Eine belegte Wirkung von CBD-Öl gibt es nicht: Laut BfR reichen die Belege zu Stress, Schlaf und Schmerzen nicht aus, und in einer BfR-Untersuchung enthielten 20 von 26 Ölen das berauschende THC. In der EU ist CBD nicht als Lebensmittel zugelassen, die EFSA hält bisher nur eine sehr kleine Tagesmenge für Erwachsene ab 25 Jahren ohne Medikamente für unbedenklich. Als Arzneimittel ist CBD in Deutschland verschreibungspflichtig, belegt ist es nur bei bestimmten schweren Epilepsien. Stand: Oktober 2026.
CBD steht für Cannabidiol, einen von vielen Stoffen der Hanfpflanze, den Cannabinoiden. Anders als THC (Tetrahydrocannabinol) berauscht CBD nicht. CBD-Öl ist meist ein Extrakt aus Hanf, in dem Cannabinoide angereichert sind, gelöst in einem Pflanzenöl.
Davon zu unterscheiden sind Hanfsamen und Öl aus Hanfsamen. Sie gelten in der EU als herkömmliche Lebensmittel, für THC gibt es dort Höchstgehalte. Mehr dazu unter Hanfsamen.
Beworben wird CBD-Öl rund um Stress, Schlaf und Schmerzen. Eine EU-zugelassene Gesundheitsangabe gibt es nicht. Mit dem körpereigenen Stoff PEA hat CBD trotz ähnlicher Werbung nichts zu tun.
| Wo | Was gilt |
|---|---|
| EU-Recht für neuartige Lebensmittel | Hanf-Extrakte mit Cannabinoiden wie CBD und synthetisch hergestelltes CBD gelten als neuartige Lebensmittel. Vor dem Verkauf brauchen sie eine Zulassung. Bisher ist kein Lebensmittel mit CBD zugelassen. |
| Bewertung durch die EFSA | 2022 erklärte die EFSA, dass sich die Sicherheit von CBD wegen Datenlücken nicht feststellen lässt, unter anderem zu Leber, Hormonsystem, Nervensystem und Fortpflanzung. 2026 legte sie eine vorläufige, sehr kleine Tagesmenge für Erwachsene ab 25 fest. Für Jüngere, Schwangere, Stillende und Menschen, die Medikamente nehmen, gilt sie nicht. |
| Erste positive Bewertung | Im September 2026 hielt die EFSA erstmals ein Produkt für sicher: synthetisches CBD in einem Öl, in dieser sehr kleinen Tagesmenge, für Erwachsene ab 25, nicht für Schwangere, Stillende und Menschen, die Medikamente nehmen. Zugelassen ist es damit noch nicht, darüber entscheiden EU-Kommission und Mitgliedstaaten. |
| Lebensmittel in Deutschland | Laut BfR sind viele CBD-Öle, besonders als Nahrungsergänzung verkaufte, nicht verkehrsfähig. Das Verwaltungsgericht Köln stufte 2022 CBD-Tropfen, die als Nahrungsergänzung verkauft wurden, als zulassungspflichtige Arzneimittel ein. |
| Aromaöl und Kosmetik | Manche CBD-Öle werden als Aromaöl oder Kosmetik verkauft. Laut Verbraucherzentrale sind sie nicht zum Verzehr geeignet. |
| Arzneimittel | Cannabidiol steht in der Arzneimittelverschreibungsverordnung. In der EU ist ein CBD-Arzneimittel für bestimmte schwere Epilepsien zugelassen, es gibt es nur auf Rezept. |
Für dich heißt das: CBD-Öle aus Drogerie oder Netz sind keine geprüften Lebensmittel. Wie viel CBD und THC wirklich drin ist, weicht oft von der Packung ab.
Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen. Laut EFSA stammen viele Daten am Menschen aus Studien mit dem CBD-Arzneimittel in Arzneimittel-Mengen, nicht mit CBD-Ölen.
In einer Studie (2017) bekamen 120 Kinder und junge Erwachsene mit Dravet-Syndrom, einer seltenen schweren Epilepsie, zusätzlich ein CBD-Arzneimittel oder Placebo. Mit CBD gingen die Krampfanfälle stärker zurück als mit Placebo. Durchfall, Erbrechen, Müdigkeit, Fieber, Schläfrigkeit und auffällige Leberwerte waren aber häufiger, und die Behandlung läuft ärztlich überwacht.
