Eine belegte Wirkung hat Teufelskralle als Nahrungsergänzung nicht: Die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen, und die EMA führt die Wurzel nur als traditionelles Arzneimittel, also auf Basis langer Anwendung. Am meisten untersucht sind Rückenschmerzen und Arthrose, die Studien sind aber meist klein: Eine Cochrane-Auswertung (2014) fand zu Rückenschmerzen 2 Placebo-Studien mit 315 Teilnehmenden und stuft die Belege als gering ein. Bei einem Magengeschwür oder Zwölffingerdarmgeschwür soll Teufelskralle laut EMA nicht genommen werden. Stand: Oktober 2026.
Die Afrikanische Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) wächst in der Kalahari und in den Steppen Namibias. Ihre Früchte tragen gebogene Dornen, die wie Krallen aussehen – daher der Name. Verwendet werden die knolligen Speicherwurzeln, auch die der verwandten Art Harpagophytum zeyheri.
Die Wurzel schmeckt sehr bitter. Bekanntester Inhaltsstoff ist der Bitterstoff Harpagosid. Er dient als Kennzeichen für die Qualität. Ob er für die beworbenen Effekte verantwortlich ist, ist laut EMA unklar.
Angeboten wird Teufelskralle vor allem für Gelenke und Rücken. In Deutschland gibt es laut Deutscher Gesellschaft für Rheumatologie rund 115 Präparate, die meisten als Nahrungsergänzung, einige als Arzneimittel aus der Apotheke.
Nicht verwechseln: Katzenkralle heißt ähnlich, ist aber eine Liane aus dem Amazonasgebiet mit ganz anderen Inhaltsstoffen.
Teufelskralle gibt es als Arzneimittel und als Nahrungsergänzung. Das ist rechtlich ein großer Unterschied, auch wenn die Packungen ähnlich aussehen.
| Form | Was es ist | Einordnung |
|---|---|---|
| Zugelassene Arzneimittel | Trockenextrakte aus der Wurzel in Tabletten oder Kapseln | In Deutschland seit Jahrzehnten zugelassen, Anwendungsgebiet zum Beispiel unterstützende Behandlung bei Verschleißerkrankungen des Bewegungsapparats. Mit Packungsbeilage. |
| Traditionell registrierte Arzneimittel | Tee, Pulver oder Extrakte aus der Wurzel | Registriert allein auf Basis langer Anwendung, nach der EU-Monographie der EMA. |
| Nahrungsergänzung | Wurzelpulver oder Extrakt in Kapseln, Menge und Qualität je nach Hersteller | Lebensmittel. Die Wurzel ist in Nahrungsergänzungsmitteln laut EU-Katalog kein neuartiges Lebensmittel. |
Quellen: EMA-Monographie und Bewertungsbericht (2016), Novel-Food-Katalog der EU, Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (2026).
Eine Auswertung von 88 Teufelskralle-Produkten (2025) fand bei Nahrungsergänzungsmitteln deutlich lückenhaftere Hinweise zu Risiken und Wechselwirkungen als bei Arzneimitteln. Namen und Packungen wirkten oft suggestiv und möglicherweise irreführend.
Für Teufelskralle in Nahrungsergänzungsmitteln gibt es in Deutschland keine amtliche Tagesmenge und keine Höchstmenge.
Die EMA-Monographie legt Zubereitungen und Mengen nur für registrierte Arzneimittel fest. Für Kapseln als Nahrungsergänzung gelten sie nicht, und sie sind kein Rat zur Einnahme. Bei Arzneimitteln stehen Menge und Dauer in der Packungsbeilage.
Die Stoffliste von Bund und Ländern führt die Wurzel als Arzneistoff und als traditionelles Arzneimittel. Sie empfiehlt, die Verwendung in Lebensmitteln zu beschränken, nennt aber keine Zahl. Die Liste ist eine Orientierungshilfe für Behörden, kein Gesetz.
