Rotklee enthält Isoflavone, also Pflanzenstoffe, die dem Hormon Östrogen chemisch ähneln – eine belegte Wirkung hat er aber nicht: In einer Cochrane-Auswertung (2013) unterschied sich die Zahl der Hitzewallungen in 5 Studien mit einem Rotklee-Extrakt nicht von einem Scheinmittel. Das BfR rät, bei Präparaten mit isolierten Isoflavonen in und nach den Wechseljahren Menge und Dauer zu begrenzen und sie bei östrogenabhängigem Brust- oder Gebärmutterkrebs nicht zu nehmen. Stand: Oktober 2026.
Rotklee, auch Wiesenklee genannt, stammt aus Europa, Zentralasien und Nordafrika. Er gehört wie Erbse, Bohne und Soja zu den Hülsenfrüchtlern. Seine Blüten werden als Tee aufgegossen.
Als Kapsel oder Tablette wird Rotklee vor allem für Frauen in den Wechseljahren angeboten. Das BfR beschreibt, dass solche Präparate als natürliche Alternative zu Arzneimitteln aus der Arztpraxis beworben werden. Ob sie halten, was die Werbung verspricht, liest du unter Was sagt die Forschung?
Andere Pflanzen, die für die Wechseljahre beworben werden, findest du unter Traubensilberkerze, Mönchspfeffer und Hopfen.
Isoflavone sind sekundäre Pflanzenstoffe. Weil ihr Aufbau dem menschlichen Östrogen ähnelt, heißen sie auch Phytoöstrogene. Nährstoffe sind sie laut BfR nicht.
| Isoflavon | Gut zu wissen |
|---|---|
| Formononetin | Einer der beiden Hauptbestandteile. Chemisch eng verwandt mit Daidzein aus Soja. |
| Biochanin A | Der zweite Hauptbestandteil. Chemisch eng verwandt mit Genistein aus Soja. |
| Genistein und Daidzein | Kommen in Rotklee in kleineren Mengen vor, in Soja dagegen reichlich. |
| Weitere | Glycitein und mehrere seltenere Isoflavone wie Irilon, Prunetin und Pratensein. |
Nach der Stellungnahme des BfR von 2007. Wie viel in einem Präparat steckt, hängt stark von Pflanzenteil und Herstellung ab.
Wichtig ist der Unterschied zwischen Lebensmittel und Präparat: Die Bewertungen von BfR und EFSA betreffen Nahrungsergänzungsmittel mit isolierten oder angereicherten Isoflavonen, nicht Rotkleeblüten im Tee.
Eine empfohlene Tagesmenge für Rotklee gibt es nicht. Die Behörden nennen nur Obergrenzen, bis zu denen in Studien keine Schäden beobachtet wurden.
| Gruppe | Was gilt |
|---|---|
| Frauen nach den Wechseljahren | Höchstens 43,5 mg Isoflavone aus Rotklee am Tag und höchstens 3 Monate lang. Diese Orientierungswerte der EFSA soll man laut BfR nicht überschreiten. |
| Frauen in den Wechseljahren | Zu wenige Daten. Das BfR rät, bis auf Weiteres dieselben Werte nicht zu überschreiten. |
| Östrogenabhängiger Brust- oder Gebärmutterkrebs, auch früher | Nicht empfohlen, weil die Daten nicht ausreichen. |
| Längere Einnahme oder höhere Mengen | Für eine Bewertung reichen die Daten laut BfR nicht aus. |
BfR-Mitteilung Nr. 043/2015 zur EFSA-Bewertung von 2015. Die Werte sind Obergrenzen zur Sicherheit, keine Empfehlung zur Einnahme.
Laut der US-Gesundheitsbehörde NCCIH wurden Rotklee-Extrakte in Studien bis zu 2 Jahre lang genommen, ohne dass sich Sicherheitsprobleme zeigten. Treten Beschwerden auf, setz das Präparat ab und lass dich ärztlich beraten.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Hormonpräparate und Antihormontherapie (z. B. Pille, Hormonersatz, Tamoxifen, Aromatasehemmer) | Gezielte Studien fehlen. Bei östrogenabhängigem Brust- oder Gebärmutterkrebs rät das BfR von Isoflavon-Präparaten ab. Nur nach Rücksprache mit deiner Praxis. |
| Methotrexat | Ein Fallbericht (2013) beschreibt eine Frau, die wegen Schuppenflechte Methotrexat bekam. 3 Tage nach Beginn mit Rotklee-Kapseln bekam sie starkes Erbrechen und Bauchschmerzen, die zu einer Methotrexat-Vergiftung passten. Nach dem Absetzen erholte sie sich. |
| Blutverdünner, Operationen und Spritzen | Ein Fallbericht (2024) bringt einen Bluterguss im Wirbelkanal nach einer Spritze an der Halswirbelsäule mit täglichem Rotklee in Verbindung. Nimmst du Blutverdünner, sprich die Einnahme vorher ab, und sag deiner Praxis vor Operationen oder Spritzen Bescheid. |
| Schilddrüsenhormone | Studien mit Rotklee fehlen. Wegen möglicher Effekte von Isoflavonen auf die Schilddrüse besprich die Einnahme vorher mit deiner Praxis. |
Nimmst du regelmäßig Medikamente, frag vor Rotklee-Präparaten in der Apotheke oder Praxis.
Laut NCCIH können Rotklee-Präparate in Schwangerschaft und Stillzeit unsicher sein. Die Orientierungswerte von BfR und EFSA gelten nur für Frauen in und nach den Wechseljahren.
