Eine belegte Wirkung von Turkesteron auf Muskeln gibt es nicht: Die einzige uns bekannte Studie am Menschen (2024) gab 11 jungen Männern je eine Portion und fand keinen messbaren Unterschied zu Placebo. In einer US-Analyse von 8 Turkesteron-Produkten (2023) steckte in 4 gar kein Turkesteron, in den anderen nur Spuren. In der EU sind Turkesteron und die Pflanze Ajuga turkestanica nicht als Lebensmittel zugelassen. Stand: Oktober 2026.
Turkesteron ist ein Pflanzenstoff aus der Gruppe der Ecdysteroide. Bei Insekten und Krebstieren dienen solche Stoffe als Häutungshormon, Pflanzen schützen sich damit vermutlich vor Fraß.
Gewonnen wird Turkesteron vor allem aus Ajuga turkestanica. Das ist eine Günsel-Art aus Zentralasien mit violetten Blüten, die an steinigen Hängen wächst. Chemiker in der damaligen Sowjetunion beschrieben die Struktur von Turkesteron 1975.
Chemisch ist Turkesteron ein enger Verwandter von Ecdysteron, dem bekanntesten Ecdysteroid, das auch in Spinat vorkommt. In Ajuga turkestanica stecken beide Stoffe nebeneinander.
Beworben wird Turkesteron als „natürliches Anabolikum“ für mehr Muskeln und Kraft, angeblich ohne die Nebenwirkungen von Anabolika. Eine EU-zugelassene Gesundheitsangabe gibt es nicht.
Lebensmittel, die vor dem 15. Mai 1997 in der EU nicht in nennenswertem Umfang gegessen wurden, gelten als neuartig. Sie brauchen vor dem Verkauf eine Zulassung. Für Turkesteron gibt es keine.
| Wo | Was gilt |
|---|---|
| EU-Katalog für neuartige Lebensmittel | Turkesteron gilt als noch nicht zugelassenes neuartiges Lebensmittel, egal ob aus der Pflanze gewonnen oder chemisch hergestellt. Dasselbe gilt für die ganze Pflanze Ajuga turkestanica. |
| EU-Liste zugelassener neuartiger Lebensmittel | Kein Eintrag, also keine Zulassung. Zugelassen ist dort nur ein Extrakt aus Zellkulturen einer anderen Art, des Kriechenden Günsels. Für Turkesteron gilt das nicht. |
| EU-Schnellwarnsystem RASFF | 10 Meldungen von März 2023 bis Oktober 2026 aus Belgien, Schweden, Estland, Deutschland und Polen. Die Produkte kamen aus den USA, Großbritannien, China und anderen EU-Ländern, teils zusammen mit weiteren nicht zugelassenen Zutaten wie Tongkat Ali. |
| Verbraucherzentrale | Ajuga turkestanica gilt in der EU als neuartig und darf als Nahrungsergänzungsmittel nicht eingeführt oder verkauft werden. |
| Sport | Turkesteron steht nicht auf der Verbotsliste der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), auch nicht auf der Liste für 2027. Der Verwandte Ecdysteron wird seit 2020 im Überwachungsprogramm der WADA beobachtet. |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. |
Für dich heißt das: Ohne Zulassung darf Turkesteron in der EU nicht als Lebensmittel oder Nahrungsergänzung verkauft werden. Produkte aus dem Netz hat keine Behörde auf Gehalt und Reinheit geprüft.
Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen. Ähnliche Muskel-Versprechen prüfen wir bei Ecdysteron und Laxogenin.
Die einzige uns bekannte Studie am Menschen (2024, USA) gab 11 gesunden jungen Männern an drei Terminen je eine Portion Turkesteron in zwei Mengen oder ein Placebo. Gemessen wurden der Wachstumsfaktor IGF-1 im Blut und der Energieverbrauch in Ruhe. Statistisch belegte Unterschiede gab es nicht. Ob Turkesteron über Wochen etwas an Muskeln oder Kraft ändert, hat bisher niemand am Menschen geprüft.
Alte Mäuse bekamen 4 Wochen lang einen Extrakt aus Ajuga turkestanica oder reines Ecdysteron (2021). Muskelmasse, Muskelfasern und die Signalwege der Eiweißbildung im Muskel blieben gleich. Hinweise auf mehr Muskeln stammen vor allem aus Zellversuchen und Versuchen an jungen Ratten.
Eine US-Analyse (2023) prüfte 8 Produkte mit Turkesteron oder Ajuga turkestanica auf dem Etikett. In 4 fand sich gar kein Turkesteron, in den anderen nur Spuren, höchstens ein Tausendstel der angegebenen Menge. Eine Analyse aus Bulgarien (2026) fand in 4 Produkten mit Ajuga-Extrakt sehr unterschiedliche Gehalte: Eines enthielt vor allem Ecdysteron und kaum Turkesteron.
Langzeitstudien, Studien mit Training und Studien an Frauen gibt es nicht. Die US-Initiative Operation Supplement Safety hält die Daten für zu dünn, um die Sicherheit von Turkesteron am Menschen zu bestätigen (Stand 2026).
Studien zu Wechselwirkungen gibt es nicht. Weil Produkte oft etwas anderes enthielten als angegeben, ist unklar, was du tatsächlich einnimmst.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Hormonpräparate (Testosteron, Pille, Hormonersatztherapie) und Antihormon-Therapien | Nicht untersucht. Nur nach Rücksprache mit der behandelnden Praxis. |
| Andere Medikamente, die du regelmäßig nimmst | Nicht untersucht. Weil der Inhalt der Produkte stark schwankt, frag vorher in deiner Praxis oder Apotheke. |
Nimmst du Medikamente, sprich vor jedem Produkt mit Turkesteron mit deiner Praxis oder Apotheke.
Belegt ist keine. Die einzige uns bekannte Studie am Menschen fand nach einzelnen Portionen keinen messbaren Unterschied zu Placebo, Langzeitstudien gibt es nicht. Eine EU-zugelassene Gesundheitsangabe gibt es auch nicht.
Als Lebensmittel oder Nahrungsergänzung nicht. Turkesteron und die Pflanze Ajuga turkestanica gelten in der EU als noch nicht zugelassene neuartige Lebensmittel, seit 2023 gab es 10 Meldungen im EU-Schnellwarnsystem.
Chemisch ja, ein Pflanzensteroid aus der Gruppe der Ecdysteroide. Zu den Anabolika, also den künstlichen männlichen Hormonen, gehört es nicht.
Nein, es steht nicht auf der WADA-Verbotsliste, auch nicht für 2027. Der Verwandte Ecdysteron wird aber seit 2020 beobachtet, und Produkte können nicht deklarierte Stoffe enthalten.
Beide sind Ecdysteroide und stecken zusammen in Ajuga turkestanica. Ecdysteron kommt auch in Spinat und Quinoa vor und ist besser untersucht.
Nein. Eine amtlich geprüfte Menge gibt es nicht, und die Sicherheit am Menschen ist nicht belegt.
Das weiß niemand verlässlich, weil Langzeitdaten fehlen. In der kleinen Studie von 2024 vertrugen die Teilnehmer einzelne Portionen gut, mehr lässt sich daraus nicht ableiten.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.