Eine belegte Wirkung hat Propolis nicht: Die EU hat alle 15 beantragten Gesundheitsangaben abgelehnt, auch weil Propolis je nach Herkunft ganz unterschiedlich zusammengesetzt ist. Das Bienenharz ist dagegen ein bekanntes Allergen: Im Hauttest reagieren 1,2 bis 6,6 % der Menschen, die wegen eines Ekzems getestet werden, und auch nach dem Einnehmen sind schwere allergische Reaktionen beschrieben. Stand: Oktober 2026.
Propolis, auch Bienenharz oder Bienenkitt, ist eine harzige Masse aus dem Bienenstock. Bienen sammeln dafür klebrige Absonderungen von Baumknospen und manchmal von Rindenwunden.
Im Stock dichten sie damit Fugen und Spalten ab, befestigen Waben und überziehen eingedrungene, tote Insekten. Eine Untersuchung von 1987 zeigte: Fast alle Flavonoide in Propolis stimmen mit denen aus Pappelknospen überein.
| Bestandteil | Anteil, ungefähr |
|---|---|
| Harz und Pflanzenbalsam | 50 % |
| Wachs | 30 % |
| Ätherische und aromatische Öle | 10 % |
| Pollen | 5 % |
| Andere Stoffe | 5 % |
Quelle: EFSA-Gutachten 2010, nach einer Übersicht von 1998. Insgesamt wurden in Propolis mehr als 300 Stoffe gefunden.
Was genau drinsteckt, schwankt stark. In Russland sammeln Bienen vor allem an Birken, in Kuba und Venezuela an ganz anderen Pflanzen. Es gibt sogar Propolis fast ohne Flavonoide. Ein einheitliches „Propolis“ gibt es deshalb nicht.
Andere Produkte aus dem Bienenstock sind Gelée Royale und Bienenpollen. Mehr zu Propolis als Lebensmittel liest du im Lexikon unter Propolis.
| Form | Was es ist | Gut zu wissen |
|---|---|---|
| Tropfen, Tinktur | Flüssiger Auszug aus roher Propolis | Kann Alkohol enthalten. Ob und wie viel, steht in der Zutatenliste. |
| Kapseln, Pulver | Getrockneter Extrakt als Nahrungsergänzung | Gehalte an Flavonoiden schwanken je nach Rohstoff stark. |
| Lutschtabletten, Mund- und Rachenspray | Propolis-Extrakt für Mund und Hals | Gibt es als Nahrungsergänzung und als Arzneimittel. Allergische Reaktionen im Mund sind beschrieben. |
| Salben, Lippenpflege, Kosmetik | Propolis zum Auftragen | Kontaktallergien beim Auftragen auf Haut und Lippen sind gut bekannt. |
Quellen: BfR-Stellungnahme 002/2009, EFSA-Gutachten 2010, Verbraucherzentrale (2026).
Die Mengenangaben auf Packungen beziehen sich mal auf rohe Propolis, mal auf einen Extrakt. Vergleichen lassen sich Produkte deshalb kaum.
Für Propolis gibt es keine amtliche Tagesmenge und keine Höchstmenge. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat sich vor allem mit einem Risiko befasst: Propolis enthält Stoffe, die bei empfindlichen Menschen teils schwere allergische Reaktionen auslösen können.
Die französische Behörde ANSES rät Menschen mit Asthma, mit einer Neigung zu Allergien und besonders mit Pollenallergie, Lebensmittel und Nahrungsergänzung mit Bienenprodukten zu meiden. Die Verbraucherzentrale rät auch bei einer Allergie gegen Bienen- oder Wespenstiche ab.
In Studien wurden zum Beispiel 900 mg eines Extrakts am Tag über 10 Tage untersucht. Das sind Studienbedingungen, kein Rat. Mengen auf Packungen sind Herstellerangaben.
Juckende, gerötete Haut oder Bläschen nach einer Propolis-Salbe oder Lippenpflege können eine Kontaktallergie sein. Lass das in einer Hautarztpraxis abklären, dort gibt es einen Hauttest.
| Medikament oder Situation | Gut zu wissen |
|---|---|
| Gerinnungshemmer wie Phenprocoumon, Warfarin oder neuere Mittel | Die Verbraucherzentrale hält Wechselwirkungen für möglich. Studien am Menschen dazu gibt es nach unserer Recherche nicht. Nur nach Rücksprache mit der Praxis. |
| Krebsbehandlung (Chemotherapie, Bestrahlung) | Studien zu Mundspülungen liefen unter ärztlicher Aufsicht. Im Fallbericht zum Nierenversagen hatte der Mann eine Krebserkrankung. Nur in Absprache mit deinem Behandlungsteam. |
| Geplante Operation | Sag vorher, dass du Propolis nimmst, und besprich mit der Praxis, ob du es weglässt. |
| Andere Medikamente | Studien zu Wechselwirkungen gibt es nach unserer Recherche kaum. Fehlende Daten heißen nicht, dass es keine gibt. |
Nimmst du regelmäßig Medikamente, frag vor Propolis in der Apotheke oder Praxis. Enthält ein Produkt Alkohol, kann auch das bei manchen Medikamenten eine Rolle spielen.
Die Verbraucherzentrale rät Schwangeren und Stillenden von Propolis ab, weil zu wenig über mögliche Risiken bekannt ist. Studien dazu gibt es nach unserer Recherche nicht. Tropfen können zudem Alkohol enthalten.
