Eine belegte Wirkung hat Löwenzahnwurzel nicht: Die EU-Arzneimittelbehörde EMA fand 2009 keine klinischen Studien und bei ihrer Prüfung 2019 auch keine neuen. Sie führt Löwenzahnwurzel mit Kraut nur als traditionelles Arzneimittel bei leichten Verdauungsbeschwerden und zur Durchspülung der Harnwege – allein wegen langer Anwendung. Stand: Oktober 2026.
Löwenzahn wächst auf Wiesen, in Gärten und am Wegrand. Seine kräftige Pfahlwurzel wird getrocknet als Tee, geröstet als Kaffee-Ersatz und als Extrakt in Kapseln verkauft. Oft ist sie mit dem Kraut kombiniert.
Die Wurzel schmeckt bitter. Sie enthält Bitterstoffe und den Ballaststoff Inulin – laut EMA zwischen 2 Prozent im Frühjahr und 40 Prozent im Herbst.
Traditionell wird Löwenzahn bei leichten Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl und bei Appetitlosigkeit verwendet, außerdem zur Durchspülung der Harnwege. Studien am Menschen gibt es dazu kaum.
Fast alle Teile des Löwenzahns sind essbar. Die Blätter kommen in Salat, Pesto oder Suppe. Die Wurzel kannst du dünsten oder getrocknet, geröstet und gemahlen als Kaffee-Ersatz aufbrühen. Mehr im Lexikon unter Löwenzahn.
Junge Blätter schmecken milder als ältere. Sammelst du selbst, meide Straßenränder und stark gedüngte Wiesen: Dort kann Löwenzahn mehr Nitrat und Schwermetalle aufnehmen.
Herbe Blätter wie Löwenzahn passen überall dort, wo sonst Rucola oder Chicorée stehen. Ersetze einfach einen Teil der Blätter, etwa im Rucola-Linsen-Salat, im Chicorée-Salat mit Orange und Granatapfel oder im Artischocken-Grapefruit-Salat.
Inulin gibt es auch als eigenes Präparat, mehr dazu unter Inulin. Größere Mengen Inulin vertragen viele Menschen schlecht.
Für Löwenzahnwurzel in Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln gibt es keine amtliche Tagesmenge und keine Höchstmenge.
Die Stoffliste des Bundes und der Bundesländer empfiehlt, Löwenzahnwurzel in Lebensmitteln nur beschränkt einzusetzen. Grund: Ab bestimmten Mengen sind arzneiliche Wirkungen beschrieben. Eine Zahl nennt die Liste nicht, und sie ist eine Orientierungshilfe für Behörden, kein Gesetz.
Die EMA-Monographie legt Mengen nur für registrierte Arzneimittel aus Wurzel mit Kraut fest. Für Kapseln als Nahrungsergänzung gelten sie nicht, und sie sind kein Rat zur Einnahme.
In üblichen Mengen im Essen gilt Löwenzahn laut der US-Gesundheitsbehörde NCCIH als wahrscheinlich sicher. Größere Mengen als Präparat sind kaum untersucht.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Entwässerungsmittel (Diuretika) | Löwenzahn wird traditionell zur Durchspülung der Harnwege verwendet. Das NCCIH nennt deshalb eine mögliche Wechselwirkung. Frag vorher in deiner Praxis. |
| Lithium | Pflanzen, die mehr Wasser ausscheiden lassen, könnten den Lithiumspiegel steigen lassen. Der EMA-Bewertungsbericht nennt das als theoretisches Risiko. Nur nach ärztlicher Rücksprache. |
| Mittel, die den Kaliumwert erhöhen können, z. B. ACE-Hemmer, Betablocker, kaliumsparende Entwässerungsmittel, Heparin, Ciclosporin oder Tacrolimus | Der EMA-Bewertungsbericht rät, Löwenzahntee nicht mit solchen Mitteln zu kombinieren – wegen möglicher zu hoher Kaliumwerte. |
| Diabetes-Medikamente, Blutverdünner und Mittel gegen das Verklumpen von Blutplättchen | Das NCCIH nennt theoretische Gründe für Wechselwirkungen. Studien dazu gibt es kaum. Sprich das vorher mit deiner Praxis ab. |
| Krebsmedikamente | Eine Übersicht von Anfang 2026 nennt mögliche Wechselwirkungen, etwa mit Tyrosinkinase-Hemmern, als offene Frage. Löwenzahn-Präparate während einer Krebstherapie nur nach Rücksprache mit dem Behandlungsteam. |
Die EMA-Monographie selbst nennt keine berichteten Wechselwirkungen. Untersucht ist aber wenig. Nimmst du regelmäßig Medikamente, frag vor einem Präparat in der Apotheke.
Für Schwangerschaft und Stillzeit gibt es keine ausreichenden Daten. Die EMA rät deshalb von Löwenzahn-Arzneimitteln ab. Zu Mengen über das Essen hinaus ist laut NCCIH wenig bekannt.
