Eine belegte Wirkung hat Sulforaphan nicht: Die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen, und die Studien am Menschen sind klein und messen meist Laborwerte. Der Stoff steckt nicht fertig im Brokkoli, er entsteht erst beim Schneiden und Kauen aus der Vorstufe Glucoraphanin – aus rohem Brokkoli kam in einer Studie mit 8 Männern mehr als zehnmal so viel im Körper an wie aus gekochtem. Stand: Oktober 2026.
Sulforaphan gehört zu den Isothiocyanaten, scharf schmeckenden Stoffen aus Kreuzblütlern. Im Brokkoli steckt er nicht fertig, sondern als Vorstufe Glucoraphanin.
Erst wenn rohes Gemüse geschnitten oder gekaut wird, trifft die Vorstufe auf ein pflanzeneigenes Enzym, die Myrosinase. Dann entsteht Sulforaphan. Kochen macht das Enzym unwirksam. Dann wandeln nur noch Bakterien einen kleineren Teil der Vorstufe um.
Drei Tage alte Brokkolisprossen enthalten laut einer Analyse (1997) 10- bis 100-mal so viel Glucoraphanin wie ausgewachsener Brokkoli. Präparate enthalten meist Pulver oder Extrakte aus Brokkolisprossen oder Brokkolisamen.
Ein anderer Stoff aus Kohlgemüse ist Indol-3-Carbinol. Isoliert ist er in der EU als Lebensmittel nicht zugelassen.
Die Vorstufe Glucoraphanin steckt vor allem in Brokkoli und Brokkolisprossen, laut der Analyse von 1997 auch in Blumenkohl. Wie viel Sulforaphan daraus wird, hängt stark von der Zubereitung ab.
| Zubereitung | Ergebnis | Studie |
|---|---|---|
| 200 g Brokkoli, roh und zerkleinert | Rund 37 % der Vorstufe kamen als Sulforaphan im Körper an. | 8 Männer, 2008 |
| 200 g Brokkoli, gekocht | Rund 3 %, und das Sulforaphan kam später an. | 8 Männer, 2008 |
| 200 g gekochter Brokkoli mit 1 g Senfpulver | Mehr als viermal so viel Sulforaphan im Urin wie ohne Senf. | 12 Erwachsene, 2018 |
| Getränk aus Brokkolisprossen mit der Vorstufe | Im Mittel 5 % im Urin wiedergefunden. | 50 Erwachsene, 2011 |
| Getränk aus Brokkolisprossen, Sulforaphan schon freigesetzt | Im Mittel 70 % im Urin wiedergefunden. | 50 Erwachsene, 2011 |
Die Studien messen, wie viel Sulforaphan im Blut oder Urin ankommt. Ob das der Gesundheit nützt, zeigen sie nicht.
Senfsaat enthält dasselbe Enzym wie Brokkoli. Kochst du Brokkoli, entsteht laut der Studie von 2018 mehr Sulforaphan, wenn du danach etwas Senfpulver darüberstreust. Mehr zu Senfkörnern steht im Lexikon.
Ideen aus der Küche: ein Brokkoli-Apfel-Smoothie mit rohem Brokkoli, ein Brokkoli-Kichererbsen-Salat mit fein geriebenem Brokkoli oder ein Brokkolisalat mit Senf im Dressing.
Eine amtliche Tagesmenge für Sulforaphan gibt es nicht. Eine EU-Höchstmenge oder einen Wert des BfR für Präparate gibt es nach unserer Recherche ebenfalls nicht.
Präparate geben die Menge mal als Sulforaphan, mal als Glucoraphanin an. Wie viel davon im Körper ankommt, hängt davon ab, ob Sulforaphan schon freigesetzt ist: In der Studie von 2011 kamen aus der Vorstufe im Mittel 5 % an, aus freigesetztem Sulforaphan 70 %.
In der Autismus-Studie von 2014 bekamen junge Männer 50 bis 150 Mikromol Sulforaphan am Tag aus einem Brokkolisprossen-Extrakt. Das sind Studienbedingungen, kein Rat.
Ob ein Präparat für dich sinnvoll ist, klärst du am besten in der Praxis oder Apotheke.
Hast du eine Schilddrüsenerkrankung oder Beschwerden mit einem Präparat, sprich mit deiner Praxis.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Schilddrüsenhormone | In der Studie mit 45 Frauen änderten sich die Schilddrüsenwerte nicht. Nimmst du Schilddrüsenhormone, besprich ein Präparat trotzdem mit deiner Praxis. |
| Krebsbehandlung | Ob Präparate eine Behandlung stören, ist nicht untersucht. Nur nach Rücksprache mit dem Behandlungsteam. |
| Andere Medikamente | Studien zu Wechselwirkungen mit Präparaten gibt es nicht. Frag vorher in der Apotheke. |
Nimmst du regelmäßig Medikamente, frag vor einem Präparat in der Praxis oder Apotheke.
