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Beta-Carotin: Wirkung, Lebensmittel und Risiko für Raucher

Beta-Carotin ist ein orangefarbener Pflanzenfarbstoff, aus dem der Körper bei Bedarf Vitamin A bildet – eine eigene EU-zugelassene Gesundheitsangabe hat es nicht. Möhren, Süßkartoffeln und Grünkohl liefern viel davon, Erwachsene in Deutschland nehmen im Mittel rund 4 mg am Tag mit dem Essen auf. Für Präparate empfiehlt das BfR höchstens 3,5 mg am Tag, und Raucherinnen und Raucher sollen laut EFSA gar keine nehmen. Stand: Oktober 2026.

Beta-Carotin in 30 Sekunden

Was ist das?
Ein Carotinoid, also ein Pflanzenfarbstoff. Der Körper bildet daraus Vitamin A, aber nur so viel, wie er braucht. Mehr dazu
Wofür?
Als Vorstufe von Vitamin A. Für Beta-Carotin selbst hat die EU keine gesundheitsbezogene Angabe zugelassen. Mehr dazu
Woher?
Aus orangefarbenem und dunkelgrünem Gemüse wie Möhren, Süßkartoffeln, Kürbis, Spinat und Grünkohl. Zur Tabelle
Präparate?
Meist nicht nötig. Höchstens 3,5 mg am Tag (BfR), nicht für Raucherinnen und Raucher. Mehr dazu

Was ist Beta-Carotin?

Beta-Carotin gehört zu den Carotinoiden, wie Lutein, Lycopin und Astaxanthin. Es färbt Möhren, Kürbis und Süßkartoffeln orange. In grünem Gemüse steckt es auch, dort überdeckt das Blattgrün die Farbe.

Der Körper wandelt Beta-Carotin vor allem schon bei der Aufnahme und in der Leber zu Vitamin A um (EFSA). Wie viel er umwandelt, hängt davon ab, wie gut er schon mit Vitamin A versorgt ist. Anders als vorgeformtes Vitamin A aus Leber oder Präparaten führt Beta-Carotin nach heutigem Wissen nicht zu Fehlbildungen beim Ungeborenen (NIH).

Rechtlich ist Beta-Carotin aber eine erlaubte Form von Vitamin A in Nahrungsergänzungsmitteln (Richtlinie 2002/46/EG). Welche Angaben für Vitamin A gelten und ab welcher Menge, steht unter Vitamin A.

Lebensmittel mit Beta-Carotin

Viel Beta-Carotin steckt in orangefarbenem Gemüse und Obst und in dunkelgrünem Blattgemüse. Laut DGE stecken Provitamin-A-Carotinoide zum Beispiel in Paprika, Kürbis, Aprikosen und grünem Blattgemüse.

Beta-Carotin in Lebensmitteln
Lebensmittelmg pro 100 gmg pro Portion
Süßkartoffel, roh8,517 (1 kleine, 200 g)
Möhre, roh8,36,6 (1 Möhre, 80 g)
Spinat, roh5,65,6 (100 g)
Kürbis, roh3,16,2 (200 g)
Grünkohl, roh2,94,3 (150 g)
Paprika, rot1,62,4 (1 Schote, 150 g)
Aprikosen1,11,3 (3 Stück, 120 g)
Mango0,61 (½ Mango, 150 g)

Werte: USDA FoodData Central (SR Legacy), Beta-Carotin, roh, abgerufen am 21.10.2026. Der Gehalt schwankt stark mit Sorte, Reife und Lagerung.

Beta-Carotin ist fettlöslich. Die DGE rät, carotinreiches Gemüse mit etwas Fett zu essen, etwa einem Teelöffel Öl. Auch Kochen macht es besser verfügbar: Aus Lebensmitteln nimmt der Körper meist 10 bis 30 % auf (NIH).

Ideen aus der Küche: Karotten-Ingwer-Suppe, Süßkartoffel-Pfanne mit Feta und Spinat, Kürbis-Ingwer-Suppe oder ein Grünkohl-Kichererbsen-Eintopf.

