Als Nahrungsergänzung hat Mönchspfeffer keine belegte Wirkung: Die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen. Ein bestimmter Extrakt ist als Arzneimittel anerkannt, die EMA stützt sich dabei vor allem auf eine Studie mit 170 Frauen mit prämenstruellem Syndrom (2001) – eine Auswertung von 17 Studien (2017) fand aber viele Mängel und Hinweise auf unveröffentlichte Ergebnisse. Wie Mönchspfeffer wirken soll, ist laut EMA nicht bekannt, in Schwangerschaft und Stillzeit rät sie ab. Stand: Oktober 2026.
Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus), auch Keuschlamm genannt, ist ein Strauch aus dem Mittelmeerraum, Zentralasien und Teilen Indiens. Verwendet werden die getrockneten Früchte. Mehr zur Pflanze im Lexikon unter Mönchspfeffer.
Angeboten wird Mönchspfeffer vor allem Frauen, rund um den Zyklus und bei Kinderwunsch. Für dieselben Themen werden auch Frauenmantel und Myo-Inositol beworben.
Wie Mönchspfeffer wirken soll, ist laut EMA nicht bekannt. In Laborversuchen zeigten Extrakte dopaminähnliche Effekte. Prolaktin ist ein Hormon der Hirnanhangdrüse. Beim Menschen ist ein Einfluss auf erhöhte Prolaktin-Werte laut EMA nicht eindeutig belegt, und Daten zu Östrogen-Rezeptoren sind widersprüchlich.
| Form | Was es ist | Einordnung |
|---|---|---|
| Arzneimittel mit Trockenextrakt | Ein bestimmter Extrakt aus den Früchten, mit Alkohol hergestellt, in Tabletten | Laut EMA-Monographie ein Arzneimittel mit „gut belegter Anwendung“. Mit Packungsbeilage. |
| Traditionelle Arzneimittel | Fruchtpulver, Tinktur oder andere Trockenextrakte | Registriert allein auf Basis langer Anwendung, in Deutschland und Österreich seit über 30 Jahren im Handel. Tinkturen enthalten Alkohol. |
| Nahrungsergänzung | Fruchtpulver oder Extrakt in Kapseln, Menge je nach Hersteller | Lebensmittel ohne geprüfte Wirkung. Die Früchte gelten laut Stoffliste von Bund und Ländern nur in Nahrungsergänzung als nicht neuartig, die Liste empfiehlt eine beschränkte Verwendung. |
Quellen: EMA-Monographie (2018) und Bewertungsbericht, Stoffliste von Bund und Ländern (2026).
Ergebnisse einer Studie lassen sich nicht einfach auf ein anderes Produkt übertragen. Laut einer Auswertung (2019) beschrieben die meisten Studien nicht einmal genau, welches Präparat sie getestet hatten.
Für Mönchspfeffer in Nahrungsergänzungsmitteln gibt es in Deutschland keine amtliche Tagesmenge und keine Höchstmenge.
Die EMA-Monographie legt Zubereitungen und Mengen nur für Arzneimittel fest. Für Kapseln als Nahrungsergänzung gelten sie nicht, und sie sind kein Rat zur Einnahme. Bei Arzneimitteln stehen Menge und Dauer in der Packungsbeilage. Bleiben Beschwerden nach 3 Monaten Anwendung bestehen, sieht die EMA eine ärztliche Abklärung vor.
Die Stoffliste von Bund und Ländern führt die Früchte als Arzneistoff und traditionelles Arzneimittel. In Nahrungsergänzung gelten sie als nicht neuartig, in anderen Lebensmitteln nicht. Die Liste empfiehlt, die Verwendung zu beschränken, nennt aber keine Zahl. Sie ist eine Orientierungshilfe für Behörden, kein Gesetz.
Hast du Beschwerden mit einem Präparat, frag in der Praxis oder Apotheke.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Dopamin-Agonisten, etwa bei Parkinson oder erhöhtem Prolaktin | Wechselwirkungen sind laut EMA nicht auszuschließen. Nur nach ärztlicher Rücksprache. |
| Dopamin-Antagonisten, etwa viele Neuroleptika oder Metoclopramid | Wechselwirkungen sind laut EMA nicht auszuschließen. Nur nach ärztlicher Rücksprache. |
| Östrogene, etwa in der Pille oder in Hormonpräparaten, und Antiöstrogene wie Tamoxifen | Laut EMA vorher ärztlichen Rat einholen. |
| Medikamente allgemein | Die EMA nennt keine berichteten Wechselwirkungen. Untersucht ist aber wenig. |
Nimmst du regelmäßig Medikamente, frag vor einem Präparat in der Apotheke.
Für die Schwangerschaft gibt es laut EMA keinen Anwendungsgrund. Daten fehlen, Tierversuche reichen nicht aus – die EMA rät ab. In der Stillzeit rät sie ebenfalls ab: Daten aus Tierversuchen deuten darauf hin, dass Mönchspfeffer die Milchbildung beeinflussen kann, ein Risiko für das Kind ist nicht auszuschließen.
