Eine belegte Wirkung hat Tribulus terrestris nicht: In 8 von 10 Studien mit Männern änderten sich die Testosteronwerte nicht, und die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen. Zu Erektionsproblemen gibt es kleine Studien von oft geringer Qualität. Die dänische Lebensmittelbehörde stuft Tribulus in Nahrungsergänzungsmitteln als gesundheitsschädlich ein, die Verbraucherzentrale rät davon ab. Stand: Oktober 2026.
Tribulus terrestris, auf Deutsch Erd-Burzeldorn oder Erdsternchen, ist ein am Boden kriechendes Kraut mit gelben Blüten und stacheligen Früchten. Es wächst in warmen Gegenden weltweit, auch in Südosteuropa. Im Ayurveda heißt es Gokshura, auch die Traditionelle Chinesische Medizin nutzt die Früchte.
Die Pflanze enthält Steroidsaponine, vor allem Protodioscin, und Alkaloide wie Harman und Norharman. Wie viel davon drin ist, schwankt je nach Herkunft und Pflanzenteil um ein Vielfaches. Deshalb unterscheiden sich auch die Präparate stark.
Beworben wird Tribulus vor allem Männern und im Kraftsport, mit Versprechen zu Testosteron, Muskeln und Potenz. Hersteller mischen Tribulus deshalb oft mit Zink oder Vitamin D, um mit deren zugelassenen Angaben werben zu können. Diese Angaben gelten für Zink und Vitamin D, nicht für Tribulus. Mehr zur Pflanze steht im Lexikon unter Tribulus.
Für Tribulus gibt es keine amtliche Tagesmenge und keine Höchstmenge, weder vom BfR noch von der EFSA.
Das dänische Lebensmittelinstitut DTU hält den Verzehr aller Pflanzenteile seit dem Jahr 2000 für bedenklich. In einer Bewertung von 2014 schrieb es, dass sich keine Menge festlegen lässt, unter der Tribulus in Nahrungsergänzungsmitteln unbedenklich ist.
Die Stoffliste von Bund und Ländern führt die Frucht in Liste C: Die Verwendung in Lebensmitteln könnte gesundheitsschädlich sein, weil Daten fehlen. Die Verbraucherzentrale rät, auf Nahrungsergänzungsmittel mit Tribulus zu verzichten, bis die Sicherheit belegt ist.
Bei ungewohnten Beschwerden nach der Einnahme, etwa dunklem Urin, gelber Haut, Muskelschmerzen oder Schwellungen, hör auf und sprich mit deiner Praxis. Nimm die Packung mit.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Statine (Cholesterinsenker) | Ein 71-jähriger Mann, der seit Langem Atorvastatin nahm, kam nach Tribulus mit Muskelzerfall ins Krankenhaus (Fallbericht 2024). Die Autoren vermuten, dass Tribulus den Abbau des Statins bremst. Nur nach Rücksprache mit der Praxis. |
| Hormonpräparate und Antihormon-Therapien, etwa bei Prostatakrebs | Nicht untersucht. Wegen des Falls mit Brustwachstum und unklarer Wirkungen auf Hormone nur nach Rücksprache mit der behandelnden Praxis. |
| Potenzmittel und Medikamente fürs Herz | Nicht untersucht. Bei Erektionsproblemen gehört die Behandlung in ärztliche Hände, Tribulus ersetzt sie nicht. |
| Andere Medikamente | Kaum untersucht. Nimmst du regelmäßig Medikamente, sprich vorher mit deiner Apotheke. |
Mischpräparate enthalten oft weitere Pflanzen oder Stoffe. Lies die Zutatenliste, um zu wissen, was du nimmst.
Für Schwangerschaft und Stillzeit gibt es keine Daten zur Sicherheit. Die Verbraucherzentrale rät Schwangeren, Stillenden und Kindern unter 12 Jahren ausdrücklich von Tribulus-Präparaten ab. Die dänische Lebensmittelbehörde rät Schwangeren und Stillenden generell von Nahrungsergänzungsmitteln mit Pflanzen ab.
