Eine belegte Wirkung hat Inosin nicht: In drei kleinen Studien mit Läufern und Radfahrern brachten 5 bis 10 g am Tag keine bessere Leistung. Der Körper baut Inosin zu Harnsäure ab, und in einer großen Studie mit 298 Menschen traten unter Inosin rund fünfmal so viele Nierensteine auf wie unter Placebo. Eine EU-zugelassene Gesundheitsangabe gibt es nicht, eine Zulassung als neuartiges Lebensmittel auch nicht. Stand: Oktober 2026.
Inosin ist ein Nukleosid: die Purinbase Hypoxanthin, verbunden mit dem Baustein Ribose. Der Körper bildet Inosin selbst, wenn er Purine abbaut. Über Hypoxanthin und Xanthin wird daraus am Ende Harnsäure.
Als Nahrungsergänzung wird Inosin vor allem Sportlern angeboten. Die Idee: mehr Leistung im Training. Studien haben das nicht bestätigt.
In der Medizin wurde Inosin bei Parkinson und Multipler Sklerose untersucht. Der Grund: Es hebt die Harnsäure im Blut an, und Harnsäure fängt im Labor bestimmte reaktive Stoffe ab. Ribose, ein Baustein von Inosin, wird auch einzeln verkauft: D-Ribose.
Für Inosin gibt es keine amtliche Tagesmenge und keine Höchstmenge für Nahrungsergänzungsmittel.
In den Sportstudien wurden 5 bis 10 g am Tag über 2 bis 10 Tage untersucht. In einer Studie bei Multipler Sklerose waren es 3 g am Tag. In der Parkinson-Studie SURE-PD3 wurde die Menge so eingestellt, dass die Harnsäure in einem Zielbereich lag. Das sind Studienbedingungen, kein Rat.
Für das Arzneimittel Inosin-Pranobex gilt laut Fachinformation: nicht bei einem akuten Gichtanfall oder krankhaft erhöhter Harnsäure. Bei Nierensteinen oder Nierenleiden ist Vorsicht nötig, bei längerer Einnahme können Nierensteine entstehen.
In SURE-PD3 traten unter Inosin dagegen weniger schwere Nebenwirkungen auf als unter Placebo. Die Studie lief aber unter ärztlicher Kontrolle mit regelmäßigen Blutwerten.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Gichtmittel, die die Bildung von Harnsäure bremsen oder ihre Ausscheidung erhöhen | Inosin hebt die Harnsäure an und arbeitet damit gegen diese Mittel. Für Inosin-Pranobex nennt die Fachinformation sie ausdrücklich als Wechselwirkung. Sprich das mit deiner Praxis ab. |
| Diuretika („Wassertabletten“) | Für Inosin-Pranobex nennt die Fachinformation auch Diuretika als mögliche Wechselwirkung. Sag in der Praxis, dass du Inosin nimmst. |
| Medikamente bei Parkinson oder Multipler Sklerose | Inosin wurde dort nur in Studien zusätzlich zur Behandlung untersucht, unter ärztlicher Kontrolle. Nimm es nicht auf eigene Faust dazu. |
Nimmst du regelmäßig Medikamente, frag vor Inosin-Präparaten in der Apotheke oder Praxis.
Zu Inosin als Präparat in Schwangerschaft und Stillzeit gibt es keine Sicherheitsdaten. Für Kinder und Jugendliche auch nicht.
In Schwangerschaft und Stillzeit sowie für Kinder nur nach Rücksprache mit Ärztin oder Arzt.
