Triphala ist eine ayurvedische Mischung aus drei getrockneten Früchten und hat keine belegte Wirkung: Die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen, und die Studien am Menschen sind klein. In einer kontrollierten Studie aus Italien mit 90 Menschen gingen die Cholesterinwerte mit Triphala und Guggul nach 3 Monaten nicht stärker zurück als mit einem Scheinmittel. Bekannte Risiken sind weicher Stuhl, mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten und Blei oder Quecksilber in manchen ayurvedischen Präparaten. Stand: Oktober 2026.
Triphala ist eine der bekanntesten Mischungen des Ayurveda, der traditionellen Heilkunde Indiens. Sie besteht aus den getrockneten Früchten von drei Bäumen: Amalaki (Amla), Bibhitaki und Haritaki.
Laut einer Übersichtsarbeit (2017) gilt Triphala in der ayurvedischen Lehre in üblichen Mengen als mildes Abführmittel, in hohen Mengen als starkes. Beworben wird die Mischung heute auch mit Zähnen und Blutfetten.
Mehr zu einer der drei Früchte liest du unter Amla und im Lexikon unter Amla-Beere.
| Frucht | Botanischer Name | Status in der EU |
|---|---|---|
| Amalaki (Amla, Indische Stachelbeere) | Phyllanthus emblica, früher Emblica officinalis | Die Frucht ist in Nahrungsergänzungsmitteln nicht neuartig (EU-Novel-Food-Katalog). |
| Haritaki | Terminalia chebula | Frucht und Rinde sind in Nahrungsergänzungsmitteln nicht neuartig (EU-Novel-Food-Katalog). |
| Bibhitaki | Terminalia bellirica (auch bellerica) | Kein Eintrag im EU-Novel-Food-Katalog. Die Frucht steht im Entwurf der italienischen Pflanzenliste für Nahrungsergänzungsmittel. |
Laut einer Übersichtsarbeit (2017) werden die drei Früchte meist zu gleichen Teilen gemischt.
Alle drei Früchte enthalten Gerbstoffe und andere Polyphenole, zum Beispiel Gallussäure. In einer Laboruntersuchung (2011) steckten in einer Triphala-Zubereitung rund 4 mg Gallussäure pro Gramm.
Für Triphala-Pulver gibt es keine Werte aus einer amtlichen Nährwertdatenbank. Wie viel Vitamin C allein in frischer Amla steckt, liest du unter Amla.
Für Triphala gibt es keine amtliche Tagesmenge und keine Höchstmenge, weder in Deutschland noch in der EU. Eine Bewertung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) ist uns nicht bekannt.
In Studien bekamen gesunde Erwachsene zum Beispiel 2.500 mg eines Wasserauszugs am Tag oder 2.000 mg Triphala am Tag, jeweils über 4 Wochen. Das sind Studienbedingungen, kein Rat.
Ob ein Präparat für dich sinnvoll ist, klärst du am besten in der Praxis oder Apotheke – vor allem, wenn du Medikamente nimmst.
Bekommst du Bauchschmerzen, anhaltenden Durchfall oder einen Hautausschlag, setz das Präparat ab und lass dich ärztlich beraten. Anhaltende Verdauungsbeschwerden gehören in jedem Fall in ärztliche Abklärung.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Medikamente, die über die Leberenzyme CYP3A4 oder CYP2D6 abgebaut werden | Im Labor hemmte Triphala beide Enzyme (2011). Laut Memorial Sloan Kettering Cancer Center könnten dadurch Nebenwirkungen solcher Medikamente zunehmen. Welche das sind, sagt dir die Apotheke. |
| Gerinnungshemmer und Mittel gegen das Verklumpen von Blutplättchen (zum Beispiel ASS, Clopidogrel) | In einer kleinen Studie (2014) bremste Extrakt aus Amla, einer der drei Früchte, das Verklumpen der Blutplättchen. Zu Triphala selbst fehlen Studien. Nur nach ärztlicher Rücksprache. |
| Diabetes-Medikamente | In der Studie mit 20 Gesunden lagen die Zuckerwerte nach Triphala niedriger als vorher. Studien zur Kombination fehlen, sprich das vorher mit deiner Praxis ab. |
| Andere Medikamente | Nicht untersucht. Nimmst du regelmäßig Medikamente, frag vor einem Triphala-Präparat in der Apotheke oder Praxis. |
Zu Triphala in Schwangerschaft und Stillzeit gibt es keine behördliche Bewertung und keine Studien. Auch für Kinder fehlen Daten.