Für Präparate in Schwangerschaft und Stillzeit gibt es keine Sicherheitsdaten und keine amtliche Bewertung. Studien mit Kindern gab es nur zu Autismus, mit ärztlicher Begleitung.
Brokkoli als Gemüse ist kein Problem. Bei rohen Sprossen und vor Präparaten frag in der Schwangerschaft deine Ärztin, deinen Arzt oder deine Hebamme.
| Punkt | Stand |
|---|---|
| Brokkoli und Brokkolisprossen | Normale Lebensmittel. |
| Extrakte aus Sprossen oder Samen | Kein Eintrag im EU-Katalog für neuartige Lebensmittel und keiner in der EU-Liste zugelassener neuartiger Lebensmittel. Eine ausdrückliche Einstufung durch eine Behörde gibt es nach unserer Recherche nicht. |
| Reines Sulforaphan | Ebenfalls kein Katalog-Eintrag und keine Zulassung als Lebensmittel. |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. Die EU lehnte 7 Anträge zu Brokkoli, Brokkolisprossen und Brokkolisamen ab. |
| EU-Schnellwarnsystem RASFF | Keine Meldung zu Sulforaphan-Präparaten. Meldungen gibt es zu Keimen in Brokkolisprossen und in Samen zum Keimen. |
Für dich heißt das: Brokkoli und Sprossen sind ganz normales Essen. Wie Extrakte rechtlich einzuordnen sind, hat in der EU keine Behörde ausdrücklich geklärt. Mit Krankheiten darf kein Präparat beworben werden.
Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen. Viele Studien messen nur, wie viel Sulforaphan im Körper ankommt oder wie sich Laborwerte ändern.
Im Gemüse steckt nur die Vorstufe. In einer Studie (2008) mit 8 Männern kam aus 200 g rohem Brokkoli mehr als zehnmal so viel Sulforaphan im Körper an wie aus gekochtem. Mit Senfpulver auf gekochtem Brokkoli war es in einer Studie mit 12 Erwachsenen (2018) mehr als viermal so viel wie ohne.
In einer Region in China mit starker Luftverschmutzung tranken 291 Erwachsene 12 Wochen lang ein Getränk aus Brokkolisprossen oder ein Scheinmittel (2014). Mit dem Getränk schieden sie im Urin 61 % mehr eines Abbauprodukts von Benzol aus, einem Schadstoff aus der Luft. Ob sich das auf Krankheiten auswirkt, hat die Studie nicht untersucht.
In einer US-Studie (2014) bekamen 44 junge Männer mit Autismus 18 Wochen lang Sulforaphan aus Brokkolisprossen oder ein Scheinmittel. Die Bewertung des Verhaltens fiel mit Sulforaphan besser aus, nach dem Absetzen näherten sich die Werte wieder dem Ausgangswert. Spätere Studien kamen zu gemischten Ergebnissen: In China (2024, 108 Kinder) sahen die Ärztinnen und Ärzte einen Unterschied, die Eltern nicht. In Tschechien (2023, 40 Kinder) gab es keinen klaren Unterschied. Autismus gehört in fachärztliche Begleitung, ein Präparat ersetzt keine Förderung.
Belegt ist keine, die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen. Die Studien am Menschen sind klein und messen meist Laborwerte, etwa Abbauprodukte im Urin.
Fertig steckt keins drin, nur die Vorstufe Glucoraphanin. Drei Tage alte Brokkolisprossen enthalten laut einer Analyse 10- bis 100-mal so viel davon wie ausgewachsener Brokkoli.
Roh. In einer Studie mit 8 Männern kamen aus rohem Brokkoli rund 37 % der Vorstufe im Körper an, aus gekochtem rund 3 %. Etwas Senfpulver auf gekochtem Brokkoli brachte in einer anderen Studie mehr als viermal so viel.
Eine amtliche Tagesmenge gibt es nicht. Die Mengen aus Studien sind Studienbedingungen, kein Rat.
In Studien wurde es meist gut vertragen, und in einer Studie mit 45 Frauen blieben die Schilddrüsenwerte nach 12 Wochen unverändert. Rohe Sprossen können Keime tragen, bei geschwächter Abwehr nur gut erhitzt essen.
Die Ergebnisse sind gemischt: Eine Studie mit 44 jungen Männern fand ein besseres Verhalten, eine mit 40 Kindern keinen klaren Unterschied. Autismus gehört in fachärztliche Begleitung.
Brokkoli und Sprossen sind normale Lebensmittel. Extrakte und reines Sulforaphan hat in der EU keine Behörde ausdrücklich eingestuft, eine Zulassung als neuartiges Lebensmittel gibt es nicht.
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