Paradieskörner sind die scharfen Samen einer westafrikanischen Pflanze aus der Familie der Ingwergewächse (Aframomum melegueta) und in der EU ein normales Gewürz. Eine geprüfte Wirkung gibt es nicht: Extrakte wurden vor allem zu Energieverbrauch und braunem Fettgewebe untersucht, in wenigen kleinen Studien mit 9 bis 70 Teilnehmenden. Stand: Oktober 2026.
Paradieskörner, auch Guineapfeffer oder Malagettapfeffer genannt, sind die Samen von Aframomum melegueta. Die Pflanze stammt aus Westafrika und gehört wie Ingwer zur Familie der Ingwergewächse.
Die Samen enthalten scharfe Stoffe, darunter 6-Paradol, 6-Gingerol und 6-Shogaol. Extrakte daraus werden vor allem mit dem Energieverbrauch und dem braunen Fettgewebe beworben. Neuerdings wurden sie auch zu Stimmung und Schlaf untersucht.
Die Namen Guineapfeffer und Malagettapfeffer verraten es: Paradieskörner werden ähnlich wie Pfeffer verwendet. Die Samen wachsen in einer Fruchtkapsel und kommen getrocknet in den Handel.
| Merkmal | Gewürz (ganze Samen) | Extrakt in Kapseln |
|---|---|---|
| Status in der EU | Kein neuartiges Lebensmittel (Novel-Food-Katalog) | Kein eigener Eintrag im Katalog |
| Amtliche Tagesmenge | Keine | Keine |
| In Studien untersucht | Keine Studien gefunden | 30 bis 40 mg am Tag, in einer Herstellerstudie 500 mg am Tag |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen | Keine zugelassen |
In den USA stehen Paradieskörner auf der Liste der Gewürze, die als sicher gelten. Verwandte Gewürze findest du im Lexikon: Ingwer, Kardamom und Galgant. Zum Vergleich: Schwarzer Pfeffer.
Für Paradieskörner-Extrakte in Nahrungsergänzungsmitteln gibt es keine amtliche Tagesmenge und keine Höchstmenge. Die Stoffliste von Bund und Ländern hat keinen Eintrag zu Paradieskörnern.
In Studien wurden 30 bis 40 mg Extrakt am Tag untersucht, in einer Herstellerstudie 500 mg am Tag. Die Extrakte waren unterschiedlich stark. Das sind Studienbedingungen, kein Rat.
Ob ein Präparat für dich passt, klärst du am besten in der Praxis oder Apotheke – vor allem, wenn du Medikamente nimmst.
Hast du Beschwerden mit einem Präparat, frag in der Praxis oder Apotheke.
| Medikament oder Stoff | Gut zu wissen |
|---|---|
| Medikamente allgemein | Studien zu Wechselwirkungen sind uns nicht bekannt. Das heißt nicht, dass es keine gibt. |
| Weitere Stoffe in Mischpräparaten | Steckt der Extrakt in einer Mischung, gelten auch die Hinweise zu den anderen Zutaten. Lies die Zutatenliste und frag im Zweifel in der Apotheke. |
Nimmst du regelmäßig Medikamente, frag vor einem Präparat in der Apotheke oder Praxis.
Als Gewürz in üblichen Küchenmengen sind Paradieskörner ein normales Lebensmittel.
Zu Extrakten in Schwangerschaft und Stillzeit gibt es keine Studien und keine behördliche Bewertung. Präparate in dieser Zeit und für Kinder deshalb nur nach Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Hebamme.
| Punkt | Stand |
|---|---|
| Gewürz | Erlaubt. Laut EU-Novel-Food-Katalog wurden die Samen schon vor 1997 in der EU gegessen, sie sind kein neuartiges Lebensmittel. |
| Extrakte | Einen eigenen Katalog-Eintrag für Extrakte gibt es nicht. Ob ein stark angereicherter Extrakt als neuartig gilt, entscheiden im Zweifel die Behörden. |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. Angaben zu Pflanzen stehen bei der EU „on hold“. |
| Stoffliste von Bund und Ländern | Kein Eintrag. |
| Höchstmenge | Keine. |
Als Lebensmittel dürfen Paradieskörner nicht mit Krankheiten beworben werden.
Zu Paradieskörnern gibt es nur wenige Studien am Menschen, alle klein und kurz. Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen. Mehr zu einem verwandten Gewürz-Extrakt liest du unter Ingwer-Extrakt.
In einer japanischen Studie (2013) mit 19 jungen Männern stieg der Energieverbrauch 2 Stunden nach einer Portion Extrakt – aber nur bei den 12 Männern mit aktivem braunem Fettgewebe. Die Studie war nur einfach verblindet.
Dieselbe Forschungsgruppe gab 19 jungen Frauen (2014) und 9 jungen Männern (2021) einige Wochen lang Extrakt oder Placebo. Gemessen wurden Energieverbrauch und Körperfett, die Unterschiede zum Placebo waren klein. In der Studie von 2021 änderte sich das Gewicht nicht.
Eine Firma, die einen Extrakt herstellt, testete ihn (2022) an 70 Menschen mit Übergewicht über 12 Wochen. Sie berichtete einen höheren Energieverbrauch und Unterschiede beim Körperfett. Zwei der Autoren arbeiten für die Firma, unabhängig bestätigt ist das nicht.
In einer Studie (2026) mit 37 Erwachsenen mit Übergewicht, die zusätzlich Diät hielten und trainierten, bekam eine Gruppe 8 Wochen lang Paradieskörner-Extrakt zusammen mit einem anderen Stoff. Gewicht, Körperfett und Grundumsatz unterschieden sich nicht von Placebo, nur das Hungergefühl war zeitweise geringer. Auch diese Studie bezahlte ein Hersteller.
Dazu gibt es eine Pilotstudie der Herstellerfirma (2025) mit 30 Erwachsenen über 3 Tage. Für eine Aussage ist das viel zu wenig.
Große, unabhängige Studien über lange Zeit fehlen. Einen verlässlichen Beleg, dass Paradieskörner beim Abnehmen helfen, gibt es nicht.
Die scharfen Samen einer westafrikanischen Pflanze aus der Familie der Ingwergewächse (Aframomum melegueta). Sie heißen auch Guineapfeffer oder Malagettapfeffer und werden als Gewürz verwendet.
Eine geprüfte Wirkung gibt es nicht, die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen. Extrakte wurden in wenigen kleinen Studien mit 9 bis 70 Teilnehmenden vor allem zum Energieverbrauch untersucht.
Belegt ist das nicht. In einer Studie mit Diät und Training (2026) änderte sich das Gewicht mit Extrakt nicht anders als mit Placebo, und positive Herstellerstudien sind nicht unabhängig bestätigt.
Ähnlich wie Pfeffer – daher die Namen Guineapfeffer und Malagettapfeffer. Die getrockneten Samen werden gemahlen oder zerstoßen.
Eine amtliche Tagesmenge gibt es nicht. Studien nutzten 30 bis 40 mg Extrakt am Tag, eine Herstellerstudie 500 mg – das sind Studienbedingungen, kein Rat.
Als Gewürz in Küchenmengen sind sie ein normales Lebensmittel. Zu Extrakten fehlen Daten – frag vorher Ärztin, Arzt oder Hebamme.
Ja, als Gewürz. Laut EU-Novel-Food-Katalog sind die Samen kein neuartiges Lebensmittel; für Extrakte gibt es keinen eigenen Eintrag.
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