Wie viel Beta-Carotin am Tag?

Eine eigene Empfehlung für Beta-Carotin gibt es nicht, es zählt zum Vitamin A. Die Fachgesellschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nennen als wünschenswerte Menge 2 bis 4 mg am Tag (Stand 2015, laut BfR).

Das erreichen die meisten schon mit dem Essen: Erwachsene in Deutschland nehmen im Mittel 3,9 bis 4,7 mg am Tag auf, Jugendliche von 14 bis 18 Jahren 3,8 bis 3,9 mg (Nationale Verzehrsstudie II, laut BfR).

Wie viel Beta-Carotin zählt als Vitamin A? (Stand Oktober 2026)
RechenwegBeta-Carotin für 1 µg Vitamin AWer rechnet so?
Retinol-Aktivitätsäquivalent (aus Lebensmitteln)12 µgDGE seit 2020
Retinoläquivalent6 µgEFSA, EU-Kennzeichnung
Beta-Carotin aus Präparaten (USA)2 µgUS-Kennzeichnung (FDA, laut NIH)

Aus Präparaten mit gelöstem Beta-Carotin nimmt der Körper deutlich mehr auf als aus Gemüse. Deshalb rechnen manche Stellen für Präparate mit einem kleineren Faktor.

Dosierung: Was Behörden zu Präparaten sagen

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt für Nahrungsergänzungsmittel höchstens 3,5 mg Beta-Carotin pro Tagesdosis. Den Wert überarbeitet das BfR gerade (BfR-Übersicht der Höchstmengen, Stand 2025).

So rechnet das BfR: Bis 15 mg Beta-Carotin zusätzlich zum Essen hielt die EFSA 2012 für unbedenklich. Davon zieht das BfR 1,5 mg aus Farbstoffen ab, teilt den Rest zwischen Präparaten und angereicherten Lebensmitteln und halbiert den Anteil für Präparate noch einmal, weil manche mehrere nehmen.

Beta-Carotin in Präparaten: Werte und Regeln (Stand Oktober 2026)
WasWertQuelle
Vorschlag für Nahrungsergänzungsmittelhöchstens 3,5 mg pro Tag, ab 15 JahrenBfR 2021, in Überarbeitung
Beta-Carotin aus Farbstoff und Präparatenbis 15 mg pro Tag ohne gesundheitliche BedenkenEFSA 2012
Obergrenze aus allen Quellennicht ableitbar; Rauchende sollen keine Präparate mit Beta-Carotin nehmenEFSA 2024
Erlaubte FormBeta-Carotin als Form von Vitamin ARichtlinie 2002/46/EG, Anhang II
Als LebensmittelfarbstoffE 160a (Carotine)EU-Zusatzstoffrecht, EFSA 2012

Der BfR-Wert ist ein Vorschlag, keine gesetzliche Höchstmenge. Die EFSA rät außerdem, Beta-Carotin-Präparate nur zu nehmen, um den Vitamin-A-Bedarf zu decken.

Rechne Kombipräparate mit: Beta-Carotin steckt auch in Multivitaminen, in Präparaten für Haut und Bräune und in manchen Augen-Präparaten. Ob du überhaupt eines brauchst, klärst du am besten in der Praxis oder Apotheke.

Nebenwirkungen: Wann wird Beta-Carotin zu viel?

Für Beta-Carotin aus normalem Essen gibt es laut EFSA keine Hinweise auf Schäden. Hast du Beschwerden mit einem Präparat, frag in der Praxis oder Apotheke.

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Medikament oder StoffGut zu wissen
Orlistat (Abnehmmittel)Unter Orlistat nimmt der Körper weniger Fett auf, damit auch weniger Beta-Carotin und fettlösliche Vitamine. Die Blutwerte können sinken. Laut Hersteller sollen Menschen unter Orlistat deshalb ein Multivitamin nehmen (NIH).
Lebensmittel mit zugesetzten PhytosterinenWer sie isst, hat in Studien weniger Beta-Carotin im Blut. Mehr dazu unter Phytosterine.
Präparate mit Vitamin ABeta-Carotin zählt zum Vitamin A. Rechne Multivitamine und Kombipräparate zusammen oder frag in der Apotheke.

