Rotschimmelreis, auch „Rote Hefe Reis“ genannt, kann Monacolin K enthalten – einen Stoff, der chemisch dem Cholesterin-Arzneistoff Lovastatin gleicht und dieselben Nebenwirkungen an Muskeln und Leber haben kann. Die EFSA konnte 2018 und 2025 keine Tagesmenge festlegen, die sicher ist. In der EU gilt für Monacoline eine sehr niedrige Höchstmenge mit Pflicht-Warnhinweisen, ein vollständiges Verbot hat die EU-Kommission 2026 auf den Weg gebracht. Stand: Oktober 2026.
Rotschimmelreis entsteht, wenn gekochter Reis mit Schimmelpilzen der Gattung Monascus vergoren wird. Der Reis färbt sich dabei tiefrot. In Ostasien wird er seit langem zum Färben von Lebensmitteln verwendet. Der Name „Rote Hefe Reis“ führt in die Irre: Monascus ist ein Schimmelpilz, keine Hefe.
Beim Vergären können Monacoline entstehen, vor allem Monacolin K. Laut EFSA ist Monacolin K in seiner Lacton-Form identisch mit Lovastatin, dem Wirkstoff verschreibungspflichtiger Cholesterinsenker. Ein Präparat mit Rotschimmelreis kann also wie ein Statin wirken – mit denselben Risiken.
Je nach Pilzstamm und Herstellung kann außerdem Citrinin entstehen. Dieses Schimmelpilzgift kann laut BfR das Erbgut verändern und die Nieren sowie das ungeborene Kind schädigen.
Beworben wird Rotschimmelreis rund um Cholesterin. Eine zugelassene Gesundheitsangabe für Rotschimmelreis gibt es seit 2024 nicht mehr. Für andere Stoffe hat die EU Angaben rund um Cholesterin zugelassen, zum Beispiel für Phytosterine und Beta-Glucan aus Hafer.
Rotschimmelreis selbst darf als Nahrungsergänzung verkauft werden. Für die darin enthaltenen Monacoline gelten seit 2022 aber strenge EU-Regeln, und ein vollständiges Verbot ist auf dem Weg.
| Wo | Was gilt |
|---|---|
| EU-Katalog für neuartige Lebensmittel | Rotschimmelreis aus Monascus purpureus ist nur für Nahrungsergänzungsmittel als nicht neuartig eingestuft. |
| Höchstmenge seit 2022 | Eine Tagesportion muss unter einer sehr niedrigen Höchstmenge an Monacolinen bleiben. Der Gehalt je Portion und die höchste Zahl an Portionen pro Tag müssen auf dem Etikett stehen. |
| Pflicht-Warnhinweise | Nicht für Schwangere, Stillende, Kinder unter 18 und Erwachsene über 70. Nicht zusammen mit Cholesterinsenkern und nicht zusammen mit anderen Produkten mit Rotschimmelreis. Bei Beschwerden ärztlichen Rat einholen. |
| EU-Prüfung | Monacoline stehen zugleich auf der Liste der Stoffe, die die EU prüft. Die EFSA kam 2025 zu dem Schluss, dass auch neue Daten der Hersteller keine sichere Tagesmenge belegen – auch nicht unterhalb der geltenden Grenze. |
| Geplantes Verbot | Im März 2026 meldete die EU-Kommission der Welthandelsorganisation ihren Plan, Monacoline aus Rotschimmelreis in Lebensmitteln ganz zu verbieten. Laut Fachberichten stimmten die Mitgliedstaaten im Mai 2026 zu. Im Amtsblatt veröffentlicht war das Verbot bis Mitte Oktober 2026 nicht, für Ware im Handel ist eine Übergangsfrist geplant. |
| Gesundheitsangabe | Die frühere Angabe zu Monacolin K und LDL-Cholesterin hat die EU 2024 gestrichen. Sie setzte eine Tagesmenge voraus, die seit 2022 nicht mehr erlaubt ist. |
| Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) | Das BfR empfiehlt seit 2020, Nahrungsergänzungsmittel mit Rotschimmelreis wegen erheblicher Sicherheitsbedenken nicht zu verzehren. Wer sie trotzdem nimmt, sollte das nur nach ärztlicher Rücksprache tun. |
| Citrinin | Für das Schimmelpilzgift Citrinin gilt in Nahrungsergänzungsmitteln aus Rotschimmelreis ein EU-Höchstgehalt. |
| EU-Schnellwarnsystem RASFF | Von Oktober 2022 bis Juni 2026 gab es 21 Meldungen wegen zu viel Monacolin oder fehlender Warnhinweise, dazu 2026 eine wegen Arsen in einem Extrakt. |
Für dich heißt das: Präparate dürfen derzeit noch verkauft werden, aber nur mit sehr wenig Monacolin und mit Warnhinweisen. Tritt das Verbot in Kraft, müssen monacolinhaltige Produkte nach der Übergangsfrist vom Markt. Hohe Cholesterinwerte gehören in ärztliche Behandlung.
Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen. Bei Rotschimmelreis ist die Frage weniger, ob er etwas bewirkt, sondern wie sicher er ist.
Monacolin K ist chemisch derselbe Stoff wie Lovastatin. Laut EFSA (2018) ähneln die gemeldeten Nebenwirkungen von Rotschimmelreis denen von Lovastatin. Am häufigsten betroffen waren Muskeln und Bindegewebe, die Leber und das Nervensystem.
Eine Auswertung von 14 doppelblinden Studien (2024) bei Menschen mit hohem Cholesterin verglich Rotschimmelreis-Extrakt mit Vergleichsgruppen über 4 bis 24 Wochen. Die gemessenen Cholesterinwerte lagen mit dem Extrakt niedriger. Das passt dazu, dass Monacolin K ein Statin ist – und genau deshalb gelten auch dieselben Risiken.
In 12 Produkten aus den USA schwankte der Gehalt an Monacolin K um rund das Hundertfache (2010). Ein Drittel der Produkte enthielt zudem Citrinin. Ohne Angabe auf dem Etikett wusste niemand, wie viel Wirkstoff er schluckt.
Während der EU-Prüfung reichten Hersteller neue Daten ein, darunter Analysen, Meldungen über Nebenwirkungen und Studien. Die EFSA bekräftigte 2025: Schon bei sehr geringen Mengen sind schwere Schäden an Muskeln und Leber möglich, eine sichere Tagesmenge lässt sich nicht festlegen.
Nach Rotschimmelreis-Präparaten eines japanischen Herstellers erkrankten 2024 viele Menschen an den Nieren, bis November 2024 suchten 2.628 Betroffene medizinische Hilfe. Zurückgeführt wird das laut EFSA auf eine Verunreinigung mit einem anderen Schimmelpilz, der Puberulinsäure bildet. Der Fall zeigt, wie sehr es auf die Herstellung ankommt.
Weil Monacolin K ein Statin ist, gelten die Wechselwirkungen von Lovastatin. Der Abbau läuft über das Leberenzym CYP3A4.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Statine und andere Cholesterinsenker | Nicht kombinieren. Das steht als Pflicht-Warnhinweis auf jedem Präparat. Sonst nimmst du praktisch zwei Statine gleichzeitig. |
| Medikamente, die das Leberenzym CYP3A4 hemmen | Laut EFSA können solche Mittel den Statin-Spiegel im Blut erhöhen und damit das Risiko für Nebenwirkungen. Frag in deiner Apotheke, ob deine Medikamente dazugehören. |
| Grapefruitsaft | Grapefruitsaft hemmt laut EFSA das Enzym CYP3A4 und kann so die Spiegel von Statinen erhöhen. |
| Andere Produkte mit Rotschimmelreis | Nicht kombinieren, auch das ist ein Pflicht-Warnhinweis. Sonst addieren sich die Mengen. |
Nimmst du Medikamente, sprich vor einem Präparat mit Rotschimmelreis mit deiner Praxis oder Apotheke.
Er kann Monacolin K enthalten, das chemisch dem Arzneistoff Lovastatin gleicht. Ein Präparat kann deshalb wie ein Statin wirken – mit denselben Risiken für Muskeln und Leber. Eine zugelassene Gesundheitsangabe gibt es nicht.
Noch nicht ganz. Erlaubt sind Präparate nur mit sehr wenig Monacolin und mit Pflicht-Warnhinweisen. Ein vollständiges EU-Verbot der Monacoline ist auf dem Weg, war bis Mitte Oktober 2026 aber nicht veröffentlicht.
Möglich sind dieselben wie bei Statinen: Muskelschmerzen bis zu schweren Muskelschäden, Leberschäden, Kopfschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden. Dazu kommt das Schimmelpilzgift Citrinin.
Nein. Laut Pflicht-Warnhinweis sollen Präparate nicht zusammen mit Cholesterinsenkern eingenommen werden, weil sich die Risiken addieren.
Ja. Rotschimmelreis ist die genaue Bezeichnung, denn der Reis wird mit einem Schimmelpilz vergoren, nicht mit Hefe. Im Englischen heißt er Red Yeast Rice.
Eine sichere Menge gibt es nach Einschätzung der EFSA nicht. Sie konnte 2018 und 2025 keine Tagesmenge festlegen, bei der keine Bedenken bestehen.
Laut Pflicht-Warnhinweis Schwangere, Stillende, Kinder unter 18 und Erwachsene über 70. Außerdem alle, die Cholesterinsenker oder andere Produkte mit Rotschimmelreis nehmen.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.