Eine belegte Wirkung hat Reishi nicht: Eine Auswertung von 17 Studien mit 971 Teilnehmenden stuft die Beweislage 2025 als sehr schwach ein. Wann und wie viel du nimmst, regelt keine Behörde; in der EU sind Fruchtkörper und wässriger Extrakt erlaubt, getrocknetes Myzelpulver nicht. Leberschäden sind sehr selten, ein Todesfall nach Reishi-Pulver ist beschrieben. Stand: Oktober 2026.
Reishi ist ein großer, rotbrauner Baumpilz mit fächerförmigem Hut. In Japan heißt er Reishi, in China Lingzhi. In der traditionellen chinesischen Medizin gilt er seit langem als besonders wertvoll.
Weil er wild selten ist, wird er auf Holzstämmen, Sägemehl oder Holzspänen gezüchtet. Er schmeckt bitter und wird auch für Tee genutzt. Mit Lingzhi ist teils eine eng verwandte Art gemeint, Ganoderma lingzhi. Mehr zum Pilz im Lexikon unter Reishi.
In der Werbung für Präparate geht es unter anderem um Abwehr, Schlaf, Stress und Energie. Laut der US-Datenbank LiverTox ist keiner der behaupteten Nutzen in ausreichend großen, gut kontrollierten Studien am Menschen gezeigt. Andere Pilze als Nahrungsergänzung findest du unter Cordyceps und Chaga.
Eine amtliche Tagesmenge für Reishi gibt es nicht. Auch zur Tageszeit, zur Einnahme zum Essen und zur Dauer gibt es keine Empfehlung einer Behörde.
In den Studien eines Cochrane-Reviews (2015) waren es 1,4 bis 3 g am Tag über 12 bis 16 Wochen, in anderen Studien zwischen 0,2 und 11,2 g. Das sind Studienbedingungen, kein Rat. Studien, die verschiedene Tageszeiten vergleichen, gibt es nach unserer Recherche nicht.
In kleinen Studien gab es laut LiverTox wenige oder keine Nebenwirkungen. Beschrieben sind unter anderem Übelkeit, Schlafstörungen, Mundtrockenheit, Verstopfung, Juckreiz und Schwindel.
Bei Müdigkeit, Übelkeit, dunklem Urin oder gelblicher Haut setz das Präparat ab und lass dich ärztlich untersuchen.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Blutverdünner und Mittel gegen das Verklumpen von Blutplättchen | Laut Memorial Sloan Kettering Cancer Center kann Reishi das Blutungsrisiko erhöhen. Nur nach ärztlicher Rücksprache. Vor einer Operation sag deiner Praxis, dass du Reishi nimmst. |
| Mittel, die das Immunsystem dämpfen | Reishi kann laut MSKCC die Immunreaktion verstärken. Dann ist Reishi womöglich nicht sicher für dich, sprich vorher mit deiner Praxis. |
| Krebsmedikamente | Laut MSKCC sind Wechselwirkungen mit manchen Krebsmitteln theoretisch möglich. Sprich die Einnahme mit deinem Behandlungsteam ab. |
| Diabetes- und Blutdruckmittel | Laut MSKCC deuten Studien auf leichte Effekte bei den Zuckerwerten hin, ein Cochrane-Review fand bei Typ-2-Diabetes keinen deutlichen Unterschied bei Zucker- und Blutdruckwerten. Studien zu Wechselwirkungen fehlen, sprich die Einnahme ab. |
| Medikamente, die über Leberenzyme (Cytochrom P450) abgebaut werden | MSKCC nennt mögliche Wechselwirkungen, ihre Bedeutung ist nicht bekannt. Frag in der Apotheke. |
Nimmst du regelmäßig Medikamente, frag vor einem Präparat in der Apotheke oder Praxis.
Zu Reishi in Schwangerschaft und Stillzeit gibt es keine behördliche Bewertung und kaum Daten. Auch für Kinder fehlen Studien.
Präparate in Schwangerschaft und Stillzeit sowie für Kinder nur nach Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Hebamme.
