Chaga und Tschaga meinen denselben Baumpilz, und eine belegte Wirkung hat er nicht: Laut einer Übersicht von 2024 gibt es nur zwei Studien am Menschen, beide über 40 Jahre alt. Drei Fallberichte aus Japan und Korea beschreiben schwere Nierenschäden durch das Oxalat im Pulver. In der EU darf Chaga in Nahrungsergänzungsmitteln stecken, als normales Lebensmittel wie Tee oder Kaffee ist er nicht zugelassen. Stand: Oktober 2026.
Chaga ist der Name für schwarze, rissige Wucherungen an der Seite lebender Bäume, meist Birken. Sie entstehen gemeinsam aus dem Baum und dem Pilz Inonotus obliquus. Chaga und Tschaga sind zwei Schreibweisen für denselben Pilz.
Für den Handel wird Chaga vom Baum gelöst, gereinigt, zerkleinert und getrocknet. Weil Chaga bitter schmeckt, wird es laut MSKCC meist als Tee getrunken, es gibt aber auch Pulver, Kapseln und Tabletten. In Finnland nutzte man Chaga im 19. Jahrhundert und in Kriegszeiten als Ersatz für Tee und Kaffee. Als normales Lebensmittel, etwa als Tee, ist Chaga in der EU heute nicht zugelassen, siehe Rechtslage.
In der Werbung geht es laut dem Memorial Sloan Kettering Cancer Center (MSKCC) vor allem um Abwehr, Entzündungen und die Leber. Sicherheit und Wirksamkeit von Chaga sind laut MSKCC in klinischen Studien noch nicht geprüft. Mehr zum Pilz im Lexikon unter Chaga. Andere Pilze als Nahrungsergänzung: Reishi, Cordyceps und Shiitake.
Eine amtliche Tagesmenge für Chaga gibt es nicht. Auch zur Tageszeit und zur Dauer gibt es keine Empfehlung einer Behörde. Studien, die Mengen am Menschen geprüft haben, gibt es praktisch nicht.
In zwei der Fallberichte mit Nierenschäden nahmen die Betroffenen 3 bis 15 g Pulver am Tag, über Monate bis Jahre, im dritten waren es 4 bis 5 Teelöffel. Eine Untersuchung aus Korea (2020) fand in Chaga-Pulver von drei Anbietern 2,8 bis 14,2 g Oxalat je 100 g. Schon 3 g Pulver können damit gut 400 mg Oxalat liefern – laut den Autoren mehr, als eine übliche Ernährung mit 200 bis 300 mg am Tag enthält.
Chaga enthält sehr viel Oxalat. Im Körper kann es sich mit Calcium zu Kristallen verbinden, die sich in den Nieren ablagern. Ärztinnen und Ärzte sprechen dann von einer Oxalat-Nephropathie.
Andere Nebenwirkungen sind kaum beschrieben, weil es fast keine Studien am Menschen gibt. Bei weniger Urin, geschwollenen Beinen oder schäumendem Urin setz Chaga ab und lass dich ärztlich untersuchen.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Blutverdünner und Mittel gegen das Verklumpen von Blutplättchen | Laut Memorial Sloan Kettering Cancer Center könnte Chaga ihre Wirkung verstärken. Wie bedeutsam das ist, ist nicht bekannt. Nur nach Rücksprache mit deiner Praxis. |
| Diabetes-Medikamente | Im Labor senkte Chaga die Zuckerwerte zusätzlich. Ob das beim Menschen eine Rolle spielt, ist laut MSKCC nicht bekannt. Sprich die Einnahme ab. |
| Hochdosiertes Vitamin C | Viel Vitamin C gilt ebenfalls als mögliche Ursache für Oxalat-Schäden an den Nieren. Im Fallbericht von 2022 nahm der Betroffene beides. Mehr zu Vitamin C. |
Nimmst du regelmäßig Medikamente, frag vor einem Präparat in der Apotheke oder Praxis.
Zu Chaga in Schwangerschaft und Stillzeit gibt es keine behördliche Bewertung und keine Studien. Auch für Kinder fehlen Daten.
Präparate in Schwangerschaft und Stillzeit sowie für Kinder nur nach Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Hebamme.
In der EU hängt viel davon ab, ob ein Lebensmittel vor dem 15. Mai 1997 schon nennenswert verzehrt wurde. Wenn nicht, gilt es als neuartig und braucht eine Zulassung. Bei Chaga ist das je nach Produkt verschieden.
| Produkt | Status | Was heißt das? |
|---|---|---|
| Pulver sowie Wasser- und Alkohol-Extrakte aus dem Fruchtkörper | Nicht neuartig in Nahrungsergänzungsmitteln (EU-Katalog, POL-NF-00430) | Darf in Nahrungsergänzungsmitteln stecken. |
| Chaga in anderen Lebensmitteln, etwa Tee, Kaffee oder Getränke | Neuartiges Lebensmittel ohne Zulassung (Finnische Lebensmittelbehörde, 2024) | Darf ohne Zulassung nicht als normales Lebensmittel verkauft werden. |
| Pilzgeflecht (Myzel), etwa auf Getreide gezüchtet | Kein eigener Eintrag | Ob es erlaubt ist, lässt sich aus dem Katalog nicht ablesen. |
Laut finnischer Behörde gibt es keinen Beleg, dass Chaga vor 1997 außerhalb von Nahrungsergänzungsmitteln nennenswert gegessen oder getrunken wurde. Die Nutzung als Ersatz für Tee und Kaffee lag zu lange zurück und war auf Notzeiten beschränkt.
Im EU-Schnellwarnsystem RASFF gab es von 2020 bis 2024 zehn Meldungen zu Chaga als nicht zugelassenem neuartigem Lebensmittel. Meist ging es um Kaffee oder Kaffee-Ersatz mit Chaga, je einmal um Bier und um Chaga-Pulver in großen Dosen. Gesundheitsangaben sind für Chaga keine zugelassen, Werbung mit einer Wirkung ist deshalb nicht erlaubt.
Es gibt viele Labor- und Tierversuche, aber kaum Studien am Menschen. Hier steht, was untersucht wurde – ohne Versprechen.
Eine Übersicht (2024) fand nur zwei Studien am Menschen, beide über 40 Jahre alt: zu Schuppenflechte und zu Schmerzen bei Magengeschwüren. Studien mit Vergleichsgruppe zur Sicherheit fanden die Autoren nicht, im Register ClinicalTrials.gov war keine passende Studie eingetragen.
Die Werbung greift oft Versuche mit Krebszellen und Tieren auf. Laut Memorial Sloan Kettering Cancer Center sind Sicherheit und Wirksamkeit von Chaga in klinischen Studien noch nicht untersucht. Chaga ersetzt keine Behandlung.
Bei Ratten mit Diabetes sanken mit Chaga-Extrakt über acht Wochen Zucker- und Blutfettwerte (2024). Studien am Menschen dazu gibt es nach unserer Recherche nicht.
Um die Fallberichte zu prüfen, bekamen Ratten 2026 Chaga-Pulver in zwei Mengen. Bei der hohen Menge fanden die Forschenden Oxalat-Kristalle und geschädigte Nierenkanälchen, bei der niedrigeren nicht.
Supplement-Tracker: Einnahme planen und abhaken
Beides. Gemeint ist derselbe Baumpilz, botanisch Inonotus obliquus, auf Deutsch auch Schiefer Schillerporling.
Belegt ist keine. Eine Übersicht von 2024 fand nur zwei alte Studien am Menschen, und die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen.
Chaga-Pulver enthält sehr viel Oxalat, in einer Untersuchung 2,8 bis 14,2 g je 100 g. Drei Fallberichte beschreiben schwere Nierenschäden nach Monaten bis Jahren täglicher Einnahme.
Eine amtliche Tagesmenge gibt es nicht. Wegen des Oxalats sind größere Mengen über längere Zeit riskant, sprich das mit deiner Praxis ab.
Als normales Lebensmittel nicht. Laut finnischer Lebensmittelbehörde ist Chaga außerhalb von Nahrungsergänzungsmitteln ein neuartiges Lebensmittel ohne Zulassung.
Als Nahrungsergänzung ja. Pulver und Extrakte aus dem Fruchtkörper gelten in Nahrungsergänzungsmitteln nicht als neuartig.
Nur nach Rücksprache mit deiner Praxis. Chaga könnte ihre Wirkung verstärken, untersucht ist das nur im Labor.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.