Grüntee-Extrakt hat keine EU-zugelassene Wirkung, auch beim Abnehmen nicht: In 6 Studien außerhalb Japans lag der Unterschied zu Placebo im Schnitt bei 0,04 kg. Weil hohe Mengen die Leber schädigen können, muss eine Tagesportion in der EU seit 2022 weniger als 800 mg EGCG enthalten und Warnhinweise tragen. Grüner Tee als Getränk ist von dieser Regel nicht betroffen. Stand: Oktober 2026.
Grüner Tee entsteht aus Blättern des Teestrauchs Camellia sinensis, die nicht fermentiert werden. Dadurch bleiben viele Catechine erhalten. Das wichtigste heißt Epigallocatechingallat, kurz EGCG.
Für Extrakte werden diese Stoffe aus den Blättern herausgelöst und angereichert. Laut EFSA liefern Nahrungsergänzungsmittel 5 bis 1.000 mg EGCG am Tag, wer Tee trinkt, kommt im Mittel auf 90 bis 300 mg. Viele Extrakte enthalten auch Koffein, manche sind entkoffeiniert – das steht auf der Packung.
Beworben werden die Extrakte vor allem zum Abnehmen. Grünen Tee als Getränk beschreiben wir im Lexikon unter Grüner Tee, gemahlenen Tee unter Matcha.
Eine sichere Tagesmenge für EGCG aus Extrakten konnte die EFSA 2018 nicht festlegen. Fest steht: Ab 800 mg EGCG am Tag als Nahrungsergänzung stiegen in Studien die Leberwerte. Darauf beruht die EU-Grenze.
| Punkt | Was gilt |
|---|---|
| Grenze je Tagesportion | weniger als 800 mg EGCG |
| Auf dem Etikett | höchste Tagesmenge in Portionen, EGCG-Gehalt je Portion und der Hinweis, 800 mg EGCG am Tag nicht zu überschreiten |
| Warnhinweis | „Sollte nicht verzehrt werden, wenn am selben Tag andere Erzeugnisse mit grünem Tee konsumiert werden“ |
| Warnhinweis | „Sollte nicht von schwangeren oder stillenden Frauen und Kindern unter 18 Jahren verzehrt werden“ |
| Warnhinweis | nicht nüchtern verzehren |
| Ausgenommen | wässrige Extrakte, die als Getränk ähnlich zusammengesetzt sind wie üblicher grüner Tee |
Die Grenze gilt für die Tagesportion eines Produkts. Tee, Matcha und weitere Grüntee-Produkte am selben Tag sind darin nicht berücksichtigt – deshalb der erste Warnhinweis.
Die EFSA hält Catechine aus traditionell zubereitetem grünem Tee in den üblichen Mengen für sicher. Eine Menge für Extrakte, die du ohne Bedenken nehmen kannst, nennt keine Behörde. Hast du Fragen zu deiner Menge, sprich mit deiner Praxis oder Apotheke.
In einer großen Studie (2015) nahmen 1.075 Frauen nach den Wechseljahren ein Jahr lang täglich einen Extrakt mit 843 mg EGCG oder Placebo. Mit Extrakt stiegen bei 6,7 % die Leberwerte, mit Placebo bei 0,7 %. 1,3 % der Frauen mit Extrakt hatten deswegen ernste Nebenwirkungen.
Ein US-Netzwerk zu Leberschäden durch Arznei- und Nahrungsergänzungsmittel ordnete 40 Fälle grünem Tee zu (2021). Die meisten Betroffenen hatten Gelbsucht, 35 % einen schweren Verlauf, 3 brauchten eine Lebertransplantation. 72 % trugen das Gewebemerkmal HLA-B*35:01, bei Fällen durch andere Mittel waren es 12 bis 15 %.
Das spricht für eine seltene Überreaktion, die sich vorher nicht erkennen lässt. Eine Übersicht des US-Arzneibuchs (2020) fand Leberschäden in Fallberichten bei 140 bis etwa 1.000 mg EGCG am Tag. Nüchtern und auf einmal genommen, erreicht deutlich mehr EGCG das Blut.
Laut der US-Datenbank LiverTox stehen vor allem Extrakte hinter den Fällen. Nach sehr viel grünem Tee als Getränk sind Leberschäden seltener beschrieben. Hast du eine Lebererkrankung, nimm keinen Grüntee-Extrakt ohne Rücksprache mit deiner Praxis.
Verträgst du ein Präparat nicht oder hast du Beschwerden, hör auf und frag in der Praxis nach.
| Medikament oder Stoff | Gut zu wissen |
|---|---|
| Nadolol (Betablocker) | In einer Studie (2014) mit 10 Gesunden senkte grüner Tee, 700 ml am Tag über 14 Tage, die Menge Nadolol im Blut um rund 85 %. Auch der Effekt des Mittels war messbar schwächer. |
| Atorvastatin (Statin) | In einer Studie (2020) mit 12 Gesunden senkte ein Grüntee-Extrakt mit 300 oder 600 mg die Menge Atorvastatin im Blut um rund ein Viertel. |
| Eisenpräparate und eisenhaltige Mahlzeiten | Tee zum Essen bremst, wie viel Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln ins Blut gelangt. In einer Studie (2017) mit 12 Frauen halbierte 1 Stunde Abstand zwischen Mahlzeit und Tee diesen Effekt etwa. |
| Medikamente mit Koffein-Wechselwirkungen | Bei Extrakten mit Koffein gilt alles, was für Koffein gilt, etwa mit Fluvoxamin, Chinolon-Antibiotika oder der Pille. Mehr unter Koffein. |
| Andere Produkte mit grünem Tee | Laut Pflichthinweis nicht am selben Tag kombinieren, auch nicht mit Matcha oder Tee. |
Nimmst du regelmäßig Medikamente, frag vor Grüntee-Extrakt in der Apotheke. Setz kein Medikament eigenmächtig ab.