Inosin taucht in drei Rechtsbereichen auf. Das sorgt leicht für Verwechslungen.
| Bereich | Was gilt |
|---|---|
| Nahrungsergänzungsmittel | Im EU-Katalog für neuartige Lebensmittel steht Inosin nicht, in der EU-Liste zugelassener neuartiger Lebensmittel auch nicht. Ob es vor 1997 nennenswert als Lebensmittel verzehrt wurde, hat die EU nicht festgestellt. |
| Behörden-Warnungen | Im EU-Schnellwarnsystem RASFF haben wir keine Meldung zu Inosin gefunden. |
| Geschmacksverstärker | Inosinsäure (E 630) und ihre Salze (E 631 bis E 633) sind in der EU als Zusatzstoffe zugelassen. Inosinsäure ist Inosin mit einem Phosphat-Rest, also ein anderer Stoff. |
| Arzneimittel | Inosin-Pranobex (Inosin-Acedoben-Dimepranol) ist ein Arzneistoff, eine Verbindung aus Inosin und zwei weiteren Stoffen. In Ungarn etwa ist er als verschreibungspflichtiges Arzneimittel zugelassen. |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. |
| Doping | Auf der Verbotsliste 2026 der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) steht Inosin nicht. |
Ein fehlender Eintrag im Katalog heißt nicht, dass Inosin erlaubt ist. Er heißt nur: Die EU hat den Status nicht geprüft. Für die Sicherheit und Verkehrsfähigkeit eines Produkts ist der Hersteller verantwortlich.
Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen. Anders als bei Kreatin gibt es für Inosin keine zugelassene Angabe zur Leistung.
In drei kleinen Studien mit 7 bis 10 trainierten Läufern und Radfahrern (1990, 1996, 1999) brachte Inosin weder bei der Ausdauer noch beim Sprint einen Vorteil. In zwei der Studien hielten die Sportler im Test bis zur Erschöpfung mit Placebo sogar länger durch.
298 Menschen mit früher Parkinson-Krankheit bekamen bis zu 2 Jahre Inosin oder Placebo (2021). Die Harnsäure stieg wie geplant, das Fortschreiten der Krankheit unterschied sich aber nicht. Die Studie wurde vorzeitig beendet, weil kein Nutzen mehr zu erwarten war.
Eine Studie mit 16 Menschen (2009) berichtete günstige Befunde im MRT, 4 Teilnehmende bekamen Nierensteine. Eine Studie mit 36 Menschen (2015) und eine zweijährige Studie aus Belgien (2010) fanden keinen zusätzlichen Nutzen zur Standardbehandlung.
Studien mit gesunden Menschen über längere Zeit fehlen. Eine Übersicht von 2022 hält Inosin bei Erkrankungen des Nervensystems weiter für offen und rät, auf Nierensteine zu achten.
Supplement-Tracker: Einnahme planen und abhaken
Belegt ist keine, und eine EU-zugelassene Gesundheitsangabe gibt es nicht. In drei Studien mit trainierten Sportlern wurde die Ausdauer mit 5 bis 10 g am Tag nicht besser, in zwei hielten sie mit Placebo sogar länger durch. Bei Parkinson unterschied sich das Fortschreiten der Krankheit in einer großen Studie nicht.
Ein Nukleosid aus der Purinbase Hypoxanthin und Ribose. Der Körper bildet es selbst und baut es zu Harnsäure ab.
Ja. In der Parkinson-Studie SURE-PD3 lag die Harnsäure unter Inosin im Mittel um 44 % höher. Nierensteine traten dort rund fünfmal so oft auf wie unter Placebo.
Nur nach ärztlicher Rücksprache. Inosin hebt die Harnsäure an, und das Arzneimittel Inosin-Pranobex ist bei einem akuten Gichtanfall ausdrücklich nicht erlaubt.
Nein. E 630 ist Inosinsäure, also Inosin mit einem Phosphat-Rest. Sie ist in der EU als Geschmacksverstärker zugelassen.
Nein. Auf der Verbotsliste 2026 der Welt-Anti-Doping-Agentur steht Inosin nicht.
Das ist ungeklärt. Im EU-Katalog für neuartige Lebensmittel gibt es keinen Eintrag, eine Zulassung als neuartiges Lebensmittel auch nicht.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.