Grüner Kaffeebohnen-Extrakt hat keine belegte Abnehm-Wirkung, eine EU-zugelassene Gesundheitsangabe gibt es nicht. Die bekannteste Studie wurde 2014 zurückgezogen, die US-Handelsbehörde FTC verhängte gegen den Rohstoff-Anbieter 3,5 Millionen Dollar. Auswertungen der übrigen kleinen Studien kamen auf 1,2 bis 2,5 kg Unterschied, die Studien gelten als methodisch schwach. Stand: Oktober 2026.
Kaffeebohnen sind die Samen der Kaffeepflanze, meist Coffea arabica oder Coffea canephora (Robusta). Vor dem Rösten sind sie grün. Laut einer Übersicht (2006) enthalten grüne Bohnen bis zu 14 % Chlorogensäuren in der Trockenmasse, beim Rösten wird ein Teil davon umgewandelt.
Für Extrakte werden die Chlorogensäuren aus den grünen Bohnen gelöst und angereichert. Manche Extrakte enthalten noch etwas Koffein, andere sind entkoffeiniert. Mehr zum Getränk im Lexikon unter Schwarzer Kaffee.
Beworben wird der Extrakt vor allem zum Abnehmen, mit Chlorogensäure als vermeintlichem Wirkstoff. Ähnlich beworben werden Grüntee-Extrakt und Garcinia cambogia.
Für grünen Kaffeebohnen-Extrakt gibt es weder in Deutschland noch in der EU eine amtliche Tagesmenge oder Höchstmenge. In Studien wurden 50 bis 1.200 mg am Tag gegeben, meist für 8 bis 12 Wochen – das sind Studienbedingungen, kein Rat.
Bei koffeinhaltigen Extrakten setzt das Koffein die Grenze: Die EFSA hält für gesunde Erwachsene bis 400 mg am Tag aus allen Quellen für unbedenklich, bis 200 mg auf einmal. Kaffee, Tee und Cola zählen dazu. Mehr unter Koffein.
Studien zur Sicherheit über mehrere Monate hinaus fehlen. Hast du Beschwerden, hör auf und frag in der Praxis nach.
| Medikament oder Stoff | Gut zu wissen |
|---|---|
| Medikamente mit Koffein-Wechselwirkungen | Bei koffeinhaltigen Extrakten gilt alles, was für Koffein gilt, etwa mit Fluvoxamin, Chinolon-Antibiotika, der Pille, Theophyllin, Clozapin oder Lithium. Mehr unter Koffein. |
| Blutdrucksenker | In Studien lagen die Messwerte mit Extrakt im Schnitt knapp 3 mmHg niedriger. Zusammen mit Blutdrucksenkern ist das nicht untersucht – sprich vorher mit deiner Praxis. |
| Diabetes-Medikamente | Ob der Extrakt mit Diabetes-Medikamenten zusammenwirkt, ist nicht untersucht. Sprich vor der Einnahme mit deiner Praxis. |
| Synephrin (Bitterorange) in Mischpräparaten | Laut BfR können sich Synephrin und Koffein bei Herzschlag und Blutdruck gegenseitig verstärken, möglicherweise mit Herzrhythmusstörungen. |
Nimmst du regelmäßig Medikamente, frag vor grünem Kaffeebohnen-Extrakt in der Apotheke.
Zu grünem Kaffeebohnen-Extrakt in Schwangerschaft und Stillzeit liegen keine Studien vor. Für Koffein hält die EFSA bis 200 mg am Tag aus allen Quellen für unbedenklich. Sprich mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder deiner Hebamme, bevor du ein Präparat nimmst.
