Eine belegte Wirkung haben Bienenpollen nicht: Die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen, und Studien am Menschen mit Bienenpollen selbst gibt es kaum. Je nach Pflanze stecken 10 bis 40 g Eiweiß in 100 g, dazu können Bienenpollen Allergien bis zum allergischen Schock auslösen und Pyrrolizidinalkaloide enthalten, für die seit 2022 ein EU-Höchstgehalt von 500 µg pro kg gilt. Stand: Oktober 2026.
Bienenpollen sind Blütenpollen, die Arbeiterinnen der Honigbiene sammeln. Sie verkleben den Pollen mit Nektar oder Honig und Speichel zu kleinen Kügelchen, den „Pollenhöschen“ an ihren Hinterbeinen.
Imker streifen die Kügelchen mit einem Gitter am Eingang des Bienenstocks ab. Frisch enthalten sie 20 bis 30 % Wasser, deshalb werden sie für den Verkauf getrocknet oder eingefroren.
Die Farbe reicht von Gelb über Orange bis Violett. Sie verrät, von welchen Pflanzen der Pollen stammt. Mehr zum Lebensmittel liest du im Lexikon unter Bienenpollen.
Andere Produkte aus dem Bienenstock sind Gelée royale und Propolis. Nicht dasselbe sind standardisierte Pollenextrakte aus Blüten, die in einigen Ländern bei Prostata-Beschwerden verkauft werden.
Bienenpollen bestehen vor allem aus Kohlenhydraten, Eiweiß und Ballaststoffen. Wie viel davon, schwankt stark, weil jede Pflanze anderen Pollen bildet.
| Bestandteil | Pro 100 g | In 1 Teelöffel (ca. 5 g), rechnerisch |
|---|---|---|
| Eiweiß | 10–40 g | 0,5–2 g |
| Kohlenhydrate | 13–55 g | 0,7–2,8 g |
| Fett | 1–13 g | 0,05–0,7 g |
| Ballaststoffe | 0,3–20 g | bis 1 g |
| Kalium | 400–2.000 mg | 20–100 mg |
| Vitamin C | 7–56 mg | 0,4–2,8 mg |
Quelle: Campos et al. (2008), Übersicht der Internationalen Honigkommission, Werte bezogen auf getrocknete Pollen. Teelöffel: eigene Rechnung mit 5 g, das BfR rechnete für 1 bis 2 Teelöffel mit etwa 10 g. In der deutschen Nährwertdatenbank (BLS 4.0) gibt es keinen Eintrag für Bienenpollen.
Zum Vergleich: Ein Hühnerei ohne Schale (rund 55 g) liefert laut Bundeslebensmittelschlüssel etwa 7 g Eiweiß, ein Teelöffel Bienenpollen höchstens 2 g. Für die Ernährung spielen die üblichen Mengen kaum eine Rolle.
Für Bienenpollen gibt es keine amtliche Tagesmenge. Behörden haben sich vor allem mit einem Risiko befasst: Pyrrolizidinalkaloide, kurz PA. Das sind Pflanzengifte, die über den Pollen bestimmter Pflanzen in das Produkt gelangen.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt, die Aufnahme von PA über Pollen und Produkte mit Pollen von PA-haltigen Pflanzen zu vermeiden. Seit Juli 2022 gilt in der EU für Pollen, Pollenprodukte und Nahrungsergänzungsmittel auf Pollenbasis ein Höchstgehalt von 500 µg PA pro kg.
Die Packungen nennen oft 1 bis 2 Teelöffel am Tag. Das ist eine Herstellerangabe, keine amtliche Empfehlung.
| Medikament oder Behandlung | Gut zu wissen |
|---|---|
| Gerinnungshemmer wie Warfarin oder Phenprocoumon | Ein Fallbericht (2010): Ein 71-jähriger Mann nahm einen Monat lang zweimal täglich einen Teelöffel Bienenpollen. Sein Gerinnungswert INR stieg auf 7,1, Ziel war 2 bis 3. Die Autoren werteten das als wahrscheinliche Wechselwirkung. Nur nach Rücksprache mit der Praxis. |
| Hyposensibilisierung (Allergie-Behandlung) | Ein Bericht beschreibt einen allergischen Schock nach Bienenpollen bei einer Frau, die gerade eine Hyposensibilisierung wegen Heuschnupfen bekam. Sprich vorher mit deiner Praxis. |
| Andere Medikamente | Studien zu Wechselwirkungen gibt es nach unserer Recherche nicht. Fehlende Daten heißen nicht, dass es keine gibt. |
Nimmst du regelmäßig Medikamente, frag vor Bienenpollen in der Apotheke oder Praxis.
