NADH ist ein Helfer-Molekül in jeder Zelle. Dein Körper bildet es selbst, vor allem aus Niacin (Vitamin B3). Hier steht, was über Kapseln mit NADH bekannt ist – und was nicht.
NADH steht für Nicotinamid-Adenin-Dinukleotid in seiner „geladenen“ Form. Es ist ein Coenzym: Es hilft Enzymen bei ihrer Arbeit. In den Mitochondrien, den Kraftwerken der Zellen, gibt NADH Elektronen ab. Daraus gewinnt die Zelle Energie in Form von ATP.
Dein Körper bildet NAD und NADH selbst. Die Bausteine sind Niacin, also Vitamin B3, und die Aminosäure Tryptophan. Verwandte Vorstufen sind Nicotinamid Ribosid und NMN.
NADH selbst steht in keiner Nährwerttabelle. Wichtig ist die Vorstufe Niacin. Laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) liefern vor allem Fisch, mageres Fleisch, Innereien, Brot, Erdnüsse und Pilze Niacin.
| Lebensmittel | mg pro 100 g | mg pro Portion |
|---|---|---|
| Thunfisch (Gelbflosse) | 18,5 | 23,1 (1 Steak, 125 g) |
| Erdnüsse | 12,1 | 3,6 (Handvoll, 30 g) |
| Hähnchenbrust | 9,6 | 12 (125 g) |
| Makrele | 9,1 | 11,4 (1 Filet, 125 g) |
| Lachs (Zucht) | 8,7 | 10,9 (1 Filet, 125 g) |
| Buchweizen | 7 | 4,2 (60 g roh) |
| Kürbiskerne | 5 | 1,5 (Handvoll, 30 g) |
| Austernpilze | 5 | 5 (100 g) |
| Vollkornbrot | 4,4 | 2,2 (1 Scheibe, 50 g) |
| Shiitake | 3,9 | 3,9 (100 g) |
| Champignons | 3,6 | 3,6 (100 g) |
Werte: USDA FoodData Central (SR Legacy), roh bzw. getrocknet, gerundet. Gezeigt ist fertiges Niacin. Niacin, das der Körper aus Tryptophan bildet, ist nicht eingerechnet.
Ideen aus der Küche: Thunfisch-Kichererbsen-Salat, Afrikanischer Erdnuss-Okra-Topf, Vollkorn-Pasta mit Pilz-Bolognese oder eine Erdnuss-Tempeh-Bowl.
Nein. Für NADH gibt es keinen Referenzwert, weil der Körper es selbst bildet. Einen Referenzwert gibt es nur für die Vorstufe Niacin.
Die DGE empfiehlt Erwachsenen je nach Alter und Geschlecht 11 bis 16 mg Niacin-Äquivalente am Tag. Ein Mangel ist in Deutschland laut DGE selten und tritt meist als Folge von Krankheiten auf.
Eine amtliche Höchstmenge für NADH gibt es nicht – weder von der EU noch vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Laut Verbraucherzentrale ist der Hersteller selbst dafür verantwortlich, dass die empfohlene Tagesmenge sicher ist.
In Studien wurden meist 10 bis 20 mg am Tag untersucht, oft zusammen mit Coenzym Q10. Das ist eine Studienbedingung, kein Rat.
In den Studien mit 10 bis 20 mg am Tag wurden keine schweren Nebenwirkungen berichtet. Die Studien liefen aber nur wenige Wochen bis Monate und waren klein.
Eine Bewertung der Sicherheit durch eine Behörde gibt es nicht. Zu höheren Mengen und langer Einnahme fehlen Daten.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Demenz- oder Parkinson-Medikamente | NADH wurde in kleinen Studien zusätzlich zu solchen Mitteln untersucht. Ob das sinnvoll ist, entscheidet nur die behandelnde Praxis. |
| Alle anderen Medikamente | Studien zu Wechselwirkungen gibt es nicht. Fehlende Daten heißen nicht, dass es keine gibt. |
Nimmst du regelmäßig Medikamente, frag vor einem Präparat in der Apotheke oder Praxis.
Zu NADH-Präparaten in Schwangerschaft, Stillzeit und bei Kindern gibt es keine Studien und keine Bewertung. Niacin aus dem Essen ist kein Problem.
Präparate in dieser Zeit und für Kinder nur nach Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Hebamme.
Die meisten Studien zu NADH stammen aus den 1990er- und 2000er-Jahren. Hier steht, was untersucht wurde – ohne Versprechen.
Die erste Studie (1999) untersuchte 26 Menschen mit ME/CFS, je vier Wochen 10 mg NADH oder Placebo. 8 von 26 sprachen auf NADH an, 2 von 26 auf Placebo. Eine spanische Studie mit 86 Menschen und 20 mg (2010) fand bei den meisten Messwerten keinen Unterschied zu Placebo.
Zwei spanische Studien gaben 20 mg NADH zusammen mit 200 mg Coenzym Q10. In der ersten (2015, 73 Menschen) war die Erschöpfung im Fragebogen geringer als mit Placebo. In der größeren (2021, 207 Menschen) wurden vor allem Veränderungen innerhalb der behandelten Gruppe berichtet. Was davon auf NADH zurückgeht, lässt sich nicht trennen.
Eine Übersicht von 2025 fasste 14 Studien zu Präparaten bei ME/CFS zusammen. Das Risiko für Verzerrungen war hoch, die Studien klein, oft mit fehlenden Daten. Feste Schlüsse lassen sich laut den Autoren nicht ziehen.
Eine offene Studie (2000) gab 25 Menschen mit Demenz drei Monate lang 10 mg NADH am Tag. Bei den 19, die bis zum Ende dabei waren, zeigten die Gedächtnistests keine Veränderung.
Eine Studie (2002) untersuchte 35 Gesunde nach einem Flug über drei Zeitzonen. Die Gruppe mit NADH schnitt in einigen Tests besser ab. Erstautor war der Entwickler des Präparats. Eine unabhängige Wiederholung fehlt.
Supplement-Tracker: Einnahme planen und abhaken
NADH ist ein Coenzym, das in jeder Zelle Elektronen für die Energiegewinnung weitergibt. Der Körper bildet es selbst aus Niacin und Tryptophan. Eine EU-zugelassene Gesundheitsangabe für NADH-Präparate gibt es nicht.
Eine amtliche Dosierung oder Höchstmenge gibt es nicht. In Studien wurden meist 10 bis 20 mg am Tag untersucht – das ist eine Studienbedingung, kein Rat.
Eine amtliche Empfehlung zur Tageszeit gibt es nicht. Hinweise auf der Packung stammen vom Hersteller und sind nicht geprüft.
Im Novel-Food-Katalog der EU gilt NAD in Nahrungsergänzungsmitteln als nicht neuartig, die Verbraucherzentrale hält NADH dort für erlaubt. Ganz eindeutig ist die Lage nicht: Eine bayerische Behörde sah das anders, ein Gericht widersprach ihr im Eilverfahren.
In kleinen Studien mit 10 bis 20 mg am Tag wurden keine schweren Nebenwirkungen berichtet. Daten zu langer Einnahme fehlen.
Nein. Niacin und NMN sind Vorstufen, aus denen der Körper NAD bildet. NMN ist in der EU nicht als Lebensmittel zugelassen, für Niacin gibt es einen Referenzwert und zugelassene Angaben.
Lebensmittel mit Niacin, etwa Thunfisch, Hähnchen, Lachs, Erdnüsse, Pilze und Vollkornbrot. Die Tabelle oben zeigt die Werte pro Portion.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.