Eine belegte Wirkung hat Mäusedorn als Nahrungsergänzung nicht: Die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen, und die EMA führt den Wurzelstock nur als traditionelles Arzneimittel bei schweren Beinen und bei Juckreiz durch Hämorrhoiden, also auf Basis langer Anwendung. Laut EMA gibt es nur eine Studie mit Mäusedorn allein bei Venenschwäche: Bei 166 Frauen war das Beinvolumen nach 12 Wochen im Mittel um etwa 20 Milliliter kleiner als mit Placebo, die Lebensqualität änderte sich nicht. Viele Präparate kombinieren Mäusedorn mit Hesperidin-Methylchalkon und Vitamin C. Stand: Oktober 2026.
Der Stechende Mäusedorn (Ruscus aculeatus) ist ein niedriger, immergrüner Strauch aus Südeuropa und dem Mittelmeerraum. Er trägt stachelige, blattartige Triebe und rote Beeren. Für Präparate wird der Wurzelstock verwendet.
Typische Inhaltsstoffe sind Saponine, vor allem Ruscogenin und Neoruscogenin, zusammen Ruscogenine genannt. Präparate werden oft auf diese Stoffe eingestellt.
Beworben wird Mäusedorn für schwere, müde Beine und bei Hämorrhoiden – ähnlich wie Rosskastanie oder Diosmin. Häufig steckt er in Kombipräparaten mit einem Abkömmling von Hesperidin und mit Vitamin C.
| Form | Was es ist | Einordnung |
|---|---|---|
| Traditionelles Arzneimittel | Gepulverter Wurzelstock oder Trockenextrakt daraus | Laut EMA-Monographie traditionelles Arzneimittel, also auf Basis langer Anwendung, ohne ausreichende Wirksamkeitsstudien. |
| Kombipräparat | Mäusedorn-Extrakt mit Hesperidin-Methylchalkon und Vitamin C | In mehreren EU-Ländern als Arzneimittel im Handel. Die EMA hat Kombinationen nicht bewertet. |
| Nahrungsergänzung | Extrakte unterschiedlicher Art, Gehalt an Ruscogeninen je nach Hersteller | Lebensmittel ohne geprüfte Wirkung. Laut EU-Katalog in Nahrungsergänzung nicht neuartig. |
Quellen: EMA-Monographie (2018) und Bewertungsbericht, EU-Novel-Food-Katalog (POL-NF-00670).
Für dich zählt der Unterschied: Die meisten Studien testeten Kombipräparate. Was davon auf Mäusedorn zurückgeht und was auf die anderen Stoffe, lässt sich laut EMA nicht trennen.
Für Mäusedorn in Nahrungsergänzungsmitteln gibt es in Deutschland keine amtliche Tagesmenge und keine Höchstmenge.
Die EMA-Monographie legt Zubereitungen und Mengen nur für Arzneimittel fest. Für Kapseln als Nahrungsergänzung gelten sie nicht, und sie sind kein Rat zur Einnahme. Laut EMA sollen Beschwerden, die nach 2 Wochen nicht besser sind, ärztlich abgeklärt werden.
Die Stoffliste von Bund und Ländern führt den Wurzelstock als Arzneistoff und traditionelles Arzneimittel und empfiehlt, die Verwendung in Lebensmitteln zu beschränken (Liste B). Eine Zahl nennt sie nicht. Die Liste ist eine Orientierungshilfe für Behörden, kein Gesetz.
Hast du länger anhaltenden Durchfall oder andere Beschwerden mit einem Präparat, setz es ab und frag in der Praxis oder Apotheke.
| Medikament oder Situation | Gut zu wissen |
|---|---|
| Medikamente allgemein | Laut EMA sind keine Wechselwirkungen bekannt. Gezielt untersucht ist das kaum. |
| Bluthochdruck und Blutdruckmittel | Im Labor zogen sich Venen unter Mäusedorn-Extrakt über dieselben Rezeptoren zusammen, an denen auch Noradrenalin wirkt. Ob das beim Menschen den Blutdruck beeinflusst, ist laut EMA nicht belegt. Bei Bluthochdruck vorher ärztlich besprechen. |
Nimmst du regelmäßig Medikamente, frag vor einem Mäusedorn-Präparat in der Apotheke.
