Hagebutten sind die Früchte von Wildrosen wie der Hundsrose (Rosa canina): Frisch enthalten sie laut deutscher Nährwertdatenbank rund 1.045 mg Vitamin C pro 100 g, in getrockneter Ware und Tee steckt oft kaum noch etwas davon. Eine EU-zugelassene Wirkung gibt es nicht; eine Auswertung von 3 Studien mit 287 Menschen mit Arthrose (2008) fand etwas weniger Schmerzen mit Hagebuttenpulver, alle 3 Studien unterstützte der Hersteller. Stand: Oktober 2026.
Hagebutten sind die roten Früchte von Wildrosen, vor allem der Hundsrose. Gegessen werden sie zum Beispiel als Tee, Mus, Konfitüre oder Suppe.
Als Präparat gibt es vor allem Hagebuttenpulver. Es wird meist Menschen mit Gelenkbeschwerden angeboten. In den Studien dazu wurde ein Pulver aus Schalen und Kernen einer Unterart der Hundsrose untersucht.
Vitamin C hat eigene EU-Angaben. Sie gelten aber nur für Produkte, die eine festgelegte Mindestmenge Vitamin C liefern – nicht für Hagebutte als Pflanze. Mehr dazu unter Vitamin C.
| Lebensmittel | Vitamin C pro 100 g | Quelle |
|---|---|---|
| Acerola, roh | 1.690 mg | BLS |
| Hagebutte, roh | 1.045 mg | BLS |
| Sanddornbeere, roh | 450 mg | BLS |
| Wilde Hagebutten aus Nordamerika, roh | 426 mg | USDA |
| Getrocknete Hagebutten aus dem Handel | 0 bis 560 mg | Untersuchung von 15 Produkten (2026) |
| Kiwi, roh | 71 mg | BLS |
| Orange, roh | 62 mg | BLS |
| Früchtetee (Getränk) | Spuren | BLS |
BLS = Bundeslebensmittelschlüssel 4.0 des Max Rubner-Instituts, USDA = FoodData Central (SR Legacy), beide abgerufen am 13.10.2026. Getrocknete Hagebutten: bezogen auf die Trockenmasse, Raal et al. 2026. Die Gehalte schwanken mit Art, Reife, Trocknung und Lagerung.
Beim Trocknen und Lagern geht viel Vitamin C verloren. Eine Untersuchung von 15 getrockneten Hagebutten-Produkten aus Apotheken und Läden in Estland, Litauen und Russland (2026) fand in 7 davon gar kein messbares Vitamin C. Kurz und bei mäßiger Hitze getrocknete Früchte behielten am meisten.
Für Hagebuttentee führt die Nährwertdatenbank BLS keinen eigenen Wert, für Früchtetee als Getränk nur Spuren. Steht kein Vitamin-C-Gehalt auf der Packung, weißt du nicht, wie viel drin ist.
Rezepte mit Hagebuttentee: Kinderpunsch mit Hagebuttentee und Orangensaft und Bratapfel-Tee mit Mandeln und Rosinen. Weitere Früchte mit Vitamin C findest du im Lexikon, etwa Acerola, Sanddorn und Camu Camu.
Eine amtliche Tagesmenge für Hagebuttenpulver gibt es nicht. Eine Höchstmenge gibt es auch nicht.
In Studien zu Gelenken bekamen die Teilnehmenden meist 5 g Pulver am Tag, über 3 bis 6 Monate. In einer Studie zu Blutfetten waren es 40 g am Tag als Getränk. Das sind Studienbedingungen, kein Rat.
Die Stoffliste von Bund und Ländern führt die Frucht als Lebensmittel und als Arzneistoff. Sie empfiehlt, die Verwendung in Lebensmitteln zu beschränken, nennt aber keine Zahl. Die Liste ist eine Orientierungshilfe für Behörden, kein Gesetz.
Ob ein Präparat für dich passt, klärst du am besten in der Praxis oder Apotheke – vor allem, wenn du Medikamente nimmst.
Hast du Beschwerden mit einem Präparat, frag in der Praxis oder Apotheke.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Medikamente allgemein | Studien zu Wechselwirkungen mit Hagebuttenpulver liegen uns nicht vor. Das heißt nicht, dass es keine gibt. |
| Gerinnungshemmer (zum Beispiel Phenprocoumon, Warfarin) | Gezielte Studien fehlen. Frag vor einem Präparat in deiner Praxis. |
| Rheuma- und Schmerzmittel | Hagebuttenpulver ersetzt keine Behandlung. Bei rheumatoider Arthritis empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie es nicht. Sprich ein Präparat mit deiner Praxis ab. |
Nimmst du regelmäßig Medikamente, frag vor einem Präparat in der Apotheke oder Praxis.
Hagebutten als Tee, Mus oder Konfitüre sind normale Lebensmittel.
