L-BAIBA wird unter einem Markennamen als Pulver zum Abnehmen und für den Sport verkauft, eine Wirkung ist aber nicht belegt: In der einzigen Studie zu Gewicht und Körperfett nahm die L-BAIBA-Gruppe in 8 Wochen nicht mehr ab als die Placebo-Gruppe. Der Stoff entsteht im Körper beim Abbau der Aminosäure Valin und ist in der EU nicht als Lebensmittel zugelassen, den Zulassungsantrag zog der Hersteller 2025 zurück. Stand: Oktober 2026.
BAIBA steht für Beta-Aminoisobuttersäure. Das ist eine Aminosäure, die der Körper nicht in Eiweiß einbaut. Entdeckt wurde sie 1951 im Urin von Menschen.
BAIBA gibt es in zwei spiegelbildlichen Formen. L-BAIBA bildet der Körper beim Abbau der Aminosäure L-Valin, einer der drei BCAA, vor allem in den Mitochondrien der Muskelzellen. D-BAIBA entsteht vor allem in Leber und Nieren beim Abbau von Thymin, einem Baustein des Erbguts.
Im Blut überwiegt die D-Form deutlich: In einer Studie mit 15 Gesunden (2019) lag sie 67-mal höher als die L-Form. Wie viel D-BAIBA jemand hat, hängt stark von den Genen ab. Eine häufige Genvariante lässt den Wert in Blut und Urin stark ansteigen, in manchen Bevölkerungsgruppen betrifft das mehr als ein Drittel der Menschen.
Weil Muskelzellen BAIBA abgeben und der Wert bei Bewegung steigt, zählt die Forschung den Stoff zu den Myokinen, also Botenstoffen aus dem Muskel. Unter einem Markennamen wird L-BAIBA als Zutat für Sport- und Abnehmprodukte vermarktet. Eine EU-zugelassene Gesundheitsangabe gibt es nicht.
Stoffe, die vor dem 15. Mai 1997 in der EU nicht in nennenswertem Umfang gegessen wurden, brauchen als neuartige Lebensmittel eine Zulassung. Für L-BAIBA hat ein Hersteller sie beantragt, bekommen hat er sie nicht.
| Wo | Was gilt |
|---|---|
| EU-Katalog für neuartige Lebensmittel | Kein Eintrag. |
| Erster Zulassungsantrag | 2022 beantragte ein Hersteller aus China die Zulassung als neuartiges Lebensmittel. Nach der Eingangsprüfung galt der Antrag im November 2023 als nicht gültig. |
| Zweiter Zulassungsantrag | Die EFSA nahm ihn im Oktober 2024 zur Prüfung an und forderte weitere Daten an. Im Juni 2025 zog der Hersteller den Antrag zurück. Ein Gutachten der EFSA gibt es deshalb nicht. |
| Geplant war laut Antrag | Nur in Nahrungsergänzungsmitteln, nur für Erwachsene, nicht für Schwangere und Stillende, mit einer Höchstmenge am Tag. Hergestellt mithilfe von Bakterien (E. coli) durch Fermentation. |
| EU-Liste zugelassener neuartiger Lebensmittel | Kein Eintrag, also keine Zulassung. |
| EU-Schnellwarnsystem RASFF | Keine Meldung mit BAIBA im Betreff. |
| Sport | L-BAIBA steht nicht namentlich auf der Verbotsliste 2026 der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA). |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. |
Für dich heißt das: Ohne Zulassung darf L-BAIBA in der EU nicht als Lebensmittel oder Nahrungsergänzung verkauft werden. Produkte aus dem Netz hat keine Behörde auf Gehalt und Reinheit geprüft.
Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen. Mit L-BAIBA als Präparat gibt es genau zwei Studien am Menschen, die meisten Daten stammen aus Tierversuchen.
37 Erwachsene mit Übergewicht machten 8 Wochen lang Diät und Sport (2026). Dazu nahmen sie täglich L-BAIBA, L-BAIBA mit Extrakt aus Paradieskörnern oder ein Scheinmittel. Alle Gruppen nahmen ab, die L-BAIBA-Gruppen aber nicht mehr als die Placebo-Gruppe. Auch Körperfett, Energieverbrauch in Ruhe, Blutdruck und Blutfette unterschieden sich nicht.
