Für Extrakt aus weißen Kidneybohnen hat die EU keine Gesundheitsangabe zugelassen, drei Anträge zum Körpergewicht scheiterten nach EFSA-Gutachten von 2011, 2014 und 2019. In Auswertungen von Studien wogen Teilnehmende mit Extrakt im Mittel rund 1 bis 2 kg weniger als mit Placebo, die Studien sind klein und haben methodische Schwächen. Rohe Bohnen enthalten das Lektin Phasin und sind giftig. Stand: Oktober 2026.
Weiße Kidneybohnen sind reife Samen der Gartenbohne Phaseolus vulgaris. Für Präparate wird daraus ein wässriger Extrakt gemacht. Eingestellt ist er darauf, wie stark er im Labor das Enzym Alpha-Amylase hemmt.
Alpha-Amylase zerlegt Stärke aus Brot, Nudeln oder Kartoffeln in kleinere Zuckerbausteine. Die Idee hinter dem Extrakt: Wird das Enzym gehemmt, soll weniger Stärke verwertet werden.
Beworben wird der Extrakt deshalb als „Kohlenhydrat-Blocker“ zum Abnehmen, ähnlich wie Glucomannan oder Grüner Kaffeebohnen-Extrakt.
| Begriff | Was ist das? | Gut zu wissen |
|---|---|---|
| Phaseolin | Das wichtigste Speichereiweiß der Bohne | Ist nicht der Amylase-Hemmer, auch wenn der Name oft so verwendet wird |
| Phaseolamin | Ein Eiweiß, das im Labor Alpha-Amylase hemmt | Darum geht es bei den Präparaten |
| Phasin | Ein Lektin, das rohe Bohnen giftig macht | Wird erst durch hohe Temperaturen zerstört, nicht durch Trocknen |
Wer nach Phaseolin sucht, landet deshalb oft bei Präparaten mit Phaseolamin. Die Namen klingen ähnlich, gemeint sind verschiedene Stoffe.
| Lebensmittel | Energie | Eiweiß | Ballaststoffe |
|---|---|---|---|
| Weiße Bohnen (Gartenbohne, reif), gekocht | 131 kcal | 9,1 g | 6,9 g |
| Weiße Bohnen (Gartenbohne, reif), Konserve, abgetropft | 130 kcal | 9,0 g | 7,1 g |
| Kidneybohnen, gekocht | 129 kcal | 8,6 g | 11,1 g |
| Kidneybohnen, Konserve, abgetropft | 128 kcal | 8,5 g | 11,2 g |
Quelle: Max Rubner-Institut (2025), Bundeslebensmittelschlüssel (BLS) 4.0, Einträge Gartenbohne reif und Kidneybohne reif. Phaseolamin weist die Datenbank nicht aus.
Rohe Bohnen sind giftig. Samen und Hülsen enthalten Phasin, ein Lektin. Schon nach wenigen rohen Samen treten häufig Bauchschmerzen und Übelkeit auf, in schweren Fällen blutige Durchfälle, Fieber und ein Abfall des Blutdrucks. Die Beschwerden beginnen meist 2 bis 3 Stunden nach dem Essen. Kinder sind wegen ihres geringen Körpergewichts besonders gefährdet.
Phasin wird erst durch hohe Temperaturen zerstört, Trocknen reicht nicht. Achte deshalb auf ausreichendes Erhitzen und genug Garzeit, sanftes Dünsten oder Dämpfen eignet sich laut BfR für Bohnen nicht. Hast du rohe Bohnen gegessen oder Beschwerden nach zu kurz gegarten Bohnen, ruf ein Giftinformationszentrum an.
Gut gegart passen weiße Bohnen in viele Gerichte, etwa in einen Toskanischen Weiße-Bohnen-Eintopf, einen Weiße-Bohnen-Rosmarin-Aufstrich, einen Griechischen Weiße-Bohnen-Salat oder eine Ribollita. Mehr zu Hülsenfrüchten im Lexikon.
Eine amtliche Tagesmenge oder Höchstmenge für Weiße-Bohnen-Extrakt gibt es nicht, weder von der EU noch vom BfR.
In den Studien, die die EFSA 2014 und 2019 prüfte, nahmen die Teilnehmenden 3 g Extrakt am Tag vor den Mahlzeiten, 8 bis 12 Wochen lang. Das sind Studienbedingungen, kein Rat.
Mahl rohe Bohnen deshalb nie selbst zu Pulver. Treten nach einem Präparat anhaltende Beschwerden auf, setz es ab und lass dich ärztlich beraten.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Diabetes-Medikamente | Studien zu Wechselwirkungen sind uns nicht bekannt. Weil der Extrakt den Abbau von Stärke hemmen soll, sprich ihn vorher mit deiner Praxis ab. |
| Andere Medikamente | Gut belegte Wechselwirkungen sind nicht bekannt. |
Nimmst du regelmäßig Medikamente, frag vor einem Präparat in der Apotheke oder Praxis.