Nimmst du regelmäßig Medikamente, frag vor einem Präparat in der Apotheke oder Praxis.

Schwangerschaft, Stillzeit und Kinder

Anders als vorgeformtes Vitamin A führt Beta-Carotin nach heutigem Wissen nicht zu Fehlbildungen beim Kind (NIH). Die Obergrenze der EFSA für Vitamin A gilt deshalb nur für vorgeformtes Vitamin A, nicht für Beta-Carotin. Möhren, Kürbis und Grünkohl sind in der Schwangerschaft eine gute Wahl.

Die BfR-Höchstmenge für Präparate gilt erst ab 15 Jahren. Präparate in Schwangerschaft und Stillzeit oder für Kinder nur nach Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Hebamme. Mehr zur Schwangerschaft liest du unter Vitamin A.

Rechtslage: Wo Beta-Carotin erlaubt ist

Beta-Carotin: Rechtslage auf einen Blick (Stand Oktober 2026)
ProduktStatus
Beta-Carotin in NahrungsergänzungErlaubte Form von Vitamin A (Richtlinie 2002/46/EG, Anhang II).
Beta-Carotin als FarbstoffZugelassener Zusatzstoff E 160a. Die EFSA fand 2012 nicht genug Daten für eine akzeptable Tagesmenge.
Alge Dunaliella salina und Beta-Carotin-Extrakt darausIn Nahrungsergänzung nicht neuartig (EU-Katalog für neuartige Lebensmittel).
GesundheitsangabenKeine eigenen zugelassen. Anträge zu Haut, Oxidation und Immunsystem abgelehnt (EFSA 2011).

Für dich heißt das: Beta-Carotin-Präparate dürfen verkauft werden. Werbung mit Bräune, Sonnenschutz oder Krankheiten ist nicht erlaubt.

Was sagt die Forschung?

Mythen-Check: Beta-Carotin galt lange als Krebsschutz und als „Bräune aus der Kapsel“. Was zeigen Studien – an wem, mit welchem Ergebnis?

Raucher in Finnland (1994)

29.133 rauchende Männer nahmen fünf bis acht Jahre lang 20 mg Beta-Carotin am Tag oder ein Scheinmittel. Mit Beta-Carotin erkrankten 18 % mehr an Lungenkrebs, die Sterblichkeit lag um 8 % höher.

Raucher und Asbest-Arbeiter in den USA (1996)

18.314 Menschen bekamen 30 mg Beta-Carotin plus Vitamin A am Tag oder ein Scheinmittel. Lungenkrebs trat um 28 % häufiger auf, Todesfälle durch Lungenkrebs um 46 %. Die Studie wurde deshalb fast zwei Jahre früher beendet.

Alle Studien zusammen

Eine Auswertung (2010) von 9 Studien fand mit Beta-Carotin-Präparaten insgesamt kein geringeres Krebsrisiko. Mit 20 bis 30 mg am Tag erkrankten mehr Teilnehmende an Lungen- und Magenkrebs, vor allem Raucher und Asbest-Arbeiter.

Augen

In der US-Studie AREDS2 erkrankten Teilnehmende mit Beta-Carotin häufiger an Lungenkrebs, fast alle hatten früher geraucht. Die empfohlene Mischung enthält seitdem Lutein und Zeaxanthin statt Beta-Carotin (NIH). Mehr unter Lutein.

Bräune und Sonnenschutz

Beworben wird Beta-Carotin für eine schnellere Bräune und als Schutz der Haut vor Sonne. Die EFSA sah 2011 keinen Beleg, die EU hat diese Angaben abgelehnt. Es ersetzt keinen Sonnenschutz.

Supplement-Tracker: Einnahme planen und abhaken

Häufige Fragen

Welche Wirkung hat Beta-Carotin?