Laut Pflichthinweis sollen Schwangere, Stillende und Kinder unter 18 Jahren Grüntee-Extrakte nicht verzehren. Keine der Studien, die die EFSA ausgewertet hat, schloss diese Gruppen ein.
Für Koffein hält die EFSA in Schwangerschaft und Stillzeit bis 200 mg am Tag aus allen Quellen für unbedenklich. Sprich mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder deiner Hebamme.
| Bereich | Was gilt |
|---|---|
| Grüner Tee als Getränk | Lebensmittel. Die EFSA hält Catechine aus traditionell zubereitetem Tee in üblichen Mengen für sicher. |
| Grüntee-Extrakte mit EGCG | Seit Dezember 2022 eingeschränkt (VO (EU) 2022/2340): weniger als 800 mg EGCG je Tagesportion, Pflichtangaben und Warnhinweise. Ältere Ware durfte bis 21. Juni 2023 verkauft werden. |
| Prüfung durch die EU | Die Extrakte stehen zusätzlich „unter Prüfung“. Bis Dezember 2026 soll die Kommission entscheiden, ob sie verboten oder weiter nur eingeschränkt erlaubt werden. Eine Entscheidung liegt nach unserer Recherche bis Oktober 2026 nicht vor. |
| Reines EGCG (mindestens 90 %) | Zugelassenes neuartiges Lebensmittel mit eigenen Bedingungen, von der Extrakt-Regel nicht berührt. |
| Kontrollen | Belgien meldete 2024 bis 2026 mehrfach Online-Angebote mit Grüntee-Extrakt ohne die Pflichthinweise im EU-Schnellwarnsystem RASFF. |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. Angaben zu Pflanzen stehen „on hold“. EGCG mit Koffein und Körpergewicht: von der EFSA 2011 nicht bestätigt. |
Für dich heißt das: Grüntee-Extrakte sind derzeit erlaubt, aber nur mit Grenze und Warnhinweisen. Prüf auf dem Etikett den EGCG-Gehalt je Portion und die Hinweise – fehlen sie, entspricht das Produkt nicht dem EU-Recht.
Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen.
Eine Cochrane-Auswertung (2012) fand nur Studien von 12 bis 13 Wochen. In 6 Studien außerhalb Japans mit 532 Teilnehmenden lag der Unterschied beim Gewicht im Schnitt bei 0,04 kg. In 8 Studien aus Japan reichten die Unterschiede von 0,2 bis 3,5 kg, zusammenrechnen ließen sie sich nicht. Die Forschenden halten die Unterschiede für zu klein, um eine Rolle zu spielen.
In der Studie mit 1.075 Frauen und 843 mg EGCG am Tag stiegen die Leberwerte mit Extrakt fast zehnmal so oft wie mit Placebo. Für Tee als Getränk hält die EFSA übliche Mengen für sicher, für Extrakte konnte sie keine sichere Menge nennen.
Viele Präparate kombinieren beides. Einen Antrag zu EGCG mit Koffein und dem Körpergewicht hat die EFSA 2011 geprüft und keinen belegten Zusammenhang gesehen. Wie ein vernünftiges Kaloriendefizit aussieht, erklärt unser Ratgeber.
Eine belegte Wirkung gibt es nicht, die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen. Beim Gewicht fanden Studien außerhalb Japans im Schnitt nur 0,04 kg Unterschied zu Placebo.
Studien zeigen kaum Unterschiede: Eine Cochrane-Auswertung (2012) hält sie für zu klein, um eine Rolle zu spielen. Dafür sind Leberschäden beschrieben.
Eine Tagesportion eines Grüntee-Extrakts muss in der EU weniger als 800 mg EGCG enthalten. Eine sichere Menge für Extrakte konnte die EFSA nicht festlegen.
Er kann es sein: In einer Studie mit 843 mg EGCG am Tag stiegen bei 6,7 % die Leberwerte, und es gibt schwere Einzelfälle bis zur Lebertransplantation. Bei Warnzeichen sofort aufhören und ärztlich abklären.
Nein, die EFSA hält Catechine aus traditionell zubereitetem Tee in üblichen Mengen für sicher, im Mittel 90 bis 300 mg EGCG am Tag. Seltene Leberschäden nach sehr viel Tee sind beschrieben.
Nüchtern und auf einmal genommen, erreicht deutlich mehr EGCG das Blut, in Tierversuchen stieg so die Giftigkeit. Deshalb ist der Hinweis in der EU Pflicht.
Nein, laut Pflichthinweis sollen Schwangere, Stillende und Kinder unter 18 Jahren Grüntee-Extrakte nicht verzehren. Für diese Gruppen gibt es keine Studien.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.