Eine belegte Wirkung hat Jiaogulan nicht: Die Studien am Menschen sind klein, und eine Auswertung von 22 Studien zu Blutfetten fand keine einzige mit Placebo-Vergleich. In der EU sind die Blätter in Nahrungsergänzungsmitteln erlaubt, ein hoch konzentrierter Extrakt mit 80 % Gypenosiden ist dagegen nicht zugelassen. Wer Diabetes-Medikamente oder Blutverdünner nimmt, sollte vorher ärztlich fragen. Stand: Oktober 2026.
Jiaogulan (Gynostemma pentaphyllum) ist eine Kletterpflanze mit meist fünfteiligen Blättern. Sie gehört zu den Kürbisgewächsen und ist botanisch nicht mit Panax Ginseng verwandt. Mehr zur Pflanze im Lexikon unter Jiaogulan.
In China wird das Kraut in der traditionellen Medizin genutzt. In Japan, wo es Amachazuru heißt, sowie in Korea und Südostasien wird es als Tee getrunken und teils auch als Blattgemüse gegessen. Als wichtigste Inhaltsstoffe gelten Saponine, die Gypenoside heißen.
Der Beiname „Kraut der Unsterblichkeit“ ist ein Volksname, er steht so auch im französischen Eintrag des EU-Novel-Food-Katalogs. Eine Aussage über die Wirkung ist er nicht. Ähnlich vermarktet wird Schisandra.
Für den Tee werden die getrockneten Blätter aufgegossen. In Japan wird er wegen seines leicht süßlichen Geschmacks getrunken.
Rechtlich ist der Tee nicht eindeutig geregelt: Laut EU-Novel-Food-Katalog sind die Blätter nur in Nahrungsergänzungsmitteln nicht neuartig. Ob Jiaogulan als gewöhnlicher Kräutertee verkauft werden darf, ist damit nicht abschließend geklärt.
Laut einer Übersichtsarbeit sind Gypenoside hitzeempfindlich. Wie viel davon in einer Tasse Tee steckt, ist kaum untersucht.
Für Jiaogulan gibt es in Deutschland keine amtliche Tagesmenge und keine Höchstmenge. Auch zur Tageszeit und zur Dauer gibt es keine Empfehlung einer Behörde.
In Studien tranken die Teilnehmenden zum Beispiel 6 g Tee am Tag oder nahmen 400 mg Blattextrakt am Tag, meist über 8 bis 12 Wochen. Das sind Studienbedingungen, kein Rat.
Bemerkst du ungewohnte blaue Flecken oder Blutungen, setz das Präparat ab und lass dich ärztlich untersuchen.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Diabetes-Medikamente | In einer Studie aus Vietnam (2012) nahmen alle Teilnehmenden schon Gliclazid. Mit Jiaogulan-Extrakt lagen die Nüchtern-Zuckerwerte danach um weitere 2,9 mmol/l niedriger, mit Placebo um 0,9 mmol/l. Zusammen mit Diabetes-Mitteln könnten die Werte zu tief fallen. Sprich das vorher mit deiner Praxis ab. |
| Blutverdünner und Mittel gegen das Verklumpen der Blutplättchen | In Laborversuchen mit menschlichem Blut (1993) bremste ein Wasserextrakt das Verklumpen der Blutplättchen und die Gerinnung. Dazu kommt der Fallbericht über stark abgefallene Blutplättchen. Nur nach ärztlicher Rücksprache, und vor Operationen deiner Praxis sagen. |
| Mittel, die das Immunsystem dämpfen | Studien dazu sind uns nicht bekannt. Ob Jiaogulan solche Medikamente stört, ist unklar. Frag vorher in deiner Praxis. |
| Medikamente allgemein | Gezielte Studien zu Wechselwirkungen am Menschen gibt es kaum. |
Nimmst du regelmäßig Medikamente, frag vor einem Präparat in der Apotheke oder Praxis.
Zu Jiaogulan in Schwangerschaft und Stillzeit gibt es keine behördliche Bewertung und keine Studien. Auch für Kinder fehlen Daten.