In der EU hängt viel davon ab, ob ein Lebensmittel vor Mai 1997 schon nennenswert verzehrt wurde. Wenn nicht, gilt es als neuartig und braucht eine Zulassung. Den Stand zeigt der Novel-Food-Katalog der EU.
| Teil | Status | Was heißt das? |
|---|---|---|
| Fruchtkörper und Pulver aus wässrigem Extrakt | Kein neuartiges Lebensmittel (POL-NF-00372) | Darf als Lebensmittel und in Nahrungsergänzungsmitteln verkauft werden. |
| Getrocknetes Myzelpulver | Noch nicht zugelassenes neuartiges Lebensmittel (POL-NF-00372) | Ohne Zulassung darf es in der EU nicht als Lebensmittel oder Nahrungsergänzung verkauft werden. |
| Andere Teile, etwa Sporenpulver | Kein eigener Eintrag | Ob sie erlaubt sind, lässt sich aus dem Katalog nicht ablesen. |
Behörden in Finnland und Tschechien stuften zwei Extraktpulver aus dem Fruchtkörper als nicht neuartig ein. Gesundheitsangaben: Eine Angabe hat die EU abgelehnt, weitere stehen „on hold“. Werbung mit einer Wirkung ist deshalb nicht erlaubt.
Es gibt viele Labor- und Tierversuche, aber nur wenige gute Studien am Menschen. Hier steht, was untersucht wurde – ohne Versprechen.
Eine Auswertung (2025) fasste 17 Studien mit 971 Teilnehmenden zusammen, mit 0,2 bis 11,2 g am Tag über 1 bis 24 Wochen. Bei Blutdruck, Nüchternzucker, Blutfetten und Leberwerten gab es keinen Unterschied. Kleine Unterschiede beim BMI und beim Puls stehen auf sehr schwacher Beweislage.
Ein Cochrane-Review (2015) fand 5 Studien mit 398 Teilnehmenden, alle auswertbaren mit Menschen mit Typ-2-Diabetes. Langzeit-Zuckerwert, Cholesterin und Blutdruck änderten sich nicht deutlich. In der größten Studie nahmen 84 Menschen 16 Wochen lang 3 g am Tag, ohne Unterschied zum Scheinmittel.
Ein Cochrane-Review (2016) fand 5 kleine Studien mit Krebskranken, die Reishi zusätzlich zur Behandlung bekamen. Die Qualität war unbefriedigend, Daten zum Langzeitüberleben gab es nicht. Die Autoren fanden keine ausreichenden Belege für Reishi als Krebsbehandlung.
In einer Studie aus China (2005) bekamen 132 Menschen mit einem Erschöpfungszustand (Neurasthenie) 8 Wochen lang einen Reishi-Extrakt oder ein Scheinmittel. Der Wert für Müdigkeit ging mit Extrakt um 28 % zurück, mit Scheinmittel um 20 %. Studien, die Reishi allein beim Schlaf untersucht haben, sind uns nicht bekannt.
Supplement-Tracker: Einnahme planen und abhaken
Eine belegte Wirkung gibt es nicht. Eine Auswertung von 17 Studien (2025) stuft die Beweislage als sehr schwach ein, die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen.
Eine amtliche Empfehlung zur Tageszeit gibt es nicht. Studien, die verschiedene Zeitpunkte vergleichen, liegen uns nicht vor.
Eine amtliche Tagesmenge gibt es nicht. In Studien wurden sehr unterschiedliche Mengen untersucht, meist 1,4 bis 3 g am Tag – das sind Studienbedingungen, kein Rat.
Meist leichte, etwa Übelkeit oder Mundtrockenheit. Sehr selten sind Leberschäden beschrieben, und Reishi kann mit Blutverdünnern wechselwirken.
Fruchtkörper und wässriger Extrakt ja. Getrocknetes Myzelpulver ist ein noch nicht zugelassenes neuartiges Lebensmittel.
Ein Cochrane-Review (2016) fand nur 5 kleine Studien von unbefriedigender Qualität. Reishi ersetzt keine Therapie.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.