Eine belegte Wirkung hat Eibischwurzel als Nahrungsergänzung nicht, die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen. Die EMA führt die Wurzel nur als traditionelles Arzneimittel bei gereiztem Hals mit trockenem Husten und bei leichten Magen-Darm-Beschwerden, also auf Basis langer Anwendung. Wegen der Schleimstoffe werden Medikamente womöglich verzögert aufgenommen, deshalb rät die EMA vorsorglich zu 30 bis 60 Minuten Abstand. Stand: Oktober 2026.
Der Echte Eibisch (Althaea officinalis) ist eine Malvenpflanze. Verwendet wird vor allem die getrocknete Wurzel. Auf Englisch heißt sie Marshmallow Root.
In der Wurzel stecken laut EMA je nach Erntezeit 5 bis 11,6 % Schleimstoffe, dazu Pektin und viel Stärke. Schleimstoffe sind lange Zuckerketten, die mit Wasser aufquellen und eine zähe Lösung bilden.
Angeboten wird Eibisch vor allem als Tee, Sirup oder Lutschpastille bei gereiztem Hals und trockenem Husten, seltener bei Beschwerden im Bauch. Ähnliche Schleimstoffe stecken in Rotulme, ein anderer Quellstoff sind Flohsamenschalen.
Tee aus Eibischwurzel wird kalt angesetzt, so beschreiben es die Monographien: Die zerkleinerte Wurzel zieht in kaltem oder lauwarmem Wasser, laut ESCOP höchstens 40 °C, etwa 30 Minuten unter häufigem Rühren. Danach wird abgeseiht und der Auszug gleich getrunken.
In Deutschland gibt es Eibischwurzel als Arzneitee mit Standardzulassung, die Wurzel steckt auch in Hustentee-Mischungen. Sirup nach alten Arzneibuch-Vorschriften besteht zu einem großen Teil aus Zucker, in einer Vorschrift sind es 640 g auf 1 kg Sirup.
Als Nahrungsergänzung werden Kapseln mit Wurzelpulver oder Extrakt angeboten. Wie viel Wurzel darin steckt, steht auf der Packung und ist je nach Produkt verschieden.
Für Eibischwurzel in Nahrungsergänzungsmitteln gibt es in Deutschland keine amtliche Tagesmenge und keine Höchstmenge.
Die EMA-Monographie legt Zubereitungen und Mengen nur für registrierte Arzneimittel fest. Für Kapseln als Nahrungsergänzung gelten sie nicht, und sie sind kein Rat zur Einnahme. Bei Arzneimitteln stehen Menge und Dauer in der Packungsbeilage.
Die Stoffliste von Bund und Ländern führt die Wurzel als Lebensmittel für Tee und Nahrungsergänzung, als Arzneistoff und als traditionelles Arzneimittel. Sie empfiehlt, die Verwendung in Lebensmitteln zu beschränken, nennt aber keine Zahl. Die Liste ist eine Orientierungshilfe für Behörden, kein Gesetz.
Treten Beschwerden auf oder werden sie schlimmer, setz das Mittel ab und lass dich ärztlich beraten.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Medikamente zum Einnehmen | Wegen der Schleimstoffe werden andere Mittel womöglich verzögert aufgenommen. Die EMA rät vorsorglich, Eibisch eine halbe bis eine Stunde vor oder nach anderen Arzneimitteln zu nehmen. An Menschen oder Tieren geprüft wurde das nicht. |
| Diabetes-Medikamente | Bei Mäusen waren die Zuckerwerte im Blut niedriger, nachdem ihnen Wurzelschleim gespritzt worden war (EMA-Bericht). Am Menschen ist das nicht untersucht. Sirupe enthalten zudem viel Zucker – sprich das mit deiner Praxis ab. |
| Andere Wechselwirkungen | Sind laut EMA nicht bekannt. Das heißt nicht, dass es keine gibt. |
Nimmst du regelmäßig Medikamente, frag vor einem Präparat in der Apotheke oder Praxis.
Ob Eibisch in Schwangerschaft und Stillzeit sicher ist, ist nicht untersucht. Die EMA rät deshalb davon ab. Sprich mit Ärztin, Arzt oder Hebamme, bevor du ein Präparat nimmst.