Laut BfR erhoffen sich viele Menschen von CBD-Ölen etwas rund um Stress, Schmerzen und Schlaf. Für diese Wirkungen gibt es laut BfR keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege.
In einer US-Studie (2025) nahmen 201 gesunde Erwachsene vier Wochen lang CBD oder Placebo, in einer Menge, wie sie Verbraucher mit frei verkäuflichen Produkten nehmen. In der CBD-Gruppe stiegen bei 8 Menschen die Leberwerte auf mehr als das Dreifache des Normalwerts, in der Placebo-Gruppe bei niemandem. 7 erfüllten die Kriterien für einen Abbruch wegen möglicher Leberschäden.
Das BfR untersuchte 26 Öle mit Cannabinoiden und fand in 20 davon THC. Bei der Tagesmenge laut Hersteller hätte bei der Hälfte der Produkte schon das THC gereicht, um den Wert zu überschreiten, den die EFSA für einen Tag als unbedenklich ansieht.
Im selben BfR-Projekt waren auf den Packungen 2,5 bis 20 Prozent Cannabinoide angegeben, gemessen wurden 3 bis 24 Prozent. Wer sich nach der Packung richtet, nimmt also leicht mehr oder weniger als gedacht.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Clobazam (Epilepsie-Mittel) | In einer Studie mit 81 Kindern und Erwachsenen stieg unter CBD der Blutwert eines Abbauprodukts von Clobazam, untersucht wurde ein Zusammenhang mit Schläfrigkeit. Nur ärztlich überwacht. |
| Valproinsäure (Epilepsie-Mittel) | Wer zusätzlich Valproinsäure nahm, hatte in derselben Studie auffällige Leberwerte. |
| Weitere Epilepsie-Mittel | Auch die Blutwerte von Topiramat, Rufinamid, Zonisamid und Eslicarbazepin veränderten sich. |
| Medikamente allgemein | CBD beeinflusst Enzyme, die viele Medikamente abbauen. Laut EFSA sind die Folgen nicht geklärt, für Menschen mit Medikamenten lässt sich keine sichere Menge angeben. |
Nimmst du Medikamente, frag vor CBD-Öl in deiner Praxis oder Apotheke nach. Setz verordnete Epilepsie-Mittel nie eigenmächtig ab.
Als Lebensmittel ist keine Wirkung belegt, eine EU-zugelassene Gesundheitsangabe gibt es nicht. Belegt ist nur ein CBD-Arzneimittel bei bestimmten schweren Epilepsien, verschrieben und ärztlich überwacht.
Als Lebensmittel oder Nahrungsergänzung ist CBD nicht zugelassen, weil die EU-Zulassung als neuartiges Lebensmittel fehlt. CBD-Arzneimittel gibt es nur auf Rezept.
Oft ja. Das BfR fand THC in 20 von 26 untersuchten Ölen, bei der Hälfte reichte schon die Tagesmenge laut Hersteller, um den als unbedenklich geltenden THC-Wert zu überschreiten.
Für THC im Blut gilt im Straßenverkehr ein gesetzlicher Grenzwert, und viele Öle enthalten THC. In Studien machte CBD außerdem müde. Ob ein Öl Folgen hat, lässt sich nicht vorhersagen.
In Studien vor allem Müdigkeit, Durchfall und erhöhte Leberwerte, auch bei Gesunden. Laut EFSA ist die Sicherheit für Schwangere, Stillende und Menschen unter 25 nicht geklärt.
Die EFSA nennt vorläufig nur eine sehr kleine Tagesmenge für Erwachsene ab 25, die keine Medikamente nehmen und nicht schwanger sind oder stillen. Eine Empfehlung zum Einnehmen ist das nicht, zugelassen ist CBD als Lebensmittel nicht.
Nein. Öl aus Hanfsamen ist ein herkömmliches Lebensmittel. CBD-Öl ist ein Hanf-Extrakt in einem Pflanzenöl und braucht eine Zulassung als neuartiges Lebensmittel.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.