Hast du Beschwerden mit einem Präparat, frag in der Praxis oder Apotheke.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Gerinnungshemmer wie Warfarin oder Phenprocoumon | Im Labor bremst Teufelskralle ein Enzym, das Warfarin abbaut. Ein Fallbericht beschreibt Hautblutungen, als jemand Warfarin und Teufelskralle zusammen nahm. Nur nach Rücksprache mit deiner Praxis. |
| Blutdruckmittel | Im Tierversuch sank der Blutdruck, ein Fallbericht beschreibt dagegen einen Anstieg. Laut EMA ist zu wenig bekannt, um etwas zu empfehlen. Sprich das vorher mit deiner Praxis ab. |
| Diabetesmittel (Tabletten und Spritzen) | Bei Menschen, die wegen Diabetes spritzen müssen, wurde ein vorübergehender Anstieg der Zuckerwerte im Blut beobachtet. Kontrolliere deine Werte und frag in der Praxis. |
| Medikamente, die über Leberenzyme (CYP) abgebaut werden – das sind viele | Im Labor bremste Teufelskralle mehrere dieser Enzyme. Ob das im Körper eine Rolle spielt, ist nicht geklärt. Frag in der Apotheke, ob dein Medikament dazugehört. |
| Medikamente allgemein | Die EMA-Monographie nennt keine berichteten Wechselwirkungen. Untersucht ist aber wenig. |
Nimmst du regelmäßig Medikamente, frag vor einem Präparat in der Apotheke.
Die EMA rät in Schwangerschaft und Stillzeit von Teufelskralle-Arzneimitteln ab, weil Daten zur Sicherheit fehlen. Auch Daten über die Fruchtbarkeit fehlen.
Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren empfiehlt die EMA Teufelskralle nicht, weil Daten fehlen. Präparate in Schwangerschaft und Stillzeit sowie für Jugendliche nur nach Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Hebamme.
| Thema | Was gilt |
|---|---|
| Arzneimittel (EU-Monographie der EMA, 2016) | Traditionelles pflanzliches Arzneimittel bei leichten Gelenkschmerzen sowie bei leichten Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und vorübergehender Appetitlosigkeit, allein auf Basis langer Anwendung. Eine „gut belegte Anwendung“ sah die EMA nicht: Die Studien reichten ihr nicht. |
| Überprüfung | 2025 hat die EMA die regelmäßige Überprüfung der Monographie begonnen. Ein Ergebnis ist noch nicht veröffentlicht. |
| Arzneimittel in Deutschland | Zugelassene Arzneimittel, zum Beispiel zur unterstützenden Behandlung bei Verschleißerkrankungen des Bewegungsapparats, und traditionell registrierte Mittel. |
| Lebensmittel | Die Wurzel von Harpagophytum procumbens ist laut Novel-Food-Katalog der EU in Nahrungsergänzungsmitteln kein neuartiges Lebensmittel, in anderen Lebensmitteln schon. Für die zweite Art, Harpagophytum zeyheri, gibt es keinen eigenen Eintrag. |
| Stoffliste von Bund und Ländern | Wurzel beider Arten: Arzneistoff, traditionelles Arzneimittel, Verwendung in Lebensmitteln nur beschränkt empfohlen (Liste B). Nicht verbindlich. |
| Artenschutz | Nicht im Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) gelistet. Die EU führt die Gattung aber in Anhang D ihrer Artenschutz-Verordnung, damit werden Einfuhren überwacht. |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. Angaben zu Pflanzen stehen bei der EU „on hold“. |
Ob ein Produkt Arzneimittel oder Nahrungsergänzung ist, entscheiden Behörden im Einzelfall. Als Lebensmittel darf Teufelskralle nicht mit Krankheiten wie Arthrose beworben werden.
