Eine zugelassene Wirkung hat PEA nicht: Die EU hat keine Gesundheitsangabe erlaubt, und die Studien zu chronischen Schmerzen sind meist klein, sehr unterschiedlich und oft mit Präparaten der Hersteller gemacht. In einer Auswertung von 11 Studien mit 774 Menschen lagen die Schmerzwerte mit PEA niedriger als in den Vergleichsgruppen, die Ergebnisse wichen aber stark voneinander ab. Seit November 2025 führt der EU-Katalog PEA als nicht neuartig in Nahrungsergänzungsmitteln. Stand: Oktober 2026.
PEA steht für Palmitoylethanolamid. Chemisch ist es eine Verbindung aus der Fettsäure Palmitinsäure und Ethanolamin. Der Körper bildet PEA bei Bedarf aus Bausteinen der Zellwände, es kommt in fast allen Geweben vor.
PEA gehört zur selben Stoffgruppe wie Anandamid, ein körpereigener Botenstoff des sogenannten Endocannabinoid-Systems. Mit Hanf hat PEA nichts zu tun, es ist auch kein CBD-Öl.
Entdeckt wurde PEA in den 1950er-Jahren in Eigelb. Präparate enthalten hergestelltes PEA, oft als „mikronisiert“ oder „ultramikronisiert“ beworben, also sehr fein gemahlen. Manche Produkte kombinieren es mit Luteolin.
Für PEA gibt es keine amtliche Tagesmenge und keine EU-Höchstmenge. Eine Bewertung von EFSA oder BfR gibt es nach unserer Recherche nicht.
In den Schmerz-Studien bekamen die Teilnehmenden 300 bis 1.200 mg am Tag, meist über einige Wochen bis wenige Monate. Das sind Studienbedingungen, kein Rat.
Treten neue Beschwerden auf, setz das Präparat ab und lass dich ärztlich beraten.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Schmerzmittel und Mittel gegen Nervenschmerzen | In vielen Studien nahmen die Teilnehmenden PEA zusätzlich zu ihren Medikamenten. Gezielte Studien zu Wechselwirkungen gibt es nicht. Ändere verordnete Mittel nur nach ärztlicher Rücksprache. |
| Alle anderen Medikamente | Wechselwirkungen sind kaum untersucht. Fehlende Daten heißen nicht, dass es keine gibt. |
Nimmst du regelmäßig Medikamente, frag vor einem PEA-Präparat in der Apotheke oder Praxis.
Studien zu PEA-Präparaten in Schwangerschaft und Stillzeit gibt es nach unserer Recherche nicht. Nimm PEA in dieser Zeit nur nach Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Hebamme.
Auch für Kinder und Jugendliche fehlen Daten. Gib ihnen PEA nicht ohne ärztlichen Rat.
| Thema | Was gilt |
|---|---|
| Nahrungsergänzung | Laut EU-Katalog für neuartige Lebensmittel ist PEA in Nahrungsergänzungsmitteln nicht neuartig, also ohne eigene Zulassung erlaubt (Eintrag vom 18.11.2025). |
| Andere Lebensmittel | Die Einstufung gilt nur für Nahrungsergänzungsmittel. Für andere Lebensmittel wäre eine Zulassung als neuartiges Lebensmittel nötig. |
| Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke | In Italien wird PEA seit Jahren so verkauft. Solche Produkte sind laut EU-Recht nur unter ärztlicher Aufsicht zu verwenden. |
| Verwandter Stoff OEA | Oleoylethanolamid (OEA) ist laut EU-Katalog ein noch nicht zugelassenes neuartiges Lebensmittel. |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. |
Vor dem Katalogeintrag war der Status unklar: 2023 meldete die Schweiz im EU-Schnellwarnsystem ein online verkauftes PEA-Produkt als nicht zugelassenen Stoff. Heute sind PEA-Kapseln als Nahrungsergänzung in der EU verkehrsfähig, Werbung mit Krankheiten bleibt verboten.
Mythen-Check: Was stimmt an verbreiteten Aussagen zu PEA – und was zeigen Studien?
Eine unabhängige Auswertung (2023) fasste 11 doppelblinde Studien mit 774 Menschen zusammen, etwa mit Nervenschmerzen, Kniearthrose, Regelschmerzen oder Reizdarm. Die Schmerzwerte lagen mit PEA im Mittel niedriger als mit Placebo oder Vergleichsmitteln. Die Ergebnisse der Studien wichen aber stark voneinander ab, alle bis auf eine hatten weniger als 100 Teilnehmende, und oft stellte ein Hersteller das Präparat.
Eine Auswertung von 18 Studien mit 1.196 Menschen kam 2025 zu einem ähnlichen Ergebnis. Wie stark der Nutzen im Alltag ist und für welche Schmerzen, ist weiter offen.
Eine viel zitierte Auswertung von 2016 stammte teils von Mitarbeitenden eines Herstellers. Etwa die Hälfte der Teilnehmenden kam aus offenen Studien, in denen alle wussten, was sie bekamen. Das schwächt die Aussagekraft.
PEA löst sich schlecht in Wasser, deshalb wird es fein gemahlen. Studien am Menschen, die mikronisiertes und normales PEA direkt vergleichen, gab es laut einer kritischen Übersicht (2016) nicht. Ob die feinere Form mehr bringt, ist nicht belegt.
Supplement-Tracker: Einnahme planen und abhaken
Eine zugelassene Wirkung gibt es nicht. In kleinen Studien mit Menschen mit chronischen Schmerzen lagen die Schmerzwerte mit PEA niedriger als mit Placebo, die Ergebnisse waren aber sehr uneinheitlich.
Ja, als Nahrungsergänzungsmittel. Seit November 2025 führt der EU-Katalog PEA als nicht neuartig in Nahrungsergänzungsmitteln.
Eine amtliche Tagesmenge gibt es nicht. In Studien bekamen die Teilnehmenden 300 bis 1.200 mg am Tag, das ist kein Rat.
In Studien wurden selten Nebenwirkungen berichtet, meist leichte Magen-Darm-Beschwerden. Für eine Einnahme über mehr als 2 Monate fehlen ausreichend Daten.
Nein. PEA ist ein körpereigener Botenstoff aus derselben Stoffgruppe wie Anandamid, stammt aber nicht aus Hanf und ist kein CBD.
Nur nach Rücksprache mit Praxis oder Apotheke. In Studien nahmen viele PEA zusätzlich, gezielte Studien zu Wechselwirkungen gibt es aber nicht.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.