Der Körper bildet daraus bei Bedarf Vitamin A. Für Beta-Carotin selbst hat die EU keine gesundheitsbezogene Angabe zugelassen.

Ist Beta-Carotin dasselbe wie Vitamin A?

Nein, es ist eine Vorstufe. 12 µg Beta-Carotin aus Lebensmitteln zählen laut DGE als 1 µg Vitamin A, und anders als vorgeformtes Vitamin A führt es nach heutigem Wissen nicht zu Fehlbildungen.

Welche Lebensmittel enthalten viel Beta-Carotin?

Süßkartoffeln, Möhren, Spinat, Kürbis und Grünkohl. Eine Möhre liefert rund 6,6 mg, mehr als die wünschenswerten 2 bis 4 mg am Tag.

Wie viel Beta-Carotin am Tag ist sicher?

Aus dem Essen gibt es keine Obergrenze. Für Präparate empfiehlt das BfR höchstens 3,5 mg am Tag, Rauchende sollen gar keine nehmen.

Warum sollen Raucher kein Beta-Carotin nehmen?

In zwei großen Studien erkrankten Raucher mit 20 bis 30 mg am Tag häufiger an Lungenkrebs. Die EFSA rät Rauchenden deshalb von Beta-Carotin-Präparaten ab.

Kann man zu viel Beta-Carotin essen?

Sehr viel färbt die Haut gelb-orange. Das ist harmlos und verschwindet wieder, eine Vitamin-A-Vergiftung entsteht dadurch nicht.

Hilft Beta-Carotin beim Bräunen?

Eine zugelassene Angabe dazu gibt es nicht, die EU hat Anträge zu Bräune und Sonnenschutz abgelehnt. Beta-Carotin ersetzt keine Sonnencreme.

Quellen

  1. Höchstmengenvorschläge für Beta-Carotin in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln · Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), 2021
  2. Höchstmengenempfehlungen des BfR für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln und angereicherten Lebensmitteln (Übersicht) · Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), 2025
  3. Scientific opinion on the tolerable upper intake level for preformed vitamin A and β-carotene (EFSA Journal 22(6):e8814) · EFSA, 2024
  4. Statement on the safety of β-carotene use in heavy smokers (EFSA Journal 10(12):2953) · EFSA, 2012
  5. Scientific Opinion on the re-evaluation of mixed carotenes (E 160a (i)) and beta-carotene (E 160a (ii)) as a food additive (EFSA Journal 10(3):2593) · EFSA, 2012
  6. Scientific Opinion on the substantiation of health claims related to beta carotene and protection of DNA, proteins and lipids from oxidative damage, protection of the skin from UV-induced (including photo-oxidative) damage and maintenance of the normal function of the immune system (EFSA Journal 9(4):2021) · EFSA, 2011
  7. Richtlinie 2002/46/EG über Nahrungsergänzungsmittel (konsolidierte Fassung, Anhänge I und II) · Amtsblatt der EU, 2025
  8. Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr: Vitamin A · Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), 2020
  9. Vitamin A and Carotenoids – Fact Sheet for Health Professionals · NIH Office of Dietary Supplements, 2025
  10. FoodData Central (SR Legacy), Nährstoff Beta-Carotin · U.S. Department of Agriculture
  11. Alpha-Tocopherol, Beta Carotene Cancer Prevention Study Group: The effect of vitamin E and beta carotene on the incidence of lung cancer and other cancers in male smokers · New England Journal of Medicine, 1994
  12. Omenn GS et al.: Effects of a combination of beta carotene and vitamin A on lung cancer and cardiovascular disease · New England Journal of Medicine, 1996
  13. Druesne-Pecollo N et al.: Beta-carotene supplementation and cancer risk: a systematic review and metaanalysis of randomized controlled trials · International Journal of Cancer, 2010
  14. EU Novel Food Status Catalogue: Dunaliella salina – ganze Alge und Beta-Carotin-Extrakt nicht neuartig in Nahrungsergänzung (POL-NF-09502) · Europäische Kommission

Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.