Eine belegte Wirkung hat Shilajit nicht: Die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen, und die wenigen Studien am Menschen sind klein und teils vom Hersteller eines Extrakts bezahlt. Als Nahrungsergänzung darf das dunkle Harz in der EU verkauft werden, das Untersuchungsamt in Stuttgart beanstandete 2026 aber alle 12 geprüften Produkte, unter anderem wegen Mineralöl-Rückständen und weil 3 Proben im Verdacht standen, kaum oder gar kein Shilajit zu enthalten. Stand: Oktober 2026.
Shilajit, auch Mumijo, ist eine dunkelbraune bis schwarze, harzartige Masse mit teerartigem Geruch. Sie tritt in Gebirgen wie dem Himalaya aus Gesteinsschichten aus und wird dort gesammelt. Mehr dazu im Lexikon unter Shilajit (Mumijo).
Shilajit ist kein einheitlicher Stoff. Es besteht vor allem aus Huminstoffen wie Fulvin- und Huminsäuren, dazu aus Abbauprodukten von Pflanzen und Mikroben und aus Mineralstoffen. Das Untersuchungsamt in Stuttgart fand typische Stoffe wie Hippursäure und Gallensäuren. Sie deuten darauf hin, dass bei der Entstehung tierische Ausscheidungen beteiligt sind.
In der ayurvedischen Heilkunde Indiens wird Shilajit seit Langem verwendet, dort zählt es zu den sogenannten Rasayana-Mitteln. In einer Auswertung von 350 deutschsprachigen Werbebeiträgen in sozialen Medien ging es am häufigsten um Energie, um Konzentration und um Testosteron oder Männergesundheit. Was davon untersucht ist, steht unter Was sagt die Forschung?
Nicht verwechseln: Isolierte Fulvinsäure ist in der EU kein zugelassenes Lebensmittel. Shilajit enthält Fulvinsäuren von Natur aus, ist aber ein eigenes Produkt mit eigener Rechtslage.
Für Shilajit gibt es keine amtliche Tagesmenge und keine Höchstmenge, weder vom BfR noch von der EFSA. Mengen aus Studien sind Studienbedingungen, kein Rat.
Amtliche Werte gibt es dagegen für Schadstoffe: Die EU legt für alle Nahrungsergänzungsmittel Höchstgehalte für Blei, Cadmium und Quecksilber fest. Sie gelten auch für Shilajit.
| Schwermetall | Höchstgehalt im Produkt |
|---|---|
| Blei | 3,0 mg je kg |
| Cadmium | 1,0 mg je kg |
| Quecksilber | 0,10 mg je kg |
Die Werte gelten für das Produkt, wie es verkauft wird.
Viele Anbieter werben mit „laborgeprüft“. Das Stuttgarter Amt sah sich die Zertifikate an: Meist war nur auf Keime oder Schwermetalle geprüft worden, nicht auf andere Schadstoffe. 8 von 9 so beworbenen Proben stufte es als irreführend ein.
Ayurvedische Produkte fallen generell öfter mit Schwermetallen auf: In einer US-Studie (2008) enthielt jedes fünfte von 193 im Internet gekauften Mitteln Blei, Quecksilber oder Arsen. Langzeitdaten zur Sicherheit fehlen laut Verbraucherzentrale besonders für Schwangere, Stillende, Kinder und chronisch Kranke.
Hast du Beschwerden mit einem Präparat, setz es ab und frag in der Praxis oder Apotheke.
Studien zu Wechselwirkungen gibt es nach unserer Recherche nicht. Laut Verbraucherzentrale sind Wechselwirkungen aber nicht ausgeschlossen.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Medikamente allgemein | Huminstoffe können Stoffe binden. Ob das bei Medikamenten oder Nährstoffen eine Rolle spielt, ist nicht ausreichend geklärt. Frag vorher in der Apotheke. |
| Blutdruckmittel, Entwässerungsmittel, Herzmittel wie Digitalis | Im Fallbericht von 2018 stieg unter Mumijo der Blutdruck, und der Kaliumspiegel fiel. Bei Bluthochdruck oder Herzkrankheit nur nach ärztlicher Rücksprache. |
| Hormonpräparate und Hormontherapien | Nicht untersucht. In Studien wurden Hormonwerte im Blut gemessen, die sich veränderten. Nur nach Rücksprache mit der behandelnden Praxis. |
Nimmst du regelmäßig Medikamente, sprich vor einem Shilajit-Präparat mit deiner Praxis oder Apotheke.
Für Schwangere, Stillende, Kinder und Menschen mit chronischen Erkrankungen fehlen laut Verbraucherzentrale Daten zur Sicherheit. Der Fallbericht einer Schwangeren mit Bluthochdruck und Kaliummangel unter Mumijo ist ein weiterer Grund, in dieser Zeit darauf zu verzichten.
Shilajit wird auch Männern mit Kinderwunsch angeboten. Die Studien dazu sind klein und teils ohne Vergleichsgruppe. Wenn es mit dem Kinderwunsch nicht klappt, lass dich ärztlich beraten, am besten gemeinsam als Paar.
| Thema | Was gilt |
|---|---|
| EU-Katalog für neuartige Lebensmittel | Shilajit (Asphaltum punjabianum, Mumijo) ist nur in Nahrungsergänzungsmitteln nicht neuartig. In anderen Lebensmitteln wäre es neuartig und bräuchte eine Zulassung. |
| Grundlage | Das deutsche Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) stufte Mumijo 2020 so ein. Tschechien hatte eine Verwendung in Nahrungsergänzung vor 1997 belegt. |
| Isolierte Fulvinsäure | Ein nicht zugelassenes neuartiges Lebensmittel. Die Werbung „reich an Fulvinsäuren“ ist unzulässig. |
| Werbung mit Mineralstoffen | Nur erlaubt, wenn der Mineralstoff genannt wird und das Produkt die gesetzliche Mindestmenge enthält. |
| Kontrolle in Baden-Württemberg (2026) | 12 Proben, alle beanstandet. 83 % wegen unzulässiger gesundheitsbezogener Angaben, ein Drittel sogar mit Krankheitsbezug. |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. |
Für dich heißt das: Shilajit darf als Nahrungsergänzung verkauft werden. Wie gut ein Produkt ist und was wirklich darin steckt, kannst du von außen kaum beurteilen – Werbeversprechen zu Energie, Hormonen oder Krankheiten sind nicht geprüft.
Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen. Die Studien sind klein, und mindestens eine bezahlte der Hersteller des verwendeten Extrakts.
In einer placebokontrollierten Studie aus Indien (2016) nahmen Männer zwischen 45 und 55 Jahren 90 Tage lang gereinigtes Shilajit. Am Ende lagen ihre gemessenen Testosteronwerte höher als in der Placebogruppe. Wie viele Männer teilnahmen, nennt die Zusammenfassung der Studie nicht. Eine Bestätigung durch eine andere Forschungsgruppe ist uns nicht bekannt.
Dieselbe Arbeitsgruppe gab 35 Männern mit wenigen Spermien 90 Tage lang Shilajit, 28 blieben bis zum Ende dabei. Die Werte im Spermiogramm waren danach besser als vorher. Eine Vergleichsgruppe gab es nicht, deshalb lässt sich nicht sagen, was auf Shilajit zurückgeht.
63 junge, sportlich aktive Männer nahmen 8 Wochen lang Shilajit in zwei Mengen oder ein Scheinmittel. Unterschiede zeigten sich nur in einer Teilgruppe: Die stärkere Hälfte verlor mit der höheren Menge nach einer ermüdenden Übung weniger Kraft. Bezahlt hat die Studie der Hersteller des Extrakts.
60 Frauen zwischen 45 und 65 Jahren mit verminderter Knochenmasse nahmen 48 Wochen lang Shilajit-Extrakt oder Placebo. Die Messwerte an Wirbelsäule und Oberschenkelhals gingen mit dem Extrakt weniger zurück. Es ist eine einzelne Studie, Knochenbrüche wurden nicht untersucht. Bei Osteoporose-Risiko gehört die Behandlung in ärztliche Hand.
Eine Übersicht (2011) kam zu dem Schluss, dass die Wirkungen von Shilajit trotz langer Tradition nicht ausreichend belegt sind. Laut Verbraucherzentrale stammen die meisten Untersuchungen aus dem Labor und erlauben keine verlässlichen Aussagen für Menschen.
Eine belegte Wirkung gibt es nicht, und die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen. Die wenigen Studien am Menschen sind klein und teils vom Hersteller eines Extrakts bezahlt.
Ja, als Nahrungsergänzungsmittel. Laut EU-Katalog ist Mumijo nur in Nahrungsergänzung nicht neuartig, in anderen Lebensmitteln bräuchte es eine Zulassung.
Belegt ist das nicht. Eine einzelne Studie aus Indien maß nach 90 Tagen höhere Werte als mit Placebo. Fragen zu Hormonen gehören in ärztliche Abklärung.
Langzeitdaten zur Sicherheit fehlen. Das Untersuchungsamt Stuttgart fand 2026 in allen 12 Proben Fremdstoffe, in einer so viel Mineralöl, dass sie nicht sicher war. Studien fanden in Shilajit außerdem Schwermetalle und Thallium.
Ja, Mumijo ist ein anderer Name für dasselbe Harz. Isolierte Fulvinsäure ist dagegen ein eigener Stoff und in der EU nicht als Lebensmittel zugelassen.
Eine amtliche Tagesmenge gibt es nicht. Amtlich geregelt sind nur Höchstgehalte für Schwermetalle in Nahrungsergänzung, etwa 3,0 mg Blei je kg Produkt.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.