Studien über die Fruchtbarkeit gibt es laut EMA nicht. Ein Fallbericht beschreibt auffällige Hormonwerte während einer Kinderwunschbehandlung, das Präparat enthielt aber noch zwei weitere Pflanzen. Sprich bei Kinderwunsch vor jeder Einnahme mit deiner Frauenarzt- oder Kinderwunschpraxis.
Unter 18 Jahren empfiehlt die EMA Mönchspfeffer nicht, weil Daten fehlen. Präparate in diesen Lebensphasen nur nach Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Hebamme.
| Thema | Was gilt |
|---|---|
| Arzneimittel (EU-Monographie der EMA, 2018) | Ein bestimmter Trockenextrakt: „gut belegte Anwendung“ beim prämenstruellen Syndrom. Pulver, Tinktur und weitere Extrakte: traditionelles Arzneimittel bei leichten Beschwerden in den Tagen vor der Monatsblutung, allein auf Basis langer Anwendung. Nur für erwachsene Frauen. |
| Überprüfung | 2024 hat die EMA die regelmäßige Überprüfung der Monographie begonnen. Ein Ergebnis ist noch nicht veröffentlicht. |
| Arzneimittel in Deutschland | Arzneimittel mit Mönchspfeffer-Extrakt gibt es in Deutschland und Österreich seit über 30 Jahren. |
| EU-Katalog für neuartige Lebensmittel | Kein Eintrag zu Vitex agnus-castus. Eine verwandte Art, Vitex negundo, gilt dort als noch nicht zugelassenes neuartiges Lebensmittel. |
| Stoffliste von Bund und Ländern | Frucht: nur in Nahrungsergänzung nicht neuartig, außerdem Arzneistoff und traditionelles Arzneimittel. Verwendung nur beschränkt empfohlen (Liste B). Nicht verbindlich. |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. Angaben zu Pflanzen stehen bei der EU „on hold“. |
Ob ein Produkt Arzneimittel oder Nahrungsergänzung ist, entscheiden Behörden im Einzelfall. Als Lebensmittel darf Mönchspfeffer nicht mit Krankheiten oder Beschwerden wie dem prämenstruellen Syndrom beworben werden.
Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen. Fast alle Studien testeten Arzneimittel-Extrakte. Für die Wechseljahre wird oft Traubensilberkerze beworben, auch dort sind die Studien uneinheitlich.
170 Frauen mit prämenstruellem Syndrom nahmen 3 Zyklen lang einen bestimmten Extrakt oder Placebo. Bei 52 Prozent der Frauen mit Extrakt gingen die selbst bewerteten Beschwerden um mindestens die Hälfte zurück, mit Placebo bei 24 Prozent. Die EMA stützt die Anerkennung als Arzneimittel vor allem auf diese eine Studie.
14 davon flossen in die Berechnung ein. Rechnerisch ergab sich ein großer Unterschied zu Placebo, aber die meisten Studien hatten ein hohes Risiko für verzerrte Ergebnisse, sie unterschieden sich stark, und es gab Hinweise auf unveröffentlichte Studien. Die Autoren halten den Effekt deshalb für überschätzt.
Von 21 Studien beschrieben nur 3 mit zusammen 520 Frauen ihr Präparat ausreichend. In diesen gingen die Beschwerden mit Extrakt häufiger zurück als mit Placebo. Die übrigen Studien taugen laut den Autoren kaum als Beleg.
Eine Übersicht (2013) fand 12 Studien, darunter 2 mit Frauen mit leicht erhöhtem Prolaktin. Die Studien waren teils klein und untersuchten sehr unterschiedliche Beschwerden. Studien über die Fruchtbarkeit gibt es laut EMA nicht.
So wird Mönchspfeffer manchmal dargestellt. Laut EMA ist die Wirkweise aber nicht bekannt, Daten zu Östrogen-Rezeptoren sind widersprüchlich, und ein Einfluss auf erhöhte Prolaktin-Werte ist beim Menschen nicht eindeutig belegt.
Als Nahrungsergänzung gibt es keine belegte Wirkung, die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen. Ein bestimmter Extrakt ist als Arzneimittel anerkannt, die Studien dazu haben aber viele Mängel.
In einer Studie mit 170 Frauen (2001) gingen die Beschwerden mit einem bestimmten Extrakt häufiger zurück als mit Placebo. Auswertungen bemängeln aber, dass viele Studien schlecht gemacht oder unzureichend beschrieben sind. Starke Beschwerden gehören in die Frauenarztpraxis.
Studien über die Fruchtbarkeit gibt es laut EMA nicht. Bei unerfülltem Kinderwunsch sprich mit deiner Frauenarzt- oder Kinderwunschpraxis, bevor du Präparate nimmst – Mönchspfeffer ist in Schwangerschaft und Stillzeit nicht empfohlen.
Beschrieben sind Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Bauchschmerzen, Akne, Veränderungen der Monatsblutung und allergische Reaktionen bis hin zu schweren mit Atemnot. Wie häufig sie sind, ist nicht bekannt.
Die meisten Pillen enthalten ein Östrogen. Bei Östrogenen rät die EMA, vorher ärztlichen Rat einzuholen – frag deine Frauenarztpraxis.
Nein, die EMA rät in Schwangerschaft und Stillzeit ab. Daten fehlen, und Tierversuche deuten auf einen Einfluss auf die Milchbildung hin.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.