Die EMA rät in Schwangerschaft und Stillzeit von Mäusedorn ab, weil die Sicherheit nicht belegt ist. In einer kleinen Untersuchung mit 23 Schwangeren, die ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel ein Kombipräparat nahmen, fielen keine Schäden auf – für eine sichere Aussage reicht das nicht. Studien zu Erbgut und Fruchtschäden fehlen.
Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist die Anwendung nicht untersucht, die EMA empfiehlt sie nicht. Präparate in diesen Lebensphasen nur nach Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Hebamme.
| Thema | Was gilt |
|---|---|
| Arzneimittel (EU-Monographie der EMA, 2018) | Wurzelstock: traditionelles Arzneimittel bei Beschwerden und Schweregefühl in den Beinen durch leichte Durchblutungsstörungen der Venen und bei Juckreiz und Brennen durch Hämorrhoiden, nachdem ernste Ursachen ärztlich ausgeschlossen sind. Eine „gut belegte Anwendung“ sah die EMA nicht. |
| Überprüfung 2025/2026 | Bei der regelmäßigen Überprüfung fand die EMA keine neuen Daten, die eine Änderung der Monographie nötig machen. |
| EU-Katalog für neuartige Lebensmittel | Ganze Pflanze: in Nahrungsergänzung nicht neuartig. Für andere Lebensmittel gilt dieser Eintrag nicht. |
| Stoffliste von Bund und Ländern | Wurzelstock: Arzneistoff und traditionelles Arzneimittel, Verwendung in Lebensmitteln nur beschränkt empfohlen (Liste B). Nicht verbindlich. |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. Angaben zu Pflanzen stehen bei der EU „on hold“. |
Für dich heißt das: Mäusedorn darf in Nahrungsergänzungsmitteln stecken, aber nicht mit Venen- oder Hämorrhoiden-Wirkungen beworben werden.
Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen.
166 Frauen mit chronischer Venenschwäche nahmen 12 Wochen lang einen Mäusedorn-Extrakt oder Placebo, ausgewertet wurden 148. Das Beinvolumen war mit Extrakt nach 12 Wochen im Mittel um rund 20 Milliliter kleiner als mit Placebo, Schweregefühl und Spannungsgefühl waren etwas geringer. An der Lebensqualität änderte sich nichts. Die EMA bemängelt Lücken in der Methode und hält den Nutzen für fraglich.
10 Placebo-Studien mit 719 Menschen testeten Mittel mit Mäusedorn-Extrakt, meist zusammen mit Hesperidin-Methylchalkon und Vitamin C. Mit dem Mittel klagten weniger über Beinschmerzen und Schweregefühl. Welcher Bestandteil dafür verantwortlich ist, zeigt eine solche Auswertung nicht.
Im Labor und an Tieren zog Mäusedorn-Extrakt Venen zusammen. Dass Präparate Venen beim Menschen dauerhaft verändern oder Krampfadern zurückbilden, zeigen die Studien nicht. Gemessen wurden Beschwerden und Beinvolumen.
Studien zur Sicherheit, zum Erbgut und zur Schwangerschaft fehlen. Deshalb hat die EMA Mäusedorn nicht in die Liste der traditionellen Arzneipflanzen aufgenommen, für die vereinfachte Regeln gelten.
Supplement-Tracker: Einnahme planen und abhaken
Als Nahrungsergänzung gibt es keine belegte Wirkung, die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen. Die EMA erkennt den Wurzelstock nur als traditionelles Arzneimittel an, also auf Basis langer Anwendung.
Vor allem bei schweren Beinen durch leichte Venenbeschwerden und bei Juckreiz und Brennen durch Hämorrhoiden. Beides sollte vorher ärztlich abgeklärt werden.
In der einzigen Studie mit Mäusedorn allein bei 166 Frauen war das Beinvolumen nach 12 Wochen um rund 20 Milliliter kleiner als mit Placebo. Die meisten anderen Studien testeten Kombipräparate.
Laut EMA sind keine bekannt, die Daten sind aber dünn. Beschrieben sind Hautallergien nach Salben und Durchfall bis zur Darmentzündung nach Kombipräparaten.
Viele Präparate enthalten Mäusedorn zusammen mit Hesperidin-Methylchalkon und Vitamin C. Die Studien dazu zeigen nicht, welcher Bestandteil welchen Anteil hat.
Die EMA rät in Schwangerschaft und Stillzeit ab, weil die Sicherheit nicht belegt ist. Unter 18 Jahren empfiehlt sie Mäusedorn nicht.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.