Für Schwangerschaft und Stillzeit gibt es keine Sicherheitsbewertung des Extrakts. Präparate in dieser Zeit nur nach Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Hebamme.
Der zuletzt geprüfte Antrag nannte übergewichtige Menschen ab 18 Jahren als Zielgruppe. Für Kinder und Jugendliche gibt es keine Daten, Präparate für sie deshalb nur nach Rücksprache mit der Kinderarztpraxis.
| Thema | Was gilt |
|---|---|
| Bohnen (Samen) | Gewöhnliches Lebensmittel. Die Stoffliste von Bund und Ländern führt die Samen der Gartenbohne als Lebensmittel und in Nahrungsergänzung bekannt, mit dem Hinweis, sie vor dem Verzehr durchzuerhitzen. |
| Extrakt mit Phaseolamin | Im Novel-Food-Katalog der EU gibt es dazu keinen Eintrag. Ein anderer Extrakt aus schwarzen Bohnen ist dort als neuartig und nicht zugelassen eingestuft. |
| Bohnenhülsen ohne Samen | Als traditionelles pflanzliches Arzneimittel (Tee) bekannt. Mit den Präparaten aus Bohnen-Samen hat das nichts zu tun. |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. Drei Anträge zum Körpergewicht nach EFSA-Gutachten von 2011, 2014 und 2019 nicht zugelassen, zuletzt mit Verordnung (EU) 2022/711. |
Weil keine Angabe zugelassen ist, darf der Extrakt in der EU nicht mit Abnehmen beworben werden.
Viele Studien sind klein, kurz und wurden mit einem bestimmten Markenextrakt gemacht. Hier steht, was untersucht wurde – ohne Versprechen.
Eine Auswertung von 6 Studien (2011) fand beim Gewicht keinen gesicherten Unterschied zu Placebo, im Mittel 1,77 kg. Beim Körperfett lag der Unterschied bei 1,86 kg. Alle Studien hatten ernste methodische Mängel.
Eine Auswertung von 11 Studien mit 573 Teilnehmenden (2018) kam auf 1,08 kg weniger Gewicht als mit Placebo. Sie betraf einen Markenextrakt, und die Autoren nutzten auch unveröffentlichte Daten des Herstellers.
Die neueste Auswertung von 8 Studien mit 543 Erwachsenen mit Übergewicht (2026) fand im Mittel 1,62 kg weniger Gewicht und 1,6 cm weniger Taillenumfang. Nüchtern gemessene Zuckerwerte und Triglyceride unterschieden sich nicht. Die Autoren fordern größere und längere Studien.
Die EFSA bemängelte 2014 und 2019, dass kein Beleg vorlag, wie der Extrakt im menschlichen Körper überhaupt zu weniger Gewicht führen soll. Im Labor ist die Hemmung des Enzyms gezeigt. Für eine Angabe reicht das nicht.
Für den 2019 geprüften Antrag zeigten zwei Studien mit 3 g Extrakt am Tag über 12 Wochen bei einer Ernährung mit weniger Kalorien ein geringeres Gewicht. Beide stammten aus denselben Zentren und derselben Arbeitsgruppe, andernorts wiederholt wurden sie nicht.
Phaseolin ist das wichtigste Speichereiweiß der Bohne. In Präparaten geht es meist um Phaseolamin, ein anderes Bohnen-Eiweiß, das im Labor das stärkespaltende Enzym Alpha-Amylase hemmt.
Belegt ist das nicht, die EU hat keine Angabe zum Körpergewicht zugelassen. In Auswertungen von Studien lag der Unterschied zu Placebo bei rund 1 bis 2 kg, die Studien sind klein und haben Schwächen.
Er soll das Enzym hemmen, das Stärke zerlegt. Die EFSA sah aber keinen Beleg, dass das im menschlichen Körper so funktioniert wie im Labor.
Schwere Nebenwirkungen wurden in Studien nicht berichtet, Magen-Darm-Beschwerden waren selten. Nimmst du Diabetes-Medikamente, sprich ein Präparat vorher mit deiner Praxis ab.
Ja. Rohe Bohnen enthalten das Lektin Phasin, das Bauchschmerzen, Übelkeit und in schweren Fällen blutige Durchfälle auslösen kann. Erst ausreichendes Erhitzen zerstört es, Trocknen reicht nicht.
Eine amtliche Tagesmenge gibt es nicht. In den Studien, die die EFSA prüfte, waren es 3 g am Tag vor den Mahlzeiten – das ist eine Studienbedingung, kein Rat.
Bohnen sind ein gewöhnliches Lebensmittel, Extrakte werden als Nahrungsergänzung verkauft. Einen Eintrag im Novel-Food-Katalog der EU gibt es für den Extrakt nicht, eine Gesundheitsangabe ist nicht zugelassen.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.