Unter 12 Jahren empfiehlt die EMA Löwenzahn-Arzneimittel nicht. Präparate in Schwangerschaft und Stillzeit sowie für Kinder nur nach Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Hebamme.
| Thema | Was gilt |
|---|---|
| Lebensmittel | Blätter, Blüten und Wurzeln sind laut Novel-Food-Katalog der EU kein neuartiges Lebensmittel. Sie dürfen ohne Zulassung verkauft werden, auch in Nahrungsergänzungsmitteln. |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. Angaben zu Pflanzen stehen bei der EU „on hold“. |
| Arzneimittel | EU-Monographie der EMA (2009) zu Löwenzahnwurzel mit Kraut: traditionelles pflanzliches Arzneimittel bei leichten Verdauungsbeschwerden, vorübergehender Appetitlosigkeit und zur Durchspülung der Harnwege bei leichten Beschwerden – allein auf Basis langer Anwendung. |
| Überprüfung | 2019 sah die EMA keinen Grund für Änderungen. Seit März 2026 läuft eine neue Überprüfung, Daten konnten bis zum 15. Juni 2026 eingereicht werden. |
| Stoffliste von Bund und Ländern | Führt Wurzel und Kraut als Lebensmittel und als Arzneistoff, mit der Empfehlung, die Verwendung in Lebensmitteln zu beschränken. Nicht verbindlich. |
Als Lebensmittel dürfen Löwenzahn-Produkte nicht mit Krankheiten beworben werden. Ob ein Produkt Lebensmittel oder Arzneimittel ist, entscheiden Behörden im Einzelfall.
Kurz gesagt: Zu Löwenzahnwurzel gibt es fast nur Labor- und Tierversuche. Die US-Gesundheitsbehörde NCCIH schreibt, es gebe keine überzeugenden Belege für eine Anwendung bei irgendeiner Erkrankung. Hier steht, was untersucht wurde – ohne Versprechen.
Das ist die traditionelle Hauptanwendung. Die EMA fand dazu 2009 keine klinische Studie, bei der Überprüfung 2019 ebenfalls keine. Die Einstufung beruht allein auf Handbüchern und langer Anwendung.
Eine kleine Pilotstudie (2009) gab 17 Freiwilligen einen Tag lang einen Auszug aus frischen Löwenzahnblättern. Nach der ersten Dosis gingen sie öfter zur Toilette, nach der zweiten schieden sie im Verhältnis zum Getrunkenen mehr aus, die dritte änderte nichts. Getestet wurde das Blatt, nicht die Wurzel, und eine Gruppe mit Scheinmittel gab es nicht.
Was Studien zu Löwenzahn und Galle zeigen, stammt aus Tierversuchen, zum Teil aus den 1930er-Jahren. Studien am Menschen fehlen. Bei Gallensteinen und Lebererkrankungen rät die EMA sogar von Löwenzahn-Arzneimitteln ab.
Extrakte aus Löwenzahn wurden an Krebszellen und in Tierversuchen untersucht, etwa zu Leukämie und Lymphomen. Eine Übersicht von Anfang 2026 betont, dass Studien am Menschen fehlen, und warnt vor einer Anwendung ohne kontrollierte Studien.
Kontrollierte Studien am Menschen mit Löwenzahnwurzel allein. In der Fachliteratur haben wir keine aussagekräftige Studie dazu gefunden.
Supplement-Tracker: Einnahme planen und abhaken
Eine belegte Wirkung gibt es nicht, die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen. Die EMA führt Löwenzahnwurzel mit Kraut als traditionelles Arzneimittel bei leichten Verdauungsbeschwerden – klinische Studien fand sie 2009 und 2019 keine.
Üblich sind Tee, gerösteter Kaffee-Ersatz oder Kapseln. Eine amtliche Tagesmenge gibt es nicht. Halten Beschwerden länger als 2 Wochen an, lass sie ärztlich abklären.
Ein Auszug aus der getrockneten Wurzel, meist mit Wasser oder Alkohol hergestellt und in Kapseln oder Tropfen verkauft. Eine amtliche Tagesmenge gibt es dafür nicht.
Laut EMA sind Oberbauchschmerzen, zu viel Magensäure und allergische Reaktionen möglich. Wer auf Korbblütler allergisch ist oder Gallensteine hat, sollte Löwenzahn-Präparate meiden.
Belegt ist nichts, Studien am Menschen fehlen. Bei Lebererkrankungen und Gallensteinen rät die EMA sogar von Löwenzahn-Arzneimitteln ab.
Traditionell wird Löwenzahn zur Durchspülung der Harnwege verwendet. Eine Pilotstudie mit 17 Menschen und Blattextrakt fand an einem Tag etwas mehr Harn, für die Wurzel gibt es keine Studie.
Dazu fehlen Daten, die EMA rät bei Arzneimitteln ab. Sprich vorher mit Ärztin, Arzt oder Hebamme.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.