Curcumin ist der gelbe Farbstoff aus Kurkuma; im Gewürz stecken davon meist nur um 3 %. Eine EU-zugelassene Wirkung gibt es nicht, und als lebenslang unbedenkliche Tagesmenge (ADI) nennt die EFSA 3 mg pro Kilogramm Körpergewicht – bei 70 kg also 210 mg. Hoch dosierte Präparate, vor allem mit Piperin, wurden mit seltenen Leberschäden in Verbindung gebracht. Stand: Oktober 2026.
Curcumin ist der gelbe Hauptfarbstoff im Wurzelstock der Kurkuma, einer Pflanze aus der Familie der Ingwergewächse. Zusammen mit zwei eng verwandten Stoffen spricht man von Curcuminoiden.
Als Lebensmittelfarbe ist Curcumin unter der Nummer E 100 zugelassen. Als Nahrungsergänzung wird es vor allem rund um Gelenke beworben, oft als Kapsel mit Piperin aus Pfeffer.
Kurkuma ist das gemahlene Gewürz, Curcumin ein Inhaltsstoff davon. In Kapseln steckt meist ein Extrakt mit viel mehr Curcumin, als ein Essen je liefert.
| Merkmal | Kurkuma (Gewürz) | Curcumin-Extrakt (Kapsel) |
|---|---|---|
| Was ist das? | Gemahlener Wurzelstock von Curcuma longa | Extrakt aus dem Wurzelstock, oft mit Zusätzen |
| Curcumin-Gehalt | Meist um 3 %, in Proben von gut 1 bis 5 % Curcuminoide | Bis zu 95 % Curcuminoide |
| Was ins Blut gelangt | Wenig, Curcumin wird schnell abgebaut | Mit Piperin oder speziellen Formen 4- bis 185-mal mehr (ANSES) |
| Rechtslage | Normales Lebensmittel | In Nahrungsergänzungsmitteln erlaubt, in anderen Lebensmitteln neuartig |
| Leberschäden | Sehr selten beschrieben, auch mit Pulver und Tee | Die meisten Fälle, vor allem bei Formen, die mehr Curcumin ins Blut bringen |
Gehalte: EMA-Bewertung 2025 (Analysen um 3 % Curcumin; 21 Chargen im Mittel 2,3 % Curcuminoide). Leberfälle: LiverTox 2025.
In der Küche färbt Kurkuma Currys, Dal und Suppen gelb. Mehr zum Gewürz im Lexikon unter Kurkuma, zum Pfeffer unter Schwarzer Pfeffer.
Rezepte mit Kurkuma: Kichererbsen-Spinat-Eintopf mit Kurkuma, Kurkuma-Linsen-Kokos-Suppe, Linsen-Kokos-Dal oder eine Goldene Milch mit Ingwer.
Für Curcumin gibt es einen amtlichen Wert: Die EFSA hat 2010 eine duldbare tägliche Aufnahmemenge (ADI) von 3 mg pro Kilogramm Körpergewicht bestätigt. Das ist die Menge, die man nach heutigem Wissen lebenslang täglich ohne nennenswertes Gesundheitsrisiko zu sich nehmen kann – aus allen Quellen zusammen.
| Körpergewicht | Curcumin pro Tag, höchstens |
|---|---|
| 60 kg | 180 mg |
| 70 kg | 210 mg |
| 80 kg | 240 mg |
Gilt für alle Quellen zusammen, auch für Curcumin als Farbstoff E 100. Laut ANSES nicht anwendbar auf Präparate mit Piperin oder speziellen Formen.
Über das Essen kommt man laut ANSES kaum in die Nähe dieses Werts. Für Nahrungsergänzungsmittel rechnet ANSES deshalb mit höchstens 153 mg Curcumin am Tag bei 60 kg Körpergewicht – nur für einfache Präparate ohne Piperin oder ähnliche Zusätze.