In derselben Studie gab die L-BAIBA-Gruppe auf einer Skala weniger Hunger an als die Placebo-Gruppe. Laut Ernährungsprotokollen aß sie aber nicht weniger. Die Forschenden nennen den Befund selbst unerwartet, eine Erklärung gibt es nicht.
12 gesunde Erwachsene schluckten je einmal verschiedene Mengen L-BAIBA, Valin oder ein Scheinmittel (2023). Der L-BAIBA-Wert im Blut stieg mit der Menge. Valin, so viel wie die größte L-BAIBA-Menge, änderte ihn nicht. Einen Nutzen hat die Studie nicht untersucht.
Bei Bewegung steigt das körpereigene BAIBA: Nach einer Stunde lockerem Radfahren lag die L-Form im Blut im Schnitt um 20 Prozent höher (2019), und nach 10 Wochen Ausdauertraining war sie ebenfalls gestiegen (2026). In einer großen Beobachtungsstudie (2014) hatten Menschen mit mehr BAIBA im Blut im Schnitt günstigere Werte bei Blutfetten und anderen Stoffwechsel-Risikofaktoren. Solche Zusammenhänge zeigen nicht, dass BAIBA aus Kapseln dasselbe bewirkt wie Bewegung.
In Mäusen schaltete BAIBA im weißen Fettgewebe Gene an, die typisch für braunes Fett sind (2014). Eine Studie (2026) fand in Mäusen, dass L-BAIBA die Anpassung der Muskeln an Training mitsteuert. Die meisten Tierstudien bis 2019 verwendeten laut einer Übersicht ein Gemisch beider Formen. Welche Form dort was bewirkte, bleibt offen.
Beide Studien am Menschen stammen aus demselben Labor einer US-Universität und wurden vom Hersteller bezahlt, der auch die EU-Zulassung beantragt hatte. Der leitende Forscher der 8-Wochen-Studie berät diesen Hersteller gegen Bezahlung. Auch die Sicherheitsstudie an Ratten bezahlte der Hersteller, 4 der 5 Autorinnen und Autoren arbeiteten laut Studie dort.
Studien zu Wechselwirkungen mit Medikamenten gibt es nicht. Das heißt nicht, dass es keine gibt – es wurde schlicht nicht untersucht.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Diabetes-Medikamente | Nicht untersucht. BAIBA wird in Tierversuchen im Zusammenhang mit dem Zuckerstoffwechsel erforscht. Nur nach Rücksprache mit deiner Praxis. |
| Andere Sport- und Abnehmprodukte | Kombinationen sind kaum untersucht. In der 8-Wochen-Studie wurde nur L-BAIBA mit Paradieskörner-Extrakt getestet. |
| Medikamente, die du regelmäßig nimmst | Wechselwirkungen sind nicht untersucht. Frag vorher in deiner Praxis oder Apotheke. |
Nimmst du Medikamente, sprich vor jedem Produkt mit L-BAIBA mit deiner Praxis oder Apotheke.
L-BAIBA ist L-β-Aminoisobuttersäure, ein Stoff, den der Körper beim Abbau der Aminosäure Valin bildet. Unter einem Markennamen wird er als Zutat für Abnehm- und Sportprodukte verkauft, eine Wirkung ist nicht belegt.
Belegt ist das nicht. In der einzigen Studie dazu machten 37 Erwachsene 8 Wochen lang Diät und Sport, und die Gruppen mit L-BAIBA nahmen nicht mehr ab als die Gruppe mit Scheinmittel.
Als Lebensmittel nicht. L-BAIBA ist in der EU nicht als neuartiges Lebensmittel zugelassen, den letzten Zulassungsantrag hat der Hersteller im Juni 2025 zurückgezogen.
Ja. L-BAIBA entsteht beim Abbau von Valin, D-BAIBA beim Abbau von Thymin. Bei Bewegung steigt der Wert im Blut. Dass BAIBA aus Kapseln dasselbe bewirkt, ist nicht belegt.
In den zwei kleinen Studien am Menschen wurden keine Nebenwirkungen berichtet, die längere lief 8 Wochen. Langzeitdaten und eine unabhängige Sicherheitsbewertung fehlen.
Namentlich steht L-BAIBA nicht auf der Verbotsliste 2026 der WADA. Die Liste verbietet aber auch ganze Gruppen von Stoffen – wer Wettkampfsport treibt, fragt vorher bei der NADA nach.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.