Chlorophyll hat keine belegte Wirkung, auch nicht als Tropfen gegen Körpergeruch oder Pickel: Die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen, und in einer kontrollierten Studie mit 28 Menschen mit einem künstlichen Ausgang am Bauch schnitt es gegen Geruch nicht besser ab als ein Scheinmittel. In den meisten Präparaten steckt Kupfer-Chlorophyllin, ein abgewandelter Farbstoff (E 141), dessen Sicherheit die EFSA 2015 mangels Daten nicht bewerten konnte. Natürliches Chlorophyll isst du mit grünem Gemüse ohnehin mit, roher Spinat enthielt in einer Studie rund 79 mg pro 100 g. Stand: Oktober 2026.
Chlorophyll ist der grüne Farbstoff in Blättern, Gras und Algen. Pflanzen brauchen ihn, um mit Licht Energie zu gewinnen. Im Aufbau ähnelt er dem roten Blutfarbstoff, in der Mitte sitzt aber Magnesium statt Eisen.
Als „flüssiges Chlorophyll“ oder Chlorophyll-Tropfen wird es vor allem gegen Körper- und Mundgeruch, gegen Pickel und zum Abnehmen beworben. Laut Verbraucherzentrale sind diese Versprechen nicht belegt.
Ähnlich beworben werden grüne Pulver wie Weizengras, Gerstengras und die Alge Chlorella.
Natürliches Chlorophyll löst sich nicht in Wasser und ist hitzeempfindlich. Für Präparate wird es meist chemisch verändert: Beim Chlorophyllin ersetzt Kupfer das Magnesium. Diese Form ist wasserlöslich und haltbarer.
| Form | Was ist das? | Was sagt die EFSA (2015)? |
|---|---|---|
| Chlorophylle (E 140 i) | Natürlicher Farbstoff mit Magnesium, fettlöslich | Als Farbstoff in den gemeldeten Mengen unbedenklich, weil wir über das normale Essen mehr davon aufnehmen. |
| Chlorophylline (E 140 ii) | Wasserlösliche Form ohne Kupfer | Sicherheit nicht bewertbar, weil Daten zu Aufnahme und Giftigkeit fehlen. |
| Kupfer-Chlorophylle und Kupfer-Chlorophylline (E 141) | Halbsynthetisch, mit Kupfer statt Magnesium | Sicherheit nicht bewertbar. Die bisherige erlaubte Tagesdosis (ADI) sollte zurückgezogen werden. |
Ausgangsstoffe für die Farbstoffe sind laut EFSA Gras, Luzerne oder Brennnessel. Laut Linus-Pauling-Institut enthalten die meisten frei verkäuflichen „Chlorophyll“-Präparate Kupfer-Chlorophyllin.
| Lebensmittel und Menge | Chlorophyll | Quelle |
|---|---|---|
| Spinat, 100 g | 79 mg | Messung in 22 Obst- und Gemüsesorten (2004) |
| Spinat, 1 Tasse (US-Maß) | 23,7 mg | Linus-Pauling-Institut |
| Petersilie, ½ Tasse | 19,0 mg | Linus-Pauling-Institut |
| Gartenkresse, 1 Tasse | 15,6 mg | Linus-Pauling-Institut |
| Grüne Bohnen, 1 Tasse | 8,3 mg | Linus-Pauling-Institut |
| Rucola, 1 Tasse | 8,2 mg | Linus-Pauling-Institut |
| Lauch, 1 Tasse | 7,7 mg | Linus-Pauling-Institut |
| Weintrauben, 100 g | 0,6 mg | Messung in 22 Obst- und Gemüsesorten (2004) |
Die Messung von 2004 fand zwischen 6 µg pro g (Weintrauben) und 790 µg pro g (Spinat), im Mittel 63 µg pro g. Werte je Tasse: Linus-Pauling-Institut, abgerufen am 19.10.2026. Die Gehalte schwanken mit Sorte, Lagerung und Zubereitung.
Beim Hacken oder Auftauen verlor Spinat in der Studie von 2004 rund 35 % seines Chlorophylls, beim Kochen und Dämpfen etwa die Hälfte.
Das Magnesium im Chlorophyll macht nur einen kleinen Teil aus: In Blattgemüse stammten 2,5 bis 10,5 % des Magnesiums aus Chlorophyll, in anderem Obst und Gemüse unter 1 %. Mehr zum Mineralstoff unter Magnesium.
Grünes Blattgemüse findest du im Lexikon, etwa Spinat, Petersilie und Grünkohl. Rezepte mit Spinat: Veganes Kichererbsen-Omelett mit frischem Spinat, Grüne Shakshuka mit Spinat, Erbsen und Feta und Kichererbsen-Spinat-Eintopf.
In Deutschland und der EU gibt es keine amtliche Tagesmenge für Chlorophyll oder Chlorophyllin als Nahrungsergänzung. Für den Farbstoff E 141 empfahl die EFSA 2015, die bisherige erlaubte Tagesdosis (ADI) zurückzuziehen.
Dänemark hat eine Höchstmenge: Seit 2025 dürfen Nahrungsergänzungsmittel dort höchstens 200 mg Chlorophylline pro empfohlener Tagesdosis enthalten. Die Regel verweist auf die Reinheitsanforderungen für den Farbstoff E 140 (ii), also Chlorophylline ohne Kupfer.
In Studien wurden zum Beispiel 75 mg Chlorophyll-Tabletten dreimal am Tag oder 100 mg Chlorophyllin dreimal am Tag über 4 Monate untersucht. Das sind Studienbedingungen, kein Rat.