Beim BfR-Expertengespräch 2008 hieß es, dass Genistein die Jodaufnahme der Schilddrüse beeinträchtigen kann – und dass das besonders in Schwangerschaft, Stillzeit und bei Neugeborenen ungünstig sein kann.
Für Kinder und Jugendliche sind Rotklee-Präparate nicht gedacht. In Schwangerschaft und Stillzeit sprich vor jedem Präparat mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder deiner Hebamme.
| Bereich | Was gilt |
|---|---|
| Tee aus den Blüten | Lebensmittel. Der Aufguss der Blüten ist laut EU-Novel-Food-Katalog nicht neuartig (POL-NF-00755). |
| Oberirdische Pflanzenteile | Nur in Nahrungsergänzungsmitteln nicht neuartig. In anderen Lebensmitteln bräuchten sie eine Zulassung als neuartiges Lebensmittel. |
| Stoffliste von Bund und Ländern | Die Blüte ist als Tee und in Nahrungsergänzung bekannt. Das Blatt steht in Liste C: Stoffe, deren Verwendung möglicherweise gesundheitsschädlich ist, weil Daten fehlen oder weil sie nur in Nahrungsergänzung als nicht neuartig gelten. |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. Rotklee steht wie alle Pflanzen „on hold“. Angaben zu Soja-Isoflavonen und Wechseljahresbeschwerden oder Knochen hat die EFSA 2011 und 2012 nicht bestätigt. |
| WHO-Monographie | Laut Stoffliste von Bund und Ländern nennt die WHO keine Anwendung, die durch klinische Daten gestützt ist. |
Die Stoffliste ist eine Orientierungshilfe für Behörden, kein Gesetz. Nahrungsergänzungsmittel werden vor dem Verkauf nicht behördlich auf Wirkung geprüft und dürfen nicht mit Krankheiten beworben werden.
Rotklee wurde vor allem bei Frauen in und nach den Wechseljahren untersucht. Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen.
Eine Cochrane-Auswertung (2013) fasste 43 Studien mit 4.364 Frauen zu Pflanzenöstrogenen zusammen. In den 5 Studien mit einem Rotklee-Extrakt unterschied sich die Zahl der Hitzewallungen nicht von einem Scheinmittel. Auch mit Scheinmittel gingen die Hitzewallungen in den meisten Studien deutlich zurück.
In einer Studie (2003) bekamen 252 Frauen 12 Wochen lang eines von zwei Rotklee-Präparaten oder ein Scheinmittel. In allen drei Gruppen gingen die Hitzewallungen um etwa 5 pro Tag zurück. Die Autoren sahen bei keinem Präparat einen klinisch bedeutsamen Effekt.
Eine Auswertung von 8 Studien (2021) fand mit Rotklee im Mittel etwa 1,7 Hitzewallungen weniger pro Tag als mit Scheinmittel. Die Ergebnisse der Studien unterschieden sich aber stark, die Autoren fordern bessere Studien.
In einer Studie (2004) nahmen 205 Frauen ein Jahr lang Rotklee-Isoflavone oder ein Scheinmittel. Die Dichte des Brustgewebes im Röntgenbild unterschied sich nicht zwischen den Gruppen, auch bei Hormonwerten im Blut und Hitzewallungen gab es keinen Unterschied.
Laut NCCIH gibt es zu den Knochen nur wenige Studien mit uneinheitlichen Ergebnissen. Auch die Ergebnisse zu Cholesterin widersprechen sich.
Belegt ist das nicht. Das BfR hält die angenommenen Wirkungen isolierter Isoflavone bei Wechseljahresbeschwerden für nicht ausreichend gesichert, die Einnahme über lange Zeit in hoher Menge für nicht ohne Risiko.
Auch die Yamswurzel wird mit Hormonen beworben, mehr dazu im Faktencheck Yamswurzel. Für Fragen zu Beschwerden in den Wechseljahren ist die Frauenarztpraxis die richtige Adresse.
Eine Wirkung ist nicht belegt, die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen. Rotklee enthält Isoflavone, in einer Cochrane-Auswertung (2013) unterschied sich die Zahl der Hitzewallungen in 5 Studien aber nicht von einem Scheinmittel.
Die Ergebnisse sind uneinheitlich. In einer der größten Studien mit 252 Frauen (2003) gingen die Hitzewallungen mit Rotklee und mit Scheinmittel ähnlich stark zurück, eine Auswertung von 8 Studien (2021) fand im Mittel etwa 1,7 weniger pro Tag.
Eine empfohlene Menge gibt es nicht. Als Obergrenze für Frauen in und nach den Wechseljahren nennt das BfR 43,5 mg Isoflavone aus Rotklee am Tag für höchstens 3 Monate.
Bei östrogenabhängigem Brust- oder Gebärmutterkrebs, auch nach einer früheren Erkrankung, rät das BfR von Präparaten mit isolierten Isoflavonen ab. Sprich jede Einnahme vorher mit deiner Praxis ab.
Laut NCCIH können Rotklee-Präparate in Schwangerschaft und Stillzeit unsicher sein. Die Orientierungswerte des BfR gelten nur für Frauen in und nach den Wechseljahren.
Nein. Tee aus den Blüten ist ein Lebensmittel, Kapseln enthalten meist Extrakte mit angereicherten Isoflavonen. Die Hinweise des BfR betreffen solche Präparate.
Gezielte Studien fehlen, es gibt aber Fallberichte zu Methotrexat (2013) und zu einem Bluterguss nach einer Spritze (2024). Sprich die Einnahme vorher mit deiner Praxis ab, vor allem bei Hormonpräparaten.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.