Studien zu Bienenpollen in Schwangerschaft und Stillzeit gibt es nicht. Wegen der Pyrrolizidinalkaloide und der Allergiegefahr sprich das Thema mit Ärztin, Arzt oder Hebamme ab.
Bei Kindern zieht das BfR eine höhere Empfindlichkeit für Pyrrolizidinalkaloide in Betracht. Allergische Schocks nach Bienenpollen sind auch bei einem 4-jährigen und einem 15-jährigen Jungen beschrieben.
Fachleute der Internationalen Honigkommission schlugen 2008 für Packungen den Hinweis vor, Bienenpollen nicht an Säuglinge unter 1 Jahr zu geben. Begründet haben sie das mit möglichen Bakteriensporen und Allergenen.
| Thema | Was gilt |
|---|---|
| Lebensmittel | Bienenpollen werden als Lebensmittel und Nahrungsergänzung verkauft. Im EU-Katalog für neuartige Lebensmittel gibt es keinen Eintrag für Bienenpollen, nur für Bienengift (noch nicht zugelassen). |
| Pyrrolizidinalkaloide | Höchstgehalt 500 µg pro kg für Pollen, Pollenprodukte und Nahrungsergänzungsmittel auf Pollenbasis, seit Juli 2022 (heute Verordnung (EU) 2023/915). |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. Abgelehnt hat die EU unter anderem Angaben zu einem Pollen-Stempel-Extrakt (Müdigkeit, Muskeln). |
| Schnellwarnsystem | Seit 2023 neun Meldungen zu Pyrrolizidinalkaloiden in Pollen, zum Beispiel aus Polen, Italien, Belgien und der Schweiz. |
Als Lebensmittel dürfen Bienenpollen nicht mit Aussagen zu Krankheiten beworben werden.
Mythen-Check: Was stimmt an verbreiteten Aussagen zu Bienenpollen – und was zeigen Studien?
Bienenpollen enthalten Eiweiß, Kohlenhydrate, Mineralstoffe und etwas Vitamine. Die Mengen schwanken aber stark mit der Pflanze, und ein Teelöffel liefert nur wenig davon. Studien, die einen Nutzen für gesunde Menschen zeigen, gibt es nach unserer Recherche nicht.
Die Idee: Wer Pollen isst, gewöhnt sich daran. Studien am Menschen, die das prüfen, gibt es nach unserer Recherche in der Literaturdatenbank Europe PMC nicht. Belegt sind dagegen Fallberichte, in denen gerade Menschen mit Heuschnupfen schwer allergisch reagierten. Eine Hyposensibilisierung gehört in die Hand von Fachleuten.
Eine Übersicht von 2022 sammelte klinische Studien zu Pollen. Die meisten untersuchten standardisierte Pollenextrakte bei Prostata-Beschwerden, nicht das Granulat aus dem Bienenstock. Die Studien waren klein, und die Übersicht weist auf die schwankende Zusammensetzung von Bienenpollen hin.
Die EFSA kam 2017 zu dem Schluss, dass Pyrrolizidinalkaloide in Lebensmitteln ein mögliches Gesundheitsrisiko sind. Nahrungsergänzungsmittel aus PA-haltigen Pflanzen können laut EFSA zu Mengen führen, die zu nah an giftigen Dosen liegen. Deshalb gilt heute ein Höchstgehalt.
Supplement-Tracker: Einnahme planen und abhaken
Belegt ist keine, und die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen. Studien am Menschen mit Bienenpollen selbst gibt es kaum.
Für Allergiker können sie es sein: Fallberichte beschreiben allergische Schocks. Außerdem können Bienenpollen Pyrrolizidinalkaloide enthalten, für die in der EU ein Höchstgehalt von 500 µg pro kg gilt.
Nur nach ärztlicher Rücksprache. Gerade Menschen mit Heuschnupfen reagierten in Fallberichten schwer allergisch. Studien, die bei Heuschnupfen einen Nutzen zeigen, gibt es nicht.
Eine amtliche Tagesmenge gibt es nicht. Packungen nennen oft 1 bis 2 Teelöffel, das ist eine Herstellerangabe.
Je nach Pflanze 10 bis 40 g Eiweiß pro 100 g, dazu Kohlenhydrate, Ballaststoffe, Mineralstoffe und etwas Vitamine. Ein Teelöffel liefert davon nur wenig.
Nur nach Rücksprache mit der Praxis. Ein Fallbericht beschreibt einen stark erhöhten Gerinnungswert unter Warfarin nach einem Monat mit Bienenpollen.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.