Eine belegte Wirkung von Fadogia agrestis gibt es nicht: Die Werbung für Männer stützt sich auf Versuche an Ratten, und dieselbe Forschungsgruppe fand nach 28 Tagen Hinweise auf Schäden an den Hoden. Studien am Menschen sind uns nicht bekannt. In der EU gilt ein Extrakt der Pflanze seit 2025 als nicht zugelassenes neuartiges Lebensmittel, im EU-Schnellwarnsystem gab es seitdem 3 Meldungen. Stand: Oktober 2026.
Fadogia agrestis ist ein Strauch aus Westafrika, etwa aus Nigeria. Botanisch heißt er heute Vangueria agrestis und gehört zur Familie der Rötegewächse. In der afrikanischen Volksmedizin wird er gegen Schmerzen und als Mittel für die Lust verwendet.
In Europa und den USA kennt man Fadogia erst seit wenigen Jahren. Bekannt wurde sie 2021 durch einen reichweitenstarken US-Podcast, danach waren entsprechende Kapseln laut einem US-Magazin schnell ausverkauft. Seither wird sie vor allem Männern als Mittel für „mehr Testosteron“ angeboten, teils zusammen mit Tongkat Ali.
Eine EU-zugelassene Gesundheitsangabe gibt es nicht. Mehr zur Pflanze steht im Lexikon unter Fadogia. Ähnliche Versprechen prüfen wir bei Tribulus und Turkesteron.
Lebensmittel, die vor dem 15. Mai 1997 in der EU nicht in nennenswertem Umfang gegessen wurden, gelten als neuartig. Sie brauchen vor dem Verkauf eine Zulassung. Für Fadogia gibt es keine.
| Wo | Was gilt |
|---|---|
| EU-Katalog für neuartige Lebensmittel | Seit Juni 2025 eingetragen: Ein Extrakt aus Wurzel, Stängel und oberirdischen Teilen gilt als noch nicht zugelassenes neuartiges Lebensmittel. Ein nennenswerter Verzehr in der EU vor 1997 ist nicht belegt. |
| Wie es dazu kam | Ein Unternehmen wollte den Extrakt als Nahrungsergänzung verkaufen und fragte bei einer nationalen Behörde nach dem Status. Ergebnis: neuartig, also zulassungspflichtig. |
| EU-Liste zugelassener neuartiger Lebensmittel | Kein Eintrag, also keine Zulassung. |
| EU-Schnellwarnsystem RASFF | 3 Meldungen: aus Schweden (2025, Präparat aus China), aus Polen (2025) und aus Belgien (2026, Fadogia zusammen mit Tongkat Ali in einem Präparat aus den Niederlanden, vernichtet). |
| Sport | Fadogia steht nicht namentlich auf der Verbotsliste 2026 der WADA. Die Nationale Anti Doping Agentur warnt aber, dass regelmäßig verunreinigte Nahrungsergänzungsmittel gefunden werden. |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. |
Für dich heißt das: Fadogia darf in der EU nicht als Lebensmittel oder Nahrungsergänzung verkauft werden. Was im Netz trotzdem angeboten wird, hat keine Behörde auf Gehalt und Reinheit geprüft.
Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen. Fast alle Daten stammen aus einer einzigen Forschungsgruppe in Nigeria und aus Versuchen an Ratten.
In einem Versuch mit Rattenmännchen (2005) stiegen nach fünf Tagen mit einem Wasserextrakt aus dem Stängel die Testosteronwerte im Blut, die Tiere paarten sich häufiger. Studien am Menschen gibt es nach unserer Recherche nicht – weder zu Testosteron noch zur Sicherheit.
Dieselbe Gruppe gab Ratten den Extrakt 28 Tage lang (2008). Danach waren mehrere Messwerte der Hoden verändert, die Forschenden werteten das als Hinweis auf schädliche Wirkungen auf die Hodenfunktion. Nur bei der niedrigsten Menge erholten sich die Werte nach dem Absetzen.
In einer weiteren Untersuchung an Ratten (2009) fanden sich Hinweise, dass die Zellwände in Leber und Nieren geschädigt wurden. Äußerlich auffällige Vergiftungszeichen gab es dabei nicht.
Eine Analyse von 17 Nahrungsergänzungsmitteln (2019), die laut Etikett Fadogia enthielten, fand in 5 Produkten die typischen Pflanzenstoffe nicht. Was dort wirklich drin war, blieb offen.
Eine Untersuchung von 50 Präparaten, die mit „mehr Testosteron“ beworben wurden (2020), fand nur für rund ein Viertel überhaupt Daten, die einen Anstieg zeigten. Rund jedes zehnte Präparat enthielt sogar Zutaten, für die Daten eher auf weniger Testosteron hindeuten.
Studien zu Wechselwirkungen am Menschen gibt es nach unserer Recherche nicht. Die Tabelle zeigt, wo Vorsicht naheliegt.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Hormonpräparate (Testosteron) und Antihormon-Therapien, etwa bei Prostatakrebs | Nicht untersucht. Im Tierversuch veränderten sich Testosteronwerte. Nur nach Rücksprache mit der behandelnden Praxis. |
| Kinderwunsch-Behandlung | Nicht untersucht. Wegen der Hodenbefunde im Tierversuch sprich vorher mit deiner urologischen oder Kinderwunsch-Praxis. |
| Andere Medikamente | Nicht untersucht. Mischpräparate enthalten oft weitere Pflanzen wie Tongkat Ali, die eigene Risiken haben. |
Nimmst du Medikamente, sprich vor jedem Produkt mit Fadogia mit deiner Praxis oder Apotheke.
Belegt ist keine, und eine EU-zugelassene Gesundheitsangabe gibt es nicht. Die Werbung stützt sich auf Versuche an Ratten, Studien am Menschen sind uns nicht bekannt.
Das ist beim Menschen nicht untersucht. In einem Versuch mit Ratten (2005) stiegen die Werte, dieselbe Gruppe fand später Hinweise auf Schäden an den Hoden.
Zur Sicherheit am Menschen gibt es keine Daten. Im Tierversuch zeigten sich Hinweise auf Schäden an Hoden, Leber und Nieren.
Als Lebensmittel oder Nahrungsergänzung nicht. Ein Extrakt der Pflanze gilt in der EU seit 2025 als nicht zugelassenes neuartiges Lebensmittel.
Eine Dosis nennen wir nicht, und eine geprüfte gibt es nicht. Ohne Studien am Menschen lässt sich keine sichere Menge ableiten.
Durch einen reichweitenstarken US-Podcast im Jahr 2021, danach waren Kapseln schnell ausverkauft. Die Belege sind seitdem nicht besser geworden.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.