Bei Kinderwunsch sprich mit deiner urologischen, Frauenarzt- oder Kinderwunsch-Praxis, bevor du pflanzliche Präparate nimmst. Fruchtbarkeit wurde mit Tribulus nur in wenigen kleinen Studien untersucht.
| Wo | Was gilt |
|---|---|
| EU-Katalog für neuartige Lebensmittel | Früchte und Kraut sind in Nahrungsergänzungsmitteln kein neuartiges Lebensmittel. Sie dürfen dort grundsätzlich verwendet werden. |
| Deutschland | Erlaubt. Die Stoffliste von Bund und Ländern führt die Frucht in Liste C und stuft die Pflanze als giftig ein. Nicht verbindlich. Arzneimittel mit Tribulus für Potenzprobleme sind in Deutschland laut Verbraucherzentrale nicht zugelassen. |
| Dänemark | Tribulus steht auf der Liste der Lebensmittelbehörde mit Pflanzen, die sie in Nahrungsergänzungsmitteln als gesundheitsschädlich einstuft. 2026 meldete Dänemark Apotheken-Webseiten mit solchen Präparaten im EU-Schnellwarnsystem. |
| Schweden | Meldete 2024 bis 2026 mehrfach Tribulus-Extrakte im EU-Schnellwarnsystem als nicht zugelassenes neuartiges Lebensmittel. |
| EU-Arbeitsgruppe der Lebensmittelbehörden | Ihr Bericht von 2024 zählt Tribulus zu 13 besonders kritischen Stoffen und empfiehlt eine Prüfung auf EU-Ebene. Ein Beschluss dazu ist uns nicht bekannt. |
| Sport | Tribulus steht nicht auf der Verbotsliste der WADA. Präparate können aber mit verbotenen Stoffen verunreinigt sein. |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. Angaben zu Pflanzen stehen bei der EU „on hold“. |
Für dich heißt das: In Deutschland darf Tribulus als Nahrungsergänzung verkauft werden. Die Sicherheit hat dabei aber niemand geprüft, und andere EU-Länder sehen die Pflanze deutlich kritischer.
Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen. Ähnliche Versprechen prüfen wir bei Tongkat Ali, Fadogia agrestis und Maca.
Eine Übersicht (2014) fand in Studien mit gesunden Menschen keinen Anstieg des Testosterons durch Tribulus allein, höhere Werte gab es nur mit Mischpräparaten. Eine neuere Übersicht über 10 Studien mit zusammen 483 Männern (2025) kam zum selben Bild: In 8 Studien änderten sich die Werte nicht, die 2 übrigen fanden kleine Anstiege nur bei Männern mit niedrigen Ausgangswerten.
Eine Auswertung von 8 Studien (2025) fand bei Männern mit Erektionsproblemen bessere Werte im Fragebogen als mit Placebo, beim Testosteron aber keinen Unterschied. Laut einer zweiten Übersicht (2025) hat die Hälfte der Studien eine geringe Qualität, die Ergebnisse widersprechen sich teils.
Laut einer Übersicht zu Sportlern (2014) änderte Tribulus allein weder die Hormonwerte noch die Leistung. Die Verbraucherzentrale kommt zum selben Schluss: Für mehr Muskeln oder Leistung gibt es keine überzeugenden Belege.
Die Übersicht zu Sportlern (2014) beschreibt eine Anti-Doping-Untersuchung, in der ein Tribulus-Präparat mit einem verbotenen Steroid verunreinigt war. Die Verbraucherzentrale warnt deshalb vor positiven Dopingtests.
Belegt ist keine, und eine EU-zugelassene Gesundheitsangabe gibt es nicht. In 8 von 10 Studien mit Männern änderten sich die Testosteronwerte nicht, zu Erektionsproblemen gibt es kleine Studien von oft geringer Qualität.
Wenig. Übersichtsarbeiten von 2014 und 2025 fanden bei Männern meist keine Veränderung, kleine Anstiege nur bei sehr niedrigen Ausgangswerten. Zu wenig Testosteron gehört in ärztliche Abklärung.
In Studien kaum welche, sie liefen aber nur kurz. Es gibt Fallberichte zu Nieren- und Leberproblemen, zu Brustwachstum bei einem jungen Mann und zu Muskelzerfall zusammen mit einem Statin.
Ja, als Nahrungsergänzung. Dänemark stuft die Pflanze in solchen Produkten aber als gesundheitsschädlich ein, und die Verbraucherzentrale rät davon ab.
Nein, Tribulus steht nicht auf der Verbotsliste der WADA. Präparate können aber mit verbotenen Stoffen verunreinigt sein, und ein Verstoß zählt auch ohne Absicht.
Eine amtliche Tagesmenge gibt es nicht. Das dänische Lebensmittelinstitut konnte keine Menge festlegen, unter der Tribulus in Nahrungsergänzungsmitteln unbedenklich ist.
Nein. Daten zur Sicherheit fehlen, die Verbraucherzentrale rät Schwangeren, Stillenden und Kindern unter 12 Jahren davon ab.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.