Laxogenin ist kein belegtes „pflanzliches Anabolikum“: Studien am Menschen gibt es nicht, und in einem Rattenversuch (2025) wirkte die meist verkaufte Form 5α-Hydroxy-Laxogenin weder auf Muskeln noch wie ein männliches Hormon. In Analysen fehlte der angegebene Stoff in 5 von 12 und in 3 von 4 Produkten, dafür steckten teils andere Wirkstoffe darin, manche im Sport verboten. In der EU ist keine Zulassung als Lebensmittel bekannt. Stand: Oktober 2026.
Laxogenin ist ein Steroid aus Pflanzen. Japanische Forschende beschrieben es in den 1960er-Jahren aus den Stängeln der asiatischen Stechwinde Smilax sieboldii. In sehr kleinen Mengen kommt es laut der US-Militär-Initiative Operation Supplement Safety (OPSS) auch in anderen Pflanzen vor, etwa in Schnittlauch.
Laxogenin wird zu den Brassinosteroiden gezählt. Das sind Pflanzenstoffe, die bei Pflanzen das Wachstum fördern. Ihr Grundgerüst ähnelt den Steroidhormonen von Tier und Mensch.
Auf den meisten Präparaten steht nicht Laxogenin, sondern 5α-Hydroxy-Laxogenin. Diese Form wurde bisher in keiner Pflanze nachgewiesen. Sie wird im Labor hergestellt, vermutlich aus Diosgenin, einem Rohstoff für Steroid-Arzneimittel, den man auch aus der Yamswurzel kennt.
Beworben wird Laxogenin als „natürliches Anabolikum“ für mehr Muskeln bei wenig Körperfett, also als Ersatz für Anabolika. Eine EU-zugelassene Gesundheitsangabe gibt es nicht.
Stoffe, die vor dem 15. Mai 1997 in der EU nicht in nennenswertem Umfang gegessen wurden, brauchen als neuartige Lebensmittel eine Zulassung. Für Laxogenin und 5α-Hydroxy-Laxogenin ist keine bekannt.
| Wo | Was gilt |
|---|---|
| EU-Katalog für neuartige Lebensmittel | Kein Eintrag zu Laxogenin oder Smilax sieboldii. Nur die Wurzel einer anderen Art, der Sarsaparille (Smilax officinalis), gilt dort als nicht neuartig. |
| EU-Liste zugelassener neuartiger Lebensmittel | Kein Eintrag, also keine Zulassung. |
| EU-Schnellwarnsystem RASFF | 1 Meldung: Schweden meldete 2021 ein im Internet verkauftes Nahrungsergänzungsmittel mit Laxogenin aus der Stechwinde Smilax scobinicaulis als nicht zugelassenes neuartiges Lebensmittel. |
| Sport | Laxogenin und 5α-Hydroxy-Laxogenin stehen nicht namentlich auf der Verbotsliste 2026 der WADA. Andere Stoffe, die in Laxogenin-Produkten gefunden wurden, wie 7-Keto-DHEA und Arimistan, sind dort verboten. |
| USA | Die US-Behörde FDA sieht 5α-Hydroxy-Laxogenin nicht als erlaubte Zutat von Nahrungsergänzungsmitteln an und hat Hersteller deshalb schriftlich verwarnt. |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. |
Für dich heißt das: Eine Zulassung als Lebensmittel oder Nahrungsergänzung ist in der EU nicht bekannt. Produkte aus dem Netz hat keine Behörde auf Gehalt und Reinheit geprüft.
Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen. Studien am Menschen gibt es nicht. Ähnliche Muskel-Versprechen prüfen wir bei Ecdysteron und Turkesteron.
Zu Muskeln gibt es nur Tierversuche mit einem anderen Brassinosteroid: 2011 nahmen Ratten mit 28-Homobrassinolid mehr Muskelmasse zu als ohne. Laxogenin selbst wurde dabei nicht getestet. Laut OPSS (Stand 2022) gibt es zu Laxogenin und 5α-Hydroxy-Laxogenin keine Studien am Menschen.
In menschlichen Prostatazellen aktivierte 5α-Hydroxy-Laxogenin in hohen Konzentrationen den Androgen-Rezeptor, die Andockstelle männlicher Hormone, in niedrigen bremste es ihn (2022). In einem Test mit Hefezellen zeigte sich keine Wirkung.
Kastrierte Ratten bekamen 2 Wochen lang 5α-Hydroxy-Laxogenin in drei Mengen (2025). Prostata, Samenblasen und Muskeln wurden dadurch nicht größer, bei der höchsten Menge schrumpften manche dieser Organe sogar stärker als ohne. Eine Folgestudie (2026) zeigt, dass Leberzellen und Ratten den Stoff in mehrere Abbauprodukte umwandeln.
Eine US-Analyse (2019) prüfte 12 Produkte: 5 enthielten kein 5α-Hydroxy-Laxogenin, Laxogenin selbst fand sich in keinem. Dafür steckten in mehreren Produkten Abkömmlinge von Diosgenin und in einem das nicht deklarierte Steroid Arimistan. Eine zweite Analyse (2020) fand den Stoff nur in 1 von 4 Produkten. In den Produkten steckten außerdem unter anderem Phenibut, ein in Russland bei Nervenleiden eingesetzter Wirkstoff mit Missbrauchspotenzial, und 7-Keto-DHEA.
Studien zu Wechselwirkungen gibt es nicht. Weil Produkte oft andere Wirkstoffe enthielten als angegeben, ist unklar, was du tatsächlich einnimmst.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Hormonpräparate (Testosteron, Pille, Hormonersatztherapie) | Nicht untersucht. 5α-Hydroxy-Laxogenin aktivierte im Labor den Androgen-Rezeptor. Nur nach Rücksprache mit deiner Praxis. |
| Antihormon-Therapien (zum Beispiel bei Prostatakrebs) | Nicht untersucht. Nur nach Rücksprache mit der behandelnden Praxis. |
| Andere Medikamente, die du regelmäßig nimmst | Nicht untersucht. Weil manche Produkte nicht deklarierte Wirkstoffe enthielten, frag vorher in deiner Praxis oder Apotheke. |
Nimmst du Medikamente, sprich vor jedem Produkt mit Laxogenin mit deiner Praxis oder Apotheke.
Belegt ist keine. Studien am Menschen gibt es nicht, und in einem Rattenversuch (2025) wirkte 5α-Hydroxy-Laxogenin weder auf Muskeln noch wie ein männliches Hormon.
Nein, das ist Werbung. Zu Muskeln gibt es nur Rattenversuche mit einem anderen Pflanzensteroid, und die meist verkaufte Form 5α-Hydroxy-Laxogenin wird im Labor hergestellt.
Laxogenin steht nicht namentlich auf der WADA-Verbotsliste 2026. Produkte damit enthielten aber oft verbotene Stoffe, deshalb rät die US-Anti-Doping-Agentur davon ab.
Eine Zulassung als Lebensmittel ist in der EU nicht bekannt. Schweden meldete 2021 ein Laxogenin-Produkt als nicht zugelassenes neuartiges Lebensmittel.
Ein Abkömmling von Laxogenin, der in keiner Pflanze nachgewiesen wurde. Er wird im Labor hergestellt, vermutlich aus Diosgenin, und steht auf den meisten Laxogenin-Produkten.
Das weiß niemand verlässlich, weil es nie am Menschen getestet wurde. Das größere Risiko sind Produkte, die andere, nicht deklarierte Wirkstoffe enthalten.
Nein. Eine amtlich geprüfte Menge gibt es nicht, und Studien am Menschen fehlen.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.