Für Präparate mit Piperin, Fett-Hüllen oder Mizellen gilt der ADI laut ANSES nicht: Bei gleicher Menge gelangt 4- bis 185-mal mehr Curcumin ins Blut. Eine sichere Menge dafür gibt es bisher nicht.
Für isoliertes Piperin als Kapsel nennt das BfR einen Richtwert von 2,3 mg pro Person und Tag. In Polen sind in Nahrungsergänzungsmitteln höchstens 2 mg Piperin am Tag erlaubt.
Für traditionelle pflanzliche Arzneimittel mit Kurkuma nennt die EMA für Erwachsene zum Beispiel 1 bis 3 g Kurkumapulver am Tag, verteilt auf 2 bis 3 Portionen. Das gilt nur für Arzneimittel, nicht für Kapseln aus dem Handel.
Typisch waren laut LiverTox zuerst Müdigkeit, Übelkeit und Appetitlosigkeit, dann dunkler Urin und Gelbsucht – meist 1 bis 4 Monate nach Beginn. Nach dem Absetzen erholte sich die Leber meist innerhalb von 1 bis 3 Monaten. Schwere Verläufe bis zum Leberversagen sind beschrieben, vor allem wenn das Präparat weiter genommen wurde.
Galle: Weil Kurkuma die Gallensekretion beeinflussen kann, rät die EMA bei Gallensteinen, Verschluss der Gallenwege und Lebererkrankungen von Kurkuma-Arzneimitteln ab. ANSES rät Menschen mit Erkrankungen der Gallenwege von Präparaten ab.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Gerinnungshemmer und Plättchenhemmer (z. B. Phenprocoumon, Warfarin, ASS, Clopidogrel) | ANSES zählt sie zu den Mitteln mit enger Dosierspanne und rät, Kurkuma-Präparate dazu zu meiden. Belgien schreibt einen Hinweis auf der Packung vor. |
| Krebsmedikamente | Curcumin kann laut ANSES den Abbau mancher Medikamente verändern. ANSES rät während einer Krebstherapie von Kurkuma-Präparaten ab. |
| Mittel, die das Immunsystem dämpfen (z. B. nach einer Transplantation) | Auch hier sind laut ANSES Wechselwirkungen möglich. Nur nach Rücksprache mit dem Behandlungsteam. |
| Weitere Medikamente | In Studien veränderte Curcumin die Spiegel von Talinolol, Tamoxifen und Sulfasalazin – mit mehr Curcumin, als die EMA für Arzneimittel vorsieht. |
| Eisenpräparate | In einer kleinen Studie (2006) mit 10 Frauen änderte 0,5 g Kurkuma zur Mahlzeit nichts daran, wie viel Eisen ins Blut gelangte. Eine vergleichbare Studie zu hoch dosierten Präparaten ist uns nicht bekannt. |
Nimmst du regelmäßig Medikamente, sprich vor einem Curcumin-Präparat mit deiner Praxis oder Apotheke.
Für Präparate in Schwangerschaft und Stillzeit fehlen Sicherheitsdaten. Die EMA rät bei Kurkuma-Arzneimitteln deshalb ab, ebenso für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.
Belgien schreibt seit 2019 auf Kurkuma-Präparaten vor: nicht für Schwangere, Stillende und Kinder unter 18 Jahren.
Kurkuma als Gewürz in üblichen Küchenmengen ist ein normales Lebensmittel. Präparate in dieser Zeit nur nach Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Hebamme.
Curcumin allein gelangt kaum ins Blut, weil es schnell abgebaut wird. Hersteller kombinieren es deshalb mit Piperin aus schwarzem Pfeffer oder verpacken es in Fett-Hüllen, Mizellen oder ähnliche Formen.
Wie groß der Unterschied sein kann, zeigt eine Studie von 1998: Mit 2 g Curcumin plus 20 mg Piperin lag Curcumin im Blut deutlich höher als ohne – die Autoren gaben ein Plus von 2.000 % an. Neuere Formen erreichen laut ANSES 4- bis 185-mal mehr als einfaches Curcumin.