Hast du Beschwerden nach einem Präparat, setz es ab und lass dich ärztlich beraten.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Präparate mit Kupfer, etwa Multivitamine | Kupfer-Chlorophyllin bringt zusätzlich Kupfer mit. Die Verbraucherzentrale rät, auf die Kupfer-Angabe in der Nährwerttabelle zu achten. Mehr zu Kupfer. |
| Andere Medikamente | Gezielte Studien zu Wechselwirkungen sind uns nicht bekannt. Nimmst du regelmäßig Medikamente, frag vor einem Präparat in der Apotheke oder Praxis. |
Die Sicherheit von Chlorophyll- und Chlorophyllin-Präparaten ist in Schwangerschaft und Stillzeit nicht untersucht. Das Linus-Pauling-Institut rät deshalb, sie in dieser Zeit zu meiden.
Laut Verbraucherzentrale lassen sich Risiken für Kinder, Schwangere und Stillende nicht ausschließen, für Jugendliche empfiehlt sie die Präparate nicht. Grünes Gemüse ist davon nicht betroffen. Präparate deshalb nur nach Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Hebamme.
| Thema | Was gilt |
|---|---|
| Als Farbstoff | E 140 und E 141 sind in der EU als Lebensmittelfarbstoffe zugelassen, auch in Nahrungsergänzungsmitteln, und zwar ohne Höchstmenge („quantum satis“). |
| Als Hauptzutat in Nahrungsergänzungsmitteln | Keine EU-weite Regel und kein Eintrag im EU-Novel-Food-Katalog. Ob Chlorophyllin als Hauptzutat in Tropfen und Kapseln verkehrsfähig ist, ist nicht abschließend geklärt. |
| Dänemark | Chlorophylline sind in Nahrungsergänzungsmitteln bis 200 mg pro Tagesdosis erlaubt (Verordnung Nr. 616 vom 2. Juni 2025). |
| Arzneimittel | In Deutschland gibt es laut Verbraucherzentrale zugelassene traditionelle Arzneimittel mit Chlorophyllin, etwa gegen Mund- oder Körpergeruch. |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. Beantragte Angaben zu Chlorophyll und zu Chlorophyllin wurden nicht zugelassen. |
Als Lebensmittel dürfen Chlorophyll-Tropfen nicht mit Krankheiten beworben werden. Laut Verbraucherzentrale sind auch Versprechen zu Körper- und Stuhlgeruch nicht erlaubt, weil sie nicht belegt sind.
Viele Untersuchungen zu Chlorophyll und Chlorophyllin sind Labor- und Tierversuche. Hier steht, was hinter den verbreiteten Versprechen steckt – ohne Versprechen.
In einer Studie aus Dänemark (1989) nahmen 28 Menschen mit einem künstlichen Ausgang am Bauch (Stoma) abwechselnd Chlorophyll-Tabletten und ein Scheinmittel, ohne zu wissen, was sie bekamen. Den Geruch bewerteten sie in beiden Phasen gleich. Positive Berichte stammen aus Einzelfällen ohne Vergleichsgruppe.
Bei der seltenen Trimethylaminurie riecht der Körper nach Fisch, weil ein Enzym fehlt oder zu schwach arbeitet. In einer kleinen Studie aus Japan (2004) lag bei Betroffenen der Geruchsstoff im Urin während der Einnahme von Kupfer-Chlorophyllin niedriger. Eine Vergleichsgruppe gab es nicht.
Laut Verbraucherzentrale sind die Versprechen zu Hautunreinheiten nicht belegt. Effekte von Chlorophyll-Stoffen wurden bisher vor allem an Zellen oder Tieren beobachtet, Studien am Menschen sind wenige und kaum vergleichbar.
In einer Studie aus China (2001) nahmen 180 Erwachsene aus einer Region mit stark belasteten Lebensmitteln 4 Monate lang Chlorophyllin oder ein Scheinmittel. Im Urin fand sich danach im Mittel 55 % weniger eines Markers für das Schimmelpilzgift. Ob das vor Krankheiten schützt, zeigt die Studie nicht.
Chlorophyll ähnelt dem roten Blutfarbstoff, hat in der Mitte aber Magnesium statt Eisen. Wie viel der Mensch aus dem Essen aufnimmt, ist kaum untersucht. Bei Tieren gelangten nur 1 bis 3 % in den Körper, der Rest wurde ausgeschieden.
Werbung nennt Chlorophyll oft im Zusammenhang mit Magnesium. Laut Verbraucherzentrale liefern 200 mg Chlorophyll aber nur etwa 6 mg Magnesium.
Eine belegte Wirkung gibt es nicht, die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen. In einer kontrollierten Studie mit 28 Menschen schnitt Chlorophyll gegen Geruch nicht besser ab als ein Scheinmittel.
Chlorophyll ist der natürliche grüne Pflanzenfarbstoff mit Magnesium. Chlorophyllin ist eine abgewandelte, wasserlösliche Form, meist mit Kupfer, und steckt in den meisten Tropfen.
Möglich sind grüner Stuhl und Urin, eine gelbe oder schwarze Zunge und gelegentlich Durchfall. Außerdem kann Chlorophyllin Schnelltests auf Blut im Stuhl verfälschen.
Eine amtliche Tagesmenge gibt es in Deutschland nicht. Dänemark erlaubt in Nahrungsergänzungsmitteln höchstens 200 mg Chlorophylline pro Tagesdosis.
Belegt ist das nicht. Laut Verbraucherzentrale stammen die Hinweise vor allem aus Labor- und Tierversuchen.
Natürliches Chlorophyll aus Gemüse gilt nicht als giftig. Für Kupfer-Chlorophyllin konnte die EFSA die Sicherheit 2015 mangels Daten nicht bewerten.
Alle grünen Pflanzen, besonders Blattgemüse. Roher Spinat enthielt in einer Studie rund 79 mg pro 100 g, beim Kochen ging etwa die Hälfte verloren.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.