Eine belegte Wirkung hat Katzenkralle nicht: Es gibt nur wenige kleine Studien mit 40 bis 107 Teilnehmenden, und die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie rät Menschen mit Rheuma 2026 von der Einnahme auf eigene Faust ab. Auch ein Leber-Nutzen ist nicht belegt: Studien dazu fehlen, Leberschäden sind laut der US-Datenbank LiverTox aber nicht bekannt. Wechselwirkungen mit Medikamenten sind möglich. Stand: Oktober 2026.
Katzenkralle ist eine Kletterpflanze aus dem Amazonasgebiet und anderen tropischen Regionen Mittel- und Südamerikas. Ihren Namen hat sie von den gebogenen Dornen an den Ranken. Verwendet wird vor allem die Rinde von Stamm und Wurzel.
Es gibt zwei verwandte Arten, Uncaria tomentosa und Uncaria guianensis. Die meisten Präparate stammen von Uncaria tomentosa. Die Rinde enthält unter anderem Oxindol-Alkaloide, Gerbstoffe und Polyphenole – wie viel, hängt stark von Herkunft, Ernte und Verarbeitung ab.
Indigene Völker im Amazonasgebiet nutzen die Pflanze seit Jahrhunderten. Heute wird sie unter anderem für Gelenke und die Abwehr beworben. Mehr zur Pflanze im Lexikon unter Katzenkralle.
Nicht verwechseln: Teufelskralle heißt zwar ähnlich, ist aber eine ganz andere Pflanze (Harpagophytum).
Für Katzenkralle gibt es keine amtliche Tagesmenge und keine Höchstmenge.
Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat die Rinde geprüft und 2015 keine Monographie erstellt. Ihre Wirksamkeit ist nicht anerkannt, und als traditionelles Arzneimittel ist sie in der EU nicht lange genug in Gebrauch.
In den Studien zu Gelenken bekamen die Teilnehmenden 30 mg eines Extrakts oder 100 mg gefriergetrocknete Katzenkralle einer verwandten Art am Tag. Das sind Studienbedingungen, kein Rat – auf Kapseln aus dem Handel lassen sie sich nicht übertragen.
Kurzzeitig, bis etwa 6 Monate, scheint Katzenkralle laut der US-Gesundheitsbehörde NCCIH sicher zu sein. In Studien wurden Übelkeit, Magenbeschwerden, Durchfall und Juckreiz beschrieben, meist leicht.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Blutverdünner und Mittel gegen das Verklumpen von Blutplättchen | Katzenkralle kann die Gerinnung verlangsamen. Das NCCIH nennt deshalb mögliche Wechselwirkungen. Nur nach ärztlicher Rücksprache. |
| Blutdruckmittel | Das NCCIH nennt theoretische Gründe für Wechselwirkungen. Sprich das vorher mit deiner Praxis ab. |
| Mittel, die das Immunsystem dämpfen, z. B. nach einer Organtransplantation | Katzenkralle kann das Immunsystem beeinflussen. Laut LiverTox raten Fachleute nach einer Organtransplantation ab. |
| Medikamente, die über das Enzym CYP3A4 abgebaut werden – das sind viele | Im Labor bremst Katzenkralle dieses Enzym. Laut LiverTox könnten dadurch die Spiegel solcher Medikamente steigen. Frag in der Apotheke, ob deines dazugehört. |
| Antidepressiva und andere Mittel, die auf Serotonin wirken | Ein Fallbericht von 2021 bringt Katzenkralle mit einem Serotonin-Syndrom in Verbindung. Nur nach Rücksprache mit deiner Praxis. |
Untersucht ist wenig. Nimmst du regelmäßig Medikamente, frag vor einem Präparat in der Apotheke oder Praxis.
Laut NCCIH deuten einige Studien darauf hin, dass Katzenkralle in der Schwangerschaft nicht sicher ist. Zur Stillzeit ist wenig bekannt. Fachleute raten in beiden Zeiten ab.