Die Kehrseite: Der ADI der EFSA passt für solche Formen nicht mehr, und die meisten Leberfälle betrafen gerade sie (ANSES, LiverTox).
Auch Piperin selbst sehen Behörden kritisch. Als Einzelstoff kann es die Spiegel mancher Medikamente verändern, in Tierversuchen zeigten sich Effekte auf die Fortpflanzung. Die EU-Lebensmittelbehörden haben Piperin und Curcumin 2024 auf ihre Liste der Stoffe gesetzt, die vorrangig geprüft werden sollen.
Tetrahydrocurcumin entsteht im Körper, wenn die Leber Curcumin abbaut. Für Präparate wird es laut EFSA chemisch hergestellt: Curcuminoide aus Kurkuma werden mit Wasserstoff umgewandelt (hydriert) und verlieren dabei ihre gelbe Farbe, das Pulver ist weiß bis blassgelb. Anders als Curcumin-Extrakte ist es ein neuartiges Lebensmittel, das die EU 2022 nur unter Bedingungen zugelassen hat.
| Punkt | Was gilt |
|---|---|
| Erlaubt in | Nur in Nahrungsergänzungsmitteln |
| Für wen | Nur für Erwachsene, nicht für Schwangere und Stillende |
| Höchstmenge | 140 mg am Tag |
| Pflicht-Hinweis | Nicht am selben Tag wie andere Nahrungsergänzungsmittel mit Curcumin oder Curcuminoiden verzehren |
Durchführungsverordnung (EU) 2022/961, gilt seit 11. Juli 2022. Die 140 mg sind eine gesetzliche Obergrenze, keine Empfehlung.
Die EFSA hielt 2021 höchstens 140 mg am Tag für sicher, beantragt waren 300 mg. Ihr Urteil stützt sich auf Labortests und Studien an Ratten. Vom Menschen lag ihr nur eine kleine Studie mit 20 Personen über 28 Tage ohne Vergleichsgruppe vor, die sie für wenig aussagekräftig hielt. Den Pflicht-Hinweis begründet die EU so: Der Körper verarbeitet Curcumin und Tetrahydrocurcumin auf dieselbe Art, zusammen könnte der Sicherheitsabstand schrumpfen.
Ein Nutzen ist nicht belegt, eine zugelassene Gesundheitsangabe gibt es nicht. Eigene Berichte über Leberschäden durch Tetrahydrocurcumin sind uns nicht bekannt. Die Warnzeichen unter Nebenwirkungen solltest du trotzdem kennen, und bei Medikamenten gilt dasselbe wie für Curcumin: vorher Praxis oder Apotheke fragen.
| Bereich | Was gilt |
|---|---|
| Gewürz | Kurkuma ist ein herkömmliches Lebensmittel. |
| Farbstoff E 100 | Als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen. Die EFSA bestätigte 2010 den ADI von 3 mg pro kg Körpergewicht. |
| Extrakt in Nahrungsergänzung | Laut Novel-Food-Katalog ist ein Kurkuma-Extrakt mit bis zu 95 % Curcuminoiden in Nahrungsergänzungsmitteln nicht neuartig. Verfahren, die Löslichkeit oder Aufnahme verändern, können als neuartig gelten. |
| Curcumin in anderen Lebensmitteln | Laut Katalog neuartig und noch nicht zugelassen (Einstufung durch Schweden). |
| Tetrahydrocurcumin | Neuartiges Lebensmittel, seit 2022 zugelassen: nur in Nahrungsergänzung für Erwachsene (nicht in Schwangerschaft und Stillzeit), höchstens 140 mg am Tag. |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. Eine Angabe zur Gelenkfunktion lehnte die EU 2018 ab (VO 2018/1556). |
| Arzneimittel | EU-Monographie der EMA (2018): traditionelles pflanzliches Arzneimittel bei leichten Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl und Blähungen – allein auf Basis langer Anwendung. |
| Italien | Seit 2020 Pflicht-Hinweis auf Präparaten: nicht bei Leber- oder Gallenproblemen und Gallensteinen; wer Medikamente nimmt, soll ärztlich fragen. |
| Belgien | Seit 2019 Warnhinweise (Gerinnungshemmer, Leber und Galle, Schwangerschaft, unter 18 Jahren) und höchstens 500 mg Curcuminoide am Tag aus einfachen Präparaten. |
| Frankreich | ANSES rät seit 2022 unter anderem bei Erkrankungen der Gallenwege, bei Gerinnungshemmern und während einer Krebstherapie von Präparaten ab. |
| EU-Lebensmittelbehörden | Curcumin und Piperin stehen seit 2024 auf der Liste von 13 Stoffen, die vorrangig EU-weit geprüft werden sollen. Eine Entscheidung gibt es noch nicht. |
Als Lebensmittel dürfen Curcumin-Präparate nicht mit Krankheiten beworben werden.