Präparate und regelmäßigen Tee in dieser Zeit sowie für Kinder nur nach Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Hebamme.
| Punkt | Stand |
|---|---|
| Blätter in Nahrungsergänzungsmitteln | Nicht neuartig, also erlaubt. Der Eintrag im EU-Novel-Food-Katalog stammt vom Januar 2026. |
| Extrakt mit 80 % Gypenosiden | Noch nicht zugelassenes neuartiges Lebensmittel. Grundlage ist eine Anfrage in Tschechien (Dezember 2025) zu einer Mischung, die diesen Extrakt enthielt. |
| Tee und andere Lebensmittel | Nicht abschließend geklärt. Der Katalog-Eintrag gilt nur für Nahrungsergänzungsmittel. |
| Stoffliste von Bund und Ländern | Kein Eintrag. |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. Beantragte Angaben stehen „on hold“. |
| EU-Schnellwarnsystem (RASFF) | Keine Meldung zu Jiaogulan gefunden. |
Als Lebensmittel darf Jiaogulan nicht mit Krankheiten beworben werden. Für die Sicherheit eines Präparats ist der Hersteller verantwortlich.
Viele Arbeiten zu Jiaogulan sind Labor- und Tierstudien. Studien am Menschen sind klein und stammen meist aus Asien. Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen.
Eine Auswertung von 8 Studien mit 584 Menschen mit Typ-2-Diabetes (2026) fand niedrigere Zucker- und Langzeitzuckerwerte. Die Autoren nennen die Studien selbst klein und die Präparate kaum vergleichbar. In einer der Studien tranken 24 Menschen in Vietnam 12 Wochen lang Jiaogulan- oder Placebo-Tee.
Eine Auswertung von 22 Studien mit 2.407 Teilnehmenden (2022) fand keine einzige Studie mit Placebo. 21 Studien stammten aus China, Jiaogulan wurde meist mit Medikamenten verglichen oder zusätzlich gegeben. Die Autoren stufen die Aussagekraft überwiegend als gering bis sehr gering ein.
In einer Studie aus Korea (2019) nahmen 72 Erwachsene mit Dauerstress 8 Wochen lang Blattextrakt oder Placebo. In einem von mehreren Fragebögen zur Angst lagen die Werte mit Extrakt niedriger, in den übrigen gab es keinen Unterschied.
Jiaogulan-Tee wird oft für Kuren angeboten, die den Körper von Schadstoffen befreien sollen. Studien, die das am Menschen prüfen, gibt es nach unserer Recherche nicht. Schadstoffe baut der Körper über Leber und Nieren ab.
Der Name ist Volksglaube. Studien, ob Jiaogulan Menschen länger leben lässt, liegen nicht vor.
Große, unabhängige Studien über lange Zeit fehlen. Tee, Pulver und Extrakte enthalten sehr unterschiedliche Mengen Gypenoside.
Supplement-Tracker: Einnahme planen und abhaken
Belegt ist keine, und die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen. Untersucht wurden vor allem Zucker- und Blutfettwerte, in kleinen Studien von meist geringer Aussagekraft.
Studien dazu am Menschen sind uns nicht bekannt. Schadstoffe baut der Körper über Leber und Nieren ab, eine zugelassene Angabe zur „Reinigung“ gibt es nicht.
Das ist ein Volksname, keine geprüfte Aussage. Studien am Menschen, ob Jiaogulan das Leben verlängert, gibt es nach unserer Recherche nicht.
Eine amtliche Tagesmenge gibt es nicht. In Studien waren es zum Beispiel 6 g Tee am Tag – das sind Studienbedingungen, kein Rat.
In Studien wurden meist leichte Beschwerden wie Übelkeit, Völlegefühl oder Durchfall berichtet. Ein Fallbericht beschreibt stark abgefallene Blutplättchen nach monatelanger Einnahme.
Die Blätter sind in Nahrungsergänzungsmitteln erlaubt. Ein Extrakt mit 80 % Gypenosiden ist ein nicht zugelassenes neuartiges Lebensmittel, für Tee ist der Status nicht abschließend geklärt.
Nur nach Rücksprache. In einer Studie mit Gliclazid sanken die Zuckerwerte mit Jiaogulan zusätzlich, sie könnten also zu tief fallen.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.