Zu Kindern gibt es keine Daten. Präparate für Kinder nur nach Rücksprache mit Ärztin oder Arzt.
| Thema | Was gilt |
|---|---|
| Lebensmittel | Rinde, Stamm- und Wurzelrinde sind laut Novel-Food-Katalog der EU in Nahrungsergänzungsmitteln kein neuartiges Lebensmittel. Dort dürfen sie ohne Zulassung verkauft werden, in anderen Lebensmitteln nicht. |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. Angaben zu Pflanzen stehen bei der EU „on hold“. |
| Arzneimittel | Die EMA konnte 2015 keine EU-Monographie erstellen: Die Wirksamkeit ist nicht anerkannt, und als Arzneimittel wurde die Rinde in der EU damals erst seit 15 bis 30 Jahren genutzt. |
| Stoffliste von Bund und Ländern | Rinde: Arzneistoff, Verwendung in Lebensmitteln nur beschränkt empfohlen (Liste B). Wurzel: Liste C, Verwendung möglicherweise gesundheitsschädlich, weil Daten fehlen oder sie nur in Nahrungsergänzung nicht neuartig ist. Nicht verbindlich. |
| Fachgesellschaft | Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie empfiehlt Katzenkralle 2026 bei rheumatischen Erkrankungen nicht und rät von der Einnahme auf eigene Faust ab. |
Als Lebensmittel dürfen Katzenkralle-Produkte nicht mit Krankheiten beworben werden. Ob ein Produkt Lebensmittel oder Arzneimittel ist, entscheiden Behörden im Einzelfall.
Kurz gesagt: Es gibt viele Labor- und Tierversuche, aber nur wenige kleine Studien am Menschen. Laut NCCIH gibt es für keinen Zweck überzeugende Belege. Hier steht, was untersucht wurde – ohne Versprechen.
40 Menschen mit rheumatoider Arthritis bekamen zusätzlich zu ihren Medikamenten 24 Wochen lang einen Extrakt oder Placebo. Mit Extrakt sank die Zahl schmerzhafter Gelenke stärker, die der geschwollenen nicht. Laborwerte zur Entzündung blieben gleich. Die Studie ist klein und stammt von 2002.
45 Menschen mit Kniearthrose nahmen 4 Wochen lang gefriergetrocknete Katzenkralle einer verwandten Art (Uncaria guianensis) oder Placebo. Schmerzen bei Bewegung wurden stärker besser, Ruheschmerz und Schwellung nicht. In einer weiteren Studie mit 107 Menschen schnitt eine Mineralstoff-Mischung mit Katzenkralle nicht besser ab als Placebo.
Studien am Menschen zu einem Leber-Nutzen gibt es nach unserer Recherche nicht. In den Gelenk-Studien wurden Leberwerte nur zur Sicherheit gemessen, sie blieben unverändert.
Laborversuche zeigen Effekte auf Immunzellen. Studien am Menschen, die einen Nutzen bei Infekten belegen, gibt es laut NCCIH nicht, auch nicht zu COVID-19.
Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie hat 2026 13 pflanzliche Mittel bewertet. Für Katzenkralle reicht die Evidenz nicht, sie empfiehlt sie bei keiner rheumatischen Erkrankung.
Eine belegte Wirkung gibt es nicht, die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen. Es gibt nur wenige kleine Studien mit 40 bis 107 Teilnehmenden und gemischten Ergebnissen.
Ein Leber-Nutzen ist nicht belegt, Studien am Menschen dazu liegen uns nicht vor. Leberschäden sind laut der US-Datenbank LiverTox nicht bekannt, in Studien blieben die Leberwerte gleich.
Meist leichte Beschwerden wie Übelkeit, Magenbeschwerden oder Durchfall. Sie kann die Blutgerinnung verlangsamen und mit Medikamenten wechselwirken. Selten sind Nierenschäden beschrieben.
Eine amtliche Tagesmenge gibt es nicht. In Studien wurden 30 bis 100 mg am Tag untersucht – das sind Studienbedingungen, kein Rat. Sprich vorher mit deiner Praxis.
Ja, als Nahrungsergänzungsmittel aus Rinde oder Wurzelrinde. Als Arzneimittel konnte die EMA 2015 keine EU-Monographie erstellen.
Nein. Teufelskralle (Harpagophytum) ist eine andere Pflanze mit anderen Inhaltsstoffen.
Davon wird abgeraten: Laut NCCIH deuten einige Studien darauf hin, dass sie in der Schwangerschaft nicht sicher ist. Zur Stillzeit fehlen Daten.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.