Auch für Kinder fehlen Daten. In der Auswertung aus Italien hatten 7 Betroffene eine Neigung zu Allergien, 4 davon waren Kinder. Hat ein Kind Asthma, Neurodermitis oder Allergien, nur nach ärztlicher Rücksprache.
| Thema | Was gilt |
|---|---|
| Lebensmittel | Propolis, im EU-Recht „Kittharz“, zählt zu den Bienenzuchterzeugnissen wie Honig, Bienenwachs, Gelée Royale und Blütenpollen. Sie wird vor allem als Nahrungsergänzung verkauft. |
| Neuartige Lebensmittel | Im EU-Katalog gibt es keinen Eintrag für Propolis. Der einzige Eintrag zur Honigbiene betrifft Bienengift, das als Lebensmittel noch nicht zugelassen ist. |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. Die EFSA prüfte 2010 Angaben unter anderem zu Atemwegen, Hals, Mund, Durchblutung und Leber. Sie lehnte alle ab, weil nicht klar beschrieben war, um welche Propolis es geht. Auch Angaben zum Schutz vor Oxidation wurden abgelehnt. |
| Schadstoffe | Für Nahrungsergänzung mit Propolis gelten Höchstgehalte für PAK, also krebserregende Stoffe aus Verbrennung: 10 µg Benzo(a)pyren und 50 µg für die Summe von vier PAK pro kg. |
| Arzneimittel und Kosmetik | Propolis steckt auch in Arzneimitteln und Kosmetik. Ob ein Produkt Lebensmittel oder Arzneimittel ist, entscheiden laut BfR die Überwachungsbehörden der Bundesländer. |
Für dich heißt das: Propolis darf verkauft werden, aber nicht mit Abwehr, Erkältung oder anderen Wirkungen beworben werden. Eine ausdrückliche EU-Pflicht für einen Allergie-Hinweis gibt es nach unserer Recherche nicht. Die Verbraucherzentrale hält ihn aber für nötig, und 2020 meldete Deutschland ein Propolis-Rachenspray ohne Warnhinweis an das EU-Schnellwarnsystem.
Mythen-Check: Was stimmt an verbreiteten Aussagen zu Propolis – und was zeigen Studien? Viele Ergebnisse stammen aus dem Labor, Studien am Menschen sind klein und nutzen jeweils andere Extrakte.
Im Labor hemmt Propolis das Wachstum mancher Bakterien, Pilze und Viren. Laut Verbraucherzentrale lässt sich das nicht auf den Menschen übertragen, weil der Körper die Stoffe vorher abbaut und ausscheidet. Eine Angabe zu Bakterien und Pilzen hat die EU abgelehnt.
Werbung mit „Abwehrkräften“ ist für Propolis nicht erlaubt, die EFSA sah keinen Zusammenhang belegt. Werbung verspricht weniger Erkältungen – laut Verbraucherzentrale gibt es dafür keine aussagekräftigen Hinweise. Wirbt eine Packung mit der Abwehr, steckt meist zugesetztes Vitamin C oder Zink dahinter.
In einer offenen Studie aus Brasilien (2021) mit 124 Menschen im Krankenhaus waren die mit Propolis-Extrakt kürzer in der Klinik. Die größere, verblindete Folgestudie (2023) mit 188 Menschen fand beim Hauptziel, der Zeit im Krankenhaus, keinen messbaren Unterschied: 6,5 gegenüber 7,7 Tagen.
Eine Auswertung (2018) fand 5 kleine Studien mit 209 Menschen unter Chemotherapie oder Bestrahlung. Mit einer Propolis-Mundspülung trat eine schwere Entzündung der Mundschleimhaut seltener auf. Die Studien waren klein, die Autoren raten zur Anwendung nur unter ärztlicher Aufsicht.
Propolis ist kein harmloses Hausmittel. Fachleute zählen es zu den starken Kontaktallergenen, und Behörden in Deutschland, Frankreich und Italien haben schwere allergische Reaktionen nach dem Einnehmen beschrieben.
Supplement-Tracker: Einnahme planen und abhaken
Belegt ist keine. Die EU hat alle 15 beantragten Gesundheitsangaben abgelehnt, etwa zu Abwehr, Atemwegen und Mund, auch weil Propolis je nach Herkunft sehr unterschiedlich zusammengesetzt ist.
Vor allem Allergien: Ekzeme, Mundgeschwüre, Schwellungen bis zur Atemnot. Im Hauttest reagieren 1,2 bis 6,6 % der wegen eines Ekzems Getesteten. Ein Fallbericht beschreibt außerdem ein Nierenversagen.
Menschen mit Asthma, Neurodermitis, Pollenallergie oder einer Allergie gegen Bienenprodukte. Die Verbraucherzentrale rät auch Schwangeren, Stillenden und Menschen mit Bienen- oder Wespenstich-Allergie ab.
Eine amtliche Tagesmenge gibt es nicht. Mengen auf Packungen sind Herstellerangaben und beziehen sich mal auf rohe Propolis, mal auf einen Extrakt.
Laut Verbraucherzentrale gibt es keine aussagekräftigen Hinweise, dass Propolis vor Erkältung oder Grippe bewahrt. Eine Angabe zu den Atemwegen hat die EU abgelehnt.
Nur nach Rücksprache mit der Praxis. Die Verbraucherzentrale hält Wechselwirkungen mit Gerinnungshemmern für möglich, Studien am Menschen fehlen.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.