Für Kinder und Jugendliche nennt die EFSA 3 mg Koffein pro kg Körpergewicht am Tag. Studien mit Grünkaffee-Extrakt bei Jugendlichen gibt es nicht.
| Thema | Was gilt |
|---|---|
| EU-Katalog für neuartige Lebensmittel | Geröstete und ungeröstete Kaffeebohnen sowie Kaffee als Aufguss gelten als herkömmliches Lebensmittel (POL-NF-00262). Einen eigenen Eintrag für angereicherte Extrakte gibt es nicht. |
| Vermerk Frankreich im Katalog | Grüne Kaffeebohnen und nicht gezielt angereicherte Wasserauszüge gelten nicht als neuartig. Zu Auszügen mit Alkohol lagen Frankreich keine Daten vor. |
| Deutschland | Deutsche Behörden meldeten 2024 ein Getränkepulver mit Grünkaffee-Extrakt im EU-Schnellwarnsystem RASFF als mögliche nicht zugelassene neuartige Zutat. |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. Körpergewicht und Zuckerwerte im Blut: von der EFSA 2011 nicht bestätigt. |
| USA | Der Anbieter des Rohstoffs zahlte 2014 nach einem Verfahren der Handelsbehörde FTC 3,5 Millionen Dollar. Er hatte mit einer Studie geworben, die die FTC als hoffnungslos fehlerhaft einstufte. |
Für dich heißt das: Grüner Kaffeebohnen-Extrakt wird in Deutschland als Nahrungsergänzung verkauft. Ob jeder angereicherte Extrakt ohne Zulassung als neuartiges Lebensmittel verkauft werden darf, ist nicht eindeutig geklärt.
Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen. Die meisten Studien waren klein, kurz und von unterschiedlicher Qualität.
| Auswertung | Studien | Ergebnis | Einschränkung |
|---|---|---|---|
| Gewicht (2011) | 3 Studien | im Schnitt 2,5 kg weniger als mit Placebo | alle mit hohem Verzerrungsrisiko |
| Gewicht (2020) | 15 Studien, 897 Teilnehmende | im Schnitt 1,2 kg weniger | kein Zusammenhang mit der Menge Chlorogensäure |
| Blutdruck (2024) | 10 Studien, 563 Teilnehmende | oberer Wert im Schnitt knapp 3 mmHg niedriger, Puls unverändert | kleine, kurze Studien |
| Leberwerte (2021) | 8 Studien, 330 Teilnehmende | keine Unterschiede bei den üblichen Leberwerten | nur 8 bis 12 Wochen |
Eine Studie (2012) mit 16 Erwachsenen meldete im Schnitt 8 kg weniger in 22 Wochen. Sie wurde 2014 zurückgezogen. Laut FTC hatte der Studienleiter in Indien Gewichte und andere Messwerte verändert, die Studiendauer geändert und falsch angegeben, wer Placebo bekam.
Eine Auswertung (2011) fand nur 3 brauchbare Studien, alle methodisch schwach, mit im Schnitt 2,5 kg Unterschied. Eine größere Auswertung (2020) mit 15 Studien kam auf 1,2 kg, einen Zusammenhang mit der Menge Chlorogensäure fand sie nicht.
Grüne Bohnen enthalten mehr Chlorogensäuren, beim Rösten wird ein Teil umgewandelt (Übersicht 2006). Dass das beim Menschen fürs Gewicht einen verlässlichen Unterschied macht, zeigen die Studien nicht.
Eine belegte Wirkung gibt es nicht, auch keine EU-zugelassene Gesundheitsangabe. Die bekannteste Abnehm-Studie wurde 2014 zurückgezogen.
Verlässlich belegt ist das nicht. Auswertungen kleiner, methodisch schwacher Studien kamen auf 1,2 bis 2,5 kg Unterschied zu Placebo.
Laut der US-Handelsbehörde FTC wurden Gewichte und andere Messwerte verändert. Der Rohstoff-Anbieter zahlte 2014 deshalb 3,5 Millionen Dollar.
Je nach Produkt etwas oder keines, es gibt auch entkoffeinierte Extrakte. Für Koffein hält die EFSA bis 400 mg am Tag aus allen Quellen für unbedenklich.
In Studien bis 12 Wochen fielen keine Unterschiede bei den Leberwerten auf, längere Daten fehlen. Risiken kommen vor allem durch Koffein und Mischpräparate dazu.
Er wird in Deutschland als Nahrungsergänzung verkauft. Kaffeebohnen sind kein neuartiges Lebensmittel, für angereicherte Extrakte ist das nicht eindeutig geklärt.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.