Die meisten Studien sind klein, kurz und testen unterschiedliche Extrakte. Ergebnisse lassen sich deshalb nicht von einem Produkt aufs andere übertragen. Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen. Andere Pflanzen, die für Gelenke beworben werden: Weidenrinde, Weihrauch und Curcumin.
In einer Placebo-Studie (1999) bekamen 197 Menschen mit chronischen Rückenschmerzen in einem akuten Schub 4 Wochen lang einen von zwei Extrakten oder Placebo. In der letzten Woche waren 3 Menschen mit Placebo schmerzfrei ohne Notfall-Schmerzmittel, mit Extrakt 6 und 10. Andere Messwerte zeigten ein widersprüchliches Bild, und den getesteten Extrakt gab es laut EMA nicht im Handel.
Eine Cochrane-Auswertung (2014) zu Pflanzen bei Rückenschmerzen fand für Teufelskralle 2 Placebo-Studien mit 315 Teilnehmenden. Kurzfristig gingen die Schmerzen womöglich etwas stärker zurück als mit Placebo. Die Qualität der Belege ist gering.
In einer Studie (2000) bekamen 122 Menschen mit Arthrose 4 Monate lang ein Teufelskralle-Präparat oder das Arzneimittel Diacerein. In beiden Gruppen gingen die Schmerzen ähnlich zurück. Eine Placebo-Gruppe gab es nicht, ein Placebo-Effekt lässt sich so nicht abgrenzen. Eine Übersicht über 14 Studien (2006) nannte die Studienqualität insgesamt schlecht.
Die Studien testeten sehr unterschiedliche Produkte, meist offen und ohne Placebo. Eine sichere Aussage zur Wirksamkeit war für die EMA 2016 deshalb nicht möglich. In der EU-Monographie gilt Teufelskralle darum nur als traditionelles Arzneimittel.
Zu entzündlichem Rheuma wie rheumatoider Arthritis gibt es laut Deutscher Gesellschaft für Rheumatologie (2026) keine klinischen Studien, sie empfiehlt Teufelskralle dort nicht. Bei Verschleiß der Gelenke und Rückenschmerzen gibt sie keine aktive Empfehlung. Ärztinnen und Ärzte müssen dort aber nicht abraten, wenn Betroffene es selbst nehmen möchten.
Studien gibt es dazu nicht. Die EMA stützt diese traditionelle Anwendung auf den bitteren Geschmack, wie bei anderen Bitterpflanzen.
Supplement-Tracker: Einnahme planen und abhaken
Eine belegte Wirkung gibt es nicht, die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen. Als Arzneimittel ist die Wurzel in der EU traditionell registriert, also auf Basis langer Anwendung. Studien zu Rücken und Arthrose sind meist klein, die Belege gering.
Die Studien sind meist offen und ohne Placebo. In einer Studie mit 122 Menschen gingen die Schmerzen mit Teufelskralle ähnlich zurück wie mit dem Arzneimittel Diacerein. Die EMA hält die Daten für zu schwach für eine sichere Aussage.
Beschrieben sind Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Schwindel und allergische Reaktionen. Bei einem aktiven Magengeschwür oder Zwölffingerdarmgeschwür soll man sie laut EMA nicht nehmen.
Nur nach Rücksprache mit deiner Praxis. Im Labor bremst Teufelskralle ein Enzym, das Warfarin abbaut, und ein Fallbericht beschreibt Hautblutungen unter beiden Mitteln.
Für Nahrungsergänzung gibt es keine amtliche Tagesmenge oder Dauer. Bei Arzneimitteln sieht die EMA vor: Halten Gelenkschmerzen länger als 4 Wochen an, ärztlich abklären lassen.
Nein. Teufelskralle wächst im südlichen Afrika, Katzenkralle ist eine Liane aus dem Amazonasgebiet. Die Pflanzen haben andere Inhaltsstoffe.
Die EMA rät in Schwangerschaft und Stillzeit ab, weil Daten fehlen. Auch unter 18 Jahren empfiehlt sie Teufelskralle nicht.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.