Eine belegte Wirkung von Calcium-D-Glucarat gibt es nicht: Fast alle Daten stammen aus Labor- und Tierversuchen, am Menschen gibt es laut dem Memorial Sloan Kettering Cancer Center nur eine vorläufige Studie aus dem Jahr 2004. Glucarsäure steckt in kleinen Mengen in Obst und Gemüse wie Orangen, Äpfeln und Brokkoli, als Präparat hat der Stoff in der EU aber weder einen Eintrag im Novel-Food-Katalog noch eine Zulassung. Beworben wird er mit Versprechen rund um Östrogen, Leber und Krebs, die am Menschen nicht belegt sind. Stand: Oktober 2026.
Calcium-D-Glucarat ist das Calciumsalz der D-Glucarsäure, einer Zuckersäure. Der Körper bildet D-Glucarsäure in kleinen Mengen selbst, als Endprodukt im Abbau der Glucuronsäure.
D-Glucarsäure steckt auch in Obst und Gemüse. In einer Messung von 1990 lagen Orangen vorn, Brokkoli und Kartoffeln enthielten deutlich weniger. Eine Übersicht nennt außerdem Grapefruit, Äpfel und Kohlgemüse wie Rosenkohl.
Aus D-Glucarsäure entsteht ein Stoff, der im Labor das Enzym Beta-Glucuronidase bremst. Dieses Enzym spaltet Verbindungen wieder auf, die der Körper für die Ausscheidung mit Glucuronsäure verknüpft hat. Bei Ratten bildete sich dieser Stoff nach der Gabe eines Glucarat-Salzes schon in der Magensäure und wurde über Urin und Galle ausgeschieden.
Beworben werden Präparate damit, Östrogen und Schadstoffe „auszuleiten“, außerdem mit Versprechen zu Leber und Krebs. Krankheitsbezogene Werbung ist für Lebensmittel verboten, und eine EU-zugelassene Gesundheitsangabe gibt es nicht. Ähnliche Versprechen gibt es zu DIM und Indol-3-Carbinol.
Stoffe, die vor dem 15. Mai 1997 in der EU nicht in nennenswertem Umfang verzehrt wurden, gelten als neuartige Lebensmittel und brauchen vor dem Verkauf eine Zulassung. Ob das für Calcium-D-Glucarat gilt, ist nirgends dokumentiert.
| Wo | Was gilt |
|---|---|
| EU-Katalog für neuartige Lebensmittel | Kein Eintrag zu Calcium-D-Glucarat oder D-Glucarsäure. Eine dort veröffentlichte Einstufung gibt es also nicht. |
| EU-Liste zugelassener neuartiger Lebensmittel | Kein Eintrag, also keine Zulassung (konsolidierte Fassung vom 10.08.2026). |
| Liste der erlaubten Calciumverbindungen für Nahrungsergänzung | Calcium-D-Glucarat steht nicht darauf. Andere Calciumsalze wie Citrat, Carbonat oder Gluconat dagegen schon. |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. Im EU-Register gibt es auch keinen Antrag zu Glucarat. |
| EU-Schnellwarnsystem RASFF | Keine Meldung zu Glucarat gefunden. |
Für dich heißt das: Kapseln mit Calcium-D-Glucarat werden im Netz verkauft, eine behördliche Prüfung oder Einstufung gibt es nach unserer Recherche aber nicht. Als Calciumverbindung für Nahrungsergänzung ist der Stoff in der EU nicht vorgesehen. Orangen, Äpfel und Brokkoli bleiben ganz normale Lebensmittel.
Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen. Ein großer Teil der Studien stammt von einer einzigen Forschungsgruppe.
Die Idee beruht auf der Enzym-Hemmung im Labor und auf Versuchen mit Ratten und Mäusen. Eine Übersicht derselben Forschungsgruppe (2008) beschreibt bei Tieren Veränderungen im Hormonhaushalt. Studien, die prüfen, ob Frauen davon gesundheitlich etwas haben, gibt es nicht.
In Tierversuchen wurden Tumoren an Brustdrüse, Haut, Lunge und Dickdarm untersucht, die Tiere bekamen dabei oft auch krebserregende Stoffe. Eine Übersicht von 1995 hoffte auf Studien am Menschen. Laut Memorial Sloan Kettering Cancer Center gibt es am Menschen keinen Beleg, dass Calcium-Glucarat bei Krebs etwas bewirkt.
Eine vorläufige Studie (2004), nur als Kurzfassung erschienen, maß die Aktivität der Beta-Glucuronidase im Blut und die Menge an Glucarsäure. Laut Memorial Sloan Kettering Cancer Center wurde der Stoff vertragen. Weitere Studien folgten nicht.
Bei Ratten (1997) entstand aus einem Glucarat-Salz schon in der Magensäure der Abbaustoff, der ins Blut gelangte und mit Urin und Galle ausgeschieden wurde. Wie viel davon beim Menschen ankommt, ist nicht untersucht.
Orangen, Äpfel, Grapefruit und Kohlgemüse enthalten kleine Mengen. Ob diese Mengen für die Gesundheit eine Rolle spielen, hat niemand untersucht. Obst und Gemüse liefern ohnehin viele andere Stoffe.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Medikamente, die mit Glucuronsäure verknüpft ausgeschieden werden (viele Wirkstoffe, auch Hormonpräparate wie die Pille) | Nicht untersucht. Weil der Stoff im Labor das Enzym Beta-Glucuronidase bremst, hält eine US-Gesundheitsbibliothek eine schnellere Ausscheidung für denkbar. Frag in der Apotheke. |
| Hormontherapien nach Brustkrebs oder Prostatakrebs | Nicht untersucht. Nur nach Rücksprache mit der behandelnden Praxis, die Therapie nie eigenmächtig ändern. |
| Mittel, deren Aufnahme durch Calcium gestört wird | Der Stoff enthält Calcium. Welche Mittel betroffen sind, steht auf der Seite zu Calcium, den passenden Abstand klärst du in der Apotheke. |
Nimmst du Medikamente, sprich vor einem Präparat mit deiner Praxis oder Apotheke.
Belegt ist keine, eine EU-zugelassene Gesundheitsangabe gibt es nicht. Fast alle Daten stammen aus Labor- und Tierversuchen, am Menschen gibt es nur eine vorläufige Studie von 2004.
Das ist ungeklärt. Es gibt keinen Eintrag im EU-Katalog für neuartige Lebensmittel, keine Zulassung, und als Calciumverbindung für Nahrungsergänzung ist der Stoff nicht vorgesehen.
Die Idee stammt aus Labor- und Tierversuchen. Ob Frauen gesundheitlich etwas davon haben, hat keine Studie geprüft. Hormonbeschwerden gehören in ärztliche Abklärung.
In kleinen Mengen in Orangen, Grapefruit, Äpfeln und Kohlgemüse wie Brokkoli und Rosenkohl. In einer Messung von 1990 lagen Orangen vorn.
Bekannt sind keine, weil es kaum Studien am Menschen gibt. Wechselwirkungen mit Medikamenten wie der Pille sind nicht untersucht.
Nein. Eine amtliche Menge gibt es nicht, und der Rechtsstatus als Lebensmittel ist in der EU ungeklärt.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.