Für Kinder sieht die EMA Eibisch-Arzneimittel bei Husten erst ab 3 Jahren vor, feste Formen wie Pastillen ab 6 Jahren. Bei Magen-Darm-Beschwerden reichen die Daten für Kinder unter 12 Jahren nicht. Für Kinder deshalb nur nach Rücksprache mit der Kinderarztpraxis.
| Thema | Was gilt |
|---|---|
| Arzneimittel (EU-Monographie der EMA, 2016) | Traditionelles pflanzliches Arzneimittel bei Reizungen in Mund und Rachen mit trockenem Husten und bei leichten Magen-Darm-Beschwerden, allein auf Basis langer Anwendung. Eine „gut belegte Anwendung“ sah die EMA nicht: Die Studien hatten keine Vergleichsgruppe oder beschrieben die Zubereitung nicht genau. |
| Überprüfung | Die EMA hat die Monographie 2025 erneut geprüft. Ergebnis im November 2025: Es gibt keine neuen Daten, die eine Änderung nötig machen. |
| Arzneimittel in Deutschland | Eibischwurzel gibt es als Arzneitee mit Standardzulassung, auch in Hustentee-Mischungen, und als zugelassenes Mittel mit Wurzelextrakt. |
| Lebensmittel (EU-Katalog für neuartige Lebensmittel) | Die Pflanze ist in Nahrungsergänzungsmitteln kein neuartiges Lebensmittel. Für andere Lebensmittel nennt der Katalog das nicht: 2024 meldete Schweden Eibischblüten in einem Kräutertee als nicht zugelassenes neuartiges Lebensmittel. |
| Stoffliste von Bund und Ländern | Wurzel: bekannt als Tee und Nahrungsergänzung, auch Arzneistoff und traditionelles Arzneimittel. Verwendung in Lebensmitteln nur beschränkt empfohlen (Liste B). Nicht verbindlich. |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. Angaben zu Pflanzen stehen bei der EU „on hold“. |
Ob ein Produkt Arzneimittel oder Nahrungsergänzung ist, entscheiden Behörden im Einzelfall. Als Lebensmittel darf Eibisch nicht mit Krankheiten wie Husten beworben werden.
Zu Eibischwurzel gibt es nur wenige Studien am Menschen, keine reichte der EMA für eine „gut belegte Anwendung“. Hier steht, was untersucht wurde – ohne Versprechen.
63 Erwachsene mit trockenem Husten durch ACE-Hemmer, ein Blutdruckmittel, nahmen 4 Wochen lang Eibisch-Tropfen oder Placebo (2007). In der Eibisch-Gruppe ging der Hustenwert zurück, mit Placebo nicht. Woraus die Tropfen genau bestanden, war laut EMA nicht beschrieben.
Zwei Studien ohne Vergleichsgruppe begleiteten 313 und 599 Kinder, die Eibisch-Sirup bekamen (2005). Ärztinnen, Ärzte und Eltern bewerteten das Ergebnis meist als gut. Ohne Vergleich lässt sich nicht sagen, ob der Husten von selbst besser geworden wäre.
822 Menschen, die Eibisch-Sirup oder -Pastillen gekauft hatten, schätzten den Erfolg selbst ein (2018). Die meisten waren zufrieden. Die EMA wertete das 2025 nicht als Beleg, weil es keine Vergleichsgruppe gab.
Für leichte Magen-Darm-Beschwerden gibt es laut EMA keine Studien am Menschen. Die Anerkennung als traditionelles Arzneimittel beruht hier nur auf langer Anwendung.
Dass sich der Schleim wie ein Film auf gereizte Schleimhaut legt, stützt laut EMA nur ein Laborversuch an isolierter Schleimhaut von Tieren. Am Menschen ist das nicht gemessen.
Bei Mäusen waren die Zuckerwerte im Blut niedriger, nachdem ihnen isolierter Wurzelschleim gespritzt worden war. Studien am Menschen gibt es dazu nicht.
Supplement-Tracker: Einnahme planen und abhaken
Eine belegte Wirkung gibt es nicht, die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen. Die EMA erkennt Eibisch-Arzneimittel bei gereiztem Hals mit trockenem Husten und leichten Magen-Darm-Beschwerden nur auf Basis langer Anwendung an.
Die zerkleinerte Wurzel wird mit kaltem oder lauwarmem Wasser angesetzt, laut ESCOP höchstens 40 °C, und zieht etwa 30 Minuten unter Rühren. Dann abseihen und gleich trinken.
Die EMA rät vorsorglich zu einer halben bis einer Stunde Abstand vor oder nach anderen Arzneimitteln, weil Medikamente wegen der Schleimstoffe womöglich verzögert aufgenommen werden.
Die EMA nennt keine bekannten Nebenwirkungen, von 2016 bis 2025 gab es 3 leichte Verdachtsmeldungen in der EU. Bist du überempfindlich gegen Eibisch, nimm ihn nicht.
Die EMA rät mangels Daten in Schwangerschaft und Stillzeit davon ab. Sprich vorher mit Ärztin, Arzt oder Hebamme.
Am Menschen ist das nicht untersucht, es gibt nur Versuche an Mäusen. Eibisch-Sirupe enthalten viel Zucker, sprich das mit deiner Praxis ab.
Ja, in der EU gilt die Pflanze in Nahrungsergänzungsmitteln nicht als neuartig. Die Stoffliste von Bund und Ländern empfiehlt aber, die Verwendung in Lebensmitteln zu beschränken.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.