mit vaskulärer Demenz geprüft, meist im Vergleich mit einem anderen Medikament statt mit Scheinmittel. Laut EFSA sagen solche Studien wenig über die Sicherheit für gesunde Erwachsene aus, um die es bei einem Lebensmittel geht.
Studien zu Wechselwirkungen am Menschen gibt es nicht. Die Tabelle zeigt, wo Vorsicht naheliegt.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Gerinnungshemmer und Mittel gegen Blutplättchen wie ASS oder Clopidogrel | Nicht untersucht. In den Studien trat eine Hirnblutung auf, die möglicherweise mit dem Extrakt zusammenhing. Nur nach Rücksprache mit deiner Praxis. |
| Antiepileptika | Nicht untersucht. Ein epileptischer Anfall wurde in den Studien als wahrscheinlich mit dem Extrakt zusammenhängend eingestuft. Nur nach Rücksprache mit der behandelnden Praxis. |
| Medikamente, die über die Leberenzyme CYP3A4, CYP2C19 oder CYP1A2 abgebaut werden | Echinacosid, ein Hauptinhaltsstoff, hemmte diese Enzyme im Labor (2022). Ob das am Menschen eine Rolle spielt, ist offen. Frag in deiner Apotheke. |
| Hormonpräparate (Testosteron) und Antihormon-Therapien, etwa bei Prostatakrebs | Nicht untersucht. Nur nach Rücksprache mit der behandelnden Praxis. |
Nimmst du Medikamente, sprich vor jedem Produkt mit Cistanche mit deiner Praxis oder Apotheke.
Belegt ist keine. Es gibt nur wenige kleine Studien am Menschen, oft mit Mischungen oder einer verwandten Art und meist von Herstellern bezahlt. Eine EU-zugelassene Gesundheitsangabe gibt es nicht.
Wir haben nur eine kleine Studie (2025) mit 48 trainierenden Männern gefunden, mit der verwandten Art Cistanche deserticola und bezahlt vom Lieferanten des Extrakts. Zu Libido oder Erektion fehlen Studien am Menschen. Zu wenig Testosteron gehört in ärztliche Abklärung.
Als Lebensmittel oder Nahrungsergänzung nicht. Alle Pflanzenteile und Extrakte von Cistanche tubulosa gelten in der EU als noch nicht zugelassenes neuartiges Lebensmittel, ein Zulassungsantrag endete 2021 ohne Zulassung.
Die Sicherheit ist nicht belegt. Die EFSA sah 2021 Bedenken, weil in Studien mit 1.076 Erkrankten unter anderem eine Hirnblutung und ein epileptischer Anfall auftraten, die mit dem Extrakt zusammenhängen könnten.
Eine Schmarotzerpflanze aus den Wüsten Asiens, die an den Wurzeln von Wüstensträuchern wächst. In der chinesischen Medizin heißt der getrocknete Stängel Rou Cong Rong.
Eine Dosis nennen wir nicht, und eine amtlich geprüfte gibt es nicht. Die EFSA konnte die Sicherheit eines Extrakts nicht bestätigen. Mengen aus Studien sind Studienbedingungen, kein Rat.
Cistanche deserticola ja: Sie steht seit 2000 in Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens. Cistanche tubulosa ist dort nicht aufgeführt.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.