Präparate in Schwangerschaft und Stillzeit sowie für Kinder deshalb nur nach Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Hebamme.
Für Triphala als Mischung gibt es keine Entscheidung der EU. Entscheidend ist, ob jede der drei Früchte vor dem 15. Mai 1997 in der EU nennenswert verzehrt wurde.
| Thema | Was gilt |
|---|---|
| EU-Novel-Food-Katalog | Die Amla-Frucht sowie Frucht und Rinde von Haritaki sind in Nahrungsergänzungsmitteln nicht neuartig. Für Bibhitaki (Terminalia bellirica) gibt es keinen Eintrag. |
| Andere Lebensmittel, etwa Tee oder Gewürz | Nicht abschließend geklärt. Die Katalog-Einträge gelten nur für Nahrungsergänzungsmittel. |
| Italien | Alle drei Früchte stehen im Entwurf einer Liste von Pflanzen für Nahrungsergänzungsmittel, den Italien 2017 bei der EU-Kommission gemeldet hat. |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. Eine Angabe zu Antioxidantien wurde nicht zugelassen, Angaben zu Pflanzen stehen bei der EU „on hold“. |
| Höchstmenge | Keine. |
Weil eine der drei Früchte keinen Katalog-Eintrag hat, ist nicht abschließend geklärt, ob Triphala-Präparate in der ganzen EU verkehrsfähig sind. Der Hersteller muss das belegen können. Als Lebensmittel darf Triphala nicht mit Krankheiten beworben werden.
Viele Arbeiten zu Triphala sind Labor- und Tierversuche. Hier steht, was Studien an Menschen zeigen – ohne Versprechen.
In einer Studie aus Italien (2021) bekamen 90 Erwachsene mit hohen Cholesterinwerten 3 Monate lang Triphala zusammen mit Guggul oder ein Scheinmittel. Bei Gesamt- und LDL-Cholesterin, Gewicht und Bauchumfang gab es keinen Vorteil gegenüber dem Scheinmittel.
Triphala ist vor allem als Abführmittel bekannt. Laut einer Übersicht (2018) gibt es aber keine klinische Studie zu Triphala beim Reizdarm, und zu Verstopfung liegen nur wenige kleine Studien vor.
In einer kleinen Studie aus den USA (2020) nahmen 31 Gesunde 4 Wochen lang Triphala, ein anderes Ayurveda-Mittel oder ein Scheinmittel. Die Bakterien im Stuhl unterschieden sich danach von Mensch zu Mensch, keine Bakteriengruppe veränderte sich bei allen gleich.
In der Studie mit 20 Gesunden aus Thailand (2020) lagen nach Triphala die Zuckerwerte niedriger und das HDL-Cholesterin höher als vorher. Ohne Vergleichsgruppe lässt sich daraus wenig ableiten.
Mehrere Studien testeten Triphala als Mundspülung, also äußerlich. Laut Memorial Sloan Kettering Cancer Center ist unklar, ob sie mit der üblichen Spülung mit Chlorhexidin mithalten kann.
Große, unabhängige Studien über lange Zeit fehlen. Die Präparate unterscheiden sich in Herstellung und Mischung und lassen sich schwer vergleichen.
Eine belegte Wirkung gibt es nicht, die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen. In einer kontrollierten Studie mit 90 Menschen gingen die Cholesterinwerte mit Triphala und Guggul nicht stärker zurück als mit einem Scheinmittel.
Möglich ist weicher Stuhl bis Durchfall, denn im Ayurveda gilt Triphala als Abführmittel. In einer Studie bekamen 2 von 46 Menschen mit Triphala und Guggul einen Hautausschlag.
Eine amtliche Tagesmenge gibt es nicht. Studien nutzten zum Beispiel 2.000 oder 2.500 mg am Tag über 4 Wochen – das sind Studienbedingungen, kein Rat.
Aus den getrockneten Früchten von Amla (Amalaki), Bibhitaki und Haritaki. Meist werden sie zu gleichen Teilen gemischt.
Das ist möglich. Im Labor hemmte Triphala Enzyme, die viele Medikamente abbauen, deshalb vorher in der Apotheke oder Praxis fragen.
Nicht abschließend geklärt. Zwei der drei Früchte sind in Nahrungsergänzungsmitteln nicht neuartig, für Bibhitaki gibt es im EU-Katalog keinen Eintrag.
Ja, das gilt für ayurvedische Mittel allgemein. In einer US-Studie enthielten 20,7 % von 193 Mitteln Blei, Quecksilber oder Arsen.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.