Eine belegte Wirkung hat Rotulme nicht: Studien zur Rinde allein gibt es praktisch keine, untersucht wurden nur Mischungen, etwa bei 31 Menschen mit Reizdarm ohne Vergleichsgruppe. Wegen ihrer Schleimstoffe werden Medikamente womöglich verzögert aufgenommen – für die ähnlich schleimreiche Eibischwurzel rät die EMA zu einer halben bis einer Stunde Abstand. In der EU ist die Rinde in Nahrungsergänzungsmitteln nicht neuartig, die Stoffliste von Bund und Ländern bewertet sie aber wegen fehlender Daten zurückhaltend. Stand: Oktober 2026.
Die Rotulme (Ulmus rubra), englisch Slippery Elm, ist ein Laubbaum aus dem Osten und der Mitte der USA und aus Kanada. Verwendet wird die Innenrinde, nachdem die äußere Rinde abgeschält wurde.
Beim Kauen oder mit Wasser wird sie glitschig, daher der englische Name. Dahinter stecken Schleimstoffe: lange Zuckerketten, die mit Wasser eine zähe Masse bilden. Außerdem enthält die Rinde Gerbstoffe.
Indigene Völker Nordamerikas nutzten die Rinde bei Beschwerden von Magen, Darm und Harnwegen und auf der Haut. In den USA wird sie heute als Lutschpastille bei Halsschmerzen und als Kapsel oder Pulver bei Magen-Darm-Beschwerden verkauft.
Ähnliche Schleimstoffe stecken in Eibischwurzel. Ein anderer Quellstoff sind Flohsamenschalen.
Für Rotulme gibt es keine amtliche Tagesmenge und keine Höchstmenge, weder in Deutschland noch in der EU. Mengen auf Packungen sind Herstellerangaben, keine geprüften Werte.
Die Stoffliste von Bund und Ländern ordnet die Rinde in Liste C ein. Das heißt: Die Verwendung in Lebensmitteln könnte gesundheitsschädlich sein, weil Daten fehlen oder weil der Stoff bisher nur in Nahrungsergänzung als nicht neuartig gilt. Die Liste ist eine Orientierungshilfe für Behörden, kein Gesetz.
Eine EU-Monographie der Arzneimittelbehörde EMA gibt es für Rotulme nach unserer Recherche nicht.
Hast du anhaltendes Sodbrennen, Schluckbeschwerden oder Blut im Stuhl, lass die Ursache ärztlich abklären, bevor du zu Präparaten greifst.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Medikamente zum Einnehmen | Wegen der Schleimstoffe werden sie womöglich verzögert aufgenommen. Halte Abstand: Für die ähnliche Eibischwurzel nennt die EMA eine halbe bis eine Stunde vor oder nach anderen Arzneimitteln. |
| Medikamente allgemein | Studien zu Wechselwirkungen mit Rotulme sind uns nicht bekannt. Das heißt nicht, dass es keine gibt. |
Nimmst du regelmäßig Medikamente, frag vor einem Präparat in der Apotheke oder Praxis.
Studien zur Sicherheit in Schwangerschaft und Stillzeit liegen nicht vor. Für Kinder gibt es ebenfalls keine Daten.
Präparate in dieser Zeit und für Kinder nur nach Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Hebamme.
| Thema | Was gilt |
|---|---|
| Lebensmittel (EU-Katalog für neuartige Lebensmittel) | Die Rinde ist in Nahrungsergänzungsmitteln kein neuartiges Lebensmittel und darf dort ohne Zulassung verkauft werden. In anderen Lebensmitteln gilt das nicht. |
| Stoffliste von Bund und Ländern | Rinde in Liste C: Verwendung möglicherweise gesundheitsschädlich, weil Daten fehlen oder der Stoff nur in Nahrungsergänzung als nicht neuartig gilt. Nicht verbindlich. |
| Italien | Rinde und Knospen stehen in der italienischen Pflanzenliste für Nahrungsergänzungsmittel (Entwurf 2017). |
| USA | Laut LiverTox „allgemein als sicher anerkannt“. Rezeptfreie Mittel gibt es als Lutschpastillen und für Magen-Darm-Beschwerden. |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. Angaben zu Pflanzen stehen bei der EU „on hold“. |
| Arzneimittel | Eine EU-Monographie der EMA ist uns nicht bekannt. |
Als Lebensmittel darf Rotulme nicht mit Krankheiten beworben werden. Ob ein Produkt Lebensmittel oder Arzneimittel ist, entscheiden Behörden im Einzelfall.
Woher die Rinde kommt, ist auch eine Frage des Artenschutzes: Wegen des Ulmensterbens gibt es laut der US-Organisation United Plant Savers in der Natur nur noch wenige ausgewachsene Bäume. Sie rät von Rinde gesunder Wildbäume ab. Weltweit gilt die Art laut der Roten Liste der IUCN als nicht gefährdet.
Zu Rotulme gibt es kaum Studien am Menschen. Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen. Mehr zu einem anderen Quellstoff liest du im Lexikon unter Flohsamenschalen.
31 Menschen mit Reizdarm nahmen eine von zwei Pulvermischungen, beide mit Rotulme und weiteren Zutaten wie Heidelbeeren, Zimt, Haferkleie oder Süßholz (2010). Eine Vergleichsgruppe gab es nicht, alle wussten, was sie nahmen. Beim Verstopfungs-Typ besserten sich Stuhlgang und Beschwerden, beim Durchfall-Typ nur die Beschwerden. Was die Rotulme beitrug, lässt sich nicht sagen.
Eine Übersicht (2022) fand keine Studien zu Rotulme allein. In einer Studie mit 43 Erwachsenen mit Verdauungsbeschwerden nahmen alle eine Mischung aus sieben Zutaten, darunter Rotulme, Aloe vera und Pfefferminzöl. Eine Placebo-Gruppe gab es nicht.
Rotulme wird vor allem als Lutschpastille angeboten. Studien am Menschen fehlen laut dem Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York.
Im Labor fingen Extrakte aus Rotulme reaktive Sauerstoffverbindungen ab, auch in Gewebeproben von Menschen mit Colitis ulcerosa (2002). Studien am Menschen gibt es dazu nicht.
In einem Laborversuch mit Stuhlproben veränderte Rotulme-Pulver, welche Bakterien wuchsen (2018). Was das beim Menschen bedeutet, ist offen.
Eine belegte Wirkung gibt es nicht, die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen. Studien zur Rinde allein fehlen, untersucht wurden nur Mischungen in kleinen Studien ohne Vergleichsgruppe.
Eine amtliche Tagesmenge gibt es nicht, Mengen auf Packungen sind Herstellerangaben. Wegen der Schleimstoffe halte Abstand zu Medikamenten – für Eibischwurzel nennt die EMA eine halbe bis eine Stunde.
Belegt ist das nicht. Eine Übersicht von 2022 fand keine Studien zu Rotulme allein. Hält Sodbrennen an, lass es ärztlich abklären.
Verlässliche Daten fehlen. Selten sind allergische Hautreaktionen beschrieben, Leberschäden sind laut LiverTox nicht bekannt. Medikamente können verzögert aufgenommen werden.
Ja, als Nahrungsergänzung: Die Rinde ist dort in der EU kein neuartiges Lebensmittel. Die Stoffliste von Bund und Ländern führt sie aber in Liste C, weil Daten fehlen.
Studien zur Sicherheit liegen nicht vor. Frag vorher Ärztin, Arzt oder Hebamme.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.