Myo-Inositol ist ein Zuckeralkohol, den dein Körper selbst bildet – etwa 4 g am Tag. Eine EU-zugelassene Wirkung gibt es nicht, und die internationale PCOS-Leitlinie 2023 nennt den Nutzen begrenzt. Eine bestimmte Form oder Menge empfiehlt sie nicht.
Inositol ist ein Zuckeralkohol. Myo-Inositol ist die häufigste Form, eine andere ist D-Chiro-Inositol. Beide sind Bausteine von Zellmembranen und Signalstoffen in der Zelle.
Der Körper bildet laut norwegischer Behörde für Lebensmittelsicherheit (VKM) etwa 4 g am Tag selbst, vor allem in den Nieren. Deshalb gibt es keinen Bedarf, den du über das Essen decken musst.
Am meisten steckt in Obst, Bohnen, Getreide und Nüssen. Bei Obst sind es vor allem Zitrusfrüchte wie Orangen und Grapefruit, Cantaloupe-Melone, Kiwi und Mango. Frisch enthält mehr als tiefgekühlt oder aus der Dose.
In Samen und Hülsenfrüchten liegt Inositol großteils als Phytinsäure vor. Mit normalem Essen nimmst du laut VKM 500 bis 1.000 mg am Tag auf.
Ideen aus der Küche: Artischocken-Grapefruit-Salat, Rotkohl mit Orange und Walnüssen, Grünkohl-Eintopf mit Bohnen oder ein Melonen-Gurken-Salat mit Minze.
Einen Referenzwert gibt es nicht, weil der Körper Inositol selbst bildet. Aus dem Essen kommen je nach Ernährung grob 0,2 bis 1,5 g am Tag dazu – mit viel frischem Obst und Bohnen eher mehr.
Die internationale PCOS-Leitlinie 2023 hält fest: Eine bestimmte Form, Menge oder Kombination von Inositol kann derzeit nicht empfohlen werden.
Eine EU-Höchstmenge oder einen BfR-Wert für Inositol-Präparate gibt es nicht. Die VKM nennt als höchste Menge ohne beobachtete Nebenwirkungen beim Menschen 18 g am Tag – aus einer dreimonatigen Studie mit Rauchern.
In Studien mit 4 g am Tag wurden laut VKM keine Nebenwirkungen beschrieben. Das ist eine Studienbeobachtung, keine Empfehlung. In Deutschland dürfen Energydrinks höchstens 200 mg Inositol pro Liter enthalten.
Die PCOS-Leitlinie 2023 hält aber auch fest: Nebenwirkungen und Sicherheit von Inositol sind nicht ausreichend bekannt.
Gut belegte Wechselwirkungen mit Medikamenten sind nicht bekannt. Das heißt nicht, dass es keine gibt – es wurde wenig untersucht.
Nimmst du Diabetes-Medikamente, Hormone oder Mittel zur Kinderwunschbehandlung, besprich Inositol vorher mit deiner Praxis.
Myo-Inositol wurde in der Schwangerschaft im Zusammenhang mit Schwangerschaftsdiabetes untersucht. Die Belege sind schwach, und Menge und Beginn waren in den Studien sehr unterschiedlich – mehr unter Was sagt die Forschung?
Präparate in Schwangerschaft und Stillzeit nur nach Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Hebamme. Für Frauen mit Kinderwunsch gilt die Empfehlung zu Folsäure – die ist gut belegt.
Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen.
Ein Cochrane-Review von 2018 wertete 13 Studien mit 1.472 Frauen aus. Ob Myo-Inositol die Zahl der Schwangerschaften oder Geburten erhöht, war unsicher, die Belege waren von sehr niedriger Qualität. Die internationale PCOS-Leitlinie 2023 nennt Inositol bei Kinderwunsch deshalb experimentell.
Eine Auswertung von 30 Studien mit 2.230 Frauen (2024), gemacht für die Leitlinie, fand die Ergebnisse begrenzt und nicht eindeutig. Die Leitlinie sagt: Inositol kann man erwägen, der Schaden ist gering, der Nutzen aber auch.
Ein Cochrane-Review von 2023 fand 7 Studien mit 1.319 Frauen, sechs davon aus Italien. Schwangerschaftsdiabetes trat mit Myo-Inositol seltener auf. Die Sicherheit der Belege war niedrig bis sehr niedrig, mögliche Schäden wurden kaum erfasst.
Beide Formen und Mischungen wurden untersucht. Laut Leitlinie lässt sich keine bestimmte Form, Menge oder Mischung empfehlen – auch nicht das oft beworbene Verhältnis 40 zu 1. Mehr zur anderen Form unter D-Chiro-Inositol.
Es ist Baustein von Zellmembranen und Signalstoffen, der Körper bildet es selbst. Eine EU-zugelassene Gesundheitsangabe gibt es nicht.
Das ist nicht belegt. Die internationale PCOS-Leitlinie 2023 nennt den Nutzen begrenzt und Inositol bei Kinderwunsch experimentell. Besprich es mit deiner gynäkologischen Praxis.
Einen Referenzwert gibt es nicht, der Körper bildet etwa 4 g am Tag selbst. Eine bestimmte Menge für Präparate kann laut PCOS-Leitlinie derzeit nicht empfohlen werden.
Hohe Mengen können Übelkeit, Blähungen und Durchfall machen. Laut Leitlinie sind Nebenwirkungen und Sicherheit nicht ausreichend bekannt.
Nein. Der Körper bildet es selbst, deshalb zählt es nicht zu den Vitaminen – auch wenn es manchmal Vitamin B8 genannt wird.
Eine amtliche Empfehlung zur Tageszeit gibt es nicht. Wenn deine Praxis es dir rät, folge ihrem Plan.
Vor allem frisches Obst wie Orangen, Grapefruit und Cantaloupe-Melone, dazu Bohnen, Getreide und Nüsse.
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