Zu Hagebutten-Präparaten in Schwangerschaft und Stillzeit gibt es keine behördliche Bewertung und kaum Daten. Präparate in dieser Zeit und für Kinder deshalb nur nach Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Hebamme.
| Punkt | Stand |
|---|---|
| Lebensmittel | Erlaubt. Laut EU-Novel-Food-Katalog sind die Früchte der Hundsrose kein neuartiges Lebensmittel. Samen, Blätter, Blüten, Knospen und junge Triebe sind in Nahrungsergänzungsmitteln nicht neuartig. |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. Angaben zu Pflanzen stehen bei der EU „on hold“. Vitamin-C-Angaben gelten nur für Produkte mit einer festgelegten Mindestmenge Vitamin C. |
| Arzneimittel | Die Kommission E bewertete Hagebutte negativ (Nullmonographie), weil eine Wirksamkeit nicht belegt war. |
| Stoffliste von Bund und Ländern | Frucht als Lebensmittel und als Arzneistoff, mit der Empfehlung, die Verwendung in Lebensmitteln zu beschränken. Keine Zahl, nicht verbindlich. |
| Höchstmenge | Keine. |
Als Lebensmittel darf Hagebutte nicht mit Krankheiten beworben werden.
Die meisten Studien gibt es zu Arthrose, fast alle mit einem Pulver desselben Herstellers. Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen. Andere Pflanzen in diesem Bereich sind Teufelskralle und Weihrauch.
Eine Auswertung von 3 Studien mit 287 Menschen mit Arthrose fand mit Hagebuttenpulver etwas weniger Schmerzen als mit Placebo. Die Studien liefen meist 3 Monate, alle unterstützte der Hersteller des Pulvers. Die Autoren fordern große, unabhängige Studien über lange Zeit.
In einer Studie mit 94 Menschen mit Hüft- oder Kniearthrose (2005) bekamen alle nacheinander 3 Monate Pulver und 3 Monate Placebo. Nach 3 Wochen lagen die Schmerzwerte mit Pulver niedriger. Nach 3 Monaten war der Unterschied bei den Schmerzen laut Deutscher Gesellschaft für Rheumatologie nicht mehr eindeutig.
In einer Studie mit 120 Menschen mit Hüft- oder Kniearthrose besserten sich die Beschwerden mit Hagebuttenpulver und mit Placebo gleich stark, jeweils um mehr als die Hälfte. Eine nachträgliche Auswertung derselben Forschungsgruppe (2026) sieht etwas bessere Werte bei mehr Pulver pro Kilogramm Körpergewicht. Das ist schwächer als ein direkter Vergleich mit Placebo.
In einer Studie mit 89 Menschen mit rheumatoider Arthritis (2010) waren nach 6 Monaten einige Fragebogen-Werte mit Pulver etwas besser, die Krankheitsaktivität unterschied sich nicht eindeutig. Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (2025) empfiehlt Hagebutte bei rheumatoider Arthritis nicht. Bei Arthrose spricht sie keine Empfehlung aus: zu kleine Studien, fast alle mit Beteiligung des Herstellers, kein Platz in den Leitlinien.
In einer Studie mit 31 Menschen mit starkem Übergewicht (2012) tranken die Teilnehmenden 6 Wochen lang täglich ein Getränk mit 40 g Hagebuttenpulver. Der obere Blutdruckwert lag um 3,4 % niedriger, das LDL-Cholesterin um 6 % niedriger als mit einem Vergleichsgetränk. Andere Werte und das Gewicht änderten sich nicht.
Frische Hagebutten enthalten laut BLS rund 1.045 mg Vitamin C pro 100 g, getrocknete Ware oft kaum noch: In 7 von 15 Produkten aus dem Handel war keines messbar (2026). Für Früchtetee als Getränk nennt der BLS nur Spuren.
Supplement-Tracker: Einnahme planen und abhaken
Eine geprüfte Wirkung gibt es nicht, die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen. Untersucht wurde vor allem Hagebuttenpulver bei Arthrose – in wenigen, meist vom Hersteller unterstützten Studien mit kleinen Effekten.
Frische Hagebutten enthalten laut deutscher Nährwertdatenbank BLS rund 1.045 mg Vitamin C pro 100 g. Wilde Hagebutten aus Nordamerika kommen laut USDA auf 426 mg, getrocknete Ware oft auf viel weniger.
Eher nicht. Für Früchtetee als Getränk nennt der BLS nur Spuren, und in 7 von 15 getrockneten Hagebutten-Produkten war in einer Untersuchung (2026) gar kein Vitamin C messbar.
Eine Auswertung von 3 Studien mit 287 Menschen (2008) fand etwas weniger Schmerzen als mit Placebo, alle Studien unterstützte der Hersteller. In einer weiteren Studie mit 120 Menschen gab es keinen Unterschied zu Placebo.
Eine amtliche Tagesmenge gibt es nicht. In Studien zu Gelenken wurden meist 5 g am Tag untersucht – das sind Studienbedingungen, kein Rat.
In Studien wurden unter anderem Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen, Hautausschlag und allergische Reaktionen beschrieben. Ob sie vom Pulver kamen, ist oft unklar.
Als Tee, Mus oder Konfitüre ist Hagebutte ein normales Lebensmittel. Zu Präparaten fehlen Daten – frag vorher Ärztin, Arzt oder Hebamme.
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