Kürbiskern-Extrakt hat keine EU-zugelassene Gesundheitsangabe: In der großen GRANU-Studie mit 1.431 Männern unterschied sich der Extrakt nach einem Jahr nicht vom Scheinmittel. Als Präparat ist Kürbissamen ein traditionelles pflanzliches Arzneimittel, die Kerne und Kürbiskernöl sind normale Lebensmittel.
Kürbiskern-Extrakt wird vor allem Männern mit Beschwerden beim Wasserlassen angeboten, etwa durch eine gutartig vergrößerte Prostata. Daneben richtet er sich an Menschen mit Reizblase.
Als Arzneimittel ist Kürbissamen dafür traditionell registriert. Das heißt: Die Registrierung beruht auf langer Anwendung, nicht auf belegter Wirksamkeit.
Kürbiskerne sind ein normales Lebensmittel. Eine Handvoll (30 g) liefert laut US-Nährwertdatenbank rund 9 g Eiweiß, 180 mg Magnesium und 2,3 mg Zink. Mehr im Lexikon unter Kürbiskerne.
Kürbiskernöl ist ein Speiseöl, bekannt etwa aus der Steiermark. Eine EU-zugelassene Gesundheitsangabe gibt es dafür nicht. Wie bei jedem Öl zählen Menge und Gesamternährung. Mehr unter Kürbiskernöl.
Ideen aus der Küche: Forelle mit Kürbiskern-Kruste, Kürbiskern-Pesto mit Zucchini-Linguine, Kürbis-Feta-Salat mit Kürbiskernöl oder ein Quinoa-Linsen-Salat mit Feta.
Für Kürbiskerne, Kürbiskernöl und Nahrungsergänzungsmittel daraus gibt es keine amtliche Höchstmenge.
Für registrierte Arzneimittel nennt die EMA-Monographie Mengen je nach Zubereitung. Beispiele: ganze oder zerkleinerte Kerne 2,5 bis 7,5 g zweimal am Tag, ein Dickextrakt 500 mg zweimal am Tag. Eine längere Anwendung ist laut Monographie möglich. Diese Angaben gelten für Arzneimittel, nicht als Rat für Kapseln aus dem Supermarkt.
Fälle einer Überdosierung sind laut EMA nicht bekannt. Treten andere Beschwerden auf, frag in der Praxis oder Apotheke.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Medikamente allgemein | Die EMA-Monographie nennt keine bekannten Wechselwirkungen. Das heißt nicht, dass es keine gibt – untersucht ist wenig. |
| Mittel bei Prostata- oder Blasenbeschwerden, z. B. Tamsulosin | Zu Kombinationen haben wir keine Studien gefunden. Besprich das mit deiner urologischen Praxis. |
Nimmst du regelmäßig Medikamente, frag vor einem Präparat in der Apotheke.
Für Kürbiskern-Extrakte ist die Sicherheit in Schwangerschaft und Stillzeit laut EMA nicht belegt. Sie rät deshalb davon ab. Bei Kürbiskernen und Kürbiskernöl als Lebensmittel sind laut EMA keine Fehlbildungen bekannt geworden.
Unter 18 Jahren rät die EMA von Präparaten ab: Beschwerden beim Wasserlassen gehören in diesem Alter in ärztliche Hand. Sprich in Schwangerschaft und Stillzeit vorher mit Ärztin, Arzt oder Hebamme.
Die EMA hat 2012 eine Monographie zu Kürbissamen (Cucurbitae semen) verabschiedet. Danach ist Kürbissamen ein traditionelles pflanzliches Arzneimittel für Beschwerden der unteren Harnwege durch eine gutartig vergrößerte Prostata oder eine Reizblase – nachdem ernste Ursachen ärztlich ausgeschlossen wurden.
Diese Einstufung beruht allein auf langjähriger Anwendung. 2021 hat die EMA neue Studien gesichtet und die Monographie unverändert gelassen.
Kürbiskerne und Kürbiskernöl sind normale Lebensmittel. Kapseln mit Kernpulver oder Öl werden auch als Nahrungsergänzungsmittel verkauft – dann ohne geprüfte Wirkung und ohne erlaubten Krankheitsbezug.
Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen. Verwandte Pflanzen in diesem Bereich sind Sägepalme und Brennnesselwurzel.
In dieser deutschen Studie (2015) bekamen 1.431 Männer mit Beschwerden durch eine vergrößerte Prostata ein Jahr lang Kürbiskerne, Kapseln mit Kürbiskern-Extrakt oder ein Scheinmittel. Beim Extrakt gab es keinen Unterschied zum Scheinmittel. Bei den ganzen Kernen besserten sich die Beschwerden bei etwas mehr Männern (58,5 gegenüber 47,3 Prozent). Die Autoren fordern eine Bestätigungsstudie.
Kleinere Studien aus Korea (47 Männer, 2009) und dem Iran (73 Männer, 2021) untersuchten Kürbiskernöl. Im direkten Vergleich mit dem Medikament Tamsulosin schnitt das Öl schwächer ab. Laut EMA reichen solche kleinen Studien nicht, um die Monographie zu ändern.
Eine japanische Studie (2014) gab 45 Menschen mit Reizblase 12 Wochen lang Öl aus Riesenkürbis-Kernen. Die Beschwerden wurden geringer, eine Vergleichsgruppe mit Scheinmittel gab es aber nicht.
In der Fachliteratur haben wir keine aussagekräftige Studie am Menschen gefunden, die Kürbiskernöl und Darmbeschwerden untersucht.
Ein Auszug aus Kürbiskernen, meist mit Alkohol hergestellt. Als Arzneimittel ist Kürbissamen traditionell registriert, für Lebensmittel gibt es keine EU-zugelassene Gesundheitsangabe.
Eine Wirkung ist nicht so belegt, dass die EU eine Gesundheitsangabe zugelassen hätte. In der großen GRANU-Studie unterschied sich der Extrakt nach einem Jahr nicht vom Scheinmittel.
Für Lebensmittel gibt es keine amtliche Menge. Die EMA-Monographie nennt für registrierte Arzneimittel je nach Zubereitung eigene Mengen, etwa 500 mg Dickextrakt zweimal am Tag.
Laut EMA-Monographie ist eine längere Anwendung möglich. Wichtig ist, dass die Beschwerden vorher ärztlich abgeklärt sind.
Kürbiskernöl ist ein Speiseöl wie andere auch, eine EU-zugelassene Gesundheitsangabe gibt es dafür nicht. Zu Kürbiskernöl und Darmbeschwerden haben wir keine aussagekräftigen Studien am Menschen gefunden.
Laut EMA haben etwa 4 von 100 Menschen leichte Beschwerden von Magen und Darm. Bei Allergie gegen Kürbissamen keine Präparate nehmen.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.