Zu Curcumin gibt es sehr viele Studien, die meisten klein und mit unterschiedlichen Präparaten. Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen.
Eine Netzwerk-Auswertung von 17 Studien (2025) fand bei Menschen mit Kniearthrose weniger Schmerzen mit Curcuminoid-Präparaten als mit Scheinmitteln. Die Autoren stufen die Aussagekraft als gering ein. Eine EU-Angabe zur Gelenkfunktion wurde 2018 abgelehnt.
Dass Piperin mehr Curcumin ins Blut bringt, ist gut untersucht. Ob daraus ein Nutzen für die Gesundheit folgt, ist nicht belegt. Klar ist nur: Für solche Formen fehlt eine Sicherheitsbewertung, und die meisten Leberfälle betrafen sie.
Die Studien zu Gelenken testeten Curcuminoid-Präparate, teils in speziellen Formen – keine Küchenmengen. Was für Kapseln untersucht wurde, lässt sich deshalb nicht auf das Würzen übertragen, weder im Guten noch im Schlechten.
Laut LiverTox (2025) ist die Wirksamkeit von Kurkuma für keine Erkrankung streng nachgewiesen. Große, unabhängige Studien über lange Zeit fehlen.
Supplement-Tracker: Einnahme planen und abhaken
Eine EU-zugelassene Wirkung gibt es nicht; eine beantragte Angabe zur Gelenkfunktion wurde 2018 abgelehnt. Studien zu Kniearthrose fanden etwas weniger Schmerzen, mit geringer Aussagekraft.
Ja, selten. Beschrieben sind akute Leberentzündungen, vor allem bei hoch dosierten Präparaten und Formen mit Piperin. LiverTox schätzt etwa 1 Fall auf 10.000 bis 100.000 Anwendende.
Kurkuma ist das Gewürz und enthält meist um 3 % Curcumin, Kapseln enthalten oft Extrakte mit bis zu 95 % Curcuminoiden. Tetrahydrocurcumin ist eine farblose, chemisch umgewandelte Form. In der EU ist es nur in Nahrungsergänzung für Erwachsene erlaubt, höchstens 140 mg am Tag.
Mit Piperin aus schwarzem Pfeffer gelangt viel mehr Curcumin ins Blut. Für solche Formen gilt der ADI der EFSA laut ANSES nicht, und viele Leberfälle betrafen sie.
Die EFSA nennt als ADI 3 mg pro Kilogramm Körpergewicht, bei 70 kg also 210 mg – aus allen Quellen zusammen. Für Präparate mit Piperin oder speziellen Formen gibt es keinen sicheren Wert.
Die EMA rät bei Kurkuma-Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit ab, weil Daten fehlen. Würzen mit Kurkuma in Küchenmengen ist ein normales Lebensmittel.
ANSES rät, Kurkuma-Präparate zusammen mit Gerinnungshemmern zu meiden. Sprich vorher mit deiner Praxis oder Apotheke.
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