Eine belegte Wirkung hat Maitake nicht: Die EU hat eine beantragte Angabe über die Abwehr nach einem EFSA-Gutachten von 2011 abgelehnt, und die meisten Studien am Menschen sind klein, oft mit 20 bis 50 Teilnehmenden. Erlaubt sind in der EU der Pilz und Pulver aus seinem wässrigen Extrakt, getrocknetes Myzelpulver ist ein noch nicht zugelassenes neuartiges Lebensmittel. Wer Warfarin oder Diabetesmittel nimmt, sollte vorher ärztlich fragen: Es gibt einen Fallbericht zu Warfarin und einen Hinweis auf niedrigere Zuckerwerte. Stand: Oktober 2026.
Maitake (Grifola frondosa) ist ein großer Speisepilz, der aus vielen fächerförmigen, überlappenden Hüten besteht. Auf Deutsch heißt er Klapperschwamm. Er wird frisch oder getrocknet gegessen und als Pulver oder Extrakt verkauft. Mehr zum Pilz im Lexikon unter Maitake.
Als Hauptbestandteil gelten Beta-Glucane, die an Eiweiß gebunden sind. Daraus werden Extrakte wie die sogenannte D-Fraktion oder MD-Fraktion hergestellt. Fast alle Daten dazu stammen aus Labor- und Tierversuchen (MSKCC).
Beta-Glucane aus Hafer und Gerste haben zugelassene Angaben – sie gelten nicht für Pilze. Mehr dazu unter Beta-Glucan. Andere Speisepilze als Nahrungsergänzung findest du unter Shiitake und Lion's Mane.
Eine amtliche Tagesmenge für Maitake-Pulver oder -Extrakt gibt es nicht. Auch zur Tageszeit und zur Dauer gibt es keine Empfehlung einer Behörde.
In Studien mit Krebskranken bekamen die Teilnehmenden einen Extrakt, zweimal am Tag 0,1 bis 5 mg je kg Körpergewicht, über 3 bis 12 Wochen. In zwei Studien aus Japan aßen Gesunde täglich Brot, das Maitake enthielt. Das sind Studienbedingungen, kein Rat.
Als gegarter Speisepilz gilt Maitake als normales Lebensmittel. Zu Präparaten gibt es nur Daten aus kleinen Studien.
Bemerkst du nach einem Präparat Ausschlag, blaue Flecken oder Zittern und Schwitzen wie bei Unterzuckerung, setz es ab und sprich mit deiner Praxis.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Warfarin und andere Gerinnungshemmer wie Phenprocoumon | Ein Fallbericht (2010) beschreibt unter Warfarin und einem Maitake-Extrakt einen gestiegenen Gerinnungswert (INR). Nur nach ärztlicher Rücksprache, und lass den Wert kontrollieren. Vor einer Operation sag deiner Praxis, dass du Maitake nimmst. |
| Diabetesmittel | Maitake kann laut MSKCC die Zuckerwerte beeinflussen und die Wirkung von Diabetesmitteln verstärken. Grundlage ist ein kleiner Bericht von 2001, sonst stammen die Daten aus Tierversuchen. Sprich die Einnahme vorher ab. |
| Krebsbehandlung | In einer Studie veränderte ein Extrakt Immunwerte im Blut teils nach oben, teils nach unten (2009). Maitake ersetzt keine Therapie. Sprich jedes Präparat mit deinem Behandlungsteam ab. |
| Mittel, die das Immunsystem dämpfen | Studien zu Wechselwirkungen fehlen. Weil Extrakte Immunwerte verändern können, frag vorher in deiner Praxis. |
Nimmst du regelmäßig Medikamente, frag vor einem Präparat in der Apotheke oder Praxis.
Gut gegarter Maitake als Speisepilz ist ein normales Lebensmittel. Zu Präparaten in Schwangerschaft und Stillzeit gibt es keine behördliche Bewertung und keine Studien. Auch für Kinder fehlen Daten.
Präparate in Schwangerschaft und Stillzeit sowie für Kinder nur nach Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Hebamme.
In der EU gilt ein Lebensmittel als neuartig, wenn es vor Mai 1997 nicht in nennenswertem Umfang verzehrt wurde. Dann braucht es eine Zulassung. Der Pilz, den du kochst, heißt Fruchtkörper, das fadenförmige Geflecht, aus dem er wächst, Myzel.
| Form | Status | Was heißt das? |
|---|---|---|
| Fruchtkörper und Pulver aus wässrigem Extrakt | Kein neuartiges Lebensmittel (Novel-Food-Katalog, POL-NF-00389) | Darf als Lebensmittel und in Nahrungsergänzungsmitteln verkauft werden. |
| Extraktpulver aus dem Fruchtkörper | Nicht neuartig (Anfrage in Finnland) | Gilt als herkömmliches Lebensmittel. |
| Getrocknetes Myzelpulver | Noch nicht zugelassenes neuartiges Lebensmittel | Ohne Zulassung darf es in der EU nicht als Lebensmittel verkauft werden. |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen, eine Angabe über die Abwehr abgelehnt (EFSA 2011) | Werbung mit Abwehr oder Zuckerwerten ist keine geprüfte Aussage. |
Über das EU-Schnellwarnsystem RASFF meldeten Behörden in Schweden (2022) und Slowenien (2025) Nahrungsergänzungsmittel mit Maitake und anderen Pilzen als nicht zugelassene neuartige Lebensmittel.
Mythen-Check: Was stimmt an verbreiteten Aussagen zu Maitake – und was zeigen Studien an Menschen?
Eine Angabe über die Abwehr hat die EU 2011 abgelehnt. In einer Studie aus Japan (2026) aßen junge und ältere Gesunde 11 oder 18 Wochen lang täglich Brot mit Maitake einer von zwei Zuchtsorten oder ohne Pilz. Erkältungen waren insgesamt nicht seltener. Mit einer Sorte gab es weniger Tage mit Fieber oder Schnupfen, mit der anderen kaum Unterschiede.
47 gesunde Menschen ab 60 Jahren aßen 18 Wochen lang Brot mit Maitake einer von zwei Sorten oder ohne Pilz (2026). Mit einer Sorte war ein Gedächtnistest besser, mit der anderen nicht. Mehrere Autoren arbeiten für einen Maitake-Hersteller.
In einer Studie (2009) nahmen 34 Frauen nach einer Brustkrebs-Behandlung 3 Wochen lang einen Extrakt. Einige Immunwerte im Blut stiegen, andere sanken, je nach Menge. In einer Studie mit 21 Menschen mit einer Knochenmark-Erkrankung (2015) veränderten sich Laborwerte weißer Blutkörperchen. Ob Maitake den Verlauf einer Krebserkrankung beeinflusst, wurde nicht gezeigt.
Gute Studien am Menschen gibt es nach unserer Recherche nicht. MSKCC stützt sich auf einen kurzen Bericht über Menschen mit Typ-2-Diabetes (2001), die übrigen Daten stammen aus Tierversuchen.
Fazit: Gut gegarter Maitake ist ein normales Lebensmittel. Für Präparate fehlen Belege aus größeren, unabhängigen Studien.
Supplement-Tracker: Einnahme planen und abhaken
Eine belegte Wirkung gibt es nicht. Die EU hat eine Angabe über die Abwehr 2011 abgelehnt, und die Studien am Menschen sind klein.
Der deutsche Name für Maitake, einen großen Speisepilz aus vielen fächerförmigen Hüten. Als Lebensmittel ist er in der EU nicht neuartig.
In kleinen Studien selten, etwa Übelkeit oder Ausschlag. Wichtiger sind Wechselwirkungen mit Warfarin und Diabetesmitteln.
Nur nach ärztlicher Rücksprache. Ein Fallbericht beschreibt unter Warfarin einen gestiegenen Gerinnungswert (INR) nach einem Maitake-Extrakt.
Pulver aus dem Pilz und aus seinem wässrigen Extrakt ja. Getrocknetes Myzelpulver ist ein noch nicht zugelassenes neuartiges Lebensmittel.
Eine amtliche Tagesmenge gibt es nicht. Die Studien nutzten sehr verschiedene Extrakte und Mengen – das sind Studienbedingungen, kein Rat.
Ein Extrakt aus Maitake mit eiweißgebundenen Beta-Glucanen. Daten dazu stammen fast nur aus Labor- und Tierversuchen.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.