L-Ornithin ist eine Aminosäure, die dein Körper selbst bildet und in der Leber für den Harnstoffzyklus braucht; im Essen steckt nur wenig, in Shijimi-Muscheln laut einer Analyse etwa 1 bis 7 mg pro 100 g. Für Präparate gibt es nur wenige kleine Studien, meist aus Japan und oft von Herstellern, und keine EU-zugelassene Gesundheitsangabe – die EFSA lehnte 2011 eine Angabe zum Harnstoffzyklus ab. Als L-Ornithin-L-Aspartat ist es in Deutschland außerdem ein Arzneimittel für Menschen mit schweren Lebererkrankungen. Stand: Oktober 2026.
L-Ornithin ist eine Aminosäure, aber kein Baustein von Eiweiß. Der Körper bildet es selbst, zum Beispiel aus L-Arginin, aber auch aus Glutamin und L-Prolin.
In der Leber ist Ornithin Teil des Harnstoffzyklus. Darüber wandelt der Körper Ammoniak, das beim Abbau von Eiweiß entsteht, in Harnstoff um. Den scheiden die Nieren aus. In diesem Kreislauf wird aus Ornithin Citrullin und daraus wieder Arginin.
Präparate enthalten meist L-Ornithin-Hydrochlorid. Beworben werden sie vor allem mit Schlaf, Erholung, dem Morgen nach Alkohol und Muskelaufbau.
Kaum. Weil Ornithin nicht in Eiweiß eingebaut wird, liefern auch Fleisch, Fisch oder Käse nur wenig freies Ornithin. Laut einer Übersicht von 2025 kommt es in kleinen Mengen in Muscheln, manchen Fischen und grünem Tee vor.
In Japan gelten Shijimi-Muscheln (Corbicula japonica) als Ornithin-Quelle. Eine Analyse von Muscheln aus dem Norden Japans fand allerdings nur kleine Mengen freies Ornithin:
| Fundort | Ornithin pro 100 g |
|---|---|
| See Abashiri, drei Stellen | 1,3 bis 6,8 mg |
| Fluss Abashirigawa | 6,0 mg |
Mittelwerte aus Messungen an mehreren Proben je Fundort, umgerechnet von mg je 10 g.
Für die 400 mg, die in vielen Studien gegeben wurden, bräuchte man rechnerisch 6 bis 30 kg Muschelfleisch. Den Großteil seines Ornithins bildet der Körper deshalb selbst. Lebensmittel mit dem Ausgangsstoff Arginin findest du bei L-Arginin.
Eine EU-Höchstmenge oder einen BfR-Wert für L-Ornithin gibt es nicht. Eine Bewertung der sicheren Menge durch BfR, EFSA oder die norwegische VKM gibt es nach unserer Recherche auch nicht.
| Wer | Was gilt |
|---|---|
| EU | Keine Höchstmenge für Nahrungsergänzungsmittel und keine zugelassene Gesundheitsangabe. |
| Gesundheitsministerium, Italien (Liste Stand Oktober 2022) | Für Ornithin-Alpha-Ketoglutarat, eine andere Form, höchstens 250 mg am Tag in Nahrungsergänzungsmitteln. |
| Verträglichkeitsstudie (2023) | Gesunde Männer nahmen je 4 Wochen lang steigende Mengen bis 12 g Ornithin-Hydrochlorid am Tag, ohne Nebenwirkungen durch das Präparat. Bezahlt von einem internationalen Aminosäure-Verband. |
| Übersicht (2025) | 22 Studien mit Gesunden, höchstens 156 Tage lang. Häufigste Nebenwirkung waren Magen-Darm-Beschwerden, nicht häufiger als mit Placebo. Ebenfalls von diesem Verband finanziert. |
| Arzneimittel | L-Ornithin-L-Aspartat bei schweren Lebererkrankungen: Menge legt die Ärztin oder der Arzt fest. |
In Studien zu Stress und Müdigkeit bekamen Menschen meist 400 mg bis 2 g am Tag, in Sportstudien bis 0,1 g pro kg Körpergewicht. Das sind Studienbedingungen, kein Rat.
Studien mit Gesunden liefen höchstens wenige Monate. Langzeitdaten gibt es nicht.
Studien zu Wechselwirkungen von L-Ornithin-Präparaten gibt es nach unserer Recherche nicht. Fehlende Daten heißen nicht, dass es keine gibt.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Arzneimittel mit L-Ornithin-L-Aspartat | Nicht zusätzlich Ornithin-Präparate nehmen, ohne das mit der Praxis zu besprechen. |
| Arginin- oder Citrullin-Präparate | Arginin, Ornithin und Citrullin hängen im Stoffwechsel zusammen. Wer mehrere davon nimmt, bespricht das am besten mit Praxis oder Apotheke. |
| Alle anderen Medikamente | Nicht untersucht. Frag vor einem Präparat in der Apotheke oder Praxis. |
Studien mit Schwangeren, Stillenden oder Kindern gibt es nach unserer Recherche nicht. Selbst für das Arzneimittel L-Ornithin-L-Aspartat gilt in Schwangerschaft und Stillzeit eine strenge ärztliche Abwägung.
Präparate in dieser Zeit und für Kinder deshalb nur nach Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Hebamme.
L-Ornithin wird als Nahrungsergänzung verkauft. Für Aminosäuren gibt es in der EU keine gemeinsame Liste für Nahrungsergänzungsmittel, die Länder regeln das selbst.
| Wo | Was gilt |
|---|---|
| EU-Katalog für neuartige Lebensmittel | Kein Eintrag zu L-Ornithin. |
| Besondere Lebensmittel | L-Ornithin steht auf der EU-Liste der Stoffe für Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke und bestimmte Tagesrationen (Verordnung (EU) Nr. 609/2013). |
| Italien | Stoffe dieser EU-Liste dürfen laut Gesundheitsministerium auch in Nahrungsergänzungsmitteln verwendet werden. |
| Arzneimittel in Deutschland | L-Ornithin-L-Aspartat ist apothekenpflichtig zugelassen bei Lebererkrankungen wie Leberzirrhose, wenn das Gehirn mitbetroffen ist (hepatische Enzephalopathie). |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. Die EFSA lehnte 2011 eine Angabe zum Harnstoffzyklus ab. |
Fast alle Studien mit Gesunden stammen aus Japan, viele von Herstellern. Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen.
In einer Studie (2014) eines Getränkekonzerns nahmen 52 leicht gestresste Berufstätige 8 Wochen lang 400 mg L-Ornithin oder ein Scheinmittel. Am Ende lag der Cortisol-Wert im Blut in der Ornithin-Gruppe niedriger. In Fragebögen bewerteten sie ihren Schlaf besser. In einer Studie (2024) mit 65 Gesunden und einem Stresstest blieb Cortisol dagegen unverändert, nur einzelne Stimmungswerte unterschieden sich.
In einer Studie (2008) fuhren 17 Gesunde nach einer Woche mit Ornithin oder Scheinmittel 2 Stunden Rad. Mit Ornithin gaben sie danach weniger Erschöpfung an. In einer Studie (2010) mit 14 trainierten jungen Erwachsenen war die Ausdauerleistung mit Ornithin nicht besser.
In einer Studie (2013) desselben Getränkekonzerns tranken 11 Menschen, die nach Alkohol rot werden, Alkohol und nahmen danach 400 mg Ornithin oder ein Scheinmittel. Am nächsten Morgen gaben sie mit Ornithin etwas weniger Müdigkeit an. Den Abbau des Alkohols beschleunigte Ornithin in einem zweiten Versuch mit 16 Personen nicht.
Ornithin wird im Kraftsport als Mittel beworben, das Wachstumshormon freisetzt. Eine Übersicht von 2002 fand: Mengen, die das überhaupt tun, verursachen eher Magenbeschwerden und Durchfall. Eine sauber gemachte Studie, in der Aminosäuren vor dem Training mehr Muskeln oder Kraft brachten als Training allein, gab es nicht.
Ein Cochrane-Review (2018) wertete 36 Studien mit mindestens 2.377 Menschen mit Leberzirrhose aus, die L-Ornithin-L-Aspartat bekamen. In allen Studien zusammen schnitt es besser ab als Placebo, in den wenigen gut gemachten Studien nicht. Die Qualität der Belege war sehr gering. Das ist eine ärztliche Behandlung, kein Hinweis für Nahrungsergänzung.
Supplement-Tracker: Einnahme planen und abhaken
Ornithin ist Teil des Harnstoffzyklus, über den die Leber Ammoniak abbaut. Eine belegte Wirkung von Präparaten für Gesunde gibt es nicht, und die EFSA lehnte 2011 eine Angabe dazu ab.
In einer japanischen Studie eines Getränkekonzerns bewerteten 52 gestresste Berufstätige ihren Schlaf nach 8 Wochen mit 400 mg am Tag besser. Gemessen wurde mit Fragebögen, größere unabhängige Studien fehlen.
Nein. Eine amtliche Menge oder EU-Höchstmenge gibt es nicht. Studien gaben meist 400 mg bis 2 g am Tag, das sind Studienbedingungen.
Nur in kleinen Mengen, etwa in Shijimi-Muscheln mit 1 bis 7 mg pro 100 g. Den Großteil bildet der Körper selbst aus Arginin und anderen Aminosäuren.
Eine Verbindung aus Ornithin und Asparaginsäure. In Deutschland ist sie ein apothekenpflichtiges Arzneimittel für Menschen mit schweren Lebererkrankungen, bei denen das Gehirn mitbetroffen ist.
Am häufigsten sind Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit oder Durchfall. Bei Leber- oder Nierenerkrankungen nur nach ärztlicher Rücksprache.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.