Eine belegte Wirkung von S-Acetyl-Glutathion gibt es nicht: Am Menschen wurde vor allem geprüft, ob es ins Blut gelangt, und in der wichtigsten Studie mit 18 Gesunden war die Acetyl-Form selbst im Blut gar nicht nachweisbar. Die EFSA hält den Stoff seit 2026 bis zu einer festgelegten Tagesmenge für Erwachsene für sicher, zugelassen ist er in der EU aber noch nicht. Stand: Oktober 2026.
Glutathion ist ein kleines Molekül aus drei Aminosäuren: Glutaminsäure, Cystein und Glycin. Dein Körper bildet es selbst, und es ist an vielen Vorgängen in den Zellen beteiligt.
Bei S-Acetyl-Glutathion hängt am Schwefel des Cysteins zusätzlich eine kleine Acetylgruppe. Laut EFSA wird der Stoff aus Glutathion chemisch hergestellt. Vor 1997 wurde er in der EU nicht gegessen, er gilt deshalb als neuartig.
Glutathion steckt auch im Essen. Laut einer Analyse aus den USA (1992) enthalten Obst, Gemüse und frisch zubereitetes Fleisch mehr davon als Milchprodukte, Getreide und Brot.
Mehr zur Grundform steht auf der Seite Glutathion. Als Vorstufe wird auch NAC verkauft, in Deutschland ist NAC ein Arzneimittel. Eine EU-zugelassene Gesundheitsangabe gibt es weder für Glutathion noch für S-Acetyl-Glutathion.
Stoffe, die vor dem 15. Mai 1997 in der EU nicht in nennenswertem Umfang gegessen wurden, brauchen als neuartige Lebensmittel eine Zulassung. Für S-Acetyl-Glutathion läuft das Verfahren, abgeschlossen ist es nicht.
| Wo | Was gilt |
|---|---|
| EU-Katalog für neuartige Lebensmittel | Kein Eintrag. |
| EFSA-Gutachten (September 2026) | Auf Antrag eines Herstellers hält die EFSA den Stoff bis zu einer festgelegten Tagesmenge für Erwachsene für sicher, nicht aber für Schwangere und Stillende. Kinder unter 10 Jahren gehörten nicht zur geprüften Gruppe, für Jugendliche gelten kleinere Mengen. Eine Wirkung hat die EFSA nicht geprüft. |
| EU-Liste zugelassener neuartiger Lebensmittel | Kein Eintrag. Über die Zulassung entscheidet die EU-Kommission mit den Mitgliedstaaten, bis Mitte Oktober 2026 ist das nicht geschehen. |
| EU-Schnellwarnsystem RASFF | 1 Meldung (2025): Lettland wies ein Nahrungsergänzungsmittel aus den USA an der Grenze zurück, unter anderem wegen S-Acetyl-Glutathion als nicht zugelassenem neuartigem Lebensmittel. |
| Glutathion ohne Acetylgruppe | Wird laut EFSA in Nahrungsergänzungsmitteln auf dem EU-Markt verwendet. Eine beantragte Gesundheitsangabe hat die EU nicht zugelassen (EFSA-Gutachten 2010). |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. |
Für dich heißt das: Bis zu einer Zulassung darf S-Acetyl-Glutathion in der EU nicht als Lebensmittel oder Nahrungsergänzung verkauft werden. Kommt sie, legt die EU genaue Bedingungen fest, etwa zu Menge, Zielgruppe und Kennzeichnung.
Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen. Zu S-Acetyl-Glutathion gibt es kaum Studien am Menschen, die meisten Daten stammen von normalem Glutathion.
In einer Studie (2018) mit 18 Gesunden schluckten die Teilnehmenden einmal S-Acetyl-Glutathion und einmal Glutathion. Die Acetyl-Form selbst war in keiner Blutprobe nachweisbar. Der Glutathion-Wert stieg im Blutplasma etwas stärker, in den roten Blutkörperchen dagegen etwas weniger. Laut EFSA unterschied sich der Verlauf insgesamt kaum, und die Werte schwankten stark von Mensch zu Mensch.
Ob geschlucktes Glutathion den Spiegel im Körper verändert, ist umstritten. In einer Studie mit 7 Gesunden (1992) stieg der Wert im Blut nach einer einzelnen großen Menge nicht an. In einer Studie mit 54 Erwachsenen über 6 Monate (2015) stiegen die Speicherwerte im Vergleich zum Beginn an. Ob das der Gesundheit etwas bringt, zeigt keine der beiden Studien.
Eine Übersicht (2019) fand nur 4 kleine Studien zu Glutathion zum Einnehmen oder Auftragen bei Gesunden. Die Autoren halten die Ergebnisse für nicht schlüssig, weil die Studien schwach und widersprüchlich waren. Zu S-Acetyl-Glutathion gibt es keine solche Studie.
In einer Studie aus Italien (2022) bekamen 18 Menschen mit leichter Alzheimer-Erkrankung 6 Monate lang S-Acetyl-Glutathion zusammen mit Oleuropein, einem Stoff aus der Olive. Verglichen wurde mit Erkrankten ohne Behandlung, ein Scheinmittel gab es nicht. Weil zwei Stoffe kombiniert wurden, lässt sich ein Ergebnis keinem allein zuordnen.
Den Zulassungsantrag stellte ein Hersteller. Die Studie von 2018 hat ein Mitarbeiter dieses Herstellers mitverfasst, und die Tierversuche zur Sicherheit stammen aus dem Antrag.
Studien zu Wechselwirkungen gibt es nicht. Die Tabelle zeigt, wo Vorsicht naheliegt.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Chemotherapie und andere Krebsmedikamente | Viele Tumorzellen enthalten viel Glutathion, und das kann sie laut einer Übersicht (2013) unempfindlicher für manche Krebsmedikamente machen. Ob Präparate eine Behandlung stören, ist nicht untersucht. Nur nach Rücksprache mit dem Behandlungsteam. |
| Andere Medikamente, die du regelmäßig nimmst | Wechselwirkungen sind nicht untersucht. Frag vorher in deiner Praxis oder Apotheke. |
Nimmst du Medikamente, sprich vor jedem Produkt mit S-Acetyl-Glutathion mit deiner Praxis oder Apotheke.
Belegt ist keine. Am Menschen wurde vor allem geprüft, ob der Stoff ins Blut gelangt, und in der wichtigsten Studie mit 18 Gesunden war die Acetyl-Form dort gar nicht nachweisbar.
Glutathion ist an vielen Vorgängen in den Zellen beteiligt. Dein Körper bildet es selbst aus drei Aminosäuren, die im Essen stecken.
Als Lebensmittel noch nicht. Die EFSA hat den Stoff 2026 als sicher bewertet, aber die EU-Kommission hat ihn bis Mitte Oktober 2026 nicht zugelassen.
Das ist nicht belegt. In einer Studie mit 18 Gesunden unterschied sich der Glutathion-Verlauf im Blut laut EFSA kaum, und die Acetyl-Form selbst tauchte im Blut nicht auf.
Das ist nicht belegt. Eine Übersicht fand 2019 nur 4 kleine Studien mit widersprüchlichen Ergebnissen, zu S-Acetyl-Glutathion gibt es keine.
Sie können es sein. Die FDA kennt mindestens 30 Fälle mit Fieber und schockähnlichen Beschwerden, und die philippinische Behörde warnt vor